Chef sein? Nein danke ... 
Mittwoch, 11. Februar 2015 - Studien
Der deutsche Arbeitnehmer-Nachwuchs gibt sich sehr verhalten, wenn es darum geht, im Job eine Führungsrolle anzustreben. Die Wirtschaftsberatung Deloitte befragte für ihre Millenial Survey 7806 nach 1982 geborenen jungen Erwachsenen in 29 Ländern. In Deutschland streben 29 Prozent der befragten Frauen und 46 Prozent der Männer demzufolge in ihrem Beruf eine führende Position an. In asiatischen Ländern hingegen liegen die Durchschnitswerte bei rund 70 Prozent. Dem Nachwuchs scheinen Werte jenseits der klassischen Business-Denke immer wichtiger zu werden. So kritisieren 62 Prozent der Deutschen (international: 75 Prozent), dass wichtige Firmen vor allem profitgetrieben agieren. 43 Prozent sehen in Deutschland die gesellschaftliche Wirklichkeit stärker von Unternehmen als von der Politik geprägt.
Junge Deutsche wollen nicht Chef werden, WiWo 28.1.15

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Zu viel Kontrolle züchtet Schleimer und Saboteure 
Mittwoch, 4. Februar 2015 - Studien
Eine amerikanische Studie ging der Frage nach, wie sich übermäßige Kontrolle am Arbeitsplatz auf Mitarbeiter auswirkt. Für die Untersuchung wurden Angestellte zunächst in zwei Wellen mit Fragebögen befragt, wie sehr sie von Vorgesetzten kontrolliert werden, wie engagiert und selbstbewusst sie am Arbeitsplatz sind und ob sie sich im Job verstellen. Später führten die Angestellten über 21 Tage Tagebücher, die ebenfalls in die Analyse einflossen. Dabei zeigte sich, dass Mitarbeiter, deren Selbstwertgefühl unter der cheflichen Überwachung litt, entweder Aggressionen gegenüber dem Arbeitgeber an den Tag legten oder sich bei ihren Vorgesetzten einschmeichelten.
Überwachung schädigt Selbstbewusstsein, WiWo 19.1.15


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Mitgefühl leidet unter Stress 
Dienstag, 3. Februar 2015 - Studien
Die McGill University in Montreal untersuchte den Zusammenhang zwischen Stress und Mitgefühl und fand dabei heraus, dass das menschliche Einfühlungsvermögen sich anscheinend in stressigen Momenten verringert. Die Probanden sollten ihre Hände in einen Bottich mit Eiswasser tauchen und anschließend die Stärke des empfundenen Schmerzes einschätzen. Einmal absolvierten sie den Versuch zusammen mit Freunden, das andere Mal mit ihnen unbekannten Probanden. Wurde der Versuch mit einem Bekannten durchlaufen, berichteten die Teilnehmer von höheren Schmerzen, als in Anwesenheit der Unbekannten. Die Forscher leiteten daraus ab, dass die Versuchspersonen den Schmerz des Freundes mitspürten, während dies bei Fremden nicht der Fall war - wohl weil der Kontakt zu Unbekannten Stressreaktionen auslöst. Um die These zu prüfen, wurde der Versuch wiederholt und die Teilnehmer bekamen ein Mittel verabreicht, das das Stresshormon Cortisol hemmt. Nun war die Schmerzwahrnehmung sowohl mit Bekannten als auch den Fremden gleich. Ähnlich verhielt es sich, wenn die Studienteilnehmer mit den Fremden zuvor eine Viertelstunde ein Videospiel gespielt hatten, sich also vertrauter geworden waren.
Stress verringert das Mitgefühl, Gehirn & Geist 16.1.15


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Zu viel Arbeit begünstigt den Griff zum Alkohol 
Montag, 2. Februar 2015 - Studien
Ein Glas Bier zum Chillen mit den Kollegen, ein Gläschen Wein daheim auf der Couch, um später besser einzuschlafen - Alkohol ist für viele Menschen ein liebgewonnener Begleiter in den entspannteren Stunden des Tages. Doch gerade Vielarbeiter begeben sich mit solchen Genussstrategien auf Glatteis, wie eine Untersuchung des Finnish Institute of Occupational Health nahelegt. Die Wissenschaftler untersuchten die Daten zu Arbeitszeiten und Lebensgewohnheiten von 330.000 Menschen aus 14 Ländern, darunter die USA, Großbritannien, Australien und Deutschland und fanden heraus, dass Menschen mit hohen Arbeitszeiten besonders Gefahr laufen, zu starken Trinkern zu werden. Bei denjenigen, die länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten, erhöhe sich das Risiko um elf Prozent, bei jenen, die mehr als 55 Stunden arbeiten, sogar um zwölf Prozent. Als gesundheitsgefährdend wird der Alkoholkonsum dabei eingestuft, wenn Männer mehr als 21 und Frauen mehr als 14 alkoholische Getränke (kleiner Schnaps, kleines Bier, Achtel Wein) in der Woche zu sich nehmen. Alkohol werde gerne als Gegenmittel zu Stress, Depressionen oder Schlafstörungen verwendet.
Mehr Arbeit, mehr Alkohol, FAZ 16.1.15

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Jeder Dritte findet Meetings unproduktiv 
Freitag, 30. Januar 2015 - Studien
Mit der Meeting-Kultur in deutschen Unternehmen steht es nicht zum Besten. In einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert gaben 32 Prozent der befragten 1.000 Arbeitnehmer an, dass Besprechungen eindeutig zu lang seien und zudem auch unproduktiv. Die Studie wertet die schlechte Organisation von Meetings nicht nur als Ausdruck von Nachlässigkeit, sondern sieht in ihr eine mangelnde Wertschätzung der Mitarbeiter. Und diese könne die wirtschaftliche Leistung von Firmen negativ beeinflussen. So zeichneten sich ertragsstarke Firmen durch ein Klima der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern aus, während die Arbeitnehmer in ertragsschwachen Firmen eher als Kostenfaktor behandelt würden.
Zu oft, zu lange, zu unproduktiv, FAZ 21.1.15

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Die emotionale Abwärtsspirale der Arbeitslosigkeit 
Donnerstag, 29. Januar 2015 - Studien
Die Psychologin Maike Luhmann hat in mehreren Studien untersucht, wie sich Arbeitslosigkeit auf das emotionale Befinden der Betroffenen auswirkt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Arbeit sei ein fundamentales Bedürfnis, da Arbeitende durch den Job in ihrer Kompetenz bestätigt werden, ihre Autonomie aufrechterhalten können und der Job einen Raum für soziale Beziehungen bietet. Der Jobverlust macht nicht nur die Arbeitslosen selbst emotional betroffen, er tangiert auch ihr soziales Umfeld, denn Luhmanns Studien zufolge werden auch die Partner von Arbeitslosen in der Beziehung unzufriedener. Umgekehrt zieht es diejenigen ohne Job noch weiter runter, wenn der Lebenspartner erwerbstätig ist. Die Stärke der emotionalen Auswirkungen hängt vom jeweiligen Kontext ab. Menschen, die im Zuge einer ganzen Entlassungswelle ihre Arbeit verlieren, sind weniger geknickt als solche, die als einzige gefeuert werden. In Regionen mit ohnehin hoher Arbeitslosigkeit wirkt der Jobverlust weniger schwer als in solchen, in denen die Beschäftigungslage gut ist. Besonders betroffen sind Menschen, die mehrfach arbeitslos werden, denn einmal wieder im Job, steigt das emotionale Wohlbefinden nicht wieder auf das frühere Niveau an. Bei erneutem Jobverlust verschlechtert sich die Stimmung aber weiter nach unten.
Arbeitslose deprimieren ihren Partner, WiWo 20.1.15

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Stressspirale beschleunigt sich 
Dienstag, 27. Januar 2015 - Studien
In einer Umfrage unter 22.000 Beschäftigten aus 100 Ländern untersuchte der Anbieter von Bürolösungen Regus die Stresswahrnehmung der Arbeitnehmer. In Deutschland fühlen sich 44 Prozent der Befragten demzufolge gestresster als vor fünf Jahren, weltweit sind es 53 Prozent und in China sogar 78 Prozent. 79 Prozent der Deutschen glauben, dass ein Wechsel der Arbeitsumgebung zu mehr Entspannung und besserer Work-Life-Balance verhelfen könnte. 43 Prozent in Deutschland sind davon überzeugt, dass Mitarbeiter, die ihren Arbeitsort frei wählen können, ein ausgeglicheneres Leben haben als Arbeitnehmer, die an den Firmenschreibtisch gebunden sind. Sie geben an, dass schon die gelegentliche Möglichkeit zu flexiblem Arbeiten in der Vergangenheit zu einer Entlastung geführt habe. Ob diese Vorstellungen sich langfristig bewahrheiten oder mehr Wunsch denn Wirklichkeit sind, ist indes die Frage. Andere Studien kommen nämlich zu dem Ergebnis, dass flexibles Arbeiten zu mehr Stress führt.
Arbeitnehmer gestresster als noch vor fünf Jahren, FAZ 19.1.15

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Dem reichsten Prozent gehört fast die halbe Welt 
Montag, 26. Januar 2015 - Studien
2016 wird, was die weltweite Ungleichheit angeht, eine Zäsur, denn dann gehören laut einer aktuellen Studie von Oxfam dem reichsten Prozent der Bevölkerung mehr als 50 Prozent des Wohlstandes. 2009 lag dessen Besitz bei 44 Prozent, 2014 waren es schon 48 Prozent. Heute besitzen die 85 reichsten Menschen so viel wie die 3,5 Milliarden Menschen, die die ärmste Hälfte der Bevölkerung sind. 94,5 Prozent des weltweiten Besitzes konzentrieren sich auf 20 Prozent der Weltbevölkerung - die übrigen 80 Prozent teilen sich 5,5 Prozent. "Das Ausmaß der globalen Ungleichheit ist einfach erschütternd", zitiert Spiegel online die Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima.
Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen, Spiegel online 19.1.15

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