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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Das Herz kommt in der BWL deutlich zu kurz

In den letzten Jahren wurde vielfach Kritik geübt an der Art und Weise, wie heute BWL an Universitäten gelehrt wird. Selbst studentische Initiativen setzen sich längst dafür ein, dass sie im Studium nicht nur mit Daten und Wettbewerbsdenken zugeschüttet werden. Das Bedürfnis, die menschliche Dimension in das Fach einzubeziehen, scheint zu wachsen. "Der Kern der ökonomischen Ausbildung besteht darin, dass wir das Konzept der Anreize vermitteln. Damit meine ich die Idee, dass wir alle Menschen dazu bewegen können, etwas zu tun, wenn wir ihnen nur die richtige Wurst vor die Nase hängen. Wenn wir das Studierenden fünf Jahre lang eintrichtern und wenn wir davon ausgehen, dass die Universität eine Rolle in ihrer charakterlichen Prägung spielt, dann haben wir zumindest zu einem Teil ihren Charakter verdorben", sagt etwa Dodo zu Knyphausen-Aufseß, Professor für Strategische Führung und Globales Management an der Technischen Universität Berlin, kritisch über sein Fach. Sein Anliegen: "Ich möchte den Studierenden ein Denken vermitteln, in dem es nicht nur darum geht, persönlich viel Geld zu verdienen und den Börsenwert ihres Arbeitgebers zu erhöhen. " Er würde das Curriculum beispielsweise erweitern und mehr über grüne Investments sprechen und über Konsumkritik lohnen, neue Ansätze wie die Zirkulärökonomie einbringen und über die externen Effekte diskutieren, die gewöhnlich in Kostenkalkulationen kaum berücksichtigt werden. "Ich würde den allzu Mathematikbegeisterten sagen, dass es nicht ausreichen kann, sich arrogant hinzustellen und zu sagen, alternative Ideen sind Quatsch. Man muss doch zumindest anerkennen, dass Klimaschutz und Ressourcenmangel aktuell wichtige Themen sind. Da müssen wir Platz schaffen für Pluralität und Diskurs. Das zeichnet ein akademisches Umfeld auch aus. Wissenschaft impliziert, unter anderem, ein Prinzip der Kritik", sagt er.
„Dann haben wir ihren Charakter verdorben“, Wirtschaftswoche 8.2.2022

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