Apple-Produkte mit Achtsamkeit 
Donnerstag, 23. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart
Besitzer von Apple-Produkten konnten sich schon die ganze Zeit über ein Gimmick freuen - eine App, mit der sie beim bewussten Atmen unterstützt werden. Im September wurde die App nun erweitert und kann ab sofort auch Achtsamkeit. Als Teil von Apples Fitness+ sollen Übungen zur Reflektion und geführte Meditationen das Nutzungsergebnis abrunden. Ruhe, Dankbarkeit, Freundlichkeit - was will der Apple-User mehr? Amüsant ist auch die Funktion "Fokus". Dazu Apple: "Die Funktion Fokus hilft dir, dich ohne Ab­len­kung zu konzentrieren, und erlaubt nur Mitteilungen, die du er­halten möchtest." Echt jetzt? Mein iPhone schafft das ganz ohne zusätzliche Apps - einfach mal stummschalten oder besser gleich aus ... Das ist wirklicher Fokus ...
Neue Trainings und Meditation: Apple bringt Fitness Plus noch 2021 nach Deutschland, t3n 14.9.21

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Mit der Bedrohung steigt die Abgrenzung 
Mittwoch, 22. September 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Im Angesicht von Bedrohungen rücken Menschen zusammen. Der Sozialpsychologie Immo Fritsche etwa untersucht dies im Hinblick auf den Klimawandel. Eine Erkenntnis seiner Untersuchung: "Unsere Untersuchungen zeigen, dass Menschen unter persönlicher Bedrohung kollektiver denken und handeln. Das heißt, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe gewinnt an Bedeutung. 2012 haben wir ein Experiment mit Studierenden in England und Deutschland durchgeführt. Dabei beobachteten wir, dass autoritäre Einstellungen zunehmen, wenn man Menschen an bedrohliche Klimafolgen für das eigene Land erinnert." In solchen Kontexten wachse die Überzeugung, dass vor allem die im eigenen Umfeld geltenden Normen die richtigen seien, die Bereitschaft zur Unterwerfung unter soziale Autoritäten erhöhe sich und es zeige sich eine "autoritäre Aggression", beispielsweise die Bereitschaft, Menschen zu bestrafen, die vom Konsens der eigenen Gruppe abweichen. Die Neigung, als systemgefährdend wahrgenommene Gruppen abzuwerten, erstrecke sich sogar auf solche Gruppen, die mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun hätten. Als ich das Interview mit Immo Fritsche auf spektrum.de gelesen habe, ist mir mulmig geworden. Ersetzt man in den Beispielen das Thema Klimawandel durch Corona und Pandemie, erhält man nämlich leider ein ziemlich deutliches Bild von dem, was gerade gesellschaftlich vor sich geht. Besonders gruselig finde ich die Beispiele aus seiner Forschung, wo die Forscher mit experimenteller Manipulation arbeiteten. Sie spiegelten den Studienteilnehmenden je unterschiedliche Meinungen der Mehrheit ihrer Gruppe. Und - gleich welche Meinungen das waren - die Probanden pendelten sich auf diese Mehrheitsmeinung ein und übernahmen deren Argumentationsmuster. Das, was gegenwärtig im politischen Corona-Diskurs geschieht, und die Auswirkungen davon, erscheinen vor diesem Hintergrund in einem sehr fragwürdigen Licht.
»Bedrohung macht kollektiver«, spektrum.de 10.9.21

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Wie die Pandemie das Stadtleben verändert 
Dienstag, 21. September 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit
Während der diversen Lockdowns kam das Leben in den Innenstädten oft zum Erliegen - und aufgrund von Home Office ist auch in den entspannteren Phasen der Pandemien vom früheren Normalbetrieb noch lange keine Rede. Eine amerikanische Studie deutet nun darauf hin, dass dies so bleiben könnte. Die Untersuchung zeigt, wie sich die Bevölkerungsstruktur wandelt. Auf Basis von Arbeitsmarkt- und Immobiliendaten, Kreditkartenabrechnungen und der Bewegungsprofile bei den Mobilfunkanbietern fanden die Forscher heraus, dass in den dichtbesiedelsten Gebieten von Großstädten, in denen viele Angestellte mit Home-Office-tauglichen Jobs leben, wesentliche Veränderungen ergaben. Diese Stadtbezirke verloren nämlich in der letzten Zeit rund zehn Prozent ihrer Bevölkerung - während die am dünnsten besiedelten Stadtgebiet einen Bevölkerungszuwachs von etwa fünf Prozent verbuchten. Dass diese Verschiebung nicht nur eine Momentaufnahme zu sein scheint, illustrieren die laut Studie bereits gesunkenen Mieten in den Wegzugs-Regionen. Natürlich könnte diese Veränderung für Menschen, die sich bisher die hohen Mieten dort nicht leisten konnten, eine besondere Gelegenheit darstellen. Die Wissenschaftler weisen jedoch auch darauf hin, dass die Wegzugswelle nur der Anfang einer größeren Bewegung sein könnte. Denn wenn kein neuer Zuzug erfolgt, dürfte sich mittelfristig die innenstädtische Infrastruktur deutlich verändern. Weniger Büroleben und weniger Bewohner brauchen nämlich auch weniger Restaurants, Kneipen und andere Dienstleistungen. Ob das Zeichen eines Niedergangs sind oder ein Wandel, der vielleicht auch Verbesserungen mit sich bringt, wird sich erst zeigen.
Die Opfer der Homeoffice-Welt, WiWo 10.9.21

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Macht Zeitmanagement zufriedener? 
Montag, 20. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Zeit ist kostbar und insbesondere im Berufsleben hat Zeitmanagement einen hohen Stellenwert. Eine kanadische Metastudie hat nun 150 Studien zum Thema im Hinblick auf wesentliche Wirkungen von Zeitmanagement ausgewertet und kommt zu interessanten Ergebnissen. Im Hinblick auf die berufliche Leistung, insbesondere bestätigt durch Feedbacks von Chefs, scheint ein geplanter Umgang mit der eigenen Zeit tatsächlich moderate Wirkungen zu entfalten. Eine unerwartete Entdeckung der Wissenschaftler: Zeitmanagement hat erhebliche Wirkungen auf die Lebenszufriedenheit. Diese sind wesentlich stärker - nämlich 70 Prozent - als im Hinblick auf die berufliche Zufriedenheit. Darüber hinaus korreliert gutes Zeitmanagement mit einem höheren Selbstwert und höherer Selbstwirksamkeit. Die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge vermag die Metastudie allerdings nicht zu klären, also ob Menschen mit einem hohen Gefühl der Selbstwirksamkeit sich einfach besser organisieren oder die effektivere Selbstorganisation den Selbstwert beflügelt.
Ein guter Umgang mit Zeit hat viele Vorteile, spektrum.de 2.9.21

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Klimawandel macht erst Angst, wenn er sich zeigt 
Freitag, 17. September 2021 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wie abstrakt der Klimawandel für viele Menschen ist, zeigt die jährliche Untersuchung der R+V Versicherung zu den Ängsten der Deutschen. Dieses Jahr machten vor allem mögliche Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen durch Corona (53 Prozent), steigende Lebenshaltungskosten (50 Prozent), Kosten für die Steuerzahler durch die EU-Schuldenkrise (50 Prozent), eine Überforderung des Staates durch Geflüchtete (45 Prozent) und Schadstoffe in Nahrungsmitteln (43 Prozent) den Deutschen Angst. Naturkatastrophen und Wetterextreme (41 Prozent) landeten in der vor den jüngsten Hochwassern erhobenen Daten lediglich auf Rang 8. In einer Nacherhebung zeigte sich dann der Umschwung, denn nun gaben 69 Prozent der Befragten an, sich hiervor zu fürchten und 61 Prozent glauben, der Klimawandel werde dramatische Folgen für die Menschheit haben. Man muss die Gefahr anscheinend erst wirklich vor Augen haben, bevor sie tatsächlich ängstigt.
Das sind die neuen Ängste der Deutschen, welt.de 9.9.21

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Pandemie trifft - wen wundert's - Mütter besonders 
Donnerstag, 16. September 2021 - Lebensart, Psychologie, Studien
Der Sender rbb24 hat sich die Mühe gemacht, Erhebungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) darauf abzuklopfen, wie Frauen und Männer durch die Pandemie gekommen sind. Frauen haben hier deutlich mehr gelitten, aber wen wundert das. Waren vor der Pandemie 29 Prozent der Mütter in Beziehungen gelegentlich oder häufiger niedergeschlagen oder hoffnungslos, stieg der Anteil während der Pandemie auf 64 Prozent. Bei Alleinerziehenden war die Kurve noch steiler - von 21 auf 74 Prozent. Bei den Vätern lag der Anteil mit 33 Prozent vor Corona etwas höher, stieg aber nur auf 48 Prozent. Die Datenauswertung legt auch - wieder mal - dar, wie stark unterschiedlich sich die Geschlechter doch in der Fürsorgearbeit einbringen. Pandemiebedingt engagierten sich die Väter zwar mehr als zuvor, doch ein Großteil der Care-Arbeit ist eben nach wie vor Frauensache.
Pandemie traf Mütter psychisch härter als Väter, zeit.de 8.9.21

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Digitales Meditieren boomt 
Mittwoch, 15. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Auf dem Nachrichtenportal des Netzwerks Ethik heute findet sich ein hervorragender Überblick über digitale Gesundheitsangebote, insbesondere zu Meditations-Apps. Ich blogge ja selbst auch immer mal wieder Details zu einzelnen Tools, aber Gerald Blomeyer hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und stellt nicht nur diverse Achtsamkeits-Apps und ihre Geschichte vor, sondern auch Angebote der Krankenkassen. Wer also nach einem Einblick in diesen Markt sucht, wird hier bestens bedient.
Apps für Meditation boomen, Ethik heute 6.9.21

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Wie Corona die Job-(Un)zufriedenheit erhöht 
Dienstag, 14. September 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Die Corona-Krise hat viele Unzufriedenheiten in Arbeitsverhältnissen unterm Brennglas gezeigt. Gleichzeitig gibt es auch Berufsgruppen, die von der Pandemie profitiert haben. Eine Studie des HDI Versicherungskonzerns zeigt - insgesamt hat sich die Schere zwischen zufriedenen und unzufriedenen Arbeitenden weiter vergrößert. Und das liegt auch an der Digitalisierung. Ein gutes Drittel der 3.700 Befragten wurde in der Krise zufriedener mit den eigenen Arbeitsbedingungen. Darunter fallen vor allem Menschen in den Einkommensgruppen am 5.000 Euro/Monat, solche, die in der IT arbeiten, und Führungskräfte - also vor allem Berufsgruppen, die gewisse Gestaltungsspielräume im Job haben und durch Arbeit im Home Office mehr Bequemlichkeit fanden. Für 15 Prozent verdüsterte sich indes im vergangenen Jahr die Einstellung zur Arbeit. Auf beiden Seiten stiegen die Werte gegenüber dem Jahr davor um drei Prozentpunkte, was die Versicherung zu Warnungen in Richtung Arbeitgebern veranlasst, denn beides sei nicht gut für sie. Denn die Bereitschaft zum Jobwechsel ist von 18 auf 27 Prozent gestiegen, bei manchen aus einer Position der empfundenen Stärke, bei anderen aus purer Not.
Die Pandemie spaltet die Arbeitswelt, WiWo 2.9.21

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