Meditation - mal richtig ernsthaft 
Donnerstag, 6. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Im Zuge des Achtsamkeits-Trends boomen Apps, die in wenigen Minuten zur Entspannung führen wollen, und Tipps und Tricks für den Alltag, die mit wenig Mühe einen Kick in Sachen Klarheit und Konzentration versprechen. Das Online-Portal der Frauenzeitschrift Brigitte erstaunt nun mit einem Schritt nach vorne. In einem längeren Beitrag stellt sie die Vipassana-Meditation vor und wirbt für den Besuch 10-tägiger Kurse, zwar auch mit Wellness-Vokabular, aber mit einem unverkennbaren Zug zur Ernsthaftigkeit. "Bereite dich darauf vor, dass du jeden Tag ca. 11 Stunden meditierst und in absoluter Stille lebst. Eine Vipassana Einsichtsmeditation kannst du als extremes Trainingslager für deinen Geist betrachten", heißt es in dem Artikel. Gefällt mir, wie hier im Konsumentensektor ein Pol von Meditation Beachtung findet, der bei den um sich greifenden Lifestyle-Betrachtungen von Achtsamkeit sonst gerne ignoriert wird.
Vipassana-Meditation: 10 Tage Schweigen, brigitte.de

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Wenn Stress zum flächendeckenden Dauerzustand wird 
Montag, 3. Dezember 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Das Thema Stress scheint sich immer mehr in der Mitte der Gesellschaft einzunisten. Eine Repräsentativbefragung des DGB zeigt: 52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr oft oder oft bei der Arbeit gehetzt und unter Zeitdruck. Etwa ein Drittel klagt darüber, häufig mit verschiedenen, nur schwer miteinander vereinbaren Anforderungen im Beruf konfrontiert zu sein. Etwa zwei Drittel haben nach eigenen Aussagen keine Möglichkeit, das Arbeitspensum, mit dem sie konfrontiert sind, selbst zu beeinflussen. Beschäftigte mit viel Kundenkontakt stehen vor zusätzlichen Herausforderungen. 38 Prozent von ihnen sagen, sie müssten sehr oft oder oft die eigenen Gefühle bei der Arbeit verbergen. Andererseits empfinden drei Viertel dieser Beschäftigten ihre Arbeit als gesellschaftlich sehr nützlich. Nahezu 80 Prozent von ihnen sind aber auch der Meinung, dass dieser Wert sich nicht in ihrem Einkommen abbilde.
Millionen Beschäftigte leiden unter Stress, FAZ 22.11.18

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Macht Politik krank? 
Freitag, 30. November 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Große herausfordernde Ereignisse hinterlassen oft bei vielen Menschen psychische Spuren. Nach den Anschlägen am 11. September etwa zeigten sich bei etwa 17 Prozent der amerikanischen Bevölkerung Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Der Brexit führt möglicherweise zu ähnlichen Phänomenen. Eine aktuelle Studie jedenfalls zeigt, dass in Großbritannien seit dem Brexit-Votum die Verschreibungen von Antidepressiva signifikant zugenommen haben. Die Studie hat mögliche weitere Einflussfaktoren bereits herausgerechnet und kommt dennoch zu dem Schluss, dass die Entscheidung für den EU-Austritt hier eine besondere Wirkung zu haben scheint. Das Phänomen wirft große Fragen auf, vor allem auch im Hinblick darauf, welche Folgen Politik und ihre Entscheidungen auf die Bevölkerung haben, und dies nicht nur auf einer Sachebene. In den USA gaben nach der Wahl Trumps zum Präsidenten überdurchschnittlich viele Amerikaner an, sich gestresst zu fühlen, und 57 Prozent äußerten große Sorgen um die Zukunft des Landes. Welche Langzeitfolgen diese Befindlichkeiten haben, lässt sich noch nicht abschätzen. Insgesamt aber deuten die Befunde auf eine neue Art des Klärungsbedarfs, denn sollte sich in weiteren Untersuchungen diese Art der Negativwirkung von Politik bestätigen, erwächst daraus natürlich auch ein neuer Blick auf die entsprechende Verantwortung.
Der Brexit kann krank machen, zeit.de 22.11.18

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Meditative Ekstase erreicht den Dancefloor 
Donnerstag, 29. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Der Achtsamkeits-Trend scheint selbst vor der Freizeitindustrie nicht halt zu machen. In einem Interview mit der Welt erklärt der DJ Thomas Koch, der in der Szene vielen als Gründer des Magazins "Groove" bekannt ist, was es mit der neuen Welle des "Ecstatic Dance" auf sich hat. "Vor 20 Jahren habe ich meine erste Ayurveda-Kur gemacht, inklusive Einführung in die Transzendentale Meditation, das war meine erste Begegnung mit der Welt spiritueller Praktiken. In den letzten Jahren habe ich viel Zeit im Sacred Valley in Peru verbracht und dort meine spirituelle Familie gefunden. Dort habe ich vor zwei Jahren erstmals bei einem Ecstatic Dance getanzt", erzählt Koch. Tanz meets Yoga und Meditation, alkohol- und rauchfrei und richtig gechillt. "Beim Ecstatic Dance geht es darum, die ungeschminkte Ausdrucksform des Körpers zu den jeweiligen Rhythmen, Tempi und Atmosphären zu finden, die während so einer Reise gespielt werden. Die Begegnung mit den eigenen Energien und denen der anderen ist viel bewusster", erklärt Koch. Man darf gespannt sein, wohin das noch führt ...
"Da entsteht gerade etwas ganz Neues", welt.de 16.11.18

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Weniger zu arbeiten, kann effektiv und effizient sein 
Mittwoch, 28. November 2018 - Lebensart, Studien
Seit einigen Wochen flammt die öffentliche Diskussion darüber auf, ob eine Reduzierung der Arbeitszeit womöglich produktiver macht und nebenbei Beschäftigte auch zufriedener sein lässt. Beispiele aus Unternehmen liefern immer wieder Futter für diese Annahme. Toyota in Göteborg beispielsweise erzielte trotz einer Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf sechs Stunden höhere Umsätze. Ein amerikanischer Surfbrett-Hersteller ging sogar auf fünf Stunden runter und erhöhte dabei die Umsätze um 40 Prozent. "Smarte Arbeitnehmer arbeiten weniger, dafür konzentrierter und selektiver", so Morten Hansen, der an der University Berkeley lehrt. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legt nahe, dass zu viel Arbeit (oder auch zu lange Anwesenheit am Arbeitsplatz" eher kontraproduktiv ist. Darin heißt es: "Psychisch und physisch gesund bleibt der Mensch vor allem dann, wenn er grundsätzlich mit seinem Leben zufrieden ist. Wer den Eindruck hat, dass sich alles der Arbeit unterordnen muss, wird auf Dauer unzufrieden, unproduktiv und letztendlich krank." Und: "Eine Arbeit gilt heute als erstrebenswert, wenn sie sich mit dem übrigen Leben und den eigenen Werten vereinbaren lässt." Man darf gespannt sein, wann der breiten Diskussion entsprechende Veränderungen in mehr Unternehmen folgen.
Sechs Stunden pro Tag reichen völlig aus, spiegel.de 15.11.18

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Lebenserwartung in Deutschland ist unterdurchschnittlich 
Montag, 26. November 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Im Zuge der Rentendiskussion wird viel darüber gesprochen, dass unter anderem die steigende Lebenserwartung das System immer instabiler werden lässt. Die Global Burden of Disease Study, für die Daten aus 195 Ländern ausgewertet wurden, zeigt nun: In Deutschland ist die Lebenserwartung, verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern, sogar sehr niedrig. Heute in Westeuropa Geborene haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 79,5 Jahren (Männer) und 84,2 Jahren (Frauen) - in Deutschland liegt sie bei Männern 1,3 und bei Frauen 1,2 Jahre darunter. Die Wissenschaft macht dafür verschiedene Faktoren verantwortlich. Eine ist die deutsche Ernährungsweise, die beispielsweise im Vergleich zur typischen Mittelmeerkost weniger gesund sei. Aber auch soziale Ungleichheit hinterlasse ihre Spuren. In der Eurozone seien die Vermögen nur in Litauen noch ungleicher verteilt als in Deutschland. Materiell unterprivilegierte Menschen scheinen indes zu riskanteren Lebensstilen zu neigen und sich ungesünder zu ernähren als der Bevölkerungsdurchschnitt. Hinzu kommen soziale Sorgen und Ängste, die ebenfalls auch die Lebenserwartung durchschlagen. In Deutschland sterben Männer, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, durchschnittlich 10,8 Jahre früher als jene, denen es materiell gut geht. Es sind Zahlen, die nachdenklich machen, zumal im Gesundheitssektor immer wieder Bestrebungen zu erkennen sind, das solidarische Versicherungssystem stärker in Richtung individueller Vorsorge zu verschieben. Sicher, gesund ernähren kann sich im Prinzip jeder, aber ungesundes Convenience Food ist oft deutlich preiswerter, als den Kalorienbedarf mit frischen Lebensmitteln, bestenfalls sogar aus Bio-Anbau, zu decken. Und sozialer Druck ist ein kollektives Phänomen, das sich nicht durch ein bisschen Meditation zum Verschwinden bringen lässt.
Deutsche haben die geringste Lebenserwartung in Westeuropa, zeit.de 22.11.18

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Lieber weniger Arbeit als mehr Geld 
Donnerstag, 22. November 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Eine Umfrage der IG Metal zeigt, wie sich die Prioritäten der Arbeitnehmer verschieben. In der letzten Tarifrunde hatte die Gewerkschaft ausgehandelt, dass Angestellte für das kommende Jahr wählen können, ob sie eine Einmalzahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts erhalten möchten oder lieber 8 zusätzliche freie Tage (wobei die Option der freien Tage bisher nur für Mitarbeiter mit Kindern, Menschen, die Angehörige pflegen, und für Schichtarbeiter zur Wahl steht). Die Umfrage in 1.400 Betrieben ergab, dass 190.000 Mitarbeiter für die freien Tage votierten. Ein Großteil der Nachfrage entfiel auf 140.000 Schichtarbeiter, 40.000 Metaller wollen die freie Zeit mit ihren Kindern verbringen und 10.000 sie nutzen, um Angehörige zu pflegen. Diese Entwicklung macht deutlich, wie sehr es den Menschen ein Anliegen ist, mehr über ihre Zeit verfügen zu können. Und dass sie von solchen Möglichkeiten Gebrauch machen, wenn sie nicht mit Einkommensverlusten verbunden sind, sie sich die freie Zeit also leisten können.
Hätten Sie lieber mehr Urlaub oder mehr Geld? SZ 13.11.18

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Erhöht Arbeitsverdichtung die Produktivität? 
Mittwoch, 21. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Eine Kapitalgesellschaft aus Neuseeland sorgte kürzlich für Furore. In einem Test fand der Eigentümer heraus, dass seine Mitarbeiter an vier Arbeitstagen genauso produktiv waren wie sonst, wenn sie fünf Tage arbeiteten. Er hatte vorübergehend die Arbeitszeit reduziert und am fünften Tag bekamen die Angestellten frei. Nun überlegt er, diese Lösung zu einem dauerhaften Modell werden zu lassen. In der Wirtschaftswoche diskutieren nun Experten darüber, was von solchen Experimenten zu halten ist. Einigkeit herrscht darüber, dass anscheinend immer mehr Menschen gerne mehr freie Zeit für sich selbst hätten - und es durchaus lohnend finden, sich dafür an ihren Arbeitstagen mehr ins Zeug zu legen. Kritisch hinterfragt wird allerdings auch, wie tragfähig eine solche Verdichtung von Arbeitszeit langfristig sein kann. Sicher, man kann Meetings, die unnötig in die Länge gezogen werden, zeitlich beschränken. Man kann aufhören, am Smartphone rumzudaddeln und stattdessen arbeiten. Gerne wird aber auch übersehen, dass viele vermeintliche Produktivitätsräuber auch so etwas wie eine "Pausenfunktion" haben. Die Gehirnforschung zeigt, dass der Mensch nicht stundenlang hochkonzentriert arbeiten kann. Die Aussicht, einen freien Tag pro Woche "geschenkt" zu bekommen, kann natürlich zunächst eine enorme Motivation freisetzen. Die Frage ist, wie lange sich diese aufrechterhalten lässt. Und die Frage ist auch, ob solche Szenarien überhaupt wünschenswert sind. Immerhin denken sie den Menschen mehr oder weniger als Maschine. Vergessen wird dabei gerne, dass Maschinen regelmäßige Wartung brauchen. Laufen sie länger, verkürzen sich die Wartungszyklen. Bei der menschlichen Regeneration dürfte das ähnlich sein, womöglich sogar komplexer. Stressexperten zum Beispiel raten dazu, über den Tag verteilt immer wieder Pausen zu machen, da es wesentlich länger dauere, sich wieder zu erholen, wenn man erst einmal völlig ausgepowert ist. Solche Aspekte werden bei der neuen Diskussion um "Arbeitszeitverkürzung" bisher noch kaum differenziert betrachtet.
So klappt die Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt, WiWo 11.11.18

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