Zusammenhalt zählt 
Donnerstag, 11. Januar 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Wenn es nach der jüngsten Studie der BAT Stiftung für Zukunftsfragen geht, ist Egoismus für viele Deutsche ein nicht mehr zeitgemäßes Auslaufmodell. Die Forscher befragten 2.000 Bundesbürger. 84 Prozent der Befragten sagten, in unserer Gesellschaft sei immer weniger Platz für Egoismus. Zusammenhalt in der Familie, aber auch in nachbarschaftlichen Beziehungen gewinnt in den Augen vieler wieder an Bedeutung. Für 90 Prozent ist die Familie der wichtigste Unterstützungsraum, 60 Prozent setzen auf gute Nachbarschaft, weil sie das Gefühl haben, immer mehr auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. "Das Zeitalter der reinen Ich-Bezogenheit und des Hedonismus nähert sich anscheinend seinem Ende und wird ersetzt durch Individualität und Gemeinschaft", so die Studie.
Deutsche streben nach Zusammenhalt, ntv 15.12.17

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Muße braucht die Gegenwärtigkeit 
Montag, 8. Januar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Im Job verstärkt draufhalten, um den Feierabend richtig genießen zu können, die To-Do's des Tages mit maximaler Effizienz durchprügeln, damit mehr entspannte Freizeit bleibt - Rechnungen wie diese hat wohl jeder schon einmal angestellt (und wahrscheinlich auch die damit verbundene Hektik in Kauf genommen), und das alles, um am Ende des Tages doch noch ein paar Muße-Stunden für sich zu haben. Doch oft geht diese Rechnung nicht auf. "Je mehr ich in Unruhe und Tätigkeit im Tun-Modus und in Produktivität unterwegs bin, desto mehr gewöhnt sich mein inneres Sein, mein Geist, auch an diesen Punkt. (…) Wenn man dann mal die Zeit hat, dann findet man die Ruhe nicht mehr, weil man ja innerlich schon so auf Unruhe gepolt ist", erklärt der Achtsamkeitsforscher Stefan Schmidt. Der wunde Punkt: Je mehr wir uns innerlich auf Tun und Machen programmieren, umso schwerer fällt uns das Abschalten, wenn dann alles getan ist. Wir denken nachmittags schon an den schönen Ausklang des Tages und verlieren dabei das Gefühl für die Gegenwärtigkeit. "Muße ist so eine Orientierung in der Gegenwart, es hat was mit Freiheit zu tun, es hat was mit Gelassenheit zu tun, und es hat was mit Unproduktivität in dem Sinne zu tun, dass ich jetzt nicht funktional unterwegs bin (…) – das, was ich gerade tue, genügt mir", sagt Schmidt. Vielleicht hilft es, öfter einmal einfach ganz bei der Sache zu sein - ob das, was wir gerade tun, unsere Vorstellung von Muße erfüllt oder nicht.
Warum Zeitsparen keine Muße bringt, Deutschlandfunk Kultur 4.11.17

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Mehr arbeiten in weniger Zeit = mehr Freizeit 
Freitag, 15. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit, Success Stories
Lange Arbeitstage bringen nicht immer viel - weder für Mitarbeiter noch für Unternehmen. Die Bielefelder IT-Firma "Rheingans Digital Enabler" mit zwölf Mitarbeitern hat nun einen radikalen Schritt gewagt. Das Unternehmen hat die tägliche Arbeitszeit von acht auf fünf Stunden gesenkt - bei vollem Lohn für die Angestellten. Die Idee: Wenn die Mitarbeiter von 8 bis 13 Uhr konzentriert und ohne Ablenkung durcharbeiten, schaffen sie genau so viel, als wenn sie den ganzen Tag im Büro wären. Ein Talk in der Kaffeeküche, privates Telefonieren oder Internet-Surfen sind bei den Bielefeldern nun gewissermaßen tabu. Auch die Meetings werden zeitlich begrenzt, um keine Zeit zu verschwenden. Die Mitarbeiter scheinen die Veränderung zu schätzen. Sie seien zwar mittags manchmal geschlaucht, aber dafür haben sie die andere Hälfte des Tages zur freien Verfügung.
Chef lässt nur noch 5 statt 8 Stunden arbeiten - bei gleichem Lohn, welt.de 8.12.17

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Authentizität ist nicht immer gut für den Job 
Donnerstag, 14. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit
Seit einigen Jahren hat das Thema Authentizität in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen. Arbeitnehmer suchen Jobs, in denen sie sich selbst verwirklichen können. Firmen werben um Mitarbeiter, die authentische Persönlichkeiten sind. Fakt ist jedoch auch: Wenn es ans Eingemachte geht, wollen Firmen dann noch lieber Angestellte, die das übliche Business-as-usual umsetzen. Eine Auswertung von 136 Studien, in denen die Arbeitsleistung und die Karrierechancen von "authentischen" und "angepassten" untersucht wurden, zeigt: Je mehr die Studienteilnehmer sie selbst sind im Beruf, umso geringer ist ihre Arbeitsleistung - und umso schlechter sind ihre Beförderungschancen. Eine Stanford-Studie von 2016 unter 600 Mitarbeitern einer Technologiefirma, bei der die E-Mails der Angestellten analysiert wurden, zeigt: Diejenigen, die sich in Sprache und Kommunikationsstil der Firmenkultur am meisten an die Unternehmenskultur anpassten, waren am erfolgreichsten. Die Universität von Kentucky fand heraus, dass eher angepasste Mitarbeiter im firmeninternen Netzwerk deutlich besser positioniert sind als die Exoten, die ganz sie selbst sein möchten. Wissenschaftlich betrachtet scheint Authentizität also eher ein Karrierekiller zu sein. Aber womöglich ist Karriere ja nicht das oberste Ziel der Authentischen.
Sei alles, nur nicht du selbst, WiWo 7.12.17

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Das Glück im Unglück finden 
Donnerstag, 7. Dezember 2017 - Bewusstsein, Lebensart
Wohl jeder von uns hat den Wunsch, im Leben glücklich zu sein. Doch was bedeutet das eigentlich genau? Oft haben wir diffuse Vorstellungen und Sehnsüchte, und wenn diese sich nicht erfüllen, haben wir das Gefühl, nicht glücklich zu sein. Abt Muho, ein deutscher Zen-Meister, der seit vielen Jahren in Japan ein Kloster leitet, hat einen ganz anderen Blick auf das Glück. "Echtes Glück für mich bedeutet, auch mal unglücklich sein zu können. Und echte Zufriedenheit bedeutet, mit seiner Unzufriedenheit zufrieden sein zu können. Und das bedeutet letztlich Loslassen", sagt er. Für ihn ist Zen-Meditation der Schlüssel zu diesem Loslassen. Für die meisten ist das erst einmal schwer vorstellbar, zu verbunden sind wir in jeder Minute mit dem konkreten Leben, wie wir es gestalten - und wie es uns durch seine Anforderungen formt. Und doch scheint es da diese Lücke zu geben. Diese Momente, in denen wir frei sind von allen Ideen darüber, was sein sollte. Es geht nicht darum, eigene Gefühle und Sehnsüchte komplett zu ignorieren. Vielleicht bedeutet es einfach, die Fähigkeit zu entwickeln, auch mit dem sein zu können, was ist, in Frieden. Das kommt Glück schon sehr, sehr nahe.
"Echtes Glück bedeutet auch, unglücklich sein zu können", Deutschlandfunk 29.11.17

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Grundeinkommen steht hoch im Kurs 
Freitag, 1. Dezember 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit
Eine Mehrheit der Deutschen liebäugelt inzwischen mit dem Grundeinkommen, so die Erkenntnisse einer Erhebung von Splendid Research unter gut 1.000 Befragten. Die Zustimmungsrate hängt dabei davon ab, ob mehr die Vor- oder die Nachteile hervorgehoben werden. Wenn in der Definition die Vorteile überwiegen, plädieren 64 Prozent, stehen mehr die Nachteile im Vordergrund immer noch 46 Prozent. Als angemessenen Betrag erachten die Befragten 1.137 Euro. Bis zu 38 Prozent der Beschäftigten würden, wenn das Grundeinkommen eingeführt würde, den Beruf oder den Arbeitgeber wechseln, ihre Stundenzahl reduzieren oder sogar überhaupt nicht mehr arbeiten. Das Grundeinkommen würde der Studie zufolge nicht nur Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringen. Rund ein Drittel der Befragten könnte sich vorstellen, so versorgt in Regionen mit günstigeren Mieten und Preisen zu ziehen und sich dort ehrenamtlich zu engagieren oder ein Unternehmen zu gründen.
So stehen die Deutschen zum bedingungslosen Grundeinkommen, Die Welt 23.11.17


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Mehr oder weniger arbeiten?  
Mittwoch, 29. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Unter den Vorzeichen der Digitalisierung werden die Regelarbeitszeiten immer wieder zum Thema. Die wirklichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer lassen sich allerdings kaum durch klare Regeln fassen. Einerseits möchten immer mehr Menschen gerne weniger arbeiten. Doch gibt es auch eine Vielzahl an Unterbeschäftigten, die ihre Arbeitszeit gerne aufstocken würden. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes würde rund eine Million der Beschäftigten gerne kürzer arbeiten. 2,7 Millionen hingegen hätten nichts dagegen, wenn ihr Arbeitgeber sie länger beschäftigt. In den Ärmsten Haushalten ist die Arbeitszeit seit 1990 um 31 Prozent gesunken, bei der Oberschicht um 6,5 Prozent. Oft sind es Menschen in Teilzeitjobs, die gerne länger arbeiten würden, um besser über die Runden zu kommen. Der große Erfolg der 450-Euro-Jobs macht jedoch vielen einen Strich durch die Rechnung, denn Arbeitgeber setzen aufgrund der höheren Flexibilität gerne auf mehrere Mini-Jobber, statt Vollzeitstellen zu schaffen. Experten fordern deshalb, die Privilegien dieser Jobs abzuschaffen. Die von der Wirtschaft immer wieder geforderte weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten zielt oftmals vor allem auf die High Potentials, die ohnehin schon viel arbeiten. Doch am unteren Ende des Arbeitsmarktes scheint der Reformbedarf auch erheblich.
Ich eine Stunde weniger, du eine mehr, Zeit online 21.11.17

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Natur und Gesundheit sind vielen wichtiger als Erfolg 
Dienstag, 28. November 2017 - Lebensart, Studien
Die Deutschen scheinen sich nach Ursprünglichkeit zu sehnen. Bei der Erhebung zum Werteindex 2018 schaffte es die Natur auf Platz 1. Viele Menschen versprechen sich von ihr Seelenfrieden und innere Kraft. Die Analyse von Diskussionsbeiträgen in deutschsprachigen Social Media-Kanälen ergab als weitere Top-Werte der Deutschen: Gesundheit, Familie, Freiheit, Sicherheit, Erfolg, Gemeinschaft, Anerkennung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Zum ersten Mal werde Sicherheit häufiger diskutiert als Vertrauen, heißt es in der Untersuchung. Die Beiträge würden zunehmend in den politischem Sicherheitskontext gestellt. Der Fokus liegt auf der Rolle des Staates, insbesondere im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise. Beim Thema Freiheit bewegt die Deutschen vor allem ihre persönliche Freiheit im Alltag, während die politische Freiheit an Relevanz verliere.
Werteindex 2018, tns Infratest 20.11.17

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