Unmittelbare Bedürfnisbefriedigung hat oft gute Gründe 
Donnerstag, 7. November 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien
Jetzt sparen und an später denken oder das Stück Kuchen lieber liegen lassen, um nicht dick zu werden? Das Aufschieben der Befriedigung von Bedürfnissen oder gar der gänzliche Verzicht werden gerne mit innerer Stärke gleichgesetzt und mit intelligenter Lebensplanung. Doch unter bestimmten Umständen kann es vielleicht klüger sein, sich unmittelbar etwas zu gönnen. Eine neue Studie zeigt: Menschen ziehen kurzfristige Vorteile vor allem dann vor, wenn sie glauben, dass ihre Situation in der Zukunft ungünstiger sein wird. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass es aus der Sicht von sozial schlechter Gestellten oft sehr sinnvoll erscheint, das bisschen Geld, das sie haben, gleich auszugeben, oder früher Kinder zu bekommen. Denn wenn das eigene Leben als sehr fragil empfunden wird und die Zukunftsaussichten als wenig rosig, weiß man zumindest im Moment, was man hat.
Was vernünftig ist, ist relativ, spektrum.de 28.10.19

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Linke fordert Anti-Stress-Verordnung 
Montag, 4. November 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Stress ist inzwischen zur Krankheitsursache Nummer 2 geworden und damit häufiger als eine Erkältung. Eine Anfrage der Fraktion der Linken brachte zutage, dass psychische Leiden und Verhaltensstörungen seit 2008 um 144 Prozent zugenommen haben. Die Zahl der Krankheitstage stieg im gleichen Zeitraum um 71 Prozent. Auch andere Erkrankungsarten haben in ähnlichem Umfang zugenommen. Am Häufigsten erkranken Arbeitnehmer immer noch am Muskel-Skelett-System. Für die Linke deuten diese Zahlen daraufhin, dass wir dringend eine Anti-Stress-Verordnung brauchen, um diesem Negativtrend Einhalt zu gebieten. Sie möchte darauf hinwirken, dass Arbeitgeber verbindliche Richtlinien an die Hand bekommen, wie sie Stress eindämmen können. Gefährdungsbeurteilungen zur psychischen Belastung der Mitarbeiter seien wichtig, um Abhilfe zu schaffen. Man kann die Aufschreie der Arbeitgeber schon hören und ihre Angst vor Produktivitätsverlusten, wenn Menschen bei der Arbeit vielleicht künftig mehr geschont werden müssten. Wie unproduktiv hingegen heutige Arbeitskulturen gesamtgesellschaftlich sind, steht außer Frage. Die immer wieder wachsenden Defizite der Krankenkassen liefern hier handfeste Zahlen. Vom Verlust an menschlichem Wohlbefinden und Lebensqualität mal ganz zu schweigen.
Zahl der Krankentage in Deutschland stark gestiegen, welt.de 23.10.19

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Nur für sich und gegeneinander 
Montag, 28. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Zeiten rauer werden und darunter auch der zwischenmenschliche Umgang miteinander leidet. Eine Untersuchung des Allensbach-Instituts im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt: Unter den 30- bis 59-Jährigen erleben 81 Prozent heute eine wachsende Aggressivität. 77 Prozent finden, dass die Menschen immer mehr unter Zeitdruck stehen. 73 Prozent konstatieren wachsenden Egoismus und 70 Prozent bemängeln, dass Regeln immer weniger beachtet werden. Darunter leidet der Respekt füreinander und gleichzeitig nehme die Fremdenfeindlichkeit zu, so jeweils 68 Prozent der Befragten. Spannend wäre natürlich, im Detail einmal den Ursachen für diese Entwicklungen nachzugehen. Der in der Studie angesprochene Zeitdruck mag einen ersten Hinweis liefern. Menschen, die sich ständig unter Druck fühlen, scheinen sich beinahe schon automatisch auf eine Position der Selbstverteidigung und Abgrenzung zurückzuziehen. Wenn ich schon selbst dem Leben kaum noch standhalten kann, wie mag ich dann noch für andere da sein, könnte hier eine Frage sein. Ein kulturell wunder Punkt dürfte hier auch sein, dass wir so auf Individualismus getrimmt sind, dass wir immer glauben, die Suppe alleine auslöffeln zu müssen. Im eigenen Genervtsein vermag ich dann kaum noch zu erkennen, dass es anderen genauso geht - und es vielleicht besser wäre, statt aufeinander loszugehen, gemeinsam nach besseren Lösungen und einer Veränderung der äußeren Umstände zu streben.
#Gene­ra­tion­Mitte beklagt wach­sende Aggres­si­vi­tät, Ego­is­mus und Respekt­lo­sig­keit, GDV 12.9.19

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Männern wittern Sabotage und sabotieren dann lieber selbst 
Donnerstag, 24. Oktober 2019 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Sabotage ist ein heikles Thema in der Arbeitswelt. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen Kollegen oder Vorgesetzte austricksen, um selbst besser dazustehen. Eine neue Studie aus Deutschland zeigt nun - Männer scheinen deutlich eher zu sabotierendem Verhalten zu neigen, und zwar, weil sie glauben, dass andere ihnen Böses wollen. In der Untersuchung hatten die männlichen und weiblichen Probanden die Gelegenheit, vermeintliche Konkurrenten zu sabotieren, um selbst Vorteile zu erlangen. Die Männer machten von dieser Gelegenheit deutlich häufiger Gebrauch als die Frauen. In einem zweiten Test wurden die Studienteilnehmenden befragt, wie sie die Sabotagewilligkeit der anderen Testpersonen einschätzten. Hierbei wurde deutlich: Männer glaubten deutlich häufiger, als dies tatsächlich der Fall war, dass andere sie sabotieren. Das eigene Sabotageverhalten war für sie also gewissermaßen eine Form von Selbstverteidigung. Die Wissenschaftler glauben, dass diese Form der Paranoia daran liegt, dass Männer ihr Arbeitsumfeld als deutlich kompetitiver erfahren als Frauen und dann entsprechend agieren. In den wissenschaftlichen Tests zeigte sich auch, dass das Sabotageverhalten, das hier wie im richtigen Leben einen zu zahlenden Preis hatte, den Männern keine wirklichen Vorteile verschaffte. Im Business verschwenden jene, die sich bedroht fühlen, oft viel Energie in die Selbstverteidigung - Energie, die ihnen dann für die Bewältigung ihrer eigentlichen Aufgaben fehlt.
Männer sabotieren ihre Kollegen öfter als Frauen — weil sie eine Sache falsch einschätzen, sagt eine Personal-Expertin, Business Insider 16.10.19

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Kritik von Frauen kommt gar nicht gut an 
Mittwoch, 23. Oktober 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Einen neuen Blick auf die subtile Diskriminierung von Frauen in Führungspositionen erlaubt eine amerikanische Studie, die untersuchte, wie die Kritik von männlichen und weiblichen Führungskräften auf Mitarbeiter wirkt. Für die Untersuchung wurden 2.700 Menschen über eine virtuelle Jobplattform rekrutiert, um diverse Aufgaben auszuführen. Manchen wurden Frauen als virtuelle Vorgesetzte zugeordnet, anderen Männern. Die Kommunikation zwischen den Arbeitenden und den Vorgesetzten erfolgte ausschließlich schriftlich, die Beschäftigten bekamen ihre Chefinnen und Chefs also gar nicht zu Gesicht. Dabei zeigte sich, dass negative Rückmeldungen von Frauen bei den Probanden deutlich schlechter ankamen als jene von vermeintlichen Männern. Wurden die Arbeitenden von einer Frau kritisiert, war ihre Zufriedenheit mit der ihnen gestellten Aufgabe um 70 Prozent niedriger, als wenn die Kritik von Männern kam. Zudem lag der Anteil jener, die dann an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht interessiert waren, doppelt so hoch. Die Wissenschaftler deuten diese so deutlichen Ergebnisse dahingehend, dass Menschen von Frauen immer noch eher Lob als Kritik erwarten. Und wenn Frauen dann kritisieren, werden sie als die Bösen wahrgenommen.
Kritik von weiblichen Chefs kommt nicht gut an, FAZ 15.10.19

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Kann Wertschätzung Abgrenzung überwinden? 
Dienstag, 22. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Kollektive Abgrenzungsmechanismen werden immer mehr zum gesellschaftlichen Problem und zur globalen politischen Herausforderung. Von Trump bis Brexit tritt immer mehr zutage, dass manche gesellschaftliche Gruppierungen, die sich von anderen nicht wertgeschätzt fühlen (hier zählt die subjektive Erfahrung, nicht, ob das Empfinden auch objektiven Tatsachen entspricht), zu Formen des kollektiven Narzissmus neigen. Eine britische Studie belegt nun - Menschen, die sich auf diese Weise missachtet fühlen, leiden unter einer Art Dauerkränkung und mobilisieren alle möglichen Abgrenzungsstrategien, um innerhalb der eigenen Gruppe das Selbstbewusstsein zu stärken. Im Unterschied beispielsweise zu konventionellen Nationalisten oder auch gewöhnlichen Fußballfans, beides Beispiele für starke Gruppenzugehörigkeiten, die eine aus ihrer Sicht positive Gruppenidentität bilden, ist die Identität der kollektiven Narzissten sehr fragil und bedarf anscheinend genau deshalb einer ständigen negativen Abgrenzung von allem, was die eigene Identität vermeintlich bedroht. Studien wie diese zeigen, welch sozialer Sprengstoff unter der gesellschaftlichen Oberfläche liegt. Denn gerade Menschen, die ihre zentralen Zugehörigkeiten als bedroht wahrnehmen, koppeln sich immer mehr von umfassenderen gemeinschaftlichen Prozessen ab. Damit verstärken sie eigentlich die gefühlte Ausgrenzung und werden gleichzeitig für Diskurse des Gemeinsamen immer weniger ansprechbar.
Kollektive Narzissten, Psychologie heute 9.10.19

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Das Essen und die Lebenszufriedenheit 
Montag, 21. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
In einer Zeit, in der ungesunde Essgewohnheiten und die Neigung zu Übergewicht immer mehr zu einem gesellschaftlichen Thema werden, blüht auch die Erforschung unserer Essmotivationen. Eine neue Studie aus Singapur etwa zeigt: Menschen, die sich mit anderen vergleichen und sich dabei finanziell oder sozial als schlechter gestellt empfinden, neigen eher zu ungesunden Essgewohnheiten. In besagter Studie beispielsweise bedienten sie sich weit häufiger bei den zur Verfügung gestellten Snacks als jene, die mit ihrer Position zufrieden waren. Interessanterweise lässt sich dieser Frusteffekt auch umkehren. So wiesen die Wissenschaftler ihre Testpersonen an, über zwei Wochen in einem Tagebuch festzuhalten, was ihnen im Alltag Gutes widerfuhr und wofür sie dankbar waren. Die geistige Ausrichtung auf Positives hatte zur Folge, dass die Probanden im Testzeitraum weniger aßen. So einfach kann es bisweilen sein, das eigene Verhalten in eine gesündere Richtung zu lenken ...
Falsches Essen aus Unzufriedenheit, Psychologie heute 9.10.19

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Das Glück von weniger Konsum 
Donnerstag, 17. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Konsum ist für viele Menschen Selbstbelohnung. Sich etwas zu gönnen, macht glücklich, so die Devise. Eine amerikanische Studie zeigt nun allerdings: Weniger Konsum macht erst recht glücklich. In der Untersuchung wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob das Konsumieren nachhaltiger, ökologischer Güter stärker auf das Wohlbefinden wirkt als wahlloser Konsum - und wie sich im Vergleich Konsumverzicht auswirkt. Für die sehr materiell eingestellten Personen unter den Probanden war "grüner" Konsum eine Alternative, ihre Konsumbedürfnisse weiterhin zu erfüllen - und Verzicht keine Option. Bei den Probanden, die sich in Konsumverzicht übten, stellte sich aber ein größeres Wohlbefinden, verbunden mit weniger Stress ein. Die Forscher deuten die Ergebnisse Studie so, dass Besitz eben immer auch Ballast bedeute und dieser verringere sich durch geringeren Konsum.
Weniger kaufen macht glücklicher, wissenschaft.de 9.10.19

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