Beim Gehalt ziehen die Chefs den Angestellten davon 
Freitag, 27. Mai 2016 - Studien
Eine Untersuchung des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO bringt es auf den Punkt - der Gehaltsabstand zwischen Bossen und Untergebenen hat in den USA in den vergangenen Jahren immer größere Dimensionen angenommen. Im letzten Jahr verdienten die Konzernlenker 335 Mal so viel wie die Angestellten. In Großbritannien ist die Lücke zwar kleiner, aber immer noch extrem. Hier verdienen die Chefs der im Leitindex FTSE-100 gelisteten Firmen 183 Mal so viel wie die Mitarbeiter. In Deutschland geht es hingegen vergleichsweise brav zu, die DAX-Konzernchefs verdienen 54 Mal mehr als ihre Mitarbeiter.
Konzernchefs verdienen gut 330 Mal mehr als ihre Mitarbeiter, WiWo 18.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Unvoreingenommenes Denken will gelernt sein 
Mittwoch, 25. Mai 2016 - Management
Gute Ideen im Job oder scheitern an Sachzwängen? Viele Menschen stecken im Business in der Denkfalle, weil sie zu leicht am Business as usual festhalten, so der Wirtschaftspsychologe Martin Sauerland in einem Interview mit der FAZ. Die üblichen Denkroutinen haben dabei durchaus Vorteile. "Denkmuster entstehen bei jedem mit der Zeit: Sie nehmen aus der Erfahrung heraus die Zukunft vorweg und leiten aus ihr eine Daumenregel ab. Das Muster hilft, sich rasch zu entscheiden, und schützt vor Fehlern", so Sauerland. Um nicht immer wieder auf den selben Pfaden zu landen, könne es helfen, das eigene Denken bewusst zu beobachten, so dass man die eigene Art der Entscheidungsfindung klarer erkennt und gegebenenfalls verändern kann: "Das ist ungefähr so, als würde man eine neue Sprache lernen: Der Kopf schlägt einen vertrauten Begriff vor, und der muss nun jedes Mal beim Denken ersetzt werden. Das kostet Zeit. Andererseits gibt es den Aha-Effekt: Wer plötzlich erkennt, dass er unbewusst nach der Idee 'ich muss bei allen beliebt sein' handelt und ihn das eingeschliffene Muster immer wieder am Vorankommen hindert, sagt, genau das ist es. Am nächsten Tag ist der Betreffende hochmotiviert, das Muster aufzulösen und es künftig anders anzugehen."
Mitarbeiter in der Denkfalle, FAZ 12.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Schummelei mit kulturellen Unterschieden 
Dienstag, 24. Mai 2016 - Studien
Sind Kulturen im Süden unehrlicher als solche im Norden? Forscher der European University Institute in San Domenico di Fiesole, Italien gingen diesem verbreiteten Vorurteil nach und testeten in einem Versuch mit mehr als 600 Teilnehmern aus Schweden und Italien, was dran ist an dem Gerücht. Die Versuchsteilnehmer mussten Aufgaben erledigen, für die sie bezahlt wurden. Anschließend galt es, dieses Einkommen zu versteuern, wobei alle Teilnehmer von diesen Zahlungen profitierten. Die Schweden versteuerten in 66 Prozent der Fälle ihre Einnahmen korrekt, bei den Italienern waren es 63 Prozent. Deutliche Unterschiede zeigten sich allerdings bei der Art der Schummelei. Während die Italiener häufiger und öfter kleinere Beträge verheimlichten, waren es bei den Schweden weniger Fälle mit größeren Beträgen.
Sind Schweden oder Italiener unehrlicher? spektrum.de 12.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Status der Beteiligten kann Verhandlungen blockieren 
Montag, 23. Mai 2016 - Studien
Warum fällt es Politikern oft so schwer, zu Einigungen zu kommen? Eine Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley ist dieser Frage nachgegangen und kam zu der Erkenntnis, dass vor allem in Runden, in denen es für viele Beteiligte gilt, ihren Status zu wahren, mehr knirscht als in solchen, in denen Menschen ohne besondere Machtinsignien zusammentreffen. Die Probanden waren 158 Führungskräfte eines Unternehmens mit unterschiedlichen Einflussbereichen. Die Versuchsteilnehmer wurden in Arbeitsgruppen eingeteilt, in denen alle Beteiligten einen vergleichbaren Status hatten, und sollten gemeinsam über die Einstellung eines Bewerbers entscheiden. Dabei zeigte sich, dass 80 Prozent der Teams mit eher niedrigem Status innerhalb der festgelegten 30 Minuten zu einem Ergebnis kamen, während es bei den Alphatieren weniger als die Hälfte der Teams schaffte. In einem zweiten Versuch wurden gemischte Gruppen gebildet und hierbei eigentlich rangniedrigeren Personen ein höherer Status zugewiesen. Auch hier stellte sich der Alphatier-Effekt ein - die "höhergestuften" Versuchspersonen legten nun ebenfalls ein eher beharrliches Verhandlungsverhalten an den Tag. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die mit dem Status verbundene Macht dazu beiträgt, die eigene Perspektive stärker durchsetzen zu wollen.
Die Sturheit der Mächtigen, Psychologie heute 12.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Gute Stimmung im Team motiviert bei der Arbeit 
Freitag, 20. Mai 2016 - Studien
In einer Umfrage zum Thema Arbeitsmotivation unter 1.000 Personen ab 18 Jahren dokumentiert Manpower, was die Deutschen bei der Arbeit aufblühen lässt. Wichtigster Punkt: Eine gute Stimmung zwischen Kollegen und mit dem Chef - das ist für 65 Prozent die beste Motivation. 50 Prozent fühlen sich durch flexible Arbeitszeiten angespornt. 42 Prozent sehen im freundschaftlichen Verhältnis zu Kollegen, das sie gerne auch nach Feierabend pflegen, einen Motivator. Kostenlose Getränke, Teamarbeit, betriebliche Gesundheitsförderung und eine ansprechende Raumgestaltung kommen bei etwas einem Drittel der Befragten als Motivationshilfe an. Pflanzen im Büro und gute Möbel sind jeweils für ein Viertel besonders wünschenswert.
Pressemitteilung Manpower, 12.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ungleichheit wird in der Breite wahrgenommen 
Donnerstag, 19. Mai 2016 - Studien
Die soziale Ungleichheit in Deutschland wird für immer mehr Menschen zum Thema. Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge finden bereits 82 Prozent der Deutschen, dass die diesbezüglichen Diskrepanzen hierzulande inzwischen zu groß sind. Selbst unter den Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro teilen 76 Prozent diese Einschätzung. 76 Prozent aller Befragten glauben, dass dies der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt schade. Etwa 60 Prozent meinen, dass soziale Leistungen (z.B. im Rahmen der Arbeitslosenversicherung oder der Gesundheitsvorsorge) zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft führen könnten. 83 Prozent befürworten der Studie zufolge eine steuerliche Entlastung der mittleren und niedrigeren Einkommen. 76 Prozent befürworten eine höhere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen. Um die soziale Sicherung besser zu finanzieren, befürworten 68 Prozent höhere Steuern auf Vermögen. Für höhere Erbschaftsteuern plädieren 47 Prozent.
Mehrheit findet Deutschland ungerecht, Die Zeit 11.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ohne Arbeit ist das Leben langweilig 
Mittwoch, 18. Mai 2016 - Studien
Welch hohen Stellenwert die Arbeit für viele Deutsche hat, zeigt eine Repräsentativbefragung der Manpower Group. 68 Prozent sagen, dass das Leben ohne Arbeit langweilig wäre. Für 59 Prozent sind die Arbeitskollegen so etwas wie eine berufliche Familie. Immerhin 52 Prozent räumen allerdings auch ein, dass sie ihren Job hinwerfen würden, wenn sie nicht arbeiten müssten. 78 Prozent würden einen gut bezahlten Job, der sie langweilt oder stresst, nicht ausüben. Andererseits gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, nur zu arbeiten, weil sie dafür bezahlt werden.
Ohne Arbeit wär's langweilig, FAZ 9.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wer an Gerechtigkeit glaubt, leidet weniger 
Dienstag, 17. Mai 2016 - Studien
Schwere Schicksalsschläge bringen uns nicht nur persönlich zum Hadern, sondern können auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine Studie mit knapp 250 Männern und Frauen, älter als 40 Jahre, zeigt nun: Menschen, die den Eindruck haben, die Welt sei gerecht, kommen wesentlich besser mit extrem herausfordernden Lebenssituationen zurecht als diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist. Bei den Probanden handelte es sich um Menschen, die im Leben schon schwer geprüft worden waren, sei es, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden waren, nahe Angehörige schwer erkrankt oder sogar verstorben waren oder sie im Arbeitsleben mit großen Problemen konfrontiert worden waren. Bei denjenigen, die Vertrauen in die Gerechtigkeit der Welt hatten, zeigte sich eine bessere gesundheitliche Konstitution - weniger Entzündungsmarker, niedrigerer Cholesterinspiegel, besserer Schlaf - als bei jenen, denen dieses Vertrauen fehlte. Die Forscher deuten den Befund als adaptische Anpassung. Wer in das Leben grundsätzlich vertraue, tue sich leichter damit, auch Schicksalsschläge nicht nur negativ zu sehen, sondern auch persönliches Wachstumspotential in ihnen zu erkennen.
Der Glaube an Gerechtigkeit schützt, Psychologie heute 4.5.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Weiter