Schreibtisch auf Abruf kann zermürben 
Mittwoch, 10. Januar 2018 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Vor allem in Unternehmen mit vielen Außendienstlern hat der Trend zu flexiblen Arbeitsplätzen in den letzten Jahren zugenommen. 30 bis 60 Prozent der Mitarbeiterplätze lassen sich einsparen, wenn die Angestellten sich morgens einen Rollcontainer mit ihren Arbeitsutensilien schnappen und im Großraumbüro und anderen Arbeitsbereichen nach ihrem Schreibtisch des Tages suchen. Das ist nicht nur flexibel, es wird von vielen Firmen auch als besonders hip verkauft. Sie erhoffen sich von den wechselnden Arbeitsplätzen nicht nur finanzielle Einsparungen, sondern auch, dass die Mitarbeiter durch die wechselnden Nachbarschaften und Kontakte kreativer sind. Die Kehrseite: Mitarbeiter, die lieber in gewohntem Umfeld arbeiten, werden durch die tägliche Schreibtischsuche zermürbt, Arbeitsgruppen auseinandergerissen und neue Mitarbeiter tun sich schwer damit, ein Netzwerk aufzubauen. Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat in einer Studie herausgefunden, dass für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz vor allem der Einfluss auf die Gestaltung maßgeblich ist. In Arbeitsumgebungen, auf die die Mitarbeiter keinen Einfluss haben, verstärke sich der Trend zu psychischen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden eher. Auch könne die tägliche Suche nach einem Schreibtisch ein Gefühl der Entwurzelung fördern. Nicht alles, was modern und vielleicht cool ist, ist auch sinnvoll. Die menschliche Dimension kommt bei den flexiblen Arbeitsplätzen womöglich deutlich zu kurz.
Schreibtisch verzweifelt gesucht, FAZ 13.12.17

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Wie Achtsamkeit die Soft Skills verbessert 
Dienstag, 12. Dezember 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Management
Viele Menschen, die regelmäßig meditieren, berichten, dass die Achtsamkeitspraxis sich positiv auf ihr Leben auswirkt. Sie werden gelassener und ruhiger, können besser zuhören oder sind anderen Menschen zugewandter. Im Interview mit dem Mindful Magazin erzählt der ehemalige Goldman Sachs Investmentbanker Mark Tercek, der seit 2008 die weltweit größte Non-Profit-Organisation für Umweltschutz "The Natural Conservancy" leitet, wie er selbst durch regelmäßige Achtsamkeitsübungen zu einem besseren Chef geworden ist. "Ich machte in vielerlei Hinsicht einen guten Job, aber in vielen Dingen war ich ein Trottel. Ich hörte nicht zu. Ich war zu fordernd. Ich war detailversessen. Ich war zu negativ", bekennt Tercek freimütig. Ein Coach brachte ihn auf die Idee, Meditationen in seinen Alltag einzubauen. "Das beruhigt meinen Geist, lässt mich ruhiger werden und macht es mir leichter, anderen zuzuhören und sie zu verstehen. Es hilft mir dabei, runterzufahren, nicht sofort alles zu beurteilen, meine Arbeit weniger stressig auszuüben", berichtet er.
Nature and mindfulness find common ground, Mindful 5.12.17

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Bei vielen Akademikerinnen heißt es Kinder oder Karriere 
Montag, 11. Dezember 2017 - Studien, Arbeit, Management
Viele Studien zeigen bereits, dass Akademikerinnen statistisch betrachtet weniger Kinder bekommen als Frauen mit einer geringeren Qualifikation. Bisher wurde jedoch immer nur die Parallelität dieser Fakten nachgewiesen. Ob der Wunsch nach Karriere der Grund ist, auf Nachwuchs zu verzichten, war nicht belegt. Wissenschaftler des Essener RWI-Instituts für Wirtschaftsforschung haben nun in einer Studie einen kausalen Zusammenhang nachgewiesen. Sie untersuchten die Lebensläufe von 4.000 Akademikerinnen und stellten dabei fest, dass ein Studium tatsächlich die Wahrscheinlichkeit senkt, dass Frauen Kinder bekommen. Wenn sich Akademikerinnen für Nachwuchs entscheiden, bekommen sie im Schnitt sogar mehr Kinder als Frauen ohne Studium. Doch tun sie das eben immer seltener, weil sie um ihre Karrierechancen fürchten. Die Wissenschaftler nehmen diese Erkenntnis zum Anlass, nicht nur eine bessere zeitliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fordern, sondern auch das Elterngeld zu überdenken, das bisher bei 1.800 Euro gedeckelt wird, eine Obergrenze, die Akademikerinnen mit ihrem Einkommen leicht überschreiten.
Kind oder Karriere, SZ 1.12.17

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Was der Führungsnachwuchs möchte 
Freitag, 8. Dezember 2017 - Studien, Arbeit, Management
Über die Präferenzen der nachrückenden, jungen Führungskräfte wird viel spekuliert. Studien zeigen, dass sich die Wertelandschaft im Business hier stark verändert. Eine Erhebung von Egon Zehnder etwa spricht eine klare Sprache. Drei Viertel der Befragten ist am wichtigsten die Freude bei der Arbeit. Gefolgt von der Vereinbarkeit von Job und Familie und einer angemessenen Bezahlung. Personalverantwortung, Prestige und Chancen auf eine schnelle Karriere, also die Klassiker des Aufstiegs im Unternehmen, sind dagegen nur jedem Zehnten wichtig. Man könnte auch sagen: Der Nachwuchs möchte sich im Job engagieren, aber führen möchte er gar nicht unbedingt. Darüber hinaus scheinen sich die Wünsche und Werte des Nachwuchses immer mehr aufzufächern. So nennt in der Untersuchung jeweils ein Drittel der Befragten die folgenden Aspekte als wichtig: Vielseitigkeit, Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit, Teamarbeit, Eigenständigkeit, unbefristeter Arbeitsvertrag, Förderung durch Vorgesetzte, flexible Arbeitszeiten und Ethik des Unternehmens. Für Unternehmen stellt sich damit immer mehr die Frage, wie sich diese breit gefächerten Anforderungen sinnvoll verbinden und ansprechen lassen.
Was dem Nachwuchs wichtig ist, Harvard Business Manager 29.11.17

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Arbeit braucht die richtige Umgebung 
Mittwoch, 6. Dezember 2017 - Arbeit, Management
Loungeareas, Kicker, Großraumbüros mit Loftatmosphäre - mit der New Economy haben über die Jahre neue Modelle der Arbeitsplatzgestaltung Einzug gehalten. Manche Firmen verzichten inzwischen auf feste Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter und jeder sucht sich täglich einen neuen Schreibtisch, um seinen Job zu machen. So etwas wie den optimalen Arbeitsplatz scheint es nicht zu geben. Und doch gibt es für verschiedene Tätigkeiten und Konstellationen Rahmenbedingungen, die dabei helfen, dass Mitarbeiter sich in ihrer Arbeit optimal entfalten können. "Wenn es darum geht, Neues zu erschaffen, schnell zu sein, sich abzustimmen, dann müssen wir hinterfragen, ob die klassischen Büroformen überhaupt noch passend sind. Man sollte sich dabei aber nicht auf eine Dimension beschränken. Es ist nicht nur damit getan, die Räume umzugestalten oder neue Technologien bereitzustellen. Was brauchen Mitarbeiter, um ihre Arbeit gut zu erledigen, wie kann Zusammenarbeit gelingen? Das sind Fragen der Organisationsentwicklung", sagt der Arbeitsforscher Udo-Ernst Haner. Für ihn geht es darum, eine gute Mischung zu schaffen aus Einzelarbeitsplätzen, an denen genügend Ruhe herrscht für konzentriertes Arbeiten und aus offenen Meeting-Bereichen, die zum Austausch einladen. Das sei jedoch nicht allein eine Frage von Einrichtung und Gestaltung, sondern auch der weiteren Arbeitsatmosphäre und Kultur in Unternehmen. "Die Unternehmen müssen sich mehr und auch strategische Gedanken machen. Früher war es nur entscheidend, genügend Arbeitsplätze in einer Fläche unterzubringen und einen gewissen Kostenrahmen nicht zu sprengen. Heute erkennt man, dass die Arbeitsumgebung die zukünftige Arbeitsweise und Unternehmenskultur unterstützen muss. Das ist nicht komplizierter, sondern räumlich vielfältiger als die herkömmliche Monostruktur. Es bedeutet in vielen Fällen aber auch, dass man den Mitarbeitern mehr Autonomie bezüglich Arbeitsort und Arbeitszeit gewähren muss. Bei der Einführung neuer Arbeitsweisen spielen die Führungskräfte eine zentrale Rolle, sie sind Vorbild und Multiplikatoren. Sie bestimmen den Grad der Autonomie, das Maß an Vertrauen und die Art der Unternehmenskultur in der Organisation. Und dass sich Autonomie positiv auf das Wohlbefinden, die Motivation und die Performance der Mitarbeiter auswirkt, haben Studien immer wieder gezeigt", so Haner.
"Großraum hat ausgedient", FAZ 27.11.17

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Der Widerstand gegen die Achtsamkeit 
Dienstag, 5. Dezember 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Der österreichische Standard hat auf seiner Webseite einen sehr kompetenten Artikel veröffentlicht, der den Entstehungskontext von Achtsamkeitsmethoden und das wachsende Interesse an ihnen in Unternehmen darstellt. Mindestens genauso aufschlussreich sind allerdings die Leserkommentare zum Beitrag. Die typischen Hardliner aus dem Herzen der Leistungsgesellschaft halten das Ganze natürlich für Quatsch. Andere, sensiblere Gemüter, sorgen sich darum, dass Achtsamkeitskurse von Firmen dafür genutzt werden könnten, ihre Mitarbeiter einfach gefügiger zu machen und Widerstand gegen Arbeitsbedingungen auszuhebeln. Wieder andere fordern ganz pragmatisch, doch einfach die Arbeitssituationen zu verbessern und die Gesellschaft dahingehend zu verändern, dass die Menschen sich weniger - begründete - Sorgen um ihr Auskommen machen müssen. Es gibt allerdings auch einige positive Feedbacks, vor allem von Menschen, denen nicht nur die Idee der Achtsamkeit gefällt, sondern die das Meditieren auch schon selbst ausprobiert haben. Sie berichten von weniger Stress und Sorgen, einer Entspanntheit und besserem Schlaf. Manche Dinge muss man wohl am eigenen Leib erfahren. Die Standard-Leser sollen diese Möglichkeit bekommen, denn der Beitrag kündigt für die kommenden Wochen regelmäßige Achtsamkeitsübungen an.
Achtsamkeit im Job: Offen sein für das, was kommt, Der Standard 26.11.17

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Mehr oder weniger arbeiten?  
Mittwoch, 29. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Unter den Vorzeichen der Digitalisierung werden die Regelarbeitszeiten immer wieder zum Thema. Die wirklichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer lassen sich allerdings kaum durch klare Regeln fassen. Einerseits möchten immer mehr Menschen gerne weniger arbeiten. Doch gibt es auch eine Vielzahl an Unterbeschäftigten, die ihre Arbeitszeit gerne aufstocken würden. Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes würde rund eine Million der Beschäftigten gerne kürzer arbeiten. 2,7 Millionen hingegen hätten nichts dagegen, wenn ihr Arbeitgeber sie länger beschäftigt. In den Ärmsten Haushalten ist die Arbeitszeit seit 1990 um 31 Prozent gesunken, bei der Oberschicht um 6,5 Prozent. Oft sind es Menschen in Teilzeitjobs, die gerne länger arbeiten würden, um besser über die Runden zu kommen. Der große Erfolg der 450-Euro-Jobs macht jedoch vielen einen Strich durch die Rechnung, denn Arbeitgeber setzen aufgrund der höheren Flexibilität gerne auf mehrere Mini-Jobber, statt Vollzeitstellen zu schaffen. Experten fordern deshalb, die Privilegien dieser Jobs abzuschaffen. Die von der Wirtschaft immer wieder geforderte weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten zielt oftmals vor allem auf die High Potentials, die ohnehin schon viel arbeiten. Doch am unteren Ende des Arbeitsmarktes scheint der Reformbedarf auch erheblich.
Ich eine Stunde weniger, du eine mehr, Zeit online 21.11.17

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Wenn fehlender Schlaf zum Problem wird 
Montag, 27. November 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Guter Schlaf ist eine wesentliche Basis für ein gesundes Leben. Doch die Belastungen des Arbeitsleben scheinen hier vielen Menschen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Laut einer Erhebung der Techniker Krankenkassen unter 1.000 Personen schläft jeder Dritte nur mittelmäßig, schlecht oder sogar sehr schlecht. 24 Prozent kommen nicht einmal auf sechs Stunden Schlaf pro Nacht. Eine schlechte Schlafqualität scheint dabei mit häufigeren gesundheitlichen Problemen verbunden. Unter denen, die schlecht schlafen, leiden 54 Prozent unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den guten Schläfern sind es nur 35 Prozent. Auch die Erschöpfung liegt hier mit 44 Prozent fast doppelt so hoch. die Gereiztheit gar mehr als drei Mal so hoch, ebenso die Niedergeschlagenheit.
Die Arbeit raubt den Schlaf, Zeit online 15.11.17

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