Einkommen beeinflusst moralische Urteile 
Mittwoch, 12. Februar 2014 - Studien
Moralische Fragen berühren uns in unserem tiefsten Wesen - und wie wir sie beantworten, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Geld wir verdienen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der École de Management in Grenoble, die die Umfrageergebnisse der World Values Survey von 2009 daraufhin untersuchten, welche Faktoren zentral für Werturteile sind. Die Auswertung der Daten von mehr als 85.000 Teilnehmern aus 56 Ländern zeigte, dass Menschen mit niedrigem Einkommen kritischer auf unethisches Verhalten reagieren als solche, die zu den Besserverdienern zählen. In einem Test versuchten die Forscher anschließend, zu differenzieren, ob diese schärfere Haltung grundsätzlich auf alle Arten moralischer Urteile zutrifft. Dabei sollten Probanden einmal sittenwidrige Verhaltensweisen beurteilen, die keine Auswirkungen auf andere Menschen hatten, und solche, die Menschen unmittelbaren Schaden zufügten. Hier wurde deutlich, dass die Menschen mit geringerem Einkommen lediglich die Verhaltensweisen, die nachvollziehbare negative Folgen zeitigten, in besonderem Maße ablehnten. Faktoren wie Selbstwertgefühl, Macht oder sozialer Status hatten indes keinerlei Auswirkungen auf das moralische Urteil.
Teure Vergehen, Gehirn & Geist 24.1.14


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Stressfaktor Großraumbüro 
Freitag, 7. Februar 2014 - Studien
Entscheidenden Einfluss auf das Stressempfinden am Arbeitsplatz scheint die Zahl der Kollegen, mit denen Menschen in einem Raum arbeiten müssen, zu haben. Studenten der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Strategie und Organisation untersuchten mit einem Onlinetest bei 249 Menschen, welches deren größte Stressquellen im Job sind. Die Teilnehmer mussten verschiedene Fragen nach Selbsteinschätzung beantworten und hatten dafür eine Skala von 1 (kein Stress) bis 5 (starker Stress) zur Verfügung. Menschen, die in Großgruppenbüros arbeiteten, zeigten hier einen Stresslevel von 2, Mitarbeiter mit Einzelbüros einen von 1,8. Mitarbeiter in Kleingruppenbüros mit bis zu vier Personen erreichten auf der Skala den Wert 1,7. Sechs Prozent der Befragten gaben an, in den Arbeitspausen meistens oder teilweise Sport zu treiben – was ihren Stresslevel auf 1,3 senkte. Die übrigen, die entweder selten die Pausen für sportliche Aktivität nutzten (15 Prozent) oder gar nicht (79 Prozent) erreichten hingegen einen Stresslevel von 1,9.
Sport und Doppelbüros verhindern Stress, WiWo 31.1.14

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Endstation Rente – Wenn die Psyche schlapp macht ... 
Dienstag, 4. Februar 2014 - Studien
Eine Studie der Bundespsychotherapeutenkammer gibt Anlass zur Besorgnis. Fast jede zweite Frühverrentung (42 Prozent) ist heute bereits auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Betroffenen um etwa 25.000 auf 75.000 Menschen im Jahr. Sie werden im Schnitt im Alter von 49 Jahren in Rente geschickt. Die Frühverrentungen aufgrund von Depressionen stiege seit 2001 um 96 Prozent, aufgrund von Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen um 74 Prozent und aufgrund von Suchterkrankungen um 49 Prozent. Die Kammer kritisiert, dass ohnehin nur jeder dritte psychisch Kranke in Deutschland überhaupt eine Therapie bekomme und es an Behandlungs- und Rehabilitationsplätzen fehle. Im Schnitt müssen Betroffene drei Monate auf ein Erstgespräch mit einem Therapeuten warten.
Immer mehr Frührentner wegen psychischer Erkrankungen, SZ 28.1.14

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Hilft Glauben der Konjunktur? 
Freitag, 31. Januar 2014 - Studien
Der DAX auf Allzeithoch und alles ist gut? So scheint es zumindest, wenn man die Einschätzungen der Topmanager weltweit zur wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet. In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC unter 1.344 Vorstandschefs auf 68 Ländern ist der Optimismus jedenfalls so groß wie lange nicht. 44 Prozent der Befragten glauben an eine Konjunkturbelebung - vor einem Jahr waren es lediglich 18 Prozent, im Jahr davor sogar nur 14 Prozent. An eine Konjunkturverschlechterung denken indes nur 7 Prozent - im Vorjahr waren es noch 28 Prozent. Die Deutschen scheren aus dieser Euphorie etwas aus - unter ihnen glauben nur 40 Prozent an die Erholung der Weltkonjunktur. Damit liegen sie zwar nur knapp unterhalb des weltweiten Durchschnitts, jedoch 10 Prozentpunkte unter den optimistischen Prognosen der Westeuropäer insgesamt. Blauäugig sind die Topentscheider indes nicht - 71 Prozent sind immerhin beunruhigt, ob sich die weltweiten Staatsdefizite in den Griff bekommen lassen.
Topmanager glauben wieder an die Weltwirtschaft, Die Welt 21.1.14


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E-Mail-Terror und zermürbende Meetings 
Donnerstag, 30. Januar 2014 - Studien
Wie sehr E-Mails nerven können, weiß sicherlich jeder, der elektronische Kommunikation nicht gänzlich meidet. Die repräsentative Workplace Survey des Personaldienstleisters OfficeTeam, für die Beschäftigte sowie 250 Personalmanager in Deutschland und der Schweiz befragt wurden, zeigt: 60 Prozent der Angestellten fühlen sich durch die ständigen Unterbrechungen durch E-Mails belästigt, ein Teil davon leidet sogar unter Dauerstress. 27 Prozent der Mitarbeiter finden, dass die Beantwortung von E-Mails zu viel Zeit beanspruche. Die Personaler wiederum nehmen vor allem Meetings ins Visier. 25 Prozent sind der Meinung, dass jede zweite Besprechung überflüssig sei oder unproduktiv. Verantwortlich für das Scheitern seien fehlende Ziele, keine konkrete Agenda, schlechte Vorbereitung der Teilnehmenden, mangelnde Gesprächsdisziplin und fehlende Konzentration. Vor allem der Hang zur Selbstdarstellung, Diskussionen über Nebenschauplätze und Gespräche, die nicht auf der Sachebene geführt werden, tragen zum Misslingen bei.
Mitarbeiter leiden unter zu vielen Mails und Meetings, Zeit online 21.1.14


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Armes Europa 
Mittwoch, 29. Januar 2014 - Studien
Vielleicht sollte die Stiftung von Bill Gates (siehe Beitrag von gestern) ihren Blick nicht nur auf Entwicklungsländer richten, sondern auch auf die westlichen Nationen, denen es zumindest bis zur Finanzkrise halbwegs gut ging. Eine Studie der EU-Kommission zeigt nämlich, dass in Europa inzwischen fast 27 Millionen Menschen ohne Arbeit sind, davon 11,2 Millionen seit mehr als 12 Monaten. Vor allem junge Menschen sind stark betroffen - unter den 15- bis 24-Jährigen liegt die Arbeitslosenquote im EU-Schnitt bei 24,2 Prozent. Doch auch diejenigen, die Arbeit haben, haben zu kämpfen. So siegt seit 2008 die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze um 6,4 Prozent, während die der Vollzeitjobs um 4,6 Prozent gesunken ist. 60 Prozent der Teilzeitkräfte würden gerne mehr arbeiten. Die EU-Kommission mahnt, dass es nicht nur eine drängende Aufgabe sei, wieder mehr Jobs zu schaffen, sondern dass dabei auch im Auge behalten werden müsse, dass diese Stellen ein angemessenes Einkommen mit sich bringen. Gegenwärtig sei etwa ein Viertel der Europäer von Armut bedroht.
Wie Europa unter der Massenarbeitslosigkeit leidet, Die Welt 21.1.14


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Auch Akademiker kämpfen mit niedrigen Löhnen 
Montag, 27. Januar 2014 - Studien
Zwar ist die Arbeitslosenquote bei Akademikern mit knapp drei Prozent vergleichsweise niedrig, doch arbeiten immer mehr der Hochqualifizierten zu Niedriglöhnen. Laut Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) erhalten 8,6 Prozent der abhängig Beschäftigten mit Hochschulabschluss einen Niedriglohn - er liegt qua Definition bei zwei Dritteln des mittleren Stundenlohns, 2012 waren dies 9,30 Euro pro Stunde. Von schlechter Bezahlung sind Frauen mit 11,4 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 6,1 Prozent.
Hunderttausende Akademiker arbeiten zu Niedriglöhnen, Zeit online 19.1.14


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Frauen im Vorstand - ein Schritt vor, zwei zurück 
Freitag, 24. Januar 2014 - Studien
Die Diskussion über eine Quote für Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten bekommt wieder Nahrung, denn das Managerinnen-Barometer, das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erhoben wird, zeigt, dass einem Schritt nach vorne gegenwärtig zwei zurück zu folgen scheinen. So ist im letzten Jahr in den 30 Dax-Unternehmen der Frauenanteil in den Vorständen um 1,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent gesunken. In den Aufsichtsräten ist hingegen eine leichte Steigerung um 2,5 Prozent auf 21,9 Prozent zu verzeichnen. Wenn sich die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Forderung, bis 2016 einen Frauenanteil von 30 Prozent zu erreichen, durchsetzen sollte, haben die börsenorientierten Konzerne also noch einigen Nachholbedarf. Bei aller Zahlenschieberei fällt in der Diskussion leider immer wieder unter den Tisch, dass eine stärkere Frauenbeteiligung nicht per se einen qualitativen Unterschied in die Wirtschaftswelt bringen muss, denn viele Frauen, die sich für solche Positionen interessieren, tun dies auch, weil sie sich schlicht die vorherrschenden männlichen Spielregeln zu eigen machen. Und die Frauen, die auf das business as usual keine Lust haben, gehen entweder in Deckung oder ihre eigenen Wege - in Kontexten, die ihren Vorstellungen von einem inspirierten Arbeitsleben mehr entsprechen. Was wir brauchen, sind vielleicht keine Quoten, sondern erst einmal eine Grundsatzdiskussion darüber, welche Arbeitswelt wir überhaupt möchten.
Frauenanteil in Vorständen gesunken, Zeit online 15.1.14


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