Waldbaden, Kungfu oder Meditation - wie Manager abschalten 
Freitag, 7. September 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Das Handelsblatt zeigt in einem Beitrag, welche Methoden Führungskräfte nutzen, um heute im turbulenten Job-Alltag Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Achtsamkeit, Yoga und Meditation scheinen da schon fast zu Klassikern zu avancieren - manche der über ihre Erfahrungen berichtenden Manager praktizieren sie schon seit vielen Jahren. Ein IT-Geschäftsführer hat es mit Waldbaden versucht und findet in der Natur wieder Erdung und dabei auch zu sich selbst. An Bürotagen gönnt er sich mittags, um nicht in den alten Trott zu fallen, 20 Minuten für sich zum Meditieren. Auch Kungfu scheint für Führungskräfte interessant zu sein. Hier können einerseits mentale Kraft und Stärke kultiviert werden, aber auch Entspannung in Aktion.
Zum Relaxen in den Wald, HB 23.8.18

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Karriere-Ambitionen der jungen Generation lassen nach 
Mittwoch, 5. September 2018 - Studien, Arbeit
Lust auf Karriere? Viele Studierende beantworten diese Frage längst nicht mehr mit einem klaren Ja. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young Unternehmensberatung (EY) mit 2.000 Studenten zeigt: Für eine Mehrheit steht der Erfolg im Job nicht unbedingt an erster Stelle ihrer Erwartungen ans Leben. Für immerhin 41 Prozent hat die Karriere in ihrem Leben eine sehr hohe Bedeutung - bei der letzten EY-Untersuchung zwei Jahre zuvor traf dies noch auf 57 Prozent zu. 70 Prozent der Befragten messe hingegen der Familie einen besonders hohen Stellenwert zu. Sich mehr nach den persönlichen Vorlieben auszurichten als auf möglichst gute Verdienstchancen zu schielen, ist vor allem für Kultur- und Geisteswissenschaftler ein Thema. Sie wählen ihr Studienfach hauptsächlich aus Neigung. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sagt hingegen eine Mehrheit, dass die guten Einkommenschancen für sie wichtiger seien als ihr persönliches Interesse am Studienfach.
Immer weniger Studenten streben eine Karriere an, WiWo 16.8.18

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Machen können, was man will 
Montag, 3. September 2018 - Lebensart, Arbeit
Die Süddeutsche Zeitung rückt mit einem interessanten Artikel ein neues Phänomen ins Licht - den Wunsch vieler Berufstätiger, deutlich vor dem üblichen Rentenalter oder dem Alter typischer Frühverrentung Abschied zu nehmen von der Arbeitswelt. Am Beispiel mehrerer solcher 50+-KandidatInnen zeigt der Bericht, dass es den jungen Rentnern meist gar nicht darum geht, überhaupt nicht mehr zu arbeiten und nur noch ihr Privatleben zu pflegen. Für viele steht anscheinend eher im Vordergrund, die Zwänge einer Vollzeitbeschäftigung hinter sich zu lassen, das Rund-um-die-Uhr-Rackern und Immer-verfügbar-sein-Müssen. Einige der vorgestellten Menschen suchen sich nach kurzer Pause wieder eine Teilzeitbeschäftigung (und das nicht nur aus finanziellen Gründen) oder arbeiten ehrenamtlich. Sie wollen etwas und dennoch Zeitsouveränität genießen. Es mag ein Nischenphänomen sein, denn nur wenige können es sich leisten, früh einfach hinzuschmeißen. Aber es wirft ein Licht auf die Vorzeichen unserer heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wo immer mehr Menschen die Norm-Arbeitsverhältnisse als Korsett empfinden und sich verschlissen oder aufgefressen fühlen, stellt sich die Frage nach neuen Lebensformen, die das Menschsein nicht auf den Job reduzieren.
"Mit 50 Jahren höre ich auf", SZ 30.7.18

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Wird Achtsamkeit zum Business-Tool? 
Freitag, 31. August 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Achtsamkeit wurde nicht zuletzt durch verschiedene Programme bei Google im Business salonfähig - und scheint sich immer mehr gleichberechtigt zu anderen Business-Tools zu etablieren. Der Berater Bruno Weidl erkundet in einem Interview mit Gopi Kallayil, der bei Google als Chief Evangelist Brand Marketing tätig ist und im Unternehmen auch Yoga unterrichtet, wie sich hier ein neues Feld zwischen Internet und "inner net" auftut. Kallayil wuchs in Indien mit den Yoga-Traditionen auf. Heute mixt er dieses kulturelle Erbe mit der Silicon Valley Kultur. "Die Frage ist, wie können wir dieses innere Netz auf Höchstleistung ausrichten", sagt er. Bewusste Entscheidungen sind für ihn ein wesentlicher Weg. "Unser Leben besteht aus den Entscheidungen, die wir jede einzelne Minute unserer Existenz treffen. Alles, was wir tun, ist unsere Wahl. Jede Wahl ist eine kritische Frage in einem bewussten Leben. Nur wenn ein Gehirn trainiert ist, die Unterscheidung zwischen richtig und falsch zu treffen, besteht die Chance auf ein Leben voller Bedeutung und Sinn", erklärt Kallayil. Im Kontext, den er setzt, wird deutlich, dass die typische neoliberale Leistungskultur für ihn zu den guten Entscheidungen gehört. Seine Folgerung: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Achtsamkeit - praktiziert als eine nichtbewertende Wachheit im Augenblick, die in Meditation, Buddhismus und Yoga gründet - zu einem wichtigen Business-Tool wird." Ich finde es fast ein wenig unheimlich, wie hier verschiedene Dimensionen vermischt werden. Wo der Buddhismus auf Leere und Loslassen abzielt, hört sich das, was Kallayil vorschwebt, sehr zielorientiert an. Hier wird Achtsamkeit in einen Dienst gestellt - ohne dass dieser Kontext hinterfragt würde. Das ist legitim. Es ist aber auch eine Form von Vereinnahmung.
"Leading yourself", 18.7.18, Interview von Bruno Weidl

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Wer sich reinkniet, macht eher Karriere 
Donnerstag, 30. August 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer länger arbeitet, macht eher Karriere, so die Erkenntnis einer Erhebung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Aufstieg und Beförderungen scheinen demnach in engem Zusammenhang zu stehen mit dem zeitlichen Investment in den Job. Eine Studie aus Dänemark kommt zu ähnlichen Schlüssen. In zwei Langzeitstudien wurden hier die Daten von 170.000 Dänen ausgewertet. Hier zeigte sich, dass die Aufsteiger in Top-Positionen pro Woche 15 Prozent mehr arbeiteten als jene, die nicht befördert wurden. Diese Zusammenhänge wurden allerdings nur für Menschen untersucht, die im Unternehmen, in dem sie bereits arbeiten, aufstiegen.
Wer länger arbeitet, macht schneller Karriere, WiWo 24.7.18

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Nachwuchs setzt im Job vor allem auf Sicherheit 
Dienstag, 28. August 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Unsichere Zeiten lassen viele Menschen gezielt nach Sicherheiten greifen. Das betrifft auch immer mehr die junge Generation. Die "Studentenstudie 2018" des Beratungsunternehmens EY etwa zeigt, dass immer mehr junge Leute bei der Suche nach einem Arbeitgeber vor allem nach einem möglichst sicheren Arbeitsverhältnis streben. Befragt wurden 2.000 Studierende von 27 Universitäten. Schon mehr als 40 Prozent betrachten Jobs im öffentlichen Dienst als besonders attraktiv. Vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent. Auch Kultureinrichtungen (22 Prozent) und die Wissenschaft (20 Prozent) werden von den Studierenden als mögliche Arbeitgeber hoch geschätzt. Die Skandale in der Autoindustrie haben Spuren hinterlassen. Vor zwei Jahren betrachteten noch 22 Prozent der Studierenden die Branche als attraktives Berufsfeld für sich, heute sind es nur noch acht Prozent.
Studenten ist sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Geld, WiWo 24.7.18

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Auch Selbstorganisation folgt Regeln 
Freitag, 24. August 2018 - Arbeit, Management
Selbstorganisation mag für viele Führungskräfte ein Schreckgespenst sein, wenn sie hinter dem Prinzip vor allem eine subtilere Form der Anarchie vermuten. Ein Beitrag in der FAZ zeigt, dass auch agile Führung nicht auf Regeln verzichtet - sie setzt allerdings andere und schafft andere Umgebungen als hierarchische Führung. Autorität wird dann zum Beispiel "verteilt" und liegt in einzelnen Fragen bei denjenigen, die die momentane Kompetenz im jeweiligen Kontext haben. Transparenz ersetzt Kontrolle, mit dem Hintergedanken, dass alles, was in die gemeinsame Sichtbarkeit kommt, auch in diesem größeren Rahmen ausbalanciert wird. Außerdem lebe Selbstorganisation von "evolutionärem Lernen". Statt langfristiger Prognosen und festgezurrter Routinen wird jede Arbeitserfahrung zum Input für einen Lernprozess und entwickelt so die Fähigkeiten innerhalb des Arbeitssystems weiter. Dann spielt noch der Zweck der Organisation eine wesentliche Rolle. Damit meinen die Vertreter des Ansatzes nicht unbedingt Börsenwerte oder Bilanzen, sondern auch den Sinn, den ein Unternehmen stiftet. Und dieser Sinn entsteht auch im kollektiven Aushandeln. In der Gesamtschau wird deutlich, wie viel Selbstorganisation dem Einzelnen und dem System im Ganzen abverlangt. Wo die frühere Top-Down-Führung vor allem durch starre Regeln und nicht selten Verordnungen geprägt und auch gehalten ist, setzt Agilität sehr viel mehr gelebte und intrinsisch gewachsene Verantwortlichkeit voraus. Allein diese Voraussetzung zu schaffen, ist schon ein Projekt für sich.
Selbstorganisation braucht klare Regeln, FAZ 16.7.18

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Veggie für alle? 
Mittwoch, 22. August 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Wo die Grünen vor einigen Jahren noch mit einem Sturm kollektiver Entrüstung zu kämpfen hatten, als sie die Einführung eines vegetarischen Tags in Deutschlands Kantinen auf ihre Agenda setzten, zeigt der CoWorking-Space Anbieter WeWork nun, wie das geht. In einer E-Mail verkündete das amerikanische Unternehmen seinen 6.000 Mitarbeitern, dass sie, wenn sie künftig Fleisch essen möchten, dies selbst bezahlen müssten, und es auch bei Firmenveranstaltungen nur noch vegetarisches Essen geben werde. Begründet wird der Schritt auch damit, den CO2-Fußabdruck des Unternehmens reduzieren zu wollen. "Zum Produkt von WeWork gehört ein bestimmter Lebensstil und dazu passt die fleischlose Ernährung, mit der die Umwelt geschützt werden kann, sehr gut", so die Arbeitsoziologin Kendra Briken in einem Interview mit Zeit online. Zwar kritisiert sie den typischen Top-Down-Ansatz, mit dem die Idee durchgesetzt wird, sieht aber auch, dass in kulturellen Umfeldern, die solchen Ideen gegenüber positiv eingestellt sind, ein Vorstoß wie dieser auch in einen fruchtbaren Kontext fällt: "Die Mitarbeiter, wie auch die Kunden, auf die WeWork zielt, sind Teil einer hochqualifizierten, urbanen Elite. Man kann davon ausgehen, dass sie sich sowohl mit der eigenen Ernährung als auch mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. In diesem Fall kann so eine Top-Down-Entscheidung sich sogar positiv auswirken. Mitarbeiter wie Kunden identifizieren sich mit dem Unternehmen und sagen: Wir arbeiten für eine gute Firma; wir nutzen einen ethisch wertvollen Service. Es motiviert Mitarbeiter, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Unternehmen gute Werte vertritt. Nach außen wirkt diese Entscheidung als Employer Branding: Wer sich jetzt bei WeWork bewirbt, bewirbt sich dort auch, weil er die fleischlose Kantine gut findet." Und doch schwingt in ihrer Einschätzung auch eine darüber hinausgehende Perspektive mit, denn Aktionen wie vegetarische Kantinenverpflegung sind einfach umzusetzen und verlangen Unternehmen vergleichsweise wenig ab. Ein bisschen Populismus mag also durchaus im Spiel sein. Interessant ist aber auch, dass Briken darauf verweist, wie sehr sich die Kultur seit dem gescheiterten Vorstoß der Grünen in den letzten Jahren verändert hat. Heute ist Vegetarismus schon viel salonfähiger. Die Frage der Bevormundung liegt natürlich in der Luft, zumal zwischen Angestellten und ihrem Arbeitgeber ein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Ich bin da auch hin- und hergerissen. Fleischkonsum wird immer mehr zu einem eher unverantwortlichen Lebensstil - und doch würde ich mir wünschen, dass Vegetarismus mehr aus der Einsicht heraus um sich greift als von oben verordnet. Und doch trägt die Initiative von WeWork auch dazu bei, das Thema weiter in der breiteren Öffentlichkeit zu etablieren.
Für immer Veggie-Day, Zeit online 19.7.18

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