Studium oder Lehre? Macht etwa gleich (un)zufrieden 
Donnerstag, 4. Oktober 2018 - Studien, Arbeit
Der Trend zum Studieren scheint ungebrochen. Eine Untersuchung des Portals meinestadt zeigt allerdings: Akademiker sind später im Beruf nicht unbedingt zufriedener als Menschen, die einen Ausbildungsberuf erlernt haben. Über den Ausbau ihrer Fähigkeiten im Berufsverlauf sind zwei Drittel der Akademiker und Nicht-Akademiker zufrieden, ähnlich steht es um die Einschätzung ihrer Berufsbilanz. Beim Karriereverlauf hat gut die Hälfte ein positives Gefühl, während mit der Gehaltsentwicklung nur etwa die Hälfte der Befragten zufrieden ist. Akademiker weisen bei allen Aspekten eine um zwei bis fünf Prozentpunkte höhere Zufriedenheit auf als die Nichtakademiker.
So zufrieden sind Akademiker und Nicht-Akademiker mit ihrer Arbeit, WiWo 21.9.18

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Teilen hängt vom sozialen Kontext ab 
Dienstag, 2. Oktober 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Großzügigkeit scheint keine statische Eigenschaft zu sein, sondern sich bei Menschen im Kontext der jeweiligen sozialen Situation zu ergeben. Amerikanische Forscher untersuchten ein Nomadenvolk in Tansania, das sich mehrfach im Jahr in unterschiedlichen Konstellationen in größeren Camps trifft und ansonsten in kleineren Gruppen unterwegs ist. In mehreren dieser Camps, bei denen sich die Personenkonstellationen jeweils veränderten, betrachteten die Wissenschaftler anhand eines Testszenarios, wie sehr die einzelnen Stammesmitglieder geneigt waren, mit anderen zu teilen. Dabei wurde deutlich, dass die Freigebigkeit keine konstante Charaktereigenschaft war. Vielmehr passten viele der Nomaden ihre Bereitschaft zu teilen an die jeweilige soziale Situation an. In Gruppen, in denen viele eher zurückhaltend waren, wurden auch jene Nomaden geiziger, die in anderen Konstellationen großzügig waren. Umgekehrt schien auch wahrnehmbare Freigebigkeit zu inspirieren, so dass dann mehr geteilt wurde.
Teilen ist ansteckend, wissenschaft.de 21.9.18

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Je höher das Gehalt, umso mehr Überstunden 
Montag, 1. Oktober 2018 - Studien, Arbeit, Management
An der Spitze eines Unternehmens zu stehen, bringt oft auch Spitzenarbeitszeiten mit sich. Die Hamburger Vergütungsberatung Compensation Partner hat untersucht, wie es um die Überstunden von Fach- und Führungskräften bestellt ist. Bei den Führungskräften kommt einiges zusammen. Die leisten im Laufe ihres Berufsleben rund 15.430 Überstunden, was etwa 7,4 Arbeitsjahren entspricht. Fachkräfte kommen mit 6.562 Überstunden (etwa 3,1 Arbeitsjahre) besser weg. Besonders hoch ist die Mehrarbeit bei Consultants, sie leisten im Schnitt pro Woche 5,11 Überstunden. Die Zahl der Überstunden korreliert mit dem Gehalt. Wer über 120.000 Euro brutto pro Jahr verdient, arbeitet durchschnittlich pro Woche 9,5 Stunden länger. In der Gehaltsstufe zwischen 31.000 und 40.000 Euro Jahresverdienst sind es hingegen nur 2,3 Überstunden. Interessant auch: Je älter die Beschäftigten sind, umso mehr Überstunden leisten sie.
7,4 Jahre Überstunden, HBM 10/2018

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(Cyber-)Mobbing nimmt zu 
Freitag, 28. September 2018 - Psychologie, Studien
Jeder dritte Erwachsene wird einmal Opfer von Mobbing, so die traurige Erkenntnis einer Studie „Mobbing und Cybermobbing bei Erwachsenen – die allgegenwärtige Gefahr“, die vom Bündnis gegen Cybermobbing in Auftrag gegeben wurde. 57 Prozent der Mobbing-Fälle geschehen dabei am Arbeitsplatz. Seit der letzten Erhebung 2014 seien die gemessenen Fallzahlen weiter gestiegen. Für die Arbeitgeber bringe dies Folgekosten von rund fünf Milliarden Euro mit sich. Das Bündnis setzt sich dafür ein, dass die gesetzlichen Grundlagen, mit denen Mobbing geahndet werden kann, verbessert werden.
Jeder dritte deutsche Erwachsene wird gemobbt, FAZ 20.9.18

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Wer bin ich? Und was hilft es, wenn ich das weiß? 
Mittwoch, 26. September 2018 - Psychologie, Studien
Persönlichkeitstests sind in der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken, denn im Recruiting bemühen sich viele Unternehmen, nicht nur Bewerber zu finden, die die benötigten fachlichen Qualifikationen mitbringen, sie sollen auch menschlich in das ihnen zugedachte Arbeitsfeld passen. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun in einem Großversuch eine neue Typologie ans Licht gebracht. Zunächst durchliefen 145.000 Personen einen Online-Persönlichkeitstest mit 300 Fragen. Das so gesammelte Datenmaterial wurde dann an drei weiteren Probandengruppen getestet, so dass schließlich die Daten von rund 1,5 Millionen Menschen in die Auswertung einflossen. Inhaltlich erfassten die Wissenschaftler dabei die "Big Five"-Persönlichkeitseigenschaften Neurotizismus (versus emotionale Stabilität), Extraversion (versus Introversion), Offenheit für Neues, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Ihre Auswertungen führten sie zu vier Persönlichkeitstypen, deren Label nicht unbedingt motivierend klingen. Positiv besetzt ist das "Vorbild" (engl. role model), ein verträglicher, gewissenhafter, extravertierter und emotional stabiler Mensch, der offen für Neues ist. Am anderen Ende der Skala findet man die "Selbstzentrierten", die zwar extravertiert sind, aber bei denen alle anderen Persönlichkeitseigenschaften eher unterdurchschnittlich ausgeprägt sind. Dann sind da noch die "Reservierten", introvertierte Menschen mit wenig Offenheit für Neues und ansonsten eher durchschnittlich. Der "Durchschnittstyp" wiederum ist eher extravertiert, emotional stabil, gewissenhaft und verträglich, bringt aber ebensowenig Offenheit mit wie die Reservierten. Kritiker stören sich nicht nur an der seltsamen Benennung der Typen, sie kritisieren auch, dass diese in der Praxis nicht ausreichend validiert wurden und man die Vorhersagekraft auf das Verhalten von Menschen nicht genügend geprüft habe. Ich frage mich, warum man überhaupt versucht, immer wieder neue Typen zu entwickeln. Ich versuche mir vorzustellen, wie Personaler sich bemühen, auf Basis der hier genannten Cluster ein arbeitsfähiges Team auf die Beine zu stellen.
Typologie mit Macken, spektrum.de 19.9.18

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Erleichtert Social Media den Jobwechsel? 
Dienstag, 25. September 2018 - Studien, Arbeit
Ständiges Surfen im Internet ist bei Arbeitgebern nicht gerne gesehen. Doch manche Berufsgruppen arbeiten im Social-Media-Bereich und knüpfen von Berufswegen immer wieder neue Kontakte im Virtuellen. Eine Studie zeigt nun, dass sich dies für die Arbeitgeber kontraproduktiv auswirken könnte, denn wer ständig in den Netzwerken unterwegs, erfährt natürlich auch häufiger von spannenden Jobangeboten. Die Untersuchung des Social-Media-Nutzungsverhaltens von 269 Angestellten eines kanadischen Gesundheitsdienstleisters zeigt: Jeder Zweite, der Social Media beruflich nutzt, sucht über diese Kanäle auch nach neuen Jobs. Bei jenen, die nur privat in den Netzwerken unterwegs sind, ist es lediglich jeder Vierte. Zwei Drittel der beruflichen Netzwerknutzer knüpfen über diese Kanäle auch neue berufliche Kontakte, bei den Privatnutzern ist es nur ein Drittel. Über andere Unternehmen informieren sich 64 Prozent der beruflichen Nutzer und 43 Prozent der Privatnutzer.
Lockruf der Konkurrenz, HBM 13.9.18

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Die Anderen sind meist geistig unsere Gegner 
Freitag, 21. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wenn es darum geht, Aussagen zu bewerten, lassen wir bei weitem nicht immer allein den gesunden Menschenverstand walten. Eine britische Studie zeigt eindrücklich, wie stark unsere Bewertung davon abhängig ist, was wir vom Urheber eines Statements halten. Die Wissenschaftler legten verschiedenen Personengruppen Statements und Aphorismen vor und fragten danach, ob diese richtig oder falsch, zustimmungswürdig oder eher ablehnenswert seien. Gleich, um welches Themenfeld es ging, beispielsweise Politik oder Religion, die Zustimmung oder Ablehnung der Probanden hing wesentlich damit zusammen, ob die Person, der eine Äußerung zugeschrieben wurde, dem "eigenen Lager" entstammte oder nicht. Atheisten widersprachen vehement vermeintlichen Bibelaussagen, während sie diesen, sobald sie ihnen als Aphorismen griechischer Philosophen verkauft wurden, wesentlich öfter zustimmten. Bei politischen Themen bestimmte die politische Ausrichtung des Thesengebers das Urteil mehr als der Inhalt des Gesagten. "Es geht also vor allem darum, wie die Zitate gelabelt sind, und nicht darum, was sie aussagen", so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler.
Die andere Seite hat niemals recht, SZ 11.9.18

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Kranke Arbeitswelt 
Montag, 17. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Macht Arbeit krank? Ein Blick auf den Fehlzeitenreport, der vom Wissenschaftlichen Institut der AOK, der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin anhand der Daten von 2.000 Beschäftigten erstellt wurde, ist alarmierend. 45 Prozent der Befragten klagen über Erschöpfung, 32 Prozent über Nervosität und Reizbarkeit, 30 Prozent sind lustlos und fühlen sich ausgebrannt. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und diverse körperliche Beschwerden kommen noch hinzu. Ein Großteil der Befragten führt all diese Beeinträchtigungen wesentlich auf die eigenen Arbeitsbedingungen zurück. Mehr als 90 Prozent würden sich sichere und gesunde Arbeitsbedingungen wünschen, das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, und den Job mit Familie und Privatleben gut vereinbaren zu können. Die Studie zeigt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Leiden der Arbeitenden und den Rahmenbedingungen ihrer Jobs besteht. Von jenen, die ihre Arbeit als sinnhaft erleben, klagen "lediglich" 33 Prozent über Erschöpfung, bei Menschen, die keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen, sind es 57 Prozent. Hier scheint sich seit Jahren kulturell etwas zusammenzubrauen. Leistungskultur hin oder her - die Arbeitswelt scheint immer mehr die menschliche Lebendigkeit aufzufressen.
Arbeit ohne Sinn macht krank, Zeit online 4.9.18

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