Gespräche machen glücklich 
Freitag, 20. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Wer regelmäßig die Möglichkeit hat, während des Tages mit anderen Menschen zu sprechen, ist glücklicher als wenn er eher nur für sich ist. Das zeigt eine neue amerikanische Studie, bei der rund 500 Probanden ihre Tagesabläufe protokollierten und dabei festhielten, wie oft sie welche Art von Gesprächen führten. Frühere Studien mit kleineren Teilnehmerzahlen legten nahe, dass Smalltalk zum Beispiel auf die Stimmung schlägt. In dieser Studie erwiesen sich die kurzen, belanglosen verbalen Interaktionen eher als neutral. In der neuen Studie zeigten sich lediglich die Probanden unzufrieden, die über den Tag hinweg keinerlei Gesprächsmöglichkeiten hatten. Das sollten Unternehmen vielleicht auch beim Thema Großraumbüro noch einmal überdenken.
Was uns glücklicher macht, spektrum.de 5.7.18

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Ist Leerlauf zwangsläufig Zeitverschwendung? 
Donnerstag, 19. Juli 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Eine Studie im Harvard Business Manager lässt wieder einmal interessante Blicke auf typisches Management-Denken zu. Der Erhebung zufolge haben 78 Prozent der Angestellten in qualifizierten Berufen mindestens einmal pro Woche bei der Arbeit Phasen des Leerlaufs. Bei 22 Prozent ist dies sogar täglich der Fall. "Für Manager ist das ein Problem, nicht nur weil sie ihre Mitarbeiter zeitweilig fürs Nichtstun bezahlen. Denn um Leerlauf zu vermeiden, arbeiten diese langsamer, als sie könnten", so die Einschätzung im HBM-Beitrag. Dahinter steht die Idee, dass Arbeiten heute anscheinend bedeutet, bis zur letzten Minute durchgetaktet zu sein. Der Artikel rät Führungskräften (ohne ins Detail zu gehen), entsprechende Normen zu setzen, wie in solchen Zeiten des Unbeschäftigtseins zu verfahren sei. Vielleicht sind solche Moment ja mehr als nur eine willkommene Atempause? Wenn ich Leerlauf habe, freue ich mich, mal wieder ein wenig Zeit zu finden, fachliche Infos zu recherchieren. Oder ich gönne mir einen Espresso und eine kleine Pause - und danach nur noch frischer wieder ans Werk zu gehen. Oder ich lasse die Gedanken schweifen und mir kommt die eine oder andere neue Idee ... Es ist erstaunlich, welche Gestalten das Denken an "Produktivität nach Vorschrift" heute schon angenommen hat. Freiräume bedeuten meiner Erfahrung nach auch Raum für Kreativität - die lässt sich nicht auf Knopfdruck machen. Sie entsteht vor allem dann, wenn unser Geist gerade mal nicht bis zum Anschlag belegt ist und irgendwelchen Aufgaben nachhechelt.
Was tun, wenn es grad nichts zu tun gibt? HBM Juli 2018

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Selbstmitgefühl setzt Kräfte frei 
Mittwoch, 18. Juli 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Die moderne Leistungskultur ist sehr individualistisch. Doch nicht jede Form des Selbstbezugs ist auch hilfreich. Wer eher narzisstisch hauptsächlich auf sich selbst schaut und nach dem eigenen Erfolg schielt, bringt sich womöglich in eine Haltung der inneren Isolation. Die Psychologie kennt jedoch noch andere Formen der Selbstzuwendung, die wesentlich dienlicher sind. Eine davon ist Selbstmitgefühl. Es ist eine Form der Selbstakzeptanz, die Fehler nicht nur als eigene Schwäche sieht, sondern als Teil der menschlichen Natur erkennt. Diese Weitung des eigenen Horizonts scheint uns auf subtile Weise mit dem größeren Raum des Lebens zu verbinden - und damit auch ungeahnte Ressourcen freizusetzen. Eine Studie zeigt etwa, dass Menschen in schwierigen Situationen - hier ein herausfordernder Test - sogar mehr Engagement und Motivation entwickeln, wenn sie zu Selbstmitgefühl fähig sind.
Warum man sich selbst mit Mitgefühl begegnen darf, spektrum.de 6.7.18

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Großraumbüros untergraben persönliche Kommunikation 
Dienstag, 17. Juli 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Großraumbüro sind die Wege kurz, was der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern eigentlich zugute kommen sollte. So zumindest das Denken vieler Unternehmen. Eine Harvard-Studie bringt nun das Gegenteil ans Licht. Untersucht wurde das Verhalten von Mitarbeitern in zwei Unternehmen, die ihre Strukturen von Kleinbüros auf Großraum umgestellt hatten. In der Betrachtung der Kommunikation in den zwei Wochen vor und nach der Umstellung wurde deutlich: Sobald die Mitarbeiter im Großraumbüro arbeiteten, reduzierten sich ihre persönlichen Gespräche um 70 Prozent. Dafür nahm die Nutzung elektronischer Kommunikation via E-Mail oder Messenger um 20 bis 50 Prozent zu. Die persönliche Gesprächszeit fiel von 5,8 Stunden pro Tag auf 1,7 Stunden. Dafür wurden 56 Prozent mehr E-Mails und 67 Prozent mehr elektronische Sofortnachrichten verschickt, die zudem länger wurden als vor dem Umzug. Die Wissenschaftler deuten diese Verhaltensänderungen damit, dass Menschen in Großraumbüros neue Wege suchen, um ein bisschen Privatheit zu haben. Das sich Einigeln und unpersönliche Kommunizieren scheint hier dann eine der wenigen Rückzugsmöglichkeiten zu sein.
Großraumbüros lassen Mitarbeiter verstummen, spiegel.de 10.7.18

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Arbeitsleben verschleißt viele vor der Zeit 
Montag, 16. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse stimmt nachdenklich. Bereits jeder zweite Versicherte scheidet heute bereits vor Erreichen des offiziellen Rentenalters aus dem Erwerbsleben aus. Jedes siebte Ausscheiden ist dabei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder einer Schwerbehinderung geschuldet. Besonders betroffen sind, das wundert kaum, Menschen, die in körperlich anstrengenden Berufen arbeiten. Aber weitere Zahlen deuten an, dass es auch immer mehr Menschen gibt, die einfach den frühestmöglichen Ausstieg aus dem Berufsleben wählen, weil sie womöglich schlicht "genug" davon haben. Ein Drittel jener, die früher in Rente gehen, hat zwar genügend Berufsjahre zusammen, nimmt aber bewusst Abschläge in Kauf, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Die Techniker Krankenkasse warnt, dass es wenig bringe, das Renteneintrittsalter immer weiter heraufzusetzen, wenn die Beschäftigten dennoch früher ausscheiden.
Mehr als jeder Zweite geht zu früh in Rente, WiWo 4.7.18

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Kann Achtsamkeit zur Falle werden? 
Freitag, 13. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Der Mindfulness-Trend führt immer mehr dazu, dass Meditation und Achtsamkeit auch als Selbstoptimierungs-Techniken angewendet werden. In einem Interview für eine Beilage von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur zum Kongress Meditation & Wissenschaft 2018 kritisiert der bekannte Fernsehmoderator Gert Scobel die vereinfachenden Betrachtungsweisen im Umgang mit Meditation. "Achtsamkeit alleine macht noch keine guten Menschen. Selbst Erwachen oder Erleuchtung – wie auch immer man es nennen will – als vertiefte Praxis der Meditation macht noch keine guten Menschen", sagt er. Ein wunder Punkt in unserer Wahrnehmung der Möglichkeiten von Meditation: "Wir erkennen die Fiktionalität unserer Erwartungen nicht." Scobel versucht dafür zu sensibilisieren, dass die Wissenschaft im Hinblick darauf, was Achtsamkeit für unser gefühltes Menschsein und unsere Handlungsmöglichkeiten bedeutet, erst ganz am Anfang stehe. "Alle wissenschaftlichen Untersuchungen kommen aus der Dritte-Person-Perspektive: jemand untersucht jemand anderen, der irgendetwas mit seinem Bewusstsein macht. Man kann analysieren, was in dieser Zeit, in der sich das Bewusstsein oder das Verhalten verändert, im Gehirn geschieht. Aber das ist etwas völlig anderes als die Erste-Person-Perspektive: wie fühlt es sich an, wenn ich diesen veränderten Bewusstseinszustand erfahre und beispielsweise dualistische Unterscheidungen fallen lasse und eine Einheit mit der Welt nicht nur denke, sondern erfahre und erlebe. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten", sagt er. Bei Kongress Meditation & Wissenschaft 2018, der am 30. November / 1. Dezember 2018 in Berlin stattfinden wird, hat Scobel vor, dieses Dilemma in seinem Festvortrag zum Thema "Paradoxien der Meditation - Über Weisheit und Wissenschaft, säkulare Ethik und Fiktion" näher zu beleuchten.
Drahtseilakt Selbstoptimierung, Kongress Meditation & Wissenschaft

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Wenig Entwicklungschancen bremsen Elan von Arbeitnehmern 
Donnerstag, 12. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Lust auf Leistung ist ein Thema, das Unternehmen immer wieder beschäftigt, denn wenn Mitarbeiter nur Dienst nach Vorschrift machen, lässt sich wenig bewegen. Was aber sind die Faktoren, die diesem Elan dienen? Im "Talent Monitor" des Analysehauses CEB, now Gartner zeigt sich, dass gegenwärtig nur 12,6 Prozent der der deutschen Arbeitnehmer über das erwartete Maß hinaus Einsatzbereitschaft zeigen, ein Rückgang um vier Prozentpunkte, so dass Deutschland hier engagementmäßig nun unter dem weltweiten Durchschnitt von 15,2 Prozent liegt. Die Treue gegenüber dem Arbeitgeber ist noch vergleichsweise hoch - 35,9 Prozent der Angestellten wollen bei ihrer Firma bleiben (weltweiter Durchschnitt 32,4 Prozent). Allerdings war diese Verbundenheit bei der letzten Erhebung noch bei 40,5 Prozent der Befragten gegeben. Ein Grund für das bröckelnde Engagement könnte sein, dass nur 27,4 Prozent der Beschäftigten mit ihren persönlichen Entwicklungsperspektiven am Arbeitsplatz zufrieden sind. 46,2 Prozent schätzen die Stabilität in ihren Unternehmen, doch scheint diese nicht als Motivationskraft zu wirken.
Der Elan deutscher Arbeitnehmer sinkt, Manager Magazin 3.7.18

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Deutschland bei Einkommensgerechtigkeit recht gut 
Mittwoch, 11. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wie gerecht Einkommen sind, ist eine Frage, die nicht nur Mitarbeiter immer wieder beschäftigt, sondern auch zentral ist für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine neue deutsch-amerikanische Untersuchung hat nun anhand neuester Theorien zur Einkommensgerechtigkeit diese Frage beleuchtet. Sie brachten die Auswirkungen unterschiedlicher Startbedingungen im Berufsleben (Bildungsabschluss und Berufe der Eltern, Migration) sowie Armut zusammen und beleuchteten, inwieweit diese Faktoren in verschiedenen Ländern einer gerechten Einkommensverteilung im Wege stehen. In einigen europäischen Ländern herrscht vergleichsweise Gerechtigkeit. So sind in den Niederlanden lediglich 7 Prozent der Einkommensungleichheit auf Unfairness in diesen Bereichen zurückzuführen, in Finnland 9,3 Prozent, in Frankreich 9,7 Prozent, in Großbritannien 11,3 Prozent und in Deutschland 11,6 Prozent. In Ländern wie Griechenland, Spanien, Litauen, Rumänien und Italien sind es deutlich schlechter aus - hier ist ein Viertel bis ein Drittel der Einkommensungleichheit unfairen Rahmenbedingungen geschuldet.
Mehr Fairness für Deutschland, welt.de 3.7.18

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