Das Glück im Unglück finden 
Donnerstag, 7. Dezember 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Wohl jeder von uns hat den Wunsch, im Leben glücklich zu sein. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Oft haben wir diffuse Vorstellungen und Sehnsüchte, und wenn diese sich nicht erfüllen, haben wir das Gefühl, nicht glücklich zu sein. Abt Muho, ein deutscher Zen-Meister, der seit vielen Jahren in Japan ein Kloster leitet, hat einen ganz anderen Blick auf das Glück. "Echtes Glück für mich bedeutet, auch mal unglücklich sein zu können. Und echte Zufriedenheit bedeutet, mit seiner Unzufriedenheit zufrieden sein zu können. Und das bedeutet letztlich Loslassen", sagt er. Für ihn ist Zen-Meditation der Schlüssel zu diesem Loslassen. Für die meisten ist das erst einmal schwer vorstellbar, zu verbunden sind wir in jeder Minute mit dem konkreten Leben, wie wir es gestalten - und wie es uns durch seine Anforderungen formt. Und doch scheint es da diese Lücke zu geben. Diese Momente, in denen wir frei sind von allen Ideen darüber, was sein sollte. Es geht nicht darum, eigene Gefühle und Sehnsüchte komplett zu ignorieren. Vielleicht bedeutet es einfach, die Fähigkeit zu entwickeln, auch mit dem sein zu können, was ist, in Frieden. Das kommt Glück schon sehr, sehr nahe.
"Echtes Glück bedeutet auch, unglücklich sein zu können", Deutschlandfunk 29.11.17

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Grundeinkommen steht hoch im Kurs 
Freitag, 1. Dezember 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit
Eine Mehrheit der Deutschen liebäugelt inzwischen mit dem Grundeinkommen, so die Erkenntnisse einer Erhebung von Splendid Research unter gut 1.000 Befragten. Die Zustimmungsrate hängt dabei davon ab, ob mehr die Vor- oder die Nachteile hervorgehoben werden. Wenn in der Definition die Vorteile überwiegen, plädieren 64 Prozent, stehen mehr die Nachteile im Vordergrund immer noch 46 Prozent. Als angemessenen Betrag erachten die Befragten 1.137 Euro. Bis zu 38 Prozent der Beschäftigten würden, wenn das Grundeinkommen eingeführt würde, den Beruf oder den Arbeitgeber wechseln, ihre Stundenzahl reduzieren oder sogar überhaupt nicht mehr arbeiten. Das Grundeinkommen würde der Studie zufolge nicht nur Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen. Rund ein Drittel der Befragten könnte sich vorstellen, so versorgt in Regionen mit günstigeren Mieten und Preisen zu ziehen und sich dort ehrenamtlich zu engagieren oder ein Unternehmen zu gründen.
So stehen die Deutschen zum bedingungslosen Grundeinkommen, Die Welt 23.11.17


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Mehr oder weniger arbeiten?  
Mittwoch, 29. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Unter den Vorzeichen der Digitalisierung werden die Regelarbeitszeiten immer wieder zum Thema. Die wirklichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer lassen sich allerdings kaum durch klare Regeln fassen. Einerseits möchten immer mehr Menschen gerne weniger arbeiten. Doch gibt es auch eine Vielzahl an Unterbeschäftigten, die ihre Arbeitszeit gerne aufstocken würden. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes würde rund eine Million der Beschäftigten gerne kürzer arbeiten. 2,7 Millionen hingegen hätten nichts dagegen, wenn ihr Arbeitgeber sie länger beschäftigt. In den Ärmsten Haushalten ist die Arbeitszeit seit 1990 um 31 Prozent gesunken, bei der Oberschicht um 6,5 Prozent. Oft sind es Menschen in Teilzeitjobs, die gerne länger arbeiten würden, um besser über die Runden zu kommen. Der große Erfolg der 450-Euro-Jobs macht jedoch vielen einen Strich durch die Rechnung, denn Arbeitgeber setzen aufgrund der höheren Flexibilität gerne auf mehrere Mini-Jobber, statt Vollzeitstellen zu schaffen. Experten fordern deshalb, die Privilegien dieser Jobs abzuschaffen. Die von der Wirtschaft immer wieder geforderte weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten zielt oftmals vor allem auf die High Potentials, die ohnehin schon viel arbeiten. Doch am unteren Ende des Arbeitsmarktes scheint der Reformbedarf auch erheblich.
Ich eine Stunde weniger, du eine mehr, Zeit online 21.11.17

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Natur und Gesundheit sind vielen wichtiger als Erfolg 
Dienstag, 28. November 2017 - Lebensart, Studien
Die Deutschen scheinen sich nach Ursprünglichkeit zu sehnen. Bei der Erhebung zum Werteindex 2018 schaffte es die Natur auf Platz 1. Viele Menschen versprechen sich von ihr Seelenfrieden und innere Kraft. Die Analyse von Diskussionsbeiträgen in deutschsprachigen Social Media-Kanälen ergab als weitere Top-Werte der Deutschen: Gesundheit, Familie, Freiheit, Sicherheit, Erfolg, Gemeinschaft, Anerkennung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Zum ersten Mal werde Sicherheit häufiger diskutiert als Vertrauen, heißt es in der Untersuchung. Die Beiträge würden zunehmend in den politischem Sicherheitskontext gestellt. Der Fokus liegt auf der Rolle des Staates, insbesondere im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise. Beim Thema Freiheit bewegt die Deutschen vor allem ihre persönliche Freiheit im Alltag, während die politische Freiheit an Relevanz verliere.
Werteindex 2018, tns Infratest 20.11.17

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Wenn fehlender Schlaf zum Problem wird 
Montag, 27. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Guter Schlaf ist eine wesentliche Basis für ein gesundes Leben. Doch die Belastungen des Arbeitsleben scheinen hier vielen Menschen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Laut einer Erhebung der Techniker Krankenkassen unter 1.000 Personen schläft jeder Dritte nur mittelmäßig, schlecht oder sogar sehr schlecht. 24 Prozent kommen nicht einmal auf sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Eine schlechte Schlafqualität scheint dabei mit häufigeren gesundheitlichen Problemen verbunden. Unter denen, die schlecht schlafen, leiden 54 Prozent unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den guten Schläfern sind es nur 35 Prozent. Auch die Erschöpfung liegt hier mit 44 Prozent fast doppelt so hoch. die Gereiztheit gar mehr als drei Mal so hoch, ebenso die Niedergeschlagenheit.
Die Arbeit raubt den Schlaf, Zeit online 15.11.17

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Was die Wissenschaft zur Wirkung von Yoga sagt 
Freitag, 24. November 2017 - Lebensart, Studien
Yoga, früher als Freizeitbeschäftigung für überspannte Hausfrauen verspottet, rückt immer mehr in den Blick der Medizin, denn die Zahl der wissenschaftlichen Studien zeigt, dass das sanfte körperlich-energetische Training in einigen Anwendungsbereichen sogar besser wirkt als konventionelle Ansätze. Geo hat eine Übersicht mit den wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Yoga zusammengestellt. So wirkte Yoga bei der Behandlung von Nacken- oder Rückenschmerzen in mehreren Studien besser als die klassische Rückenschule. Wenn es um Stress und die Stimmung geht, schneidet Yoga besser ab als Aerobic. Bei Schlafstörungen kann Yoga die Einschlafzeit verkürzen und die Schlafzeit verlängern helfen - und dies besser als die konventionelle Schlafberatung. Es lohnt sich also, den Sonnengruß zu lernen ...
Wie und warum wirkt Yoga? Geo.de

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Dalai Lama: Wir brauchen Herzensbildung 
Mittwoch, 22. November 2017 - Bewusstsein, Lebensart
"Wir brauchen eine gezielte Bildung des Herzens", äußerte seine Heiligkeit, der Dalai Lama, kürzlich in einem Beitrag für die Los Angeles Times. Das spirituelle Oberhaupt der Tibeter kritisierte dabei, dass das konventionelle Schulsystem sich meist vor allem auf die Vermittlung fachlicher Fähigkeiten konzentriere und die menschliche Innenwelt vernachlässige. "Die Geschichte zeigt uns, dass es, solange Menschen allein ihre eigenen nationalen Interessen verfolgen, zu Unfrieden und Krieg kommt. Das ist kurzsichtig und kleingeistig. Es ist außerdem unrealistisch und überholt. Als Brüder und Schwestern zusammenzuleben, ist der einzige Weg zu Frieden, Mitgefühl, Achtsamkeit und mehr Gerechtigkeit", so seine Heiligkeit. Der Dalai Lama plädiert bereits seit einiger Zeit für die Entfaltung einer säkularen Ethik, von der sich religiöse Menschen gleichermaßen angesprochen fühlen wie Atheisten. "Unsere Kinder sollten mit der Idee aufwachsen, dass Dialog und nicht Gewalt der beste und praktikabelste Weg ist, Konflikte zu lösen. Die junge Generation hat eine große Verantwortung sicherzustellen, dass die Welt zu einem friedvolleren Ort für uns alle wird. Aber das kann nur Realität werden, wenn wir nicht nur den Geist, sondern auch das Herz bilden. Das Bildungssystem der Zukunft sollte mehr Betonung auf die Stärkung humaner Fähigkeiten legen wie Warmherzigkeit, einen Sinn für das Einssein, Humanität und Liebe", so das spirituelle Oberhaupt der Tibeter.
Dalai Lama: We need an education of the heart, LA Times 13.11.17

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Soziale Medien und die Krise des Wir 
Freitag, 17. November 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Die Neuerung bei Twitter, künftig statt 140 Zeichen für Posts die doppelte Zeichenzahl zu erlauben, hat den Internet-Pionier Sascha Lobo zu einer Kolumne über die Krise des Wir inspiriert. Lobo beschreibt, wie die sozialen Medien über Jahre zwar im Kleinen immer mehr Beziehungsräume geschaffen haben, darüber aber im Großen die Polarisierungen ebenfalls zugenommen haben. Mit Freunden und Familien virtuell verbunden sein zu können, mag verbinden. Doch Facebook, Twitter und Co. werden immer mehr auch zu Plattformen, auf denen sich Lagerkämpfe entwickeln. "Wenn zwei Gruppen sich lautstark abgrenzen, wird das Verlangen der Umstehenden größer, auch Partei zu ergreifen. Denn soziale Medien sind dazu gemacht, Emotionen zu schüren und Meinungen zu melken", so Lobo. Sein Plädoyer: "Das Internet ist zum Teil der Gesellschaft geworden und umgekehrt. Aber das heißt auch, dass man umso dringender über Wirkung und Verantwortung sozialer Medien forschen, diskutieren und demokratisch mitentscheiden muss. Selbstverständlichkeiten erscheinen vielen Menschen nicht oder nicht mehr selbstverständlich, und inzwischen können sie sich zur gegenseitigen Bestärkung sehr viel leichter vernetzen. Eine destruktive Dynamik des digitalen Dissenses ist entstanden. Deshalb taugt die Zeichenerweiterung von Twitter so hervorragend als Symbol: In Zeiten politischer Beeinflussung via Social Media, von Hyperpolarisierung und Debattendysfunktionalität - zieht sich Twitter zur Lösung der Probleme zurück und kommt wieder mit 280 statt 140 Zeichen. Das ist nicht bloß die falsche Lösung, das ist die falsche Lösung des völlig falschen Problems. Als würde man in einem brennenden Haus den Flur neu streichen. Twitter hat Twitter nicht verstanden. Facebook hat Facebook nicht verstanden. Wir alle haben die gesellschaftliche Wirkweise und Wirkmacht sozialer Medien noch nicht begriffen. Und vor allem wissen wir noch nicht, wie Öffentlichkeit in Zeiten sozialer Medien, in Zeiten der Krise des Wir so funktioniert, dass sie die liberale Demokratie stützt und nicht stürzt."
Die Krise des Wir, Spiegel online 8.11.17

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