TU Kaiserslautern entwickelt neue Stress-App 
Freitag, 9. November 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Meditieren mit Apps scheint immer mehr zum Trend zu werden. Die TU Kaiserslautern ist nun dabei, eine App für besseres Stressmanagement zu entwickeln. "Stress-Mentor" soll Menschen dabei unterstützen, spielerisch Meditation und Bewegung in den Alltag einzubauen. Eine Tagebuch-Funktion soll dabei helfen, Stressoren besser zu erkennen und konstruktiver mit ihnen umzugehen. Um die Motivation während der Übungsphase zu stärken, sind die Übungen der App mit einem Fabelwesen gekoppelt, um das sich die App-Nutzer "kümmern" müssen, indem sie wenigstens eine Übung am Tag absolvieren. Die Entwickler der App betrachten den digitalen Helfer nicht als dauernde Unterstützung. Das Tool soll lediglich dabei helfen, verschiedene Übungen zu erlernen und in den Alltag zu integrieren, so dass man die App schließlich nicht mehr braucht.
Pressemitteilung der TU Kaiserslautern 29.10.18

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"Es macht einen Unterschied, wenn der Chef meditiert" 
Montag, 5. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Meditation ist in Unternehmen zu einem beachtenswerten Thema geworden und die Erfahrungen zeigen, dass Achtsamkeit die Kultur in Firmen verändern kann. "Wenn der Chef, die Chefin Meditation praktiziert, gewinnt Mitmenschlichkeit an Bedeutung, denn soziale Kompetenzen und Selbstkompetenz nehmen ganz natürlich zu. Das strahlt auch auf die Mitarbeiter aus. So verändert sich nach und nach die Kultur des Unternehmens. Nicht von ungefähr sagt man: Die Menschen, die ein Selbstbewusstsein entwickelt haben, werden von einer tieferen Quelle genährt. So ein Mensch erlaubt auch einem anderen, groß zu sein. Dann geht es weniger um Wettbewerb oder Konkurrenzverhalten, sondern die Menschen gehen offener und ehrlicher mit anderen um", erklärt die Zen-Lehrerin Anna Gamma in einem Interview mit dem Netzwerk Ethik heute. Das Veränderungspotential, das von Achtsamkeit ausgeht, ist in ihren Augen immens. Im Business-Leben womöglich herausfordernd könnte sein, dass das Meditieren den Zugang zu einer Art des Potentials öffnet, das nicht im üblichen Sinne vorhersehbar ist. "Menschen, die den Weg ernsthaft gehen, kommen an eine Quelle, an ein tiefes Gewahrsein ihrer selbst. Sie werden eigenständiger, selbstbewusster und achtsamer. Sie sind weniger gefährdet, über die körperlichen und seelischen Grenzen hinaus zu arbeiten. Meditation verändert uns, und wenn man den Weg beginnt, weiß man überhaupt noch nicht, wo es hingeht. Der Weltinnenraum ist so viel tiefer als der Weltaußenraum. Was einem da begegnet, das wissen wir nicht. Ich verstehe Menschen, die den Zugang zur Meditation scheuen, weil man sich da zuerst selbst begegnet und dazu gehören auch die eigenen Schattenseiten. Die Praxis braucht Mut", so Anna Gamma.
Wenn der Chef meditiert, Netzwerk Ethik heute Oktober 2018

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Größter Stressfaktor sind zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit 
Freitag, 2. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Für Stress im Job gibt es viele Gründe. Für einen Großteil der Arbeitnehmer ist es vor allem die systematische Überforderung, die zu psychischem und körperlichem Stress bei der Arbeit fühlt. 58,1 Prozent der 1.889 Befragten einer Arbeitsmarktstudie des Jobportals Orizon gaben an, dass sie zu viele Aufgaben bewältigen müssten und im Unternehmen zu wenig Personal eingesetzt werde. Für rund ein Drittel führen Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen oder auch Lärm zu stress. Die geforderte Erreichbarkeit über die Kernarbeitszeit hinaus setzt jeden Fünften innerlich unter Druck, genau so viele fühlen sich durch lange Fahrtzeiten belastet.
Arbeitsmarktstudie 2018

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Die existenzielle Dimension des Scheiterns 
Montag, 29. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Scheitern als Chance ist ein beliebtes Thema, das in Job-Ratgebern alle paar Monate abgefeiert wird. Da geht es dann darum, was man alles aus Fehlschlägen lernen kann oder wie innovativ Unternehmen sein könnten, wenn sie sich bzw. ihren Mitarbeitern nur ein bisschen mehr Freiraum zum Scheitern gewähren würden. An manchen dieser Gedanken mag etwas dran sein, doch blenden sie aus, dass Scheitern auch eine existenzielle Dimension haben. Wer wirklich am Boden liegt, steht nicht so leicht wieder auf. Und oft belasten die Folgen des Scheiterns Menschen noch viele Jahre später. "Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist nicht die Zitrone des Schicksals, aus der man Limonade macht. Scheitern ist scheiße. Und kann einem auch das Genick brechen. Selbst wenn man den Willen hat, immer wieder aufzustehen: Optimismus und Durchhaltevermögen allein reichen oft nicht aus. Vor allem, wenn man aus einer Familie kommt, die einen finanziell nicht auffangen kann. Nicht jeder kann es sich leisten, eine Firmenpleite als Lernerfahrung zu verbuchen", sagt etwa Martina Leisten in einem Beitrag in der Zeit. Sie setzte ein von ihr gegründetes Café in den Sand. An den Schulden zahlte sie, später in privater Insolvenz, viele Jahre. Und der große Fehlschlag ließ sie depressiv werden. Sie hat sich wieder aufgerappelt. Aber sie gehört nicht zu jenen, die in der Kneipe vollmundig und mit Humor über das eigene Scheitern munter Geschichten erzählen. Für sie hat sich das Leben deutlich verändert durch ihren Fehlschlag: "Manchmal denke ich, meine Pleite hat mich mehr Pragmatismus gelehrt. Aber es hat auch ein Stück Lebensfreude genommen. Die Begeisterung, mit der ich früher an Dinge herangegangen bin, ist gedimmt. Ich denke inzwischen: Je weniger Erwartungen und Hoffnung ich in eine Sache stecke, desto weniger kann ich enttäuscht werden." In einer Kultur, in der Scheitern die eigene Existenz nicht nur treffen kann, sondern sie vielleicht sogar verschlingt, ist es leicht, über Fehlertoleranz zu reden oder den Mut zum Risiko. Mir imponiert Martina Leisten, weil sie dem hippen Gequatsche etwas entgegensetzt - Lebenserfahrung, die demütig werden lässt.
"Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist scheiße", zeit.de 17.10.18


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Zu viele Möglichkeiten können kontraproduktiv sein 
Freitag, 26. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
In Zeiten des Individualismus sind wir geneigt, unserer Wahlfreiheit einen besonderen Stellenwert zuzumessen. Wir möchten aus verschiedenen Optionen auswählen können, doch wenn wir vor zu viele Alternativen gestellt sind, wird es uns auch zu viel. Eine neue Studie zeigt nun, wo ein gesundes Maß liegen könnte. Versuchtsteilnehmer sollten eine Auswahl treffen und hatten in verschiedenen Settings die Möglichkeit, zwischen sechs, zwölf oder 24 Alternativen zu wählen. Während des Auswahlprozesses wurden ihre Hirnfunktionen gemessen. Die Hirnmessungen zeigten, dass insbesondere bei einer Auswahl von zwölf Optionen die an Entscheidungsprozessen beteiligten Hirnareale besonders aktiv wurden. Bei weniger Optionen schien das Interesse der Versuchtsteilnehmer genau so zu erlahmen wie wenn ihnen zu viele Optionen geboten wurden.
Wenn Entscheidungen quälend werden, sueddeutsche.de 16.10.18

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Nett sein, kann einiges kosten 
Dienstag, 23. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Nette Menschen, die nicht üppig verdienen, laufen eher Gefahr, in Geldprobleme zu schliddern, als solche, denen die Mitmenschen eher gleichgültig sind oder die einfach genug verdienen. So die Erkenntnisse einer wissenschaftlichen Auswertung von mehr als drei Millionen Datensätzen aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Menschen, die zu Nettigkeit neigen, scheinen sich weniger aus Geld zu machen, was finanzielles Missmanagement begünstigt. Wer anderen gerne hilft, tut das bisweilen im wahrsten Sinne des Wortes auf eigene Kosten, insbesondere, wenn er oder sie es sich eigentlich finanziell besser nicht leisten sollte. Bei jenen, die nicht zu den Geringverdienern gehören, mag die Nettigkeit auch ihren Preis haben, doch führt sie dann zumindest nicht zu Geldproblemen.
Warum nette Menschen eher Geldprobleme haben, spiegel.de 12.10.18

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Altruismus kann man üben 
Montag, 22. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Unter den Vorzeichen des Neoliberalismus sind Wettbewerbsdenken und Selbstbezug im Hinblick auf eigene Vorteile fast schon Teil der kulturellen DNA. Doch das Geflecht aus Konkurrenz und Egoismus lässt sich vielleicht leichter entwirren, als viele meinen. Eine neue Studie zeigt, dass bereits drei Monate des Übens von meditativen Methoden, die sozioaffektive Fähigkeiten wie Mitgefühl, Dankbarkeit und prosoziale Motivation schulen, bei den Teilnehmenden zu nachhaltigen Veränderungen in ihrer altruistischen Haltung wie auch in ihrem Handeln führen. Die Studienteilnehmer verhielten sich nach den Trainingseinheiten großzügiger, waren zu mehr spontaner Hilfe bereit und spendeten höhere Beiträge an gemeinnützige Organisationen. Die Wissenschaftler verglichen die Wirkung dieser Altruismus-Übungen außerdem mit anderen Meditationsmethoden, die beispielsweise die körperliche Wahrnehmung förderten oder die Fähigkeiten, die Betrachtungsperspektive zu wechseln. Dabei wurde deutlich, dass diese Übungen keine altruistischen Effekte mit sich brachten - was wiederum verdeutlicht, dass Meditation nicht per se soziale Verhaltensweisen fördert.
Altruismus lässt sich trainieren, idw 10.10.18

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Studenten zwischen Druck und Depression 
Freitag, 19. Oktober 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Studieren, das war früher eine Phase des Ausprobierens, des sich Erkundens und des langsamen Hineinwachsens in eine Zukunft als Erwachsener. Heute scheint für Studierende von den Freiheiten in der Phase vor dem eigentlichen Berufsleben nicht mehr viel übrig zu sein. Schon jeder vierte Studierende fühlt sich stark gestresst, ebenso viele sind erschöpft. Das sind die Erkenntnisse einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der FU Berlin und der Techniker Krankenkasse (TK), für die 6.200 Studierende befragt worden waren. Frauen scheinen besonders von psychischen Belastungen betroffen zu sein. Jede fünfte Studentin etwa zeigte in der Befragung Symptome einer generalisierten Angststörung. Jede sechste Studentin zeigte der Studie zufolge Anzeichen eines depressiven Syndroms, darunter Niedergeschlagenheit, Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Die Wissenschaftler führen diese Befindlichkeit einerseits auf eine Orientierungslosigkeit am Beginn eines neuen Lebensabschnitts zurück, erkennen aber auch grundlegende Zukunftsängste. Wenn die Belastungen bereits vor dem Eintritt ins Berufsleben so ausgeprägt sind, fragt man sich natürlich, was aus den jungen Menschen wird, wenn sie erst einmal im Berufsleben stehen. In meiner Wahrnehmung deuten Studien wie diese darauf hin, dass sich unsere kulturelle und gesellschaftliche Situation in den letzten Jahren sehr stark ins Negative verändert hat. Das Gefühl von Verschleiß, das hier zum Ausdruck kommt, scheint nicht nur mit persönlichen Befindlichkeiten zu tun zu haben. Es deutet darauf, dass hier im größeren Kontext etwas in die falsche Richtung läuft.
Vor allem Studentinnen leiden unter Ängsten und Depressionen, FAZ 10.10.18

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