Grün stärkt die Psyche selbst in der Stadt 
Dienstag, 5. März 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Die Psychologie weiß schon länger, dass das Landleben der Psyche besser tut als urbane Umgebungen. Eine dänische Langzeitbetrachtung zeigt nun, dass auch die Stadt der Psyche nicht unbedingt schaden muss, so lange Kinder mit genügend Grün in ihrer Umgebung aufwachsen. In der Datenbetrachtung wurde deutlich, dass Kinder, die mit Parks oder Grünanlagen in ihrer Umgebung aufwachsen, ein um bis zu 55 Prozent geringeres Risiko für die Entwicklung psychischer Erkrankungen aufweisen. Ein Befund, der vor allem im Hinblick auf die stetig zunehmende Urbanisierung für künftige Generationen immer bedeutsamer werden dürfte. Die Studie vermag noch keine Aussagen darüber zu treffen, wie viel Grün die Psyche wirklich braucht. Einige sozioökonomische Faktoren, die ebenfalls Effekte haben dürften, wie die Tatsache, dass eher Menschen mit gutem Einkommen und entsprechendem Lebensstil in grünen Stadtvierteln leben, wurden bei der Studie bereits berücksichtigt, weitere müssten in künftigen Untersuchungen geklärt werden, um den wirksamen Zusammenhängen noch näher zu kommen. Deutlich ist aber auch, wie wichtig die Natur für das menschliche Wohlbefinden ist.
Je grüner die Stadt, desto gesünder ihre Kinder, zeit.de 25.2.19

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Egoismus in freundlichem Gewand 
Montag, 4. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Haben Sie manchmal das Gefühl, von Kolleg*innen ausgenutzt zu werden, obwohl diese eigentlich ganz umgängliche und oft auch zuvorkommende Menschen sind? Solche Erfahrungen sind nicht ungewöhnlich, wie eine Studie des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie zeigt, denn Egoismus kommt oft gut getarnt daher. Die Untersuchung stieß auf eine sehr raffinierte "Ausbeuter-Strategie". Die "freundlichen" Egoisten agierten in der Studie in sechs von zehn Fällen kooperativ - machten aber in den übrigen vier Fällen ihr eigenes Ding. Die von den Handlungen in reinem Eigeninteresse Betroffenen begehrten indes nicht auf, denn in 40 Prozent der Fälle hatten sie selbst ja Vorteile durch die Kooperation der Egoisten. In der Studie zeigt sich, dass vor allem hoher Wettbewerbsdruck diese passive Unterstützungsmentalität fördert. Denn wo es um viel geht, ist ein bisschen Kooperation für die Düpierten immer noch besser, als auch diese noch zu verlieren. In der Studie nutzte jeder Zweite diese Strategie, was durchaus zu denken gibt.
Nette Egoisten setzen sich am erfolgreichsten durch, WiWo 21.2.19

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Einfach nur ambitioniert oder schon neurotisch? 
Donnerstag, 28. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Mit dem Perfektionismus ist das so eine Sache. Die weniger perfekten Zeitgenossen sind leicht genervt von jenen, bei denen alles bis ins Detail stimmen muss. Dabei ist es manchmal einfach der hohe innere Anspruch, der Menschen dazu verleitet, besonders genau zu sein und die Dinge bis aufs i-Tüpfelchen wirklich gut machen zu wollen. Eine andere Gruppe mag von außen genauso wirken, sie hat es aber in sich, denn die neurotischen Perfektionisten handeln eher aus Angst - Angst davor, zu versagen, kritisiert zu werden oder schlecht dazustehen. Eine amerikanische Metastudie hat diese Unterschiede zutage gefördert - und sie gibt Anlass zur Sorge, denn es zeigt sich: Unabhängig vom Alter der Versuchspersonen ist eine Tendenz zu wachsendem neurotischen Perfektionismus zu erkennen. Vielleicht ist das ja der hilflose Versuch einer Antwort auf eine immer komplexer werdende Welt, in der immer weniger vom Einzelnen beherrschbar ist. In den Bereichen, auf die wir Einfluss haben, dann besonders perfektionistisch zu sein, gibt einem dann vielleicht wenigstens für einige Momente wieder das Gefühl, ein bisschen Kontrolle zu haben.
Besonders gewissenhaft oder ziemlich neurotisch? spektrum.de 20.2.19

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Wie der "Clown" Teams zusammenhält 
Mittwoch, 27. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Was hält Teams in ihrem Inneren zusammen? Und lässt Menschen selbst unter widrigen äußeren Bedingungen noch gut gemeinschaftlich handeln? Dieser Frage ist ein amerikanischer Anthropologe nachgegangen, um optimale Bedingungen für eine mögliche Marsmission der NASA zu eruieren. Es sind nicht die fachlichen Fähigkeiten, die Teams gut ihren Job erledigen lassen - wenngleich es unerlässlich scheint, dass die Person, die die höchste Führungsverantwortung trägt, diese Rolle auch ausfüllen und von den anderen in ihr anerkannt werden muss. Die Untersuchungen der Arbeitskontexte verschiedener Forschungsteams einer Antarktis-Station zeigen: Es ist vor allem der Humor, der Teams nicht auseinanderfallen lässt. Dabei müssen nicht alle gleich den Clown geben. Die Forschung zeigt allerdings, dass es die Menschen mit Humor sind, die über alle Arbeitsbereiche hinweg als Bindeglieder zwischen den Teammitglieder fungieren. Jeffrey Johnson beobachtete bei seinen Studien, dass in Teams oft die Neigung vorherrscht, dass Gleichgesinnte sich mit Gleichgesinnten umgeben. Er sagt: "Deshalb braucht es die Clowns und Geschichtenerzähler - sie schaffen es mit Humor, die Untergruppen zu einem großen Team zu vereinen."
Diesen Typ braucht jede Gruppe, spiegel.de 18.2.19

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Aufschieberitis im Management 
Dienstag, 26. Februar 2019 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Bei manchen Studien frage ich mich, welche Erkenntnisse sie jenseits der Vermittlung von Daten im Sinn haben. Gehirn&Geist etwa berichtet über die Forschung zweier russischer Psychologinnen, die den Hang zum Aufschieben und das Verhältnis zu Zeit bei Führungskräften untersucht haben. Dabei zeigte sich: Top-Manager schauen vor allem in die Zukunft, halten sich nicht lange mit Fehlschlägen auf und lassen sich weniger durch Nebensächliches oder Privates ablenken. Damit einher gehe eine geringere Neigung, Dinge aufzuschieben. Im mittleren Management hingegen sieht es anders aus. Im mittleren Management scheinen Führungskräfte dagegen stärker mit den Fehlern der Vergangenheit beschäftigt zu sein. Und ihre persönlichen Vorlieben können auch mal zur Ablenkung werden. Da bleibt leicht einmal was liegen. Womöglich sind diese unterschiedlichen Neigungen auch eine Folge der verschiedenen Arbeitsvoraussetzungen. Top-Leader sind meist genau dazu da, in die Zukunft zu schauen und das Ziel vorzugeben. Das Mittelmanagement hingegen ist stärker mit der realen Umsetzung beschäftigt - und spielen eben auch die Fehler der Vergangenheit eine Rolle. Das ist dann vielleicht kein Fatalismus, sondern auch der Versuch, aus dem, was nicht funktioniert hat, zu lernen, um es künftig besser zu machen. Und immer alles möglichst effizient und zack-zack abzuarbeiten, ist vielleicht auch nicht immer die beste Lösung. Wohl jeder macht immer wieder die Erfahrung, dass vieles sich auch von selbst erledigt.
Zeitmanagement in den Chefetagen, spektrum.de 20.2.19

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Unbewusste Diskriminierung 
Freitag, 22. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Gleichberechtigung ist in der Arbeitswelt ein großes Thema. Sei es der Versuch, den Frauenanteil im Management oder in Aufsichtsräten zu erhöhen, sei es die gerechtere Bezahlung beider Geschlechter. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin wirft nun eine Blick auf die unbewusste Diskriminierung bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen. Die Forscher hatten Personalern fiktive Lebensläufe von Männern und Frauen vorgelegt für Berufe, die als eher frauen- oder männertypisch gelten. Dabei zeigte sich, dass die Bewerbungen von Frauen für von Männern dominierten Ausbildungsberufen von den Personalern durchweg um etwa eine Schulnote schlechter bewertet wurden als jene von Männern. Umgekehrt wurden Männer, die sich für frauentypische Berufe bewarben, fair bewertet. Man könnte durch aus von systematischer, unbewusster Diskriminierung sprechen. Die Studie zeigt, welchen kulturellen Wandel wir noch vor uns haben, wenn es uns wirklich ernst damit sein sollte, im Berufsleben irgendwann zu Gleichberechtigung zu kommen.
„Personaler bewerten Frauen im Schnitt eine Note schlechter“, WiWo 11.2.19

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Was der Zufriedenheit im Job entgegensteht 
Donnerstag, 21. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Unzufrieden im Job? Für viele Deutsche ist das anscheinend der Normalzustand. Das legt zumindest der Engagement-Report des Softwareanbieter Peakon nahe. Peakon entwickelt Software für Mitarbeiter-Feedbacks, und die haben es, vor allem in Deutschland, bisweilen in sich. Analysiert wurden für den Report Daten von mehr als 500.000 Mitarbeiternaus aus 235 Unternehmen in Deutschland, den USA, Großbritannien und Skandinavien. Dabei zeigte sich: Am höchsten ist die Zufriedenheit bei Angestellten in den USA, gefolgt von Skandinavien und Großbritannieren. Unter den Deutschen rumort es hingegen kräftig. Nur ein Viertel der hierzulande Beschäftigten würde den eigenen Arbeitgeber weiterempfehlen - in den anderen Ländern sind es doppelt so viele. Nur ein Viertel der Deutschen hat das Gefühl, sich im Job weiterentwickeln zu können (in den anderen Ländern ein Drittel). Ein zu hohes Arbeitspensum indes ist in allen untersuchten Ländern ein Thema. Drei Viertel der Deutschen beklagen, dass sie überfordert sind und das vorgegebene Pensum nicht zu erfüllen vermögen. Ähnlich sieht es in Großbritannien und Skandinavien aus. In den USA trifft das auf etwa 66 Prozent der Angestellten zu.
Deutsche sind am unzufriedensten im Job, manager magazin 7.2.19

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Achtsamkeit hilft bei körperlichen Erkrankungen 
Dienstag, 19. Februar 2019 - Bewusstsein, Studien
Beim Thema Achtsamkeit kommen einem meistens die eher typischen Stresserkrankungen in den Sinn, die vordergründig die Psyche betreffen. Unserem Alltagsverständnis entgeht dabei leicht, dass Stress auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf all unsere körperlichen Funktionen hat - und somit auch den Körper längerfristig schwächt. Eine deutsch-indische Studie mit Glaukom-Patienten zeigt nun, dass sich bei den Betroffenen der gefährlich hohe Augeninnendruck senken lässt, was einen Beitrag zur möglichen Genesung leistet. In der Studie absolvierten die Patienten jeden Tag ein einstündiges Programm aus Achtsamkeits- und Atemübungen. Bereits nach drei Wochen zeigte sich bei 75 Prozent der Meditierenden eine signifikante Senkung des Augeninnendrucks von 25 Prozent. Die stressbedingten Biomarker der Patienten hatten sich ebenfalls gesenkt. Beispiele wie dieses zeigen, wie anfällig unser Körper-Geist-System eigentlich für "Stress" ist. Und Meditation scheint ein guter Weg zu sein, einen Lebensstil mit mehr Balance zu entwickeln.
Achtsamkeitstraining senkt Augeninnendruck bei Glaukom, Ärzteblatt 6.2.19

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