Das Bisschen Müdigkeit ist doch nicht so schlimm...? 
Donnerstag, 10. Januar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Schlaf ist lebenswichtig, das wissen wir alle. Und doch nehmen wir unser Schlafbedürfnis oft nicht ernst. Da wollen wir abends einfach noch ein bisschen entspannen, am besten vor dem Fernseher, mit einem Glas Wein, denn man gönnt sich ja sonst nichts. Oder wir fühlen uns so von unseren Verpflichtungen getrieben, dass wir der Schlafenszeit immer wieder ein paar Stündchen abzwacken, um noch produktiv zu sein. Ob kurz oder lang unterliegen wir damit jedoch einem Denkfehler, denn der Schlaf ist nicht nur für unsere Gesundheit wichtig. Er bestimmt auch, wie leistungsfähig wir sind. Die Zeit hat einen schönen Bericht veröffentlicht, für den ein Mitarbeiter einen Selbstversuch gemacht hat, bei dem er eine Nacht durchwachte und stündlich seine Reaktionsfähigkeit testete. Das Ergebnis war eindeutig. Wenn die Müdigkeit den Ton angibt, leidet die Performance. Vielleicht sollte man Politiker oder Führungskräfte standardmäßig solchen Tests unterziehen - um deutlich zu machen, dass der Glaube an die eigene Wirksamkeit unter Schlafdefizit ein Trugschluss ist. Für Menschen, die ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis haben und sich unter Rechtfertigungsdruck fühlen, ist der Artikel jedenfalls eine gute Argumentationshilfe. Schlafen ist eben so viel mehr als einfach nichts zu tun. Und wach sein so viel mehr als die Augen noch offenhalten zu können ...
Wach, zeit.de 2.1.19


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Die Selbstwirksamkeits-Lücke von Schreibtisch-Jobs 
Mittwoch, 9. Januar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Faktor, der zur Arbeitszufriedenheit beiträgt. Doch Angestellte mit Schreibtisch-Jobs scheinen hier weniger gute Karten zu haben als beispielsweise Arbeiter. Angestellte weisen eine höhere emotionale Stabilität auf als Arbeiter und bringen mehr Offenheit mit als Arbeiter, beides wesentliche Attribute von Selbstwirksamkeit. Und doch liegt einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge ihre gefühlte Selbstwirksamkeit rund zehn Prozent niedriger als die von Arbeitern. Die Wissenschaftler erklären diese Diskrepanz damit, dass die Tätigkeiten von Arbeitern eine Unmittelbarkeit haben - das Ergebnis des eigenen Wirkens wird zeitnah offensichtlich. Bei den eher geistig orientierten Tätigkeiten von Angestellten lassen deutlich sichtbare Ergebnisse hingegen oft länger auf sich warten, weil der eigene Beitrag komplexere Prozesse anstößt, aber nicht direkt auch das Endergebnis liefert.
Ich schaffe das: Das Prinzip der Selbstwirksamkeit, iw-Kurzbericht 2.1.19

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Demut als Führungsqualität 
Dienstag, 8. Januar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Das Business scheint eine menschliche Qualität wiederzuentdecken, die der modernen, ego-getriebenen Leistungsgesellschaft eigentlich zutiefst fremd ist: die Demut. "Gerade in Zeiten agilen Wandels heißt Führen mehr denn je, das eigene Ego aus dem Spiel zu nehmen, Kontroll- und Machtverlust nicht nur zu akzeptieren, sondern zu wollen, Mitarbeiter konsequent zu entwickeln und in Verantwortung zu bringen, Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Arbeiten in agilen Teams überhaupt möglich wird", schreibt die Leadership-Beraterin Anke Houben in einem Kommentar auf der Webseite der Welt. In ihrer Arbeit erlebt sie immer wieder, dass Manager geradezu Angst vor dem Thema Demut haben, weil sie glauben, dann als Softie abgestempelt zu werden und weil für sie nicht nachvollziehbar ist, wie diese eher selbstlose Haltung einen Beitrag zur Produktivität ihrer Arbeit leisten könnte. "Wir sollten Demut als 'Mut zum Dienen' verstehen, als eine Variante von Mut, fern jeder Unterwürfigkeit. Demut und Ambition dürfen kein Widerspruch sein – im Gegenteil: Führungskräfte sind dann am stärksten, wenn Demut im Dienst der Ambition steht", stellt Houben klar. Sie rät Führungskräften, sich einmal zu fragen: "Sind wir selbstbewusst genug, um bescheiden zu sein? Sind wir mutig genug, um zu dienen?" Das klingt schon weit weniger nach wegducken, sondern eher nach einem Schritt nach vorne, der etwas wagt.
Mehr Mut zur Demut in der Führung, welt.de 1.1.19

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Wird Achtsamkeit im Business unerlässlich? 
Montag, 7. Januar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
"Gute Führung ist in erster Linie eine Frage der Qualität der dem Handeln zugrunde liegenden Bewusstseinsprozesse." - Dieser Satz hat mich aufmerken lassen. Gefunden habe ich ihn in einem Artikel auf der Webseite des österreichischen "Versicherungsjournal". Und es hat mich verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkeit er in dieser doch eher konservativen Branche in einem Beitrag über achtsame Führung verwendet wird. Ich beschäftige mich nun schon seit rund 15 Jahren mit dem Thema Achtsamkeit in der Arbeitswelt und ich habe die Zeiten miterlebt, in denen die Erwähnung von Meditation im Kontext von Business noch bestenfalls mit einem Stirnrunzeln, öfter aber mit klar artikuliertem Unverständnis beantwortet wurde. Heute sind die Zeiten anders. Der Achtsamkeits-Boom, der seit einigen Jahren zu verzeichnen ist, dürfte aber nicht unbedingt einem vordergründigen Interesse an Bewusstseinsentwicklung geschuldet. Eher scheint die schiere Not viele Geister zu beflügeln. Der Artikel im Versicherungsjournal zeichnet denn auch die Dilemmata der Arbeitswelt und die sich daraus ergebenden Anforderungen an Führung sehr deutlich nach. Agilität, wie sie heute gerne als innovative Management-Lösung angepriesen wird, lässt sich nicht mal eben so in Unternehmen etablieren. Um flexibel mit der Komplexität des Business umzugehen, braucht es auch entsprechende geistige und menschliche Kapazitäten. Und diese lassen sich durch Meditation und andere Achtsamkeitspraktiken tatsächlich entwickeln. Der Artikel gibt einen guten Überblick über das Feld und zeigt fachlich sehr fundiert auf, was Unternehmen von Achtsamkeit "haben" könnten. Für alle, die nach Argumentationshilfen für Entscheider suchen, eine wunderbare Quelle.
Warum achtsame Führung für Unternehmen wichtig ist, Versicherungsjournal 18.12.18

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Vorgesetzte werden besser, aber es ist noch viel Luft nach oben 
Freitag, 21. Dezember 2018 - Studien, Arbeit, Management
Über schlechte Führung zu klagen, gehört in vielen Branchen zum guten Ton. Das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu misst seit Jahren die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihren Vorgesetzten. Der Führungskräfte-Report 2018 zeigt: Es scheint Verbesserungen in der Führungsetage zu geben. Zumindest erhöhte sich die Zufriedenheit mit dem Vorgesetztenverhalten erstmals seit Jahren und dies um acht Prozent von 3,15 auf 3,39 Punkten (wobei 1 für sehr große Unzufriedenheit steht, 5 für große Zufriedenheit). Allerdings sind die Fähigkeiten der Führungskräfte immer noch eine Schwachstelle vieler Unternehmen. Schlechtere Bewertungen gab es bei der diesjährigen Erhebung nur im Hinblick auf „Kommunikation“ ( 3,28 Punkte) und „Karrieremöglichkeiten“ (3,31 Punkte).
Wo die Unzufriedenheit mit Chefs am größten ist, FAZ 14.12.18

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Arbeit: 25 Stunden pro Woche tun es auch 
Donnerstag, 13. Dezember 2018 - Lebensart, Arbeit, Management
Das Thema kürzere Arbeitszeiten bewegt immer mehr Unternehmen. Einerseits, weil immer mehr Angestellte sich wünschen, mehr Zeit für den Teil ihres Lebens jenseits der Arbeit zu haben. Aber auch, weil kürzere Arbeitszeiten häufig mit einer starken Motivationsverbesserung in der Belegschaft und besserer Produktivität einhergehen. Die Bielefelder Digital-Agentur Rheingans experimentiert seit einiger Zeit mit einer 25-Stunden-Woche - und die Idee scheint aufzugehen. Mehr Fokus bei der Arbeit, weniger Ablenkungen, eine klare Ausrichtung auf das, was gerade zu tun ist - so gelingt es den Mitarbeitern, das Tagesgeschäft in deutlich weniger Zeit zu bewältigen. "Wenn du ausgeruhte Mitarbeiter hast, die Bock haben zu arbeiten, die aber auch genug Zeit für sich selbst haben, dann ist das Ergebnis der Arbeit deutlich besser", so Agenturgründer Lasse Rheingans. Er legt Wert darauf, dass seine Mitarbeiter nicht zu Arbeitsmaschinen werden. Damit die soziale Dimension nicht verloren geht, steht deshalb auch wöchentlich gemeinsames Kochen auf dem Plan.
"Die 25-Stunden-Woche funktioniert!" HB 3.12.18

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Überstunden? Unerträglich! 
Dienstag, 11. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Mehrarbeit hat in deutschen Unternehmen Methode. Eine Anfrage der Fraktion der Linken zeigt, dass die Zahl der Überstunden seit Jahren steigt. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg wurden 2015 von jedem Beschäftigten im Durchschnitt 47,3 Überstunden geleistet, 2016 waren es bereits 48 Stunden und im vergangenen Jahr sogar 53,2 Stunden. Das mag sich nach nicht viel anhören. Doch nicht alle Beschäftigten leisten überhaupt Überstunden, so dass das Maß der Mehrarbeit individuell deutlich höher liegt. Der DGB spricht gar von einem "unerträglichen Maß", dass die Überstundenzahl erreicht habe. Hinzu kommt: Nur etwa die Hälfte der geleisteten Mehrarbeit wird von den Firmen auch bezahlt, so dass sie durch die Ausweitung der Arbeitszeit 36 Milliarden Euro sparen.
Zahl der Überstunden pro Arbeitnehmer steigt stark, zeit.de 30.11.18

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Mehr Freizeit ist für viele ein Thema 
Montag, 10. Dezember 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Arbeitszeiten zu haben, die zum eigenen Lebensentwurf passen, gleicht für viele Angestellte der Quadratur des Kreises. Eine Erhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zeigt, dass etwa die Hälfte der Arbeitnehmer gerne weniger arbeiten würde. Die Zufriedenheit mit den Arbeitszeiten variiert bei Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Von den ganztags Arbeitenden wünschen sich 58 Prozent kürzere Arbeitszeiten, bei den Teilzeitkräften sind es 21 Prozent. Bei letzteren ist der Wunsch nach einer Verlängerung der Arbeitszeit ausgeprägter - 31 Prozent würden hier gerne mehr arbeiten. 49 Prozent sind mit dem Arbeitsvolumen zufrieden, während es bei den Vollzeitbeschäftigten nur 36 Prozent sind. Wer regelmäßig Überstunden leisten muss, wünscht sich eher, die Arbeitszeit zu verkürzen. Schon bei zwei Überstunden pro Woche liegt der Anteil derer, die kürzer treten möchten, bei 38 Prozent, unter jenen, die mehr als zehn Überstunden pro Woche leisten, sogar bei 71 Prozent. Insgesamt zeigt sich - es gibt keinen konstanten Trend, weniger arbeiten zu wollen, sondern eher ein Bedürfnis, das Arbeitsvolumen flexibler an die eigene Lebenssituation anpassen zu können.
Die große Sehnsucht: mehr Freizeit, spiegel.de 29.11.18

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