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Mindfulness und eine neue Bewusstseins-Kultur in Alltag und Business

© Dr. Nadja Rosmann 2022

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Schwarmintelligenz ernst nehmen

Die Idee von der Schwarmintelligenz hat in der Wirtschaft Hochkonjunktur. Firmen gründen Innovationsplattformen, mit denen sie ihre Kunden in die Weiterentwicklung ihrer Produkte einbinden. Die "Weisheit der Vielen" wird immer öfter zur Management-Strategie erkoren, zumal sich statistisch zeigt, dass mit der wachsenden Zahl der Feedbacks eine Verbesserung von Lösungsqualitäten einher geht. Der Harvard Business Manager indes lässt es sich nicht nehmen, einen Blick darauf zu werfen, dass viele der gegenwärtig praktizierten Vorstöße eher Kosmetik denn ernst gemeinte Transformation bedeuten. Der Beitrag verweist auf eine Definition des Verhaltensbiologens Professor Jens Krause, derzufolge Schwarmintelligenz von Individuen lebt, "die unabhängig voneinander Informationen sammeln und diese in sozialen Interaktionen verarbeiten und zusammenführen, was dann in der Lösung eines kognitiven Problems mündet". Gerade die propagierte Unabhängigkeit aber dürfte Unternehmen im Kern ihrer bisherigen Organisationsstrukturen treffen, denn, so der Beitrag weiter: "Firmenwikis und andere Plattformen mögen gute Foren sein, den gedanklichen Austausch in großen Organisationen zu ermöglichen. Das sind Ansätze, aber Schwarmintelligenz darf weder auf postmoderne Kommunikationsformen noch auf kollaboratives Arbeiten in der Cloud reduziert werden. Wollen wir ernsthaft und seriös diesen Begriff diskutieren und anwenden, dann müssen wir uns davon lösen, ihn primär als technische Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens zu interpretieren oder gar als populärwissenschaftlichen Modebegriff für eine stochastische Gesetzmäßigkeit zu missbrauchen. Stattdessen sollten wir uns darauf besinnen, tatsächlich mehr den Schwarm und damit die Mitarbeiter und deren Führung in den Brennpunkt zu rücken und diesen zur Lösung kognitiver, komplexer Probleme und Herausforderungen zu nutzen." Diese Formen der Freiheit und auch Selbstverantwortung zu kultivieren, bräuchte ein gänzlich neues Denken, das Loslassen liebgewonnener Hierarchien und den Mut, sich auf absolutes Neuland vorzuwagen.
Warum Schwarmintelligenz falsch verstanden wird, HBM 18.8.14

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