Weinen im Büro 
Mittwoch, 31. März 2021 - Psychologie, Arbeit, Management
Pokerface selbst bei extremen Erschütterungen, Gleichmut, wenn's ans Eingemachte geht? Im Büro Gefühle zu zeigen oder gar Tränen zu vergießen, gilt vielen bis heute als wenig angemessen. Dabei kann es die Zusammenarbeit erleichtern, wenn in Teams und Unternehmenskulturen auch Raum ist, Gefühle wirklich zu zeigen. Die FAZ hat dem Weinen im Büro einen ganzen Artikel gewidmet, der zu dem Schluss kommt: Für die, die weinen, ist die entlastende Funktion nicht zu unterschätzen, denn Aufgestautes verschafft sich so Luft und oft sind die Betroffenen anschließend wieder mehr bei sich und ihrer Arbeit. Auch für das Umfeld habe ein solch offener Umgang mit Emotionen Vorteile, denn dann wissen sie, woran sie sind. Aus Sicht der Unternehmenskultur kann Experten zufolge Weinen auch ein Indiz dafür sein, dass Mitarbeiter schon länger sehr überlastet sind. Dann könne schon eine Kleinigkeit obendrauf das Fass zum Überlaufen bringen. Also: Tränen ruhig fließen lassen und sie dann nicht nur trocknen, sondern bestenfalls auch etwas verändern.
Die Kraft der Tränen, FAZ 22.3.21

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Chefs altern schneller 
Freitag, 26. März 2021 - Studien, Arbeit, Management
Führungsjobs haben ihren Preis. CEOs mögen hohe Gehälter bekommen, doch wenn es um ihre Gesundheit geht, könnte es gut sein, dass sie selbst draufzahlen. Das legt zumindest eine neue amerikanische Studie nahe, die die Daten von 1.600 Top-Führungskräften auswerteten. Im Kontext einer Veränderung in der amerikanischen Gesetzgebung, die seit einigen Jahren Unternehmen besser vor Übernahmen schützt, konnten die Wissenschaftler beispielsweise feststellen, dass Führende, die keine Sorge haben müssen, von der Konkurrenz geschluckt zu werden, zwei Jahre länger leben als ihre von Übernahmen bedrohte Kollegen. Wirtschaftliche Krisen mit Einbruch der Aktienkurse lassen Vorstandsvorsitzende im Schnitt um eineinhalb Jahre schneller altern. Eine Fotoanalyse ergab zudem, dass besonders krisengebeutelte CEOs im Vergleich zu erfolgreichen Kollegen nach zehn Jahren ein Jahr älter aussahen. Es wäre natürlich Jammern auf hohem Niveau, sich über diese Wirkungen zu sehr zu beklagen. Die Wirtschaftswoche weist denn auch schon im Einstieg ihres Artikels zum Thema darauf hin, dass es sehr viele Menschen gibt, die unter wesentlich schlechteren gesundheitlichen Bedingungen für wesentlich weniger Geld schuften müssen.
Wenn Chefsein tödlich ist, WiWo 15.3.21

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Jede*r Dritte ist ausgebrannt 
Donnerstag, 25. März 2021 - Studien, Arbeit, Management
Schon vor der Pandemie fühlte sich laut Untersuchungen des Beratungsunternehmens Gallup jede*r vierte Mitarbeiter*in in Unternehmen ausgebrannt. Mit Corona ist dieser Anteil nun auf 35 Prozent gestiegen. Das scheint auch Auswirkungen auf die gefühlte Treue zum Arbeitgeber zu haben. Der Anteil jener, die ohne Wenn und Aber in ihrer jetzigen Anstellung bleiben möchten, sank von 73 auf 61 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil der Wechselwilligen unter Menschen in Kurzarbeit. Diese Situation führe laut Gallup zu einer "Eintrübung des Vertrauensverhältnisses" und einem "kritischeren Bild vom Arbeitgeber". Gleichzeitig erhalten die Firmen, die sich um ihre Mitarbeiter kümmern, nach wie vor hohe Zustimmung.
Jeder dritte Mitarbeiter fühlt sich ausgebrannt, spiegel.de 18.3.21

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Rundum-Belastung durch Corona zwingt viele in die Knie 
Mittwoch, 24. März 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Wie sehr die Mehrfachbelastung zwischen Home Office und Familie Arbeitenden zusetzt, hat die Boston Consulting Group in einer globalen Umfrage mit 20.000 Teilnehmenden erkundet. In Deutschland beteiligten sich 1.500 Beschäftigte. 35 Prozent der Väter und 22 Prozent der Mütter gaben an, sich um ihre Zukunft im Unternehmen zu sorgen. Mehr als 40 Prozent von ihnen bekundeten, körperlich oder psychisch gestresst zu sein. Unter Arbeitenden ohne Kinder oder zu versorgende Angehörige hatten nur 21 Prozent Jobsorgen und nur ein Drittel von ihnen fühlt sich gestresst. Unter den Eltern mit Kindern unter 12 Jahren nehmen etwa 30 Prozent wahr, dass ihre Leistungsfähigkeit bei der Arbeit unter der Mehrfachbelastung leidet. Viele Führungskräfte kommen den Gebeutelten zwar entgegen, beispielsweise durch flexible oder reduzierte Arbeitszeiten und großzügigere Termine, doch nur 42 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen fühlen sich in ihrer Lage wirklich verstanden. Diese Situation passt zum Artikel über Care-Arbeit vom Montag. Die offizielle Arbeitswelt macht ihre bisherige Funktionsweise zum Standard und wenn die äußeren Umstände sich ändern wie gegenwärtig durch die Pandemie, wird mit einem Schlag offensichtlich, was sie alles für selbstverständlich nimmt - nämlich dass Arbeitende besser nur für ihren Job da sind. Diese Reibeflächen werden uns sicherlich noch länger beschäftigen. Vielleicht sollte man das sogar hoffen, denn womöglich erhöhen sich dann die Chancen, dass sich langsam systemisch etwas verändert.
Im Doppelstress alles hinwerfen, FAZ 13.3.21

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Führen am Bildschirm fordert heraus 
Mittwoch, 17. März 2021 - Arbeit, Management
Viele Führungskräfte sind mit Pandemie und Home Office in einer neuen Situation, denn jene, die sie führen, begegnen ihnen heute oft vor allem in Form von kleinen Bildchen auf dem Bildschirm. Für viele Führende sei dies eine "Verlusterfahrung", so Jürgen Weibler, Professor für Personalführung: "Denn das, was das Soziale im Kern ausmacht, lässt sich digital nicht erzielen: eine intensiv erlebte Form der Kommunikation, des Austausches und der Nähe." Für Weibler wird durch die Bildschirmerfahrung spürbar, welche Aspekte in das Führen hineinwirken: "Wir vergessen sehr oft, dass im Führungsbereich natürlich die Worte wichtig sind, aber auch sehr stark die Frage, wie ich auf andere als Person körperlich wirke, also mit der Körperspannung oder mit der Stimmlage. In Präsenz bekommt vieles dadurch eine andere Nuancierung und Qualität." Um etwas Atmosphäre zu schaffen und den Rückzug ins Schweigen zu vermeiden, rät Weibler dazu, die Anwesenden sehr direkt einzubeziehen. Die Distanz von Online-Meetings habe übrigens manchmal auch Vorteile: "Dort, wo ich eine Führungsbeziehung habe, in der ich am liebsten nicht wäre, der ich am liebsten aus dem Weg gehen würde – da bietet das Virtuelle gewisse Chancen, mein Wohlbefinden zu fördern, und ich glaube auch, dass gewisse toxische Führungskräfte, die im Alltag den einen oder die andere drangsalieren, nicht so viel Spielraum haben."
Das große Schweigen in der Zoom-Konferenz, FAZ 10.3.21

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Verlieren lernen 
Dienstag, 16. März 2021 - Arbeit, Management
Durch die Start-up-Kultur ist das Thema Scheitern in der Geschäftswelt sichtbarer geworden, denn insbesondere beim Launchen neuer Geschäftsmodelle ist das Risiko hoch, dass die Erwartungen nicht aufgehen. Ein Beitrag im Harvard Business Manager widmet sich der Frage, wie man Scheitern lernen kann und welche Rahmenbedingungen dabei helfen, dass sich keine Gefühle einer vernichtenden Niederlage einstellen. In den Augen von Tim Leberecht, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer des Netzwerks "House of Beautiful Business", kann ein Geschäftsmodell, das nicht aufgeht, ein Hinweis sein, die Fähigkeiten, die man darauf fokussiert hat, in eine produktivere Richtung zu lenken. Wäre das Videospiel Glitch ein Erfolg geworden, gäbe es heute die in vielen Unternehmen genutzte Software Slack nicht. Als die Spieleentwickler scheiterten, entwickelten sie einfach ihre zuvor nur intern genutzte Kommunikationssoftware weiter und landeten damit diesen Markterfolg. Beim Scheitern kann auch die Unternehmenskultur eine große Hilfe sein. "Als Mensch, als Team oder als Organisation müssen wir Scheitern Raum geben, um unsere Emotionen, unseren Frust und die Trauer ausleben zu können. Wir schaffen damit psychologische Sicherheit, die eine bessere Zusammenarbeit, Innovation und Produktivität fördern kann. Eine Studie fand heraus, dass traurige Führungskräfte oft bessere Leistungen erzielen als wütende. Negative Gefühle anzuerkennen kann auch zu besseren Leistungsbewertungen führen. Wenn Menschen nicht das Gefühl haben, nicht immer und bei jeder Aufgabe Höchstleistungen erbringen zu müssen, entstehen vielleicht bedeutsamere Gespräche, mit denen sie sich persönlich und beruflich weiterentwickeln können", so Leberecht. Er rät dazu, sich, wenn ein Projekt hakt, auch zu fragen, ob man wirklich um die Sache selbst kämpft oder einfach nur nicht verlieren möchte: "Führungskräfte müssen erkennen, wann ihre Handlungen mehr davon geprägt sind, unbedingt gewinnen zu wollen, als vom echten Wunsch nach Veränderung. Sie sollten erkennen, wenn ihr Sieg nur vordergründig ist, kurzfristig oder der Preis dafür zu hoch ist."
Welche Art von Verlierer wollen Sie sein?, Harvard Business Manager 8.3.21

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Home Office? Da geht noch mehr ... 
Freitag, 12. März 2021 - Studien, Arbeit, Management
Aufgrund der Pandemie bieten inzwischen 81 Prozent der deutschen Unternehmen für Teile ihrer Belegschaft Home Office an. Allerdings betrifft diese Option nur 30 Prozent aller Beschäftigten. Das ifo Institut kommt in einer Studie indes zu dem Schluss, dass bis zu 56 Prozent der Angestellten auch von Zuhause aus arbeiten könnten. Mit 40 Prozent hat der Dienstleistungssektor zur Zeit den höchsten Home-Office-Anteil, gefolgt vom Großhandel mit 24 Prozent und der Industrie mit knapp 22 Prozent. Ein Gefälle besteht auch zwischen der Industrie und dem Mittelstand. In kleinen und mittleren Betrieben arbeitet ein Viertel der Beschäftigten Zuhause, in der Industrie ist es ein Drittel. Das ifo Institut rät dazu, die Anreize für das Home Office zu verstärken, um andererseits mehr Öffnungen der Wirtschaft zulassen zu können.
Homeoffice-Potential bei weitem nicht ausgeschöpft, FAZ 3.3.21

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Teamwork bringt weniger Geld, macht aber zufriedener 
Donnerstag, 4. März 2021 - Studien, Arbeit, Management
Teamfähigkeit gehört wohl zu den wichtigsten Skills, die Unternehmen von ihren Mitarbeitern erwarten. Eine neue Studie zeigt allerdings: In manchen Firmen werden gerade die kooperativen Mitarbeiter deutlich schlechter bezahlt als ihre egoistischen Kolleginnen. Andererseits: Obwohl sie weniger verdienen, sind sie anscheinend auch zufriedener. Für das Experiment wurden 1.000 Mitarbeiter eines internationalen Softwareunternehmens mit einem Online-Test auf ihre Kooperationswilligkeit hin geprüft. Anschließend verglichen die Wissenschaftler diese Ergebnisse mit der Gehaltsentwicklung der Studienteilnehmenden. Dabei zeigte sich, dass die Kooperativen unter ihnen in der Vergangenheit um 29 Prozent niedrigere Gehaltserhöhungen erhalten hatten als die Selbstbezogenen. Eine anschließende Befragung machte allerdings auch deutlich, dass die Wertschätzung, die die Teamplayer im Job-Alltag erfahren, bei ihnen scheinbar zu einer höheren Zufriedenheit führt als der finanzielle Vorteil bei ihren Kolleginnen. Anerkennung ist vielleicht die stärkere "Währung" im Vergleich zum Geld.
Teamarbeiter sind schlecht bezahlt, aber glücklich, WiWo 19.2.21

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