Wer Sinn empfindet, lebt länger 
Freitag, 15. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Ein sinnvolles Leben zu führen, wirkt wie ein Lebenselexier. Eine amerikanische Langzeitstudie zeigt: Menschen, die Sinn empfinden, können ihre Sterbewahrscheinlichkeit deutlich reduzieren im Vergleich mit jenen, denen es im Leben an Sinn mangelt. Für die Studie, die seit 1992 läuft, wurden rund 7.000 Personen, die zu Studienbeginn zwischen 51 und 61 Jahre alt waren, mit Fragebögen zu ihrem empfundenen Lebenssinn befragt. In der Langzeitbetrachtung zeigte sich, dass jene, die eher wenig Lebenssinn empfanden, ein doppelt so hohes Sterberisiko hatten wie Menschen, die ihr Leben als sinnhaft betrachteten. Ein ähnlicher Zusammenhang besteht zwischen dem Lebenssinn und dem Risiko an einer Herz- und Gefäßkrankheit zu sterben. Die kausalen Zusammenhänge, warum Sinn Menschen länger leben lässt, hat die Studie nicht untersucht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein als sinnvoll empfundenes Lebens einen entzündungshemmenden und stressdämpfenden Effekt hat und auf diese Weise die psychische und physische Gesundheit verbessert.
Klarer Lebenssinn lässt Menschen älter werden, Forschung und Wissen, 29.11.2020

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Großzügig führen 
Donnerstag, 14. Januar 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
In der Arbeitswelt wird viel über Vertrauenskulturen gesprochen, denn in Zeiten, in denen Hierarchien immer durchlässiger werden und die Arbeit aus dem Home Office viele etablierte Strukturen nivelliert, sind Führungskräfte darauf angewiesen, ihren Mitarbeitern Freiräume zu geben. Doch Vertrauen ist ein großes Wort, wie der New-Work-Vorreiter Markus Väth in einem Beitrag für Capital beschreibt: "Kontrolle ist schlecht, Vertrauen gut; so jedenfalls lesen sich heutige Management-Ratgeber in der Regel. Ich bin dafür, die Diskussion moralisch eine Nummer herunterzuschrauben. Denn ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Aber ich persönlich kann manchem Menschen nicht vertrauen. Auch (oder gerade!) wenn ich mit ihm zusammenarbeite. Als Chef weiß ich, was er kann und was nicht. Und da blind die Augen zumachen? Schwierig." Für Väth ist Vertrauen oft eine Nummer zu groß, wenn es darum geht, in einem Modus der Offenheit zusammenzuarbeiten. Er schlägt deshalb vor, sich eher auf Großzügigkeit auszurichten: "Aber großzügig sein – das kann ich. Großzügigkeit im Umgang mit Fehlern, im individuellen Lernfortschritt, in meinem Erwartungsmanagement ist durchaus drin, ohne gleich einen Vertrauensschwur leisten zu müssen." Großzügig zu sein, ist bereits ein deutlicher Schritt heraus aus einer Kultur des Festhaltens und Überwachens, des auf Nummer sicher gehen Wollens. Und sie fordert heraus. "Vielleicht liest man deshalb so wenig von Großzügigkeit, weil es um inneres Loslassen geht, um ein Terrain, das ich aufzugeben bereit bin. Und eine solche Denkweise ist gerade in Krisenzeiten, die nach Kontrolle förmlich schreien, nicht leicht. Aber es lohnt sich. Großzügigkeit erzeugt innere Gelassenheit, ein entspannteres Miteinander und manchmal sogar positive Überraschungen im Arbeitsergebnis", so Väth. Ausprobieren lohnt sich!
Großzügigkeit: eine unterschätzte Management-Tugend, capital.de 4.1.21

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Finanziell geht's noch gut, aber die Angst lauert schon 
Mittwoch, 13. Januar 2021 - Studien, Arbeit
Finanziell scheint es den Deutschen trotz der Pandemie und ihren Auswirkungen noch recht gut zu gehen, doch Zukunftsängste zeigen sich bereits am Horizont, wie eine Umfrage zur Verbraucherstimmung der Beratungsgesellschaft EY zeigt. 34 Prozent der Befragten meinen, dass es ihnen im Hinblick aufs Geld noch gut geht, das sind 10 Prozentpunkte mehr als während der Finanzkrise. Und nur 7 Prozent empfinden ihre finanzielle Lage als schlecht, während es 2008 21 Prozent waren. Doch diese Momentaufnahme mag trügen, denn gleichzeitig wächst die Sorge vieler Deutschen, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr sicher ist. Das glauben nämlich nur noch 35 Prozent, während es zu Zeiten der Finanzkrise 49 Prozent waren. 13 Prozent hingegen haben bereits Unsicherheitsgefühle.
Die neue deutsche Angst ums Geld, welt.de 2.1.21

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Meditation - ist aller Anfang schwer? 
Dienstag, 12. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart
In einer Zeit, in der Meditation immer breitere Schichten erreicht und durch die Wissenschaft viele Heilserwartungen geweckt werden, stellt sich für Einsteiger natürlich die Frage: Wie macht man das eigentlich, meditieren? In der Zeit eröffnet ein Selbsterfahrungsbericht Einblicke in all die Hürden, denen Anfänger beim Meditieren begegnen. Von der Flut der eigenen Gedanken, die einem in der Stille plötzlich bewusst werden, über die Langeweile am Nichtstun bis hin zum Einschlafen, wenn man dann doch einmal für einige Minute zu innerer Ruhe gefunden hat. Der Artikel zeigt aber auch, mit welcher inneren Haltung viele Menschen ans Meditieren gehen. Sie erwarten umgehend positive Ergebnisse, sind frustriert, wenn sich Erwartungen und Wünsche nicht gleich erfüllen und rechnen sich aus, was sie in der mit Nichts verbrachten Zeit alles hätten erledigen können. Es gab Zeiten, da war Meditieren noch kein Lifestyle im Range anderer beliebiger Freizeitaktivitäten, sondern ernsthafte Suche und Hingabe. Weil das für eher weniger Menschen spannend ist, wurde sie vielleicht vor allem hinter Klostermauern praktiziert. Mit dem Achtsamkeits-Trend ist Meditation zu so etwas wie einer Konsumalternative zu Netflix geworden. Und wenn ein Film langweilig wird, zapped man eben einfach zum nächsten. Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen Interesse an Achtsamkeit entwickeln. Was es vielleicht braucht, wäre ein kulturelles Verständnis, das anerkennt, dass Meditieren nicht einfach eine Freizeitbeschäftigung ist, sondern von uns auch etwas fragt. Niemand würde erwarten, nach einer halben Stunde Klavierunterricht Beethoven spielen zu können. Warum erwartet man das aber beim Meditieren?
Wo geht es denn hier nach innen?, zeit.de 27.12.20

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In der Krise über sich hinauswachsen 
Montag, 11. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Wohl jeder hat in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, irgendwann innerlich mürbe zu werden über all den Herausforderungen und Beschränkungen, die mit der Pandemie verbunden sind. Der Psychotherapeut Andreas Knuf bringt jedoch auch eine positive Dimension dieser Situation ins Gespräch, nämlich die Tatsache, dass es gerade überwältigende Umstände wie diese sind, die uns auch Handlungen befähigen, an die unter normalen Umständen nicht zu denken wäre. "Das Loslassen ist alles andere als einfach. Gerade in einer von Optimierung und Selbstoptimierung geprägten Gesellschaft sollen die Dinge so laufen, wie wir sie gerne hätten. ... Doch die aktuelle Situation zeigt auf eine eindrückliche Weise: Wenn es darauf ankommt, sind wir zur Akzeptanz und anderen wünschenswerten Qualitäten durchaus in der Lage. Wir haben diese Fähigkeit noch, sie ist uns nicht durch zunehmende Egobezogenheit und Optimierungswahnsinn abhandengekommen", schreibt er in Psychologie heute. Für Knuf führt das Erleben zerbrechender Sicherheiten dazu, wieder Dankbarkeit empfinden zu können für das, was dennoch möglich ist. "Das Rettende liegt nämlich nicht im Außen, sondern in Krisensituationen zeigen sich unsere Fähigkeiten, mit Belastungen zurechtzukommen. Wenn es wirklich darauf ankommt, sind wir zu Verhaltensweisen in der Lage, zu denen wir im Alltag keinen Zugang haben", folgert er.
Schnellkurs im Loslassen, Psychologie heute 4.12.20

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 
Montag, 21. Dezember 2020 - sonstiges
think.work.different macht Weihnachtspause. Wir wünschen allen Leser*innen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen frischen Auftakt ins neue Jahr. Ab 11. Januar sind wir dann wieder mit frischen News für Sie da.

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Gesund essen - aber was? 
Freitag, 18. Dezember 2020 - Lebensart, Wissenschaft
Gesunde Ernährung hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert. Und wahrscheinlich genau so viele kümmert es nicht, was sie essen. Dank der Wissenschaft entstehen immer wieder neue Trends, die uns sagen, was auf den Teller kommen sollte und was besser nicht. Der Molekularphysiker Thomas Vilgis betrachtet all die Ernährungsempfehlungen, die aus wissenschaftlichen Studien abgeleitet werden, eher skeptisch. Im Interview mit der taz sagt er: "Aus naturwissenschaftlicher Sicht lässt sich gesundes Essen nicht definieren. Was wir heute dem Essen zuschreiben und davon erwarten, wird seiner eigentlichen Grundfunktion nicht mehr gerecht, nämlich dass es uns nährt und wärmt und die Physiologie am Laufen hält. Das haben viele völlig vergessen. Dabei kann der Homo sapiens im Laufe der Evolution nicht so viel falsch gemacht haben." In seinen Augen macht es wenig Sinn, einige Lebensmittel quasi zu Giften zu erklären, anderen hingegen zu Heilmitteln hochzustilisieren. Denn bei allen wissenschaftlichen Erkenntnissen reagiere der menschliche Stoffwechsel sehr unterschiedlich auf verschiedene Lebensmittel. Vilgis' Tipp für eine gesunde Ernährung ist deshalb sehr simpel: "Selbst kochen! Mit frischen Zutaten, vielfältig und ohne hochprozessierte Produkte aus der Industrie. Das ist die beste Art der Kontrolle, die vernünftigste Form – und ich nehme den Begriff in den Mund – die gesündeste Art der Ernährung."
„Heute regieren Dogmen“, taz.de 12.12.20

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Glück ist auch eine Frage der Kultur 
Donnerstag, 17. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glück ist ein universelles Phänomen, doch wie es sich einstellt, ist von Kultur zu Kultur sehr verschieden. Westliche Glückstext beispielsweise beziehen sich im Kontext des in diesen Kulturen vorherrschenden Individualismus vor allem auf persönliche Glücksfaktoren, während in östlichen Kulturen Glück eher in gemeinschaftlichen Beziehungen entsteht. Wissenschaftler haben in 63 kulturell sehr unterschiedlichen Ländern mit mehr als 15.000 Testpersonen einen amerikanischen und einen japanischen Glückstext im Hinblick auf seine Aussagekraft für verschiedene Kulturen geprüft. Dabei zeigte sich zuverlässig der beschriebene Ost-West-Unterschied und die aus den jeweiligen Regionen stammenden Tests maßen hier das Glück der Befragten am zuverlässigsten. Darüber hinaus stießen die Wissenschaftler allerdings auf eine weitere Besonderheit: Denn beide Tests erwiesen sich für Länder in Afrika und im Mittleren Osten als recht unzuverlässig, was nahe legt, dass in diesen Kulturen noch andere Faktoren maßgeblich sind für Glück. Möchte man wissen, ob ein Mensch aus einer anderen Kultur glücklich ist, sollte man ihn also immer auch fragen, was ihn eigentlich glücklich macht.
Glück ist kulturabhängig, wissenschaft.de 9.12.20

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