Arbeit braucht die richtige Umgebung 
Mittwoch, 6. Dezember 2017 - Arbeit, Management
Loungeareas, Kicker, Großraumbüros mit Loftatmosphäre - mit der New Economy haben über die Jahre neue Modelle der Arbeitsplatzgestaltung Einzug gehalten. Manche Firmen verzichten inzwischen auf feste Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter und jeder sucht sich täglich einen neuen Schreibtisch, um seinen Job zu machen. So etwas wie den optimalen Arbeitsplatz scheint es nicht zu geben. Und doch gibt es für verschiedene Tätigkeiten und Konstellationen Rahmenbedingungen, die dabei helfen, dass Mitarbeiter sich in ihrer Arbeit optimal entfalten können. "Wenn es darum geht, Neues zu erschaffen, schnell zu sein, sich abzustimmen, dann müssen wir hinterfragen, ob die klassischen Büroformen überhaupt noch passend sind. Man sollte sich dabei aber nicht auf eine Dimension beschränken. Es ist nicht nur damit getan, die Räume umzugestalten oder neue Technologien bereitzustellen. Was brauchen Mitarbeiter, um ihre Arbeit gut zu erledigen, wie kann Zusammenarbeit gelingen? Das sind Fragen der Organisationsentwicklung", sagt der Arbeitsforscher Udo-Ernst Haner. Für ihn geht es darum, eine gute Mischung zu schaffen aus Einzelarbeitsplätzen, an denen genügend Ruhe herrscht für konzentriertes Arbeiten und aus offenen Meeting-Bereichen, die zum Austausch einladen. Das sei jedoch nicht allein eine Frage von Einrichtung und Gestaltung, sondern auch der weiteren Arbeitsatmosphäre und Kultur in Unternehmen. "Die Unternehmen müssen sich mehr und auch strategische Gedanken machen. Früher war es nur entscheidend, genügend Arbeitsplätze in einer Fläche unterzubringen und einen gewissen Kostenrahmen nicht zu sprengen. Heute erkennt man, dass die Arbeitsumgebung die zukünftige Arbeitsweise und Unternehmenskultur unterstützen muss. Das ist nicht komplizierter, sondern räumlich vielfältiger als die herkömmliche Monostruktur. Es bedeutet in vielen Fällen aber auch, dass man den Mitarbeitern mehr Autonomie bezüglich Arbeitsort und Arbeitszeit gewähren muss. Bei der Einführung neuer Arbeitsweisen spielen die Führungskräfte eine zentrale Rolle, sie sind Vorbild und Multiplikatoren. Sie bestimmen den Grad der Autonomie, das Maß an Vertrauen und die Art der Unternehmenskultur in der Organisation. Und dass sich Autonomie positiv auf das Wohlbefinden, die Motivation und die Performance der Mitarbeiter auswirkt, haben Studien immer wieder gezeigt", so Haner.
"Großraum hat ausgedient", FAZ 27.11.17

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Der Widerstand gegen die Achtsamkeit 
Dienstag, 5. Dezember 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Der österreichische Standard hat auf seiner Webseite einen sehr kompetenten Artikel veröffentlicht, der den Entstehungskontext von Achtsamkeitsmethoden und das wachsende Interesse an ihnen in Unternehmen darstellt. Mindestens genauso aufschlussreich sind allerdings die Leserkommentare zum Beitrag. Die typischen Hardliner aus dem Herzen der Leistungsgesellschaft halten das Ganze natürlich für Quatsch. Andere, sensiblere Gemüter, sorgen sich darum, dass Achtsamkeitskurse von Firmen dafür genutzt werden könnten, ihre Mitarbeiter einfach gefügiger zu machen und Widerstand gegen Arbeitsbedingungen auszuhebeln. Wieder andere fordern ganz pragmatisch, doch einfach die Arbeitssituationen zu verbessern und die Gesellschaft dahingehend zu verändern, dass die Menschen sich weniger - begründete - Sorgen um ihr Auskommen machen müssen. Es gibt allerdings auch einige positive Feedbacks, vor allem von Menschen, denen nicht nur die Idee der Achtsamkeit gefällt, sondern die das Meditieren auch schon selbst ausprobiert haben. Sie berichten von weniger Stress und Sorgen, einer Entspanntheit und besserem Schlaf. Manche Dinge muss man wohl am eigenen Leib erfahren. Die Standard-Leser sollen diese Möglichkeit bekommen, denn der Beitrag kündigt für die kommenden Wochen regelmäßige Achtsamkeitsübungen an.
Achtsamkeit im Job: Offen sein für das, was kommt, Der Standard 26.11.17

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Mehr oder weniger arbeiten?  
Mittwoch, 29. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Unter den Vorzeichen der Digitalisierung werden die Regelarbeitszeiten immer wieder zum Thema. Die wirklichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer lassen sich allerdings kaum durch klare Regeln fassen. Einerseits möchten immer mehr Menschen gerne weniger arbeiten. Doch gibt es auch eine Vielzahl an Unterbeschäftigten, die ihre Arbeitszeit gerne aufstocken würden. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes würde rund eine Million der Beschäftigten gerne kürzer arbeiten. 2,7 Millionen hingegen hätten nichts dagegen, wenn ihr Arbeitgeber sie länger beschäftigt. In den Ärmsten Haushalten ist die Arbeitszeit seit 1990 um 31 Prozent gesunken, bei der Oberschicht um 6,5 Prozent. Oft sind es Menschen in Teilzeitjobs, die gerne länger arbeiten würden, um besser über die Runden zu kommen. Der große Erfolg der 450-Euro-Jobs macht jedoch vielen einen Strich durch die Rechnung, denn Arbeitgeber setzen aufgrund der höheren Flexibilität gerne auf mehrere Mini-Jobber, statt Vollzeitstellen zu schaffen. Experten fordern deshalb, die Privilegien dieser Jobs abzuschaffen. Die von der Wirtschaft immer wieder geforderte weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten zielt oftmals vor allem auf die High Potentials, die ohnehin schon viel arbeiten. Doch am unteren Ende des Arbeitsmarktes scheint der Reformbedarf auch erheblich.
Ich eine Stunde weniger, du eine mehr, Zeit online 21.11.17

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Wenn fehlender Schlaf zum Problem wird 
Montag, 27. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Guter Schlaf ist eine wesentliche Basis für ein gesundes Leben. Doch die Belastungen des Arbeitsleben scheinen hier vielen Menschen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Laut einer Erhebung der Techniker Krankenkassen unter 1.000 Personen schläft jeder Dritte nur mittelmäßig, schlecht oder sogar sehr schlecht. 24 Prozent kommen nicht einmal auf sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Eine schlechte Schlafqualität scheint dabei mit häufigeren gesundheitlichen Problemen verbunden. Unter denen, die schlecht schlafen, leiden 54 Prozent unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den guten Schläfern sind es nur 35 Prozent. Auch die Erschöpfung liegt hier mit 44 Prozent fast doppelt so hoch. die Gereiztheit gar mehr als drei Mal so hoch, ebenso die Niedergeschlagenheit.
Die Arbeit raubt den Schlaf, Zeit online 15.11.17

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Moderne Rollenbilder machen Arbeitgeber für Frauen attraktiv 
Donnerstag, 23. November 2017 - Studien, Arbeit, Management
Wenn es um Gender Mainstreaming geht, scheinen Frauen einen siebten Sinn dafür zu haben, ob ihnen Gleichberechtigung am Arbeitsplatz nur durch ein paar Quotenfrauen vorgegaukelt wird oder es Unternehmen wirklich ernst ist. Eine deutsche Studie mit knapp 300 Studierenden zeigt: Grundsätzlich kommt es bei Bewerberinnen gut an, wenn Firmen sich zum Beispiel familienfreundlich präsentieren. Präsentierte ein Mann die Fakten zur Work-Life-Balance, stieg das Bewerbungsinteresse der Frauen noch einmal deutlich - die Forscher glauben, weil hier der Bruch mit Rollenstereotypen unterlege, dass es einem Unternehmen wirklich ernst sei mit seinem Angebot. In einem zweiten Testszenario wurde den Studienteilnehmern ein fiktives Firmenszenario gezeigt mit drei Varianten: einmal war der Firmenvorstand komplett mit Männern besetzt, einmal mit weiblichem Personalvorstand, einmal mit weiblicher Finanzchefin. Am attraktivsten war letzteres für die Bewerberinnen, weil eine Frau in einem nicht "typisch weiblichen" Arbeitsfeld nahe legte, dass Frauen hier eine richtige Karriere hinlegen können.
Moderne Rollenmodelle locken Arbeitnehmerinnen, Bild der Wissenschaft 14.11.17

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Kürzer arbeiten bringt oft mehr 
Dienstag, 21. November 2017 - Studien, Arbeit, Management
Während in Deutschland gerade wieder eine Diskussion über eine Lockerung der Arbeitszeiten ihren Lauf nimmt und die Arbeitgeber vor allem darauf spekulieren, ihre Mitarbeiter auch länger als acht Stunden pro Tag arbeiten lassen zu dürfen, zeigen Erkenntnisse aus Schweden mit Arbeitszeitverkürzungen, dass weniger zu arbeiten unter dem Strich eine bessere Gesamtsituation für Mitarbeiter wie auch Unternehmen schaffen kann. Ein Krankenhaus in Göteborg hatte 2014 notgedrungen damit begonnen, mit 6-Stunden-Arbeitstagen zu experimentieren - schlicht weil zahlreiche Vollzeitstellen sich nicht mehr besetzen ließen. In der Orthopädie wurde ein Sechstel mehr Stellen geschaffen, für die sich unter den geänderten Vorzeichen auch Mitarbeiter fanden. Dabei stieg die Zahl der Operationen um ein Fünftel an. Die Wartezeiten für Patienten konnten verkürzt werden und die Wirtschaftlichkeit der Klinik verbesserte sich. In einem Altenpflegeheim in Göteborg sank durch eine vergleichbare Arbeitszeitverkürzung der Krankenstand um ein Fünftel (in ähnlichen Einrichtungen stieg er im Vergleichszeitraum um 10 Prozent). Außerdem fühlten sich die Angestellten zufriedener, ausgeruhter und weniger gestresst. Eine Studie der Universität Stockholm, die die Erfahrungen von 600 Angestellten an 33 Arbeitsplätzen mit Sechs-Stunden Tag bei gleichem Lohn auswertete, kommt zu dem Ergebnis, dass diese Reformen zwar zunächst Kosten verursachen, aber langfristig lohnenswert seien - weil weniger gestresste Mitarbeiter weniger Fehler machen und dadurch weniger Schäden verursachen. Es ist also bedenkenswert, weniger zu arbeiten - weil es oft eben mehr bringt.
Sechs Stunden am Tag sind genug, taz 13.11.17

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Menschliche Dimension wird im Recruiting gerne ausgeblendet 
Montag, 20. November 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Man sollte meinen, der Faktor Mensch und die Frage, wie sich neue Mitarbeiter in eine Unternehmenskultur und die ihr zugrunde liegende Wertelandschaft eingliedern, spielen im Recruiting eine zentrale Rolle. In der Theorie mag das so sein. In einer Umfrage des Job-Portals StepStone sagten zumindest 93 Prozent der rund 4.000 befragten Personalentscheider, dass dieser so genannte Cultural Fit wichtig bis sehr wichtig sei. Doch nur 41 Prozent prüfen bei der Besetzung von Stellen auch wirklich, inwiefern der Bewerber zur Arbeitsumgebung passt. Das mag auch daran liegen, dass 40 Prozent der Befragten überhaupt nicht klar ist, für welche Werte ihr Unternehmen steht und was die Unternehmenskultur ausmacht. Die kulturelle Dimension im Bewerbungsprozess einzubeziehen, setzt systematische Verfahren voraus, beispielsweise Persönlichkeitstests oder leitfadengestützte Interviews - die werden aber nur von 15 Prozent der befragten Firmen genutzt. Es mag leichter sein, einfach fachliche Qualifikationen zu überprüfen. Doch damit verzichten Unternehmen auf wesentliche Mehrwerte der kulturellen Passung. 70 Prozent der Firmen, die Tools nutzen, um sich über den Cultural Fit mehr Klarheit zu verschaffen, konnten dadurch die Fluktuation reduzieren. Eine große Mehrheit berichtet auch von einer gesteigerten Zufriedenheit der Mitarbeiter.
Passt menschlich nicht? Na und? WiWo 12.11.17

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Soziale Firmen verdienen mehr 
Dienstag, 7. November 2017 - Studien, Management
Viele Firmen betrachten soziales Engagement noch immer als unnötiges Investment. Eine Studie der Boston Consulting Group legt indes nahe, dass sie sich dabei gehörig verrechnen. Für die Untersuchung befragte man 300 Unternehmen nach deren sozialem und umweltpolitischem Engagement führte Gespräche mit 200 repräsentativen Personen aus 20 Unternehmen. Einbezogen wurden verschiedene Branchen. Dabei zeigte sich: Die Firmen mit dem höchsten sozialen Engagement verbuchten je nach Branche zwischen 0,5 und 8,2 Prozent mehr Gewinn als der Durchschnitt. Diese höheren Gewinne stellen sich laut Studie dann ein, wenn das soziale Engagement mit einer reflektierten Unternehmensführung einhergeht. Die sozialen Aktivitäten müssten mit den Marktzielen des Unternehmens in Einklang stehen und es müsse in der Öffentlichkeit klar vermittelt werden, was mit den sozialen Maßnahmen erreicht werden solle.
Soziales Engagement rechnet sich, Zeit online 31.10.17

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