Das Bisschen Müdigkeit ist doch nicht so schlimm...? 
Donnerstag, 10. Januar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Schlaf ist lebenswichtig, das wissen wir alle. Und doch nehmen wir unser Schlafbedürfnis oft nicht ernst. Da wollen wir abends einfach noch ein bisschen entspannen, am besten vor dem Fernseher, mit einem Glas Wein, denn man gönnt sich ja sonst nichts. Oder wir fühlen uns so von unseren Verpflichtungen getrieben, dass wir der Schlafenszeit immer wieder ein paar Stündchen abzwacken, um noch produktiv zu sein. Ob kurz oder lang unterliegen wir damit jedoch einem Denkfehler, denn der Schlaf ist nicht nur für unsere Gesundheit wichtig. Er bestimmt auch, wie leistungsfähig wir sind. Die Zeit hat einen schönen Bericht veröffentlicht, für den ein Mitarbeiter einen Selbstversuch gemacht hat, bei dem er eine Nacht durchwachte und stündlich seine Reaktionsfähigkeit testete. Das Ergebnis war eindeutig. Wenn die Müdigkeit den Ton angibt, leidet die Performance. Vielleicht sollte man Politiker oder Führungskräfte standardmäßig solchen Tests unterziehen - um deutlich zu machen, dass der Glaube an die eigene Wirksamkeit unter Schlafdefizit ein Trugschluss ist. Für Menschen, die ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis haben und sich unter Rechtfertigungsdruck fühlen, ist der Artikel jedenfalls eine gute Argumentationshilfe. Schlafen ist eben so viel mehr als einfach nichts zu tun. Und wach sein so viel mehr als die Augen noch offenhalten zu können ...
Wach, zeit.de 2.1.19


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Demut als Führungsqualität 
Dienstag, 8. Januar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Das Business scheint eine menschliche Qualität wiederzuentdecken, die der modernen, ego-getriebenen Leistungsgesellschaft eigentlich zutiefst fremd ist: die Demut. "Gerade in Zeiten agilen Wandels heißt Führen mehr denn je, das eigene Ego aus dem Spiel zu nehmen, Kontroll- und Machtverlust nicht nur zu akzeptieren, sondern zu wollen, Mitarbeiter konsequent zu entwickeln und in Verantwortung zu bringen, Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Arbeiten in agilen Teams überhaupt möglich wird", schreibt die Leadership-Beraterin Anke Houben in einem Kommentar auf der Webseite der Welt. In ihrer Arbeit erlebt sie immer wieder, dass Manager geradezu Angst vor dem Thema Demut haben, weil sie glauben, dann als Softie abgestempelt zu werden und weil für sie nicht nachvollziehbar ist, wie diese eher selbstlose Haltung einen Beitrag zur Produktivität ihrer Arbeit leisten könnte. "Wir sollten Demut als 'Mut zum Dienen' verstehen, als eine Variante von Mut, fern jeder Unterwürfigkeit. Demut und Ambition dürfen kein Widerspruch sein – im Gegenteil: Führungskräfte sind dann am stärksten, wenn Demut im Dienst der Ambition steht", stellt Houben klar. Sie rät Führungskräften, sich einmal zu fragen: "Sind wir selbstbewusst genug, um bescheiden zu sein? Sind wir mutig genug, um zu dienen?" Das klingt schon weit weniger nach wegducken, sondern eher nach einem Schritt nach vorne, der etwas wagt.
Mehr Mut zur Demut in der Führung, welt.de 1.1.19

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Wird Achtsamkeit im Business unerlässlich? 
Montag, 7. Januar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
"Gute Führung ist in erster Linie eine Frage der Qualität der dem Handeln zugrunde liegenden Bewusstseinsprozesse." - Dieser Satz hat mich aufmerken lassen. Gefunden habe ich ihn in einem Artikel auf der Webseite des österreichischen "Versicherungsjournal". Und es hat mich verblüfft, mit welcher Selbstverständlichkeit er in dieser doch eher konservativen Branche in einem Beitrag über achtsame Führung verwendet wird. Ich beschäftige mich nun schon seit rund 15 Jahren mit dem Thema Achtsamkeit in der Arbeitswelt und ich habe die Zeiten miterlebt, in denen die Erwähnung von Meditation im Kontext von Business noch bestenfalls mit einem Stirnrunzeln, öfter aber mit klar artikuliertem Unverständnis beantwortet wurde. Heute sind die Zeiten anders. Der Achtsamkeits-Boom, der seit einigen Jahren zu verzeichnen ist, dürfte aber nicht unbedingt einem vordergründigen Interesse an Bewusstseinsentwicklung geschuldet. Eher scheint die schiere Not viele Geister zu beflügeln. Der Artikel im Versicherungsjournal zeichnet denn auch die Dilemmata der Arbeitswelt und die sich daraus ergebenden Anforderungen an Führung sehr deutlich nach. Agilität, wie sie heute gerne als innovative Management-Lösung angepriesen wird, lässt sich nicht mal eben so in Unternehmen etablieren. Um flexibel mit der Komplexität des Business umzugehen, braucht es auch entsprechende geistige und menschliche Kapazitäten. Und diese lassen sich durch Meditation und andere Achtsamkeitspraktiken tatsächlich entwickeln. Der Artikel gibt einen guten Überblick über das Feld und zeigt fachlich sehr fundiert auf, was Unternehmen von Achtsamkeit "haben" könnten. Für alle, die nach Argumentationshilfen für Entscheider suchen, eine wunderbare Quelle.
Warum achtsame Führung für Unternehmen wichtig ist, Versicherungsjournal 18.12.18

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Teilzeit ist super - so lange man nicht an die Rente denkt 
Donnerstag, 20. Dezember 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Teilzeit ist heute für viele Frauen in der Familienphase immer noch ein bewährtes Modell. Eine Umfrage des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums mit 2.000 Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind, bringt zutage: 85 Prozent finden es "super", keinem Vollzeit-Job nachgehen zu müssen. 75 Prozent wollen in ihrer aktuellen Lebensphase auf gar keinen Fall in Vollzeit arbeiten. Und 60 Prozent würden diesen Status gerne bis zur Rente beizubehalten. Das sind dramatische Zahlen, denn die Befragten sind sich durchaus bewusst, was dies für ihre Zukunft bedeutet. 68 Prozent ahnen, dass sie im Alter nicht von ihrer Rente werden leben können. Und 25 Prozent beschäftigen sich, weil diese Aussicht frustrierend ist, einfach nicht mehr mit diesem Thema. Der Trend, gerne weniger arbeiten zu wollen, macht sich in jüngster Zeit ja öfter bemerkbar, auch bei jenen, die die freie Zeit nicht brauchen, um für andere zu sorgen (wenngleich bei ihnen die gefühlte Notwendigkeit wahrscheinlich deutlich höher liegt). Doch irgendwie ist es erschütternd zu sehen, wie solche gesellschaftlich akzeptierten Modelle eine ganze Bevölkerungsgruppe langfristig ins wirtschaftliche Abseits bringt - denn all diese Frauen werden entweder im Alter verarmen oder benötigen einen weiteren Verdiener an ihrer Seite. Wir scheinen dringend eine öffentliche Diskussion darüber zu brauchen, wie wir nicht nur die Arbeit, die zu tun ist (sei es Erwerbs- oder Familienarbeit), als Gesellschaft im Ganzen bewerkstelligen können, sondern auch, wie wir sie so verteilen können, dass wir alle damit auf lange Sicht gut leben können.
Frauen in Teilzeit sind laut Umfrage sehr zufrieden, zeit.de 14.12.18

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Umweltbewusstsein braucht das direkte Feedback 
Mittwoch, 19. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Umweltschutz ist wichtig, das wissen wir alle - und doch fällt es bei den Alltäglichkeiten oft schwer, auch danach zu handeln. Studien in Hotels zeigen: Wer die Folgen seines Handelns unmittelbar sehen kann, beginnt sich zu verändern. So wurde in einem Versuch den Übernachtungsgästen während des Duschens ihr Wasser- und Stromverbrauch angezeigt. Das Ergebnis: Der Energieverbrauch sank um 12 Prozent. Das mehrfache Benutzen von Handtüchern lässt sich am ehesten stimulieren, indem man den Gästen sagt, wie viel Prozent der anderen Hotelgäste dies bereits tun. Allein der Hinweis, dass es ökologischer ist, nicht jeden Tag ein neues Handtuch zu benutzen, hat hingegen nicht denselben Effekt. Wir scheinen vor allem dann ein günstigeres Verhalten leichter umzusetzen, wenn wir den konkreten Nutzen vor Augen haben.
Sozialer Druck erhöht umweltbewusstes Verhalten, Deutschlandfunk Kultur 13.12.18

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Achtsamkeit ist einfacher, als viele denken 
Dienstag, 18. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Das Handelsblatt hat auf seinem Online-Portal einen schönen Selbsterfahrungsbericht veröffentlicht, in dem die Autorin sich an verschiedenen Achtsamkeitsmethoden versucht und darüber berichtet, welche Wirkungen sie anschließend im Alltag wahrnimmt. Bewusstes Atmen, Körperwahrnehmung und Übungen, die dabei helfen, die eigenen Gedanken wahrzunehmen und nicht an ihnen zu hängen - all diese kleinen Methoden aus dem Achtsamkeitsrepertoire haben der Testerin geholfen, konzentrierter zu sein, nicht mehr so sehr in Automatismen zu verfallen und entspannter durchs Leben zu gehen. Und das mit einem Übungsaufwand von etwa einer halben Stunde täglich. Beispiele wie dieses sind vielleicht eine Ermutigung, einfach mal auszuprobieren, was Meditation & Co. so bewirken - und sich auch von den ersten Hürden wie der nun auch wahrnehmbar werdenden inneren Unruhe und Ablenkung nicht gleich wieder aus der Bahn werfen zu lassen.
Mit diesen Übungen lernst du Achtsamkeit, HB 12.12.18

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Hirnstimulation macht kreativer 
Montag, 17. Dezember 2018 - Bewusstsein, Studien
Kreativ werden auf Knopfdruck? Die neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass dies längst möglich ist. Eine britische Untersuchung mit 30 Probanden belegt, dass Menschen, deren rechte Schläfenlappen mit Alpha-Wellen stimuliert werden, bei Wortassoziationstests kreativer sind als jene ohne Stimulation. Das liegt laut den Forschern daran, dass die Alpha-Wellen naheliegende Gedankenassoziationen unterbinden und so den Denkraum öffnen für weniger offensichtliche Einsichten. Natürlich ist dieser Eingriff in den sonst unbewusst ablaufenden geistigen Prozess nicht die einzige Variable, die Menschen kreativ sein lässt. Wer sprachlich nicht sonderlich bewandert ist, wird wahrscheinlich auch durch Stimulation keine großartigen Ideen in solchen Tests entwickeln. Und doch kann man erahnen, dass solche Beeinflussungen künftig womöglich in unserem Leben, wenn es erst einmal technisch ausgereifte Geräte gibt, die im Alltag nutzbar sind, eine ernsthafte Rolle spielen werden. Denn der moderne Mensch neigt dazu, dass zu optimieren, was sich optimieren lässt. Meditation kann übrigens auch die Alpha-Aktivitäten im Gehirn fördern - ganz ohne Tools.
Alpha-Wellen fördern kreatives Denken, spektrum.de 10.12.18

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Digitale Überwältigung ist eine Kulturfrage an alle 
Freitag, 14. Dezember 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Digital Detox und Achtsamkeit werden heute gerne bemüht, um der Kultur der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit etwas entgegenzusetzen. Einfach das Handy einmal ausschalten, abends keine Mails mehr beantworten und sich mit dem eigenen Zeitmanagement klarer von der Flut der Anforderungen abgrenzen, sind Tipps, die gerne bemüht werden. Doch wie viel Einfluss haben wir als Einzelne eigentlich, diesen Überwältigungsmechanismen konstruktiv etwas entgegenzusetzen? In einem Beitrag für die Zeit beschreibt die freie Journalistin und Social-Media-Beraterin Kathrin Weßling, wie aussichtslos es scheint, in einer Kultur, die nach immer mehr unserer Verfügbarkeit fragt, persönliche Freiräume aufrechtzuerhalten. Ihr Fazit ist ernüchternd, denn ihre eigenen Erfahrungen zeigen ihr: Natürlich kann man das Handy einmal beiseite lassen. Aber damit katapultiert man sich auch hinaus aus der geteilten Kultur des Allzeit-Beschäftigtseins - und läuft ständig Gefahr, im Abseits zu landen. Wahrscheinlich bewegen wir uns immer mehr auf die Frage zu, wie wir als Kultur im Ganzen die sich scheinbar verselbstständigen Automatismen des Immer-Mehr durchbrechen. Natürlich tragen wir durch unser individuelles Verhalten dazu bei, die Immer-Mehr-Spirale zu beschleunigen. Aber solange wir nicht sehen, dass hier ein sozialer Organismus im Ganzen immer mehr in die Knie geht und auch Handlungsmöglichkeiten auf kultureller Ebene entwickeln, die uns als Gesellschaft zusammenhalten, kämpfen wir einen individuellen Kampf, der sich womöglich nicht gewinnen lässt.
Mit freundlichen Grüßen aus dem Krankenhaus, zeit.de 4.12.18

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