Nichts leisten 
Donnerstag, 11. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Meditation erfreut sich als Ausgleichssport für von der Leistungskultur Gebeutelte großer Beliebtheit. Doch kann man Stille einfach machen? Im Interview mit dem SRF erzählt die Schweizer Zen-Meisterin Anna Gamma, warum Meditation sich am ehesten dann einstellt, wenn man sie von dem gewohnten Gedanken, etwas erreichen zu wollen, frei hält. "Wir brauchen einen Raum, in dem wir einfach sein können – und nichts leisten müssen", so Gamma. Ihrer Erfahrung nach können Meditations-Apps oder auch Disziplin zwar in einem gewissen Rahmen helfen, eine kontinuierliche Praxis der Stille zu entwickeln, doch sieht sie dabei auch Grenzen: "Dann können auch noch die ganzen Über-Ich-Geschichten dazukommen. Zum Beispiel «Du bist gut, wenn du das durchziehst» oder Ähnliches. Das funktioniert auf Dauer nicht", meint sie. Und sie lädt dazu ein, sich dem Ungewohnten der Stille einfach anzuvertrauen, damit es sich über die Zeit im Leben entfalten kann: "Die Meditation lässt einen eine ganz und gar andere Erfahrung machen: Es ist wunderbar, dass es dich gibt, noch vor jeder Leistung. Das ist ein universelles Grundbedürfnis der Menschen. Es geht um das Sein, nicht um das Leisten. In der Meditation können wir spüren, wie das Leben durch uns lebt, wie wir getragen sind von einem kosmischen Strom von Leben.
Das klingt vielleicht etwas schräg, es macht nur in der direkten Erfahrung Sinn. Hat man das aber genügend oft erlebt – also geübt –, kann man Stille auch mitten im Trubel erfahren. Magisch."
Meditation to go: Bringt's das?, SRF 3.10.18

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Fondsgesellschaft führt 4-Tage-Woche ein 
Mittwoch, 10. Oktober 2018 - Lebensart, Arbeit, Management
Es war ein Test - und er war mehr als erfolgreich: Die neuseeländische Fondsgesellschaft Perpetual Guardian probierte vor einigen Wochen aus, was sich im Unternehmen ändert, wenn die Mitarbeiter statt an fünf nur noch an vier Tagen pro Woche arbeiten. Der Inhaber des Unternehmens mit 240 Mitarbeitern hatte zahlreiche Untersuchungen darüber gelesen, dass sich durch eine Arbeitszeitverkürzung Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit steigern lassen. Der Testlauf wurde wissenschaftlich begleitet und dabei zeigte sich: Durch die Arbeitszeitverkürzung, deren Maßgabe es war, dass dennoch jeder das vereinbarte Arbeitspensum erbringen muss, stieg die Work-Life-Balance von 54 auf 78 Prozent. Der Stresslevel sank von 45 auf 38 Prozent. Das überzeugte den Firmeninhaber so sehr, dass ab November die Vier-Tage-Woche bzw. eine wöchentliche Arbeitszeitreduzierung um sieben Stunden zur Norm wird.
Fondsgesellschaft testet Vier-Tage-Woche – mit klarem Ergebnis, welt.de 2.10.18

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Apple macht aus Achtsamkeit eine Challenge 
Dienstag, 9. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Silicon Valley und Mindfulness werden heute immer öfter in einem Atemzug genannt. Apple zeigt nun, wie man aus dem Achtsamkeitsthema ganz im Sinne der modernen Leistungskultur eine wunderbare Challenge machen kann. Diesen Monat sind die Mitarbeiter des Unternehmens dazu aufgerufen, regelmäßig kleine Achtsamkeitspausen einzulegen. Die mentalen Auszeiten können mit einer beliebigen App dokumentiert werden. Wer nach 25 Tagen besonders achtsam war, bekommt ein exklusives T-Shirt. Leider wird in den zahlreichen Meldungen, die zur Challenge im Netz kursieren, nichts darüber gesagt, ob es für den persönlichen Achtsamkeitseinsatz auch eine Obergrenze gibt. ;-)
Apple-Mitarbeiter können exklusives T-Shirt in Achtsamkeits-Challenge gewinnen, macerkopf.de 1.10.18

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Meditations-App Calm nun auch auf Deutsch verfügbar 
Freitag, 5. Oktober 2018 - Bewusstsein, Lebensart
Digitale Meditationshelfer erfreuen sich großer Beliebtheit. Geführte Meditationen oder auch Timer erleichtern es Einsteigern, eine regelmäßige Praxis zu entwickeln. Die Meditations-App Calm ist nun auch in deutscher Sprache erhältlich. Die App bietet Kurse zum Runterkommen, für besseren Schlaf, Fokussierung und Stressmanagement. Außerdem zeigt sie jeden Tag einen Denkanstoß an. Zum Einschlafen bietet Calm neben Meditationshilfen auch Gute-Nacht-Geschichten.
Calm-Pressemitteilung 25.9.18

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Misstrauen macht die Seele müde 
Montag, 24. September 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Wer ständig Misstrauen ausgesetzt, leidet darunter, das erscheint nur logisch. In einer Studie mit 60 Probanden, die knapp 800 Tage lang regelmäßig verschiedene Fragen zu dem ihnen entgegengebrachten Misstrauen, Gerechtigkeitsempfinden und ihrer emotionalen Verfassung beantworteten, zeigte sich: Misstrauen im Arbeitsumfeld schafft auf Dauer Distanz. Jene, denen nicht vertraut wird, wenden sich innerlich von ihrer Arbeit ab und entwickeln auch im privaten Umfeld Probleme. Die Befragten, denen von Kollegen oder Chefs misstraut wurde, gaben an, wie sehr dies an ihren Kräften zehrt, und sie fühlten sich auch seelisch erschöpft.
Erschöpft vor Misstrauen, Psychologie heute 12.9.18

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Profisportler setzen auf Meditation 
Mittwoch, 19. September 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Wie salonfähig Meditation längst geworden ist, zeigt sich auch darin, dass immer mehr Profisportler auf Achtsamkeit setzen, um ihren Sport bewusster zu praktizieren - und natürlich ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dr. Christian Zepp, sportpsychologischer Experte der deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft, beschreibt die typischen Herausforderungen so: "Fast jeder Spieler kennt die Gedanken, die einem vor einem Spiel durch den Kopf gehen: „Ich muss heute gewinnen!“, „Warum denn gegen diesen Gegner?!“, ... Unser Kopf ist mit unzähligen Gedanken und Gefühlen ausgefüllt und beschäftigt, die uns häufig daran hindern, in der Situation unsere beste oder auch nur eine gute Leistung zu bringen. Sobald wir uns in unserem Kopf damit auseinandersetzen, was in der Vergangenheit war („Gegen den Gegner habe ich bisher immer verloren“) oder was in Zukunft sein wird („Wenn ich das Spiel heute gewinne, stehe ich morgen in der nächsten Runde!“) oder wer vielleicht gerade auf der Tribüne sitzt, verlieren wir den Fokus für das, was gerade im Moment wichtig ist: der nächste Ball. In dem Moment, in dem unser Kopf nicht im Hier und Jetzt ist, ist dieser Moment auch schon vergangen – und wir treffen womöglich eine falsche Entscheidung oder machen einen Fehler. Die Aufgabe ist also eigentlich ganz simpel: 100% Konzentration auf das Hier und Jetzt." Für ihn ist Achtsamkeit ein Weg, diesen Gedankensturm zu durchbrechen: "Eine der wichtigsten Methoden, die eigenen Gedanken zu beruhigen, Emotionen zu akzeptieren und sich ausschließlich im Hier und Jetzt zu befinden, ist das Achtsamkeitstraining. Achtsam zu sein, bedeutet dabei, bewusst und ohne Wertung auf all jenes Acht zu geben, was genau in diesem Moment gerade um uns herum geschieht, und es auch genau so wahr- und anzunehmen. Es geht nicht darum, was es bedeutet, dass man vielleicht an Position 3 spielt, was die Zuschauer denken, was es zu Hause nach dem Spiel zu Essen gibt oder was passiert, wenn man das Spiel gewinnt. Es geht nur um diesen einen Moment, in dem man sich jetzt gerade befindet." Wie wahr ...
Auch unter Druck gute Leistungen bringen, tischtennis.de 4.9.18

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Die Sehnsucht nach dem Großen und Ganzen 
Dienstag, 18. September 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Unsere modernen Lebenswelten scheinen uns nicht nur zu inspirieren, sondern auch zu ermüden und zum Teil sogar vom Leben zu entfremden. Und so suchen immer mehr Menschen nach Gegenpolen. Einer davon ist die Natur, sozusagen der noch unverfälschte Kulturraum. "In der Natur will sich der Mensch als Teil in einem großen Zusammenhang erfahren. Er sucht nach Verbindung. Und in der Natur wird er sich seiner selbst im Ganzen bewusst", so der Philosoph Andreas Weber in einem zwar schon zwei Jahre alten, aber immer noch sehr aktuellen Interview mit der Welt. Weber betrachtet diesen tieferen Wunsch nach Naturbeziehung nicht als Gegenbewegung zu einer übertechnisierten Lebensweise. Seiner Meinung kommt in ihm zum Ausdruck, dass etwas in uns weiß, dass tiefere und umfassendere Beziehungen zum Leben möglich sind - und es sucht danach. "Natürlich steckt in diesem auch Drang nach draußen die Suche nach etwas anderem. Aber dieses Andere ist nicht unbedingt der Zivilisation oder der Technik entgegenzusetzen. Tatsächlich ist es die Suche nach Lebendigkeit. Wir suchen authentische Erfahrungen und wollen uns selbst spüren. Das ist etwas, das wir uns in einer Welt der Kontrolle aberkannt haben. Es gibt eine Triebkraft, wirklich sein und Wirklichkeit erfahren zu wollen", erklärt Weber. Natur-Bestseller und Waldbaden lassen dieses natürliche Bedürfnis leicht als Trend in die Wahrnehmung rücken. Dabei ist es so viel mehr. Vielleicht beginnen einfach gerade immer mehr Menschen zu entdecken, dass wir schlicht einige Schichten unseres Menschseins vergessen haben. Nun fangen wir an, sie und damit uns selbst zu revitalisieren.
"Wir suchen nach Wegen, um wieder zu fühlen", welt.de 11.8.16

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Kranke Arbeitswelt 
Montag, 17. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Macht Arbeit krank? Ein Blick auf den Fehlzeitenreport, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin anhand der Daten von 2.000 Beschäftigten erstellt wurde, ist alarmierend. 45 Prozent der Befragten klagen über Erschöpfung, 32 Prozent über Nervosität und Reizbarkeit, 30 Prozent sind lustlos und fühlen sich ausgebrannt. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und diverse körperliche Beschwerden kommen noch hinzu. Ein Großteil der Befragten führt all diese Beeinträchtigungen wesentlich auf die eigenen Arbeitsbedingungen zurück. Mehr als 90 Prozent würden sich sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wünschen, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und den Job mit Familie und Privatleben gut vereinbaren zu können. Die Studie zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leiden der Arbeitenden und den Rahmenbedingungen ihrer Jobs besteht. Von jenen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, klagen "lediglich" 33 Prozent über Erschöpfung, bei Menschen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind es 57 Prozent. Hier scheint sich seit Jahren kulturell etwas zusammenzubrauen. Leistungskultur hin oder her - die Arbeitswelt scheint immer mehr die menschliche Lebendigkeit aufzufressen.
Arbeit ohne Sinn macht krank, Zeit online 4.9.18

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