"Es macht einen Unterschied, wenn der Chef meditiert" 
Montag, 5. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Meditation ist in Unternehmen zu einem beachtenswerten Thema geworden und die Erfahrungen zeigen, dass Achtsamkeit die Kultur in Firmen verändern kann. "Wenn der Chef, die Chefin Meditation praktiziert, gewinnt Mitmenschlichkeit an Bedeutung, denn soziale Kompetenzen und Selbstkompetenz nehmen ganz natürlich zu. Das strahlt auch auf die Mitarbeiter aus. So verändert sich nach und nach die Kultur des Unternehmens. Nicht von ungefähr sagt man: Die Menschen, die ein Selbstbewusstsein entwickelt haben, werden von einer tieferen Quelle genährt. So ein Mensch erlaubt auch einem anderen, groß zu sein. Dann geht es weniger um Wettbewerb oder Konkurrenzverhalten, sondern die Menschen gehen offener und ehrlicher mit anderen um", erklärt die Zen-Lehrerin Anna Gamma in einem Interview mit dem Netzwerk Ethik heute. Das Veränderungspotential, das von Achtsamkeit ausgeht, ist in ihren Augen immens. Im Business-Leben womöglich herausfordernd könnte sein, dass das Meditieren den Zugang zu einer Art des Potentials öffnet, das nicht im üblichen Sinne vorhersehbar ist. "Menschen, die den Weg ernsthaft gehen, kommen an eine Quelle, an ein tiefes Gewahrsein ihrer selbst. Sie werden eigenständiger, selbstbewusster und achtsamer. Sie sind weniger gefährdet, über die körperlichen und seelischen Grenzen hinaus zu arbeiten. Meditation verändert uns, und wenn man den Weg beginnt, weiß man überhaupt noch nicht, wo es hingeht. Der Weltinnenraum ist so viel tiefer als der Weltaußenraum. Was einem da begegnet, das wissen wir nicht. Ich verstehe Menschen, die den Zugang zur Meditation scheuen, weil man sich da zuerst selbst begegnet und dazu gehören auch die eigenen Schattenseiten. Die Praxis braucht Mut", so Anna Gamma.
Wenn der Chef meditiert, Netzwerk Ethik heute Oktober 2018

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Größter Stressfaktor sind zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit 
Freitag, 2. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Für Stress im Job gibt es viele Gründe. Für einen Großteil der Arbeitnehmer ist es vor allem die systematische Überforderung, die zu psychischem und körperlichem Stress bei der Arbeit fühlt. 58,1 Prozent der 1.889 Befragten einer Arbeitsmarktstudie des Jobportals Orizon gaben an, dass sie zu viele Aufgaben bewältigen müssten und im Unternehmen zu wenig Personal eingesetzt werde. Für rund ein Drittel führen Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen oder auch Lärm zu stress. Die geforderte Erreichbarkeit über die Kernarbeitszeit hinaus setzt jeden Fünften innerlich unter Druck, genau so viele fühlen sich durch lange Fahrtzeiten belastet.
Arbeitsmarktstudie 2018

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Mehrarbeit ist heute normal 
Donnerstag, 1. November 2018 - Studien, Arbeit
Überstunden sind kaum noch eine Ausnahmeerscheinung und sie treffen nicht nur Manager in Top-Positionen regelmäßig. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt: Im Schnitt machen Arbeitnehmer in Deutschland pro Woche vier Überstunden. In der Pflege, im Schutz- und Sicherheitsgewerbe kommen Vollzeitkräfte sogar auf fast fünf Überstunden, Fahrer von Liefer- und Lastwagen sogar auf 7,2 Stunden. Ein Drittel der Befragten gab an, den Eindruck zu haben, dass ihre Arbeit in der vorgesehenen Regelarbeitszeit überhaupt nicht zu schaffen zu sei. Bei anderen sind es vorübergehende betriebliche Gründe, die Mehrarbeit erfordern, wieder andere arbeiten bewusst mehr, um mehr zu verdienen.
Angestellte machen im Schnitt vier Überstunden pro Woche, spiegel.de 26.10.18

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Der Spagat zwischen Arbeit und Leben 
Mittwoch, 31. Oktober 2018 - Lebensart, Arbeit
Den Traum, weniger zu arbeiten, dürften viele Menschen träumen. Weniger erfüllen ihn sich auch - sei es, weil sie es sich nicht leisten können, ihre Arbeitszeit und damit ihr Einkommen zu verringern oder auch, weil sie Angst vor Karriereeinbußen haben. Mit seinem Buch "Halbe Arbeit, ganzes Leben" hat Axel Mengewein ein "Teilzeit-Manifest" vorgelegt, das Downshiftern Mut machen möchte. "Ich habe über zehn Jahre viel gearbeitet und war immer fürs Unternehmen da – auch am Wochenende, an Feiertagen und in Randzeiten. Jetzt habe ich eine tolle Partnerschaft, die ich auch pflegen kann. Außerdem bin ich deutlich fitter, als ich mir das jemals erträumt habe. Ich laufe sogar Marathon. Diese Art zu leben, macht mich zufriedener", erzählt er in einem Interview mit der WiWo. Mengewein spricht über die verschiedenen Teilzeitmodelle, die er im Laufe seines Arbeitslebens bereits ausprobiert hat. Auch er hat erfahren, dass er als Vollzeitarbeiter mehr Ansehen genießt und im Job oft mehr Verantwortung übertragen bekommt als in Teilzeit. Die Einkommenseinbußen, die vielen Sorge bereiten, betrachtet er realistisch - wer weniger verdiene, zahle weniger Steuern, was einen Teil des Einkommensverlusts ausgleiche. Mit seinem Buch möchte er anderen Mut machen, über neue Lebens- und Arbeitsmodelle nachzudenken.
„Ich kann nur jedem empfehlen, in Teilzeit zu arbeiten“, WiWo 22.10.18


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Die existenzielle Dimension des Scheiterns 
Montag, 29. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Scheitern als Chance ist ein beliebtes Thema, das in Job-Ratgebern alle paar Monate abgefeiert wird. Da geht es dann darum, was man alles aus Fehlschlägen lernen kann oder wie innovativ Unternehmen sein könnten, wenn sie sich bzw. ihren Mitarbeitern nur ein bisschen mehr Freiraum zum Scheitern gewähren würden. An manchen dieser Gedanken mag etwas dran sein, doch blenden sie aus, dass Scheitern auch eine existenzielle Dimension haben. Wer wirklich am Boden liegt, steht nicht so leicht wieder auf. Und oft belasten die Folgen des Scheiterns Menschen noch viele Jahre später. "Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist nicht die Zitrone des Schicksals, aus der man Limonade macht. Scheitern ist scheiße. Und kann einem auch das Genick brechen. Selbst wenn man den Willen hat, immer wieder aufzustehen: Optimismus und Durchhaltevermögen allein reichen oft nicht aus. Vor allem, wenn man aus einer Familie kommt, die einen finanziell nicht auffangen kann. Nicht jeder kann es sich leisten, eine Firmenpleite als Lernerfahrung zu verbuchen", sagt etwa Martina Leisten in einem Beitrag in der Zeit. Sie setzte ein von ihr gegründetes Café in den Sand. An den Schulden zahlte sie, später in privater Insolvenz, viele Jahre. Und der große Fehlschlag ließ sie depressiv werden. Sie hat sich wieder aufgerappelt. Aber sie gehört nicht zu jenen, die in der Kneipe vollmundig und mit Humor über das eigene Scheitern munter Geschichten erzählen. Für sie hat sich das Leben deutlich verändert durch ihren Fehlschlag: "Manchmal denke ich, meine Pleite hat mich mehr Pragmatismus gelehrt. Aber es hat auch ein Stück Lebensfreude genommen. Die Begeisterung, mit der ich früher an Dinge herangegangen bin, ist gedimmt. Ich denke inzwischen: Je weniger Erwartungen und Hoffnung ich in eine Sache stecke, desto weniger kann ich enttäuscht werden." In einer Kultur, in der Scheitern die eigene Existenz nicht nur treffen kann, sondern sie vielleicht sogar verschlingt, ist es leicht, über Fehlertoleranz zu reden oder den Mut zum Risiko. Mir imponiert Martina Leisten, weil sie dem hippen Gequatsche etwas entgegensetzt - Lebenserfahrung, die demütig werden lässt.
"Lasst euch nichts erzählen: Scheitern ist scheiße", zeit.de 17.10.18


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Lieber vertuschen als das Gesicht zu verlieren 
Donnerstag, 25. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
Aus Fehlern lernt man, das geben Eltern schon ihren Kindern mit auf den Weg. Im Unternehmensalltag sieht die Welt hingegen anders aus. Hier gilt eher: Fehler vertuscht man besser, wenn man seine Karriere nicht ruinieren möchte. Die Unternehmensberatung Ernst & Young befragte 800 Angestellte und 218 Führungskräfte zur Fehlerkultur in ihren Unternehmen. 66 Prozent der Manager glaubten, in ihrem Unternehmen herrsche eine offene Diskussionskultur, was allerdings nur von 42 Prozent der Mitarbeiter bestätigt wurde. 18 Prozent der Angestellten sagten auch, dass in ihrer Firma Fehler nicht angesprochen wurden. Das sahen nur 7 Prozent der Führungskräfte gleichermaßen. 57 Prozent der Mitarbeiter glauben, dass Fehler vertuscht werden, weil die Angst bestehe, Karrierenachteile zu erleiden oder zum Bauernopfer gemacht zu werden. Für 54 Prozent der Manager ist es vor allem die Angst vor Gesichtsverlust, die zum Verschweigen veranlasse.
Fehlerkultur ist in vielen Unternehmen ausbaubar, FAZ 14.10.18

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Führungsfrauen bringen Teams einen Schub 
Mittwoch, 24. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
Es gibt bereits verschiedene Studien, die zeigen, dass Unternehmen oder Teams, in denen eine nennenswerte Zahl von Frauen Führungsrollen innehat, bessere Ergebnisse erzielen als eher männlich dominierte Gruppen. Wissenschaftlich lässt sich in solchen Konstellationen aber nie zweifelsfrei nachweisen, ob die bessere Performance nur der Anwesenheit der Frauen geschuldet ist oder ob nicht auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Eine Studie aus Italien bringt nun mehr Licht in diese Konstellation, denn sie untersuchte die Führungs- und Leistungskapazitäten von gemischten Teams im Zuge der Prüfungsvorbereitung, so dass für alle Beteiligten die Rahmenbedingungen gleich waren. Es zeigte sich: Die von Frauen geführten Teams erzielten deutlich bessere Abschlussnoten. Und Frauen als Teamleiterinnen scheinen insbesondere Frauen in Höchstform zu bringen. Die Studie zeigt allerdings auch, dass die Männer die Führungsfrauen tendenziell schlechter bewerteten als die Männer, die Teams führten, was an eher grundsätzlichen Vorbehalten gegenüber Frauen in Führungspositionen liegen könnte. In besagtem Experiment wurde auch deutlich, dass die Frauen, die Teams führten, sich besonders für das Wohl des Teams als Ganzem ins Zeug legten. Sie investierten besonders viel Zeit in ihre Führungsaufgaben und ihre eigenen Prüfungsergebnisse fielen, wahrscheinlich aufgrund dieses Aufwands, schlechter aus als die ihrer Team-KollegInnen.
Der Frauen-Effekt sorgt für signifikant bessere Ergebnisse, welt.de 13.10.18

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Der Digitalisierung mit Menschlichkeit begegnen 
Montag, 15. Oktober 2018 - Psychologie, Arbeit, Management
Die Digitalisierung ruft heute mindestens genauso viele Ängste wie Fantasien hervor. Techno-Fans wollen viel Menschliches am liebsten durch Computer oder Roboter ersetzen. Andere argumentieren, dass wir unter den Vorzeichen des Digitalen nur noch mehr gefragt sind, uns unserer ur-menschlichen Ressourcen, die uns von Maschinen unterscheiden, wieder bewusst zu werden. "Wir sind hypersoziale Wesen. Das – zusammen mit unserer ausgeprägten Vorstellungskraft – zeichnet uns als Menschen schon immer aus. Allein sind wir kaum lebensfähig, gemeinsam erobern wir das Weltall. Wir leben von Kommunikation und Kooperation, von geteilter Fantasie. Es ist keine Überraschung, dass wir das Internet erfunden haben. ... Wie also könnte uns diese Eigenschaft, unsere einzigartige Fähigkeit zur Kommunikation und Kooperation, auch jetzt wieder weiterhelfen? Sie ist und bleibt der Schlüssel zu unserem Erfolg als Spezies, als Gesellschaft, für Unternehmen, Gruppen und Individuen. Daran sollten wir uns auch im Angesicht der aktuellen Herausforderungen wieder erinnern", schreibt Edeltraud Leibrock in einem Kommentar in der Welt. Die Managerin zeigt, wie Silodenken oder Anreizsysteme, die Konkurrenz fördern, in Firmen leicht Separation stiften statt Zusammenhalt. Und wie das Festhalten an alten Machtstrukturen und eine Kultur, die darauf ausgelegt ist, Versagen zu geißeln, Innovationen blockieren. Für Leibrock liegt ein Schlüssel für zukunftsfähiges Handeln in der Anerkennung, dass wir zutiefst kommunikative Wesen sind - und diese Beziehungsfähigkeit durch die modernen Technologien intensivieren können. Doch das Digitale ist für sie nur eine Ergänzung, denn: "Moderne Kommunikationsmittel helfen enorm, ersetzen aber niemals das persönliche Kennenlernen und vor allem das gemeinsame Feiern. Nur dadurch entstehen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und der Ehrgeiz, gemeinsam etwas zu schaffen."
Um die Digitalisierung zu meistern, müssen wir kooperieren, welt.de 4.10.18

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