SAP bringt Achtsamkeit auch in andere Unternehmen 
Montag, 11. Februar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management, Success Stories
SAP gilt hierzulande als einer der großen Vorreiter der Achtsamkeitswelle. Schon 8.000 Mitarbeiter weltweit haben unternehmensintern Achtsamkeitskurse besucht, weitere 8.000 bekunden Interesse und stehen auf Wartelisten für die beliebten Kurse. Doch die Softwareschmiede kümmert sich inzwischen nicht mehr nur um den Seelenfrieden der eigenen Mitarbeiter. Seit Ende 2016 arbeiten die Achtsamkeitstrainer, die SAP ausbildet, auch für Fremdfirmen wie beispielsweise Siemens. SAP selbst kann sich durch die eigenen Programme über einen "Return on investment" von etwa 200 Prozent freuen - denn die Krankheitsrate im Unternehmen ist deutlich gesunken und anscheinend sind meditierende Mitarbeiter auch produktiver. Das scheint mehr und mehr Firmen zum Nachahmen zu inspirieren. Längst wird diese Meditationseuphorie auch kritisch gesehen, denn Skeptiker befürchten, dass Mitarbeiter auf diese Weise nur noch besser der Unternehmensmaschinerie dienen sollen. Bei SAP gibt man sich gelassen. Einerseits sei Achtsamkeit ein Türöffner, um dem in Unternehmen permanenten Wandel offener und konstruktiver zu begegnen. Gleichzeitig finden die Menschen auf diesem Weg aber auch mehr zu sich selbst. Mancher SAPler hat beim Meditieren schon entdeckt, dass er eigentlich lieber etwas anderes machen würde mit seinem Leben - und das Unternehmen verlassen.
Yogasitz auf dem Bürostuhl, Stuttgarter Zeitung 1.1.19

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Angst vorm Chef 
Donnerstag, 7. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Schwierigkeiten anzusprechen oder Dinge, die einem missfallen, fällt vielen Mitarbeitern schwer. Eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt: 44 Prozent der Beschäftigten schweigen lieber über Dinge, bei denen es hakt, aus Angst vor ihren Vorgesetzten. Bei den Älteren liegt der Anteil mit 52 Prozent sogar deutlich höher, während jüngere Arbeitnehmer mit 30 Prozent nicht ganz so betroffen sind. Kleinbetriebe mit bis zu 20 Beschäftigten kommen etwas besser weg, aber auch hier ducken sich 34 Prozent weg, wenn es darum geht, Unangenehmes anzusprechen. Auch um die Wertschätzung im Job stehe es nicht zum Besten. 32 Prozent der Befragten gaben an, sich von ihren Chefs nur wenig wertgeschätzt zu fühlen. 77 Prozent der Mitarbeiter in komplexen Tätigkeitsfeldern fühlen sich allerdings anerkannt, bei jenen, die eher Hilfstätigkeiten ausführen, sind es 56 Prozent.
Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Angst vor ihren Vorgesetzten, Spiegel.de 24.1.19

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Stille ist nichts für Feiglinge 
Mittwoch, 6. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Es ist schon fast Routine, dass beim Weltwirtschaftsforum in Davos auch meditiert wird. Jon Kabat-Zinn, Vater der Mindfulness-Bewegung war bei dem internationalen Event bereits zu Gast, dieses Jahr führte ein tibetischer Lama die Top-Manager ins Meditieren ein. Die Aargauer Zeitung berichtet in diesem Kontext, wie auch in Schweizer Unternehmen, darunter Swisscom und Axpo, Achtsamkeit immer mehr Einzug hält. "Meditation hilft, sich neu auszurichten, sich auf seine Aufgaben und die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, zu fokussieren", sagt etwa der Jesuit Tobias Karcher, der im Lassalle-Institut in der Nähe von Zug Meditationskurse für Manager gibt. Er hat auch die wachsende Kritik an Achtsamkeit im Unternehmenskontext auf dem Radar, sieht hier aber eher weniger Gefahren: "Auch wenn das Unternehmen von zufriedenen Mitarbeitern profitiert, so profitiert der Mitarbeiter zuallererst selbst von seiner Zufriedenheit." Er verweist eher auf die unberechenbare Einsicht, die Meditation freisetzen kann. "Wenn man ganz bei sich selber ist, werden sich Dinge zeigen, die man verdrängt hat, die unangenehm sind", so Karcher. In diesem Sinne sei Meditation nichts für Feiglinge.
Meditation statt Marathon: Achtsamkeit in den Teppichetagen der Grosskonzerne, Aargauer Zeitung 27.1.19

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Engagiert sein, ohne auszubrennen 
Dienstag, 5. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Burn-out verbinden viele vor allem mit all den äußeren Faktoren, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind. Schwappen zu viele Einflüsse, die wir nicht selbst gestalten können, in unser Leben, wird es leicht zu viel und etwas in uns kapituliert. Das Magazin working@office beleuchtet in einem aktuellen Artikel noch eine weitere Facette des Burn-out-Phänomens, nämlich die uns bisweilen fehlende Selbstakzeptanz. "Wir alle wollen etwas leisten. Es erfüllt uns, etwas erreicht zu haben. Mit dem äußeren Druck bei der Arbeit wächst jedoch auch der innere Druck. Viele denken, dass sie alles sofort erledigen müssen. Es ist oft kein Raum da, über Dinge nachzudenken. So verlieren wir leicht den Kontakt zu uns selbst. Das heißt, wir spüren unsere Bedürfnisse nicht mehr und beginnen, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Wenn wir uns antreiben, wenn wir über unsere Grenzen gehen und uns erschöpfen, so wie ich das im Burnout sehe, ist das oft angetrieben von dem Wunsch, von den Kollegen oder den Vorgesetzten als positiv und fleißig gesehen zu werden. Das macht uns abhängig von der Anerkennung anderer", sagt etwa die Therapeutin Christine Brähler, die sich mit Selbstmitgefühl beschäftigt. Der Artikel gibt Beispiele und Übungen, wie sich das Gespür für die eigenen Bedürfnisse wieder stärken lässt - und wie man lernen kann, diesem Gespür dann auch zu folgen.
Selbstakzeptanz: Ich will so bleiben, wie ich bin ... working@office 23.1.19

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Gegenwind für Achtsamkeit im Business 
Freitag, 1. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Der Achtsamkeitstrend ruft in letzter Zeit immer wieder auch Skeptiker auf den Plan - und zwar nicht etwa jene, die finden, dass Meditation, erst recht im Business, nicht mehr als grober Unfug ist, sondern jene, die ahnen, dass verordnete Entspannungskurse für Firmen auch ein Weg sein können, Mitarbeiter gefügiger zu machen. Die Basler Zeitung beispielsweise berichtet, dass der Management-Vordenker Manfred Kets de Vries, Professor für Leadership Development und Organisational Change an der französischen Wirtschaftshochschule Insead, und seine Fachkollegin Katharina Balazs, Professorin an der Wirtschaftsschule ESCP Europe, in ihrem Blog den Hype um die Achtsamkeit in Frage stellen: "Wenn Unternehmen mit einer kompetitiven Kultur Wellnessprogramme einführen, ist ihr Ziel wirklich, das Leben der Mitarbeiter zu ändern? Oder dient dies meistens dazu, zu verhindern, dass überarbeitete Menschen völlig ausbrennen?" Sie kritisieren, dass in zu vielen Firmen Angst und Paranoia herrschten und dem sei nicht mit ein bisschen Meditation beizukommen. Beide plädieren dafür, sich eher mit dem Thema Vertrauen zu beschäftigen. "Vertrauen bedeutet, dass Menschen einander mit gegenseitigem Respekt behandeln, sich integer verhalten und dass faire Prozesse selbstverständlich sind", sagen sie. Das ist natürlich deutlich aufwändiger, als einfach mal ein paar Achtsamkeitskurse ins Leben zu rufen.
«Ist ihr Ziel wirklich, das Leben der Mitarbeiter zu ändern?», Basler Zeitung 18.1.19

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Wenn Führung sich aus den Mitarbeiterbedürfnissen entwickelt 
Donnerstag, 31. Januar 2019 - Arbeit, Management, Success Stories
Im Zeitalter der Agilität wird viel über Führung jenseits von Hierarchien gesprochen. In einem Beitrag im Harvard Business Manager über das Softwareunternehmen Praemandatum in Hannover wird deutlich, wie komplex das sein kann - und wie einfach, wenn man die Arbeiter einfach die jeweils für sie passende Lösung umsetzen lässt. Bei Praemandatum gibt es keine wirklichen Hierarchien und Mitarbeiter entscheiden selbst, ob sie Führungsaufgaben übernehmen möchten. Mehr Geld bekommen sie dafür nicht, denn die Firma zahlt allen Beschäftigten den gleichen Stundenlohn. Ob Teams dann kooperativ oder hierarchisch arbeiten, entscheidet die Person, die die Führungsrolle übernommen hat. So werden bei Praemandatum einige Teilbereiche durchaus von oben nach unten geführt - auch, weil die Mitarbeiter, die es betrifft, das zu schätzen wissen. Sollten sie es sich einmal anders überlegen, haben sie die Möglichkeit, die Struktur mit einer 75-Prozent-Mehrheit wieder zu ändern. Ich finde den Beitrag interessant, weil er wieder einmal zeigt, dass all die Trends im Bereich Management zu oft nach der einzigen, alleinseligmachenden Lösung greifen, wo doch das Leben im Unternehmen viel komplexer ist. Wenn sich Firmen hingegen wie ein Organismus begreifen, in dem alles ineinander wirkt, aber nicht gleich sein muss, können sie vielleicht wirklich ihre volle Lebenskraft entfalten. Praemandatum ging auch durch harte Zeiten, als das Unternehmen einen großen Kunden verlor. Die Mitarbeiter verzichteten daraufhin für drei Monate, so weit es ihnen möglich war, auf einen Großteil ihres Gehalts. Und heute geht es der Softwareschmiede wieder prächtig.
Macht ist ... für alle da, HBM 15.1.19

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Sozialunternehmen sind sehr innovativ 
Donnerstag, 17. Januar 2019 - Arbeit, Management
Bei Sozialunternehmen denken viele immer noch mehr an den typischen Gutmenschen und weniger an Innovatoren. Eine Untersuchung der Förderbank KfW zeigt nun, dass die Start-ups, die mit ihrer Geschäftstätigkeit auch soziale Entwicklungen anzustoßen versuchen, sogar innovativer sind als konventionelle Start-ups. Ein Viertel der rund 154.000 Social Entrepreneurs, die untersucht wurden, entwickelte eigene technologische Innovationen bis zur Marktreife. Nur jeder achte Start-up mit konventionellem Geschäft kann das von sich sagen. Knapp ein Drittel der Sozialunternehmen bietet in ihrem Arbeitsfeld Marktneuheiten an. Die Untersuchung zeigt, dass soziales Unternehmertum nicht nur eine gesellschaftlich-kulturelle Dimension hat, die bemerkenswert ist. Beim Thema Innovation sind die Social Entrepreneurs ebenfalls in mancherlei Hinsicht dem konventionellen Business überlegen.
Unternehmen mit sozialem Schwerpunkt sind innovativer, Zeit 6.1.19

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Wie viel Ethik braucht die Informatik? 
Dienstag, 15. Januar 2019 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit
Computertechnologien haben heute einen enormen Einfluss auf unser aller Leben. Und im gesellschaftlichen Diskurs wird immer wieder die Frage laut, wie wir diesen technologischen Einfluss ethisch in den Griff bekommen können. In der Realität zeigt sich: Informatiker werden im Berufsalltag zwar häufig mit ethischen Fragen konfrontiert, doch ist Ethik im Zuge ihrer Ausbildung fast nie ein Thema. Diese Erfahrung machte zumindest ein Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes, der für ein Projekt angeheuert werden sollte, an dem er Zweifel hatte. Er tat sich an der Uni schließlich mit einem Absolventen zusammen, der neben Informatik auch Philosophie studiert hatte und beide entwickelten ein Seminar "Ethik für Nerds". Das Angebot trifft einen Nerv und ist seitdem an der Hochschule bei Studierenden sehr gefragt. Einzelne Hochschulen erproben bereits Ethikveranstaltungen im Kontext der Informatik. Aber vielleicht sollte es uns mehr zu denken geben, dass, bei aller Regulierung unserer Ausbildungen, Ethik nicht bereits in allen Fachrichtungen zum Standard gehört.
Philosophische Nachhilfe für Nerds, FAZ 4.1.19

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