Hohe Fluktuation in Vorständen 
Freitag, 8. Juni 2012 - Studien
Wie unsicher Vorstands-Jobs sind, zeigt die Untersuchung von Booz & Company, die seit Jahren die jährlichen Wechsel der Chief Executive Officers der 2.500 weltgrößten Börsenunternehmen betrachtet. Die Langzeitbetrachtung illustriert, dass vor allem in Krisenzeiten die Rotation zunimmt. 2011 wechselten 16,7 Prozent der Vorstandschefs der 300 größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum - eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr, denn 2010 lag die Wechselquote mit 8,7 Prozent auf einem Rekordtief seit 2003. Global betrachtet lag die Wechselquote 2011 bei 14,2 Prozent - nur in Brasilien, Russland und Indien wurden mit rund 22 Prozent deutlich mehr Wechsel verbucht. Im Krisenjahr 2009 hingegen war dies nahezu der Standard, denn damals lag die weltweite CEO-Wechselquote auf einem Rekordhoch von 21,3 Prozent.
Das große Stühlerücken hat begonnen, HB 24.5.12


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Fremdsprachen machen rationaler 
Mittwoch, 6. Juni 2012 - Studien
Wer in Entscheidungssituationen nicht in seiner Muttersprache, sondern in einer Fremdsprache spricht, verhält sich rationaler und folgt weniger seinen Ängsten, so das Ergebnis einer psychologischen Studie der Universität Chicago. Die Forscher spielten mehrere Wettszenarien mit ihren Probanden durch, bei denen sie Geld gewinnen bzw. verlieren konnten. Statistisch betrachtet winkte den Teilnehmern ein Gewinn, wenn sie bei allen 15 Versuchen einen Einsatz machten. Bei den Teilnehmern, die den Versuch in ihrer Muttersprache absolvierten, wetteten diese lediglich in 54 Prozent der Fälle. Die Teilnehmer, die in einer Fremdsprache mitmachten, wetteten hingegen in 71 Prozent der Fälle. Die Forscher gehen davon aus, dass die Fremdsprache zu einer gewissen Distanzierung gegenüber der Situation führe. Die Teilnehmer handelten weniger intuitiv und ließen sich weniger von Angst leiten. Ob Entscheidungen allerdings auch besser ausfallen, wenn in der Entscheidungssituation beispielsweise explizit emotionale Kompetenzen gefragt sind, untersuchten die Wissenschaftler bei diesem Versuch nicht.
Fremde Sprache, bessere Entscheidungen, WiWo 23.5.12


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Hoher Stresspegel 
Dienstag, 5. Juni 2012 - Studien
Eine weltweite Studie der Personalberatung Rundstedt HR Partners und der BPI Group zeigt: Die weltweite Arbeitsbelastung ist sehr hoch, doch die Deutschen leiden darunter besonders. Auf einer Skala von 0 (immer gestresst) bis 6 (nie gestresst) liegen die deutschen Arbeitnehmer mit rund 2 Punkten an der Spitze von 22 untersuchten Ländern. Ähnlich gestresst sind Finnen, Schweden, Schweizer, Slowenen und Franzosen. Deutlich entspannter arbeiten Slowaken, Polen, Niederländer und Ukrainer, deren Stress-Mittelwerte bei über 3 liegen. Am entspanntesten fühlen sich die Bulgaren, die sogar fast 4 Punkte erreichen. Der wahrgenommene Stresspegel und die Arbeitszufriedenheit scheinen jedoch nicht direkt voneinander abzuhängen. So erreichen die Bulgaren trotz relativer Entspanntheit auf einer Skala von 1 bis 10 lediglich 6,7 Punkte, die Deutschen hingegen immerhin 6,9. Die gestressten Finnen und Schweizer hingegen liegen sogar bei 7,7 bzw. 7,8.
Deutsche lassen sich am meisten stressen, FTD 24.5.12


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Burn-out lauert überall 
Freitag, 1. Juni 2012 - Studien
Das Manager Magazin hat eine Burn-out-Untersuchung der Asklepios-Kliniken veröffentlichen, die auf Basis der in ihren Krankenhäusern behandelten Patienten schätzten, wie hoch die Burn-out-Zahlen in Dax-Unternehmen sind. Besonders schlecht sehe es bei der Allianz aus (3.400 geschätzte Fälle pro Jahr), der Commerzbank (bis zu 3.200 Fälle) und der Deutschen Bank (bis zu 1.900 Fälle). Vergleichsweise niedrig lägen die Raten bei Volkswagen, Bayer oder Linde. Insgesamt haben die Konzerne, bei denen in den vergangenen Jahren umstrukturiert, saniert oder gekürzt wurde, die höchsten Burn-out-Raten. Die Mediziner bemängeln, dass viele Unternehmen diese Problematik in den letzten Jahren vernachlässigt hätten. Zwischen 2004 und 2010 sei die Zahl der Burn-out-bedingten Arbeitsunfähigkeitstage über alle Unternehmen hinweg von rund 8 auf mehr als 72 pro 1.000 Beschäftigte gestiegen.
Die Dax-Riesen mit den meisten Burn-out-Kranken, Manager Magazin 24.5.12

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Viele Geringverdiener müssen schuften 
Donnerstag, 31. Mai 2012 - Studien
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schlägt Alarm, weil viele Geringverdiener ein extremes Arbeitsvolumen ableisten müssen, um von ihren Jobs leben zu können. Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten, der gegenwärtig bei 9,26 Euro brutto liegt. Ein Viertel von ihnen, die in Vollzeit beschäftigt sind, arbeiten wöchentlich 50 Stunden oder mehr, obwohl das Arbeitszeitgesetz eigentlich nur 48 Stunden erlaubt. Betroffen sind vor allem Kraftfahrer, Lagerarbeiter oder Beschäftigte im Gastgewerbe. Das DIW sieht hier ein sozialpolitisches Problem, denn den Beschäftigten drohten gesundheitliche Beeinträchtigungen, die letztlich von der Gesellschaft getragen werden müssten. Insgesamt erhielten 2010 rund 22 Prozent aller Beschäftigten Niedriglöhne, wobei mehr als die Hälfte von ihnen Tätigkeiten ausübte, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss notwendig sind. Im Durchschnitt arbeiten Geringverdiener mit Vollzeitstelle laut der DIW-Studie 45 Stunden - das sind im Schnitt immer noch zwei Stunden mehr als bei allen anderen Vollzeitkräften.
Geringverdiener arbeiten oft 50 Stunden und mehr, Zeit online 22.5.12


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Von Öko-Luxus keine Spur 
Dienstag, 29. Mai 2012 - Studien
Immer mehr Studien untersuchen, wie sich Luxusgüterhersteller im Hinblick auf Nachhaltigkeit positionieren. Die Ergebnisse sind meist noch vernichtend. So analysierte die Schweizer Privatbank Sarasin 15 führende Unternehmen aus dem Luxussektor und konnte nur bei dreien entsprechendes Engagement vorfinden. PPR zum Beispiel habe schon länger Umwelt- und Sozialstandards gesetzt, LVMH lege offen, wie die Produkte hergestellt werden, und Burberry verlange von Lieferanten die Einhaltung von Öko-Standards. Marken wie Ralph Lauren, Prada oder Guess hingegen konnten mit öko-sozialen Leistungen oder der Qualität der Arbeitsbedingungen nicht überzeugen. Auch die britische Verbraucherorganisation Ethical Consumer kommt zu ähnlichen Erkenntnissen. Sie untersuchte 15 Luxusmodemarken. Von den 20 Punkten des Bewertungssystems erreichten die besten Konzerne gerade einmal 7. Am besten schnitt die Aeffe-Group ab, zu der Marken wie Jean Paul Gaulthier und Moschino gehören.
Luxusgüterhersteller und Nachhaltigkeit: mehr Schein als Sein, Rat für Nachhaltige Entwicklung 15.5.12


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Gesundheit wichtiger als Geld 
Mittwoch, 23. Mai 2012 - Studien
Die deutschen Arbeitnehmer scheinen sich nach seelischer Balance zu sehnen. In einer Umfrage der Online-Jobbörse TalentFrogs, in der knapp 3.000 Jobsucher nach ihren Vorstellungen zum Arbeitsleben befragt wurden, rangierte das eigene Wohlbefinden deutlich vor dem Faktor Geld. So wären zwei Drittel der Befragten bereit, zugunsten eines weitgehend stressfreien Jobs auf Gehalt zu verzichten - bei den Frauen sogar fast drei Viertel. 45 Prozent der Befragten wünschen sich, auf den Webseiten von Unternehmen über Anti-Stress-Angebote informiert zu werden, 36 Prozent sind sogar der Ansicht, diese Informationen sollten Teil von Stellenanzeigen sein.
Lieber weniger Gehalt als ein Burn-out, FTD 9.5.12


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Zwischen Freiheit und Gleichheit 
Dienstag, 22. Mai 2012 - Studien
Wenn man die Deutschen fragt, ob ihnen Freiheit oder Gleichheit im Sinne sozialer Gerechtigkeit wichtiger sind, mündet die Diagnose in ein Beinahe-Patt: 45 Prozent plädieren für Freiheit, 44 Prozent für soziale Gerechtigkeit, so das Ergebnis einer Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, für die knapp 1.800 Personen ab 16 Jahren befragt wurden. Ähnlich ist es um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit bestellt - hier hat die Sicherheit mit 43 Prozent gegenüber der Freiheit mit 42 Prozent die Nase vorn. Der Glaube der Bürger an ihre Einflussmöglichkeiten ist in den letzten 20 Jahren laut Studie deutlich gestiegen. Glauben 1992 noch 55 Prozent, sie seien eher machtlos, sind es 2012 nur noch 31 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die an ihre Gestaltungschancen glauben, im gleichen Zeitraum von 22 auf 39 Prozent. Das ehrenamtliche Engagement der Deutschen liegt in den letzten 20 Jahren relativ gleichbleibend bei rund 28 Prozent. Interessant ist hier der historische Blick, denn 1952 lag der Anteil erst bei 8 Prozent.
Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, 3.5.12


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