England bringt Achtsamkeit in die Schulen 
Freitag, 12. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Die Zahlen sind alarmierend - laut National Health Survey zeigt jedes achte in England zur Schule gehende Kind im Alter von 5 bis 19 Jahren bereits mindestens eine psychische Störung. Die Regierung versucht nun gegenzusteuern. Der ambitionierte Plan: Bis 2021 soll an 370 Schulen das Thema psychische Gesundheit stärker verankert werden. Die Idee ist, Kinder systematisch mit Fragen des Wohlbefindens und Glücks in Kontakt zu bringen. Methodisch sollen Muskelentspannungstechniken, Atemübungen und Achtsamkeitsmethoden vermittelt werden. So können die Kids über zwei Jahre lernen, wie sie Selbstfürsorge praktizieren können. Auch in Deutschland gibt es bereits ein ähnliches Modellprojekt. In Solingen werden an 21 Grundschulen Achtsamkeitstechniken gelehrt. Im kommenden Jahr soll dieses Projekt ausgewertet sein.
Psychische Gesundheit: Englands Schulen lehren Achtsamkeit, goodimpact 29.5.19

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Wissen um die eigenen Gefühl hält gesund 
Mittwoch, 10. Juli 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wer seine Gefühle versteht und richtig zu deuten weiß, hat bessere Chancen, Depressionen zu vermeiden. Das legt eine amerikanische Studie nahe, für die 200 Jugendliche im Abstand von eineinhalb Jahren zwei Mal befragt wurden. Die Kids sollten eine Woche lang vier Mal pro Tag ihre Gemütslage protokollieren. Untersucht wurden die Daten daraufhin, inwieweit die Jugendlichen in der Lage waren, ihre emotionale Verfassung zu erkennen und einzuordnen. Bei der Nachuntersuchung mit zweiter Erhebung zeigte sich: Kinder, die es schwierig fanden, ihre negativen Gefühle zu differenzieren und ihre Ursachen zu erkennen, neigten eineinhalb Jahre später stärker zu depressiven Beschwerden als jene, die ihr Innenleben besser verstanden. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Verständnis für das eigene Gefühlsleben es Menschen erleichtert, das, was sie bedrückt, zu verändern, während jene, denen das nicht gelingt, eher im diffusen Unbehagen gefangen bleiben.
Blind für die eigenen Gefühle? spektrum.de 3.7.19

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Meditations-Apps werden zu Investment-Lieblingen 
Dienstag, 9. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Management
Meditieren ist eine der wunderbarsten Beschäftigungen, die man sich vorstellen kann - und es ist kostenlos. Und doch hat sich das Geschäft mit der Achtsamkeit in den letzten Jahren zu einem Multi-Millionen-Dollar-Markt entwickelt. Vor allem die Meditations-Apps wecken hier Begehrlichkeiten und locken die Investoren. Die App Calm verfügt inzwischen über Investorengelder in Höhe von 143 Millionen Dollar. Im letzten Jahr vervierfachte Calm seine Einnahmen von 20 auf 80 Millionen Dollar. Headspace, eine ebenfalls sehr bekannte Meditations-App hat über die Jahre immerhin 75 Millionen Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Einerseits ist es ja schön zu sehen, dass Meditation und Achtsamkeit heute nicht mehr in die Esoterik-Ecke gestellt werden. Doch die Kommerzialisierung des Meditierens kreiert natürlich auch Kontexte, die mit dem spirituellen Unterbau von Achtsamkeit alles andere als kompatibel sind. Das App-Geschäft gehört zu den härtesten überhaupt und was sich gut verkauft, ist noch lange nicht das, was wirklich Sinn stiftet.
Meditation App Calm Adds $27M Extension To Series B, Crunchbase 1.7.19

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Um den Gemeinsinn der Kids könnte es besser stehen 
Montag, 8. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wächst in Deutschland eine Generation heran, der es an Gemeinsinn fehlt? Eine Studie der Bepanthen-Kinderförderung mit 1.000 Kindern und Jugendlichen aus Berlin, Leipzig und Köln, die bevölkerungsrepräsentativ für Großstädte ist, zeigt zumindest, dass es mit dem Gemeinschaftsgefühl beim Nachwuchs nicht zum Besten steht. Jedem dritten Jugendlichen und mehr als jedem fünften Kind bescheinigt die Studie jedenfalls einen Mangel an Gemeinsinn. Auffällig sind dabei die Geschlechterunterschiede. Bei männlichen Jugendlichen sind es 44 Prozent, denen die soziale Dimension eher fremd ist, während bei den weiblichen Jugendlichen nur 21 Prozent einen gering ausgeprägten Gemeinsinn haben. Diese Tendenz zeigt sich auf, wenn es um die Fähigkeit des Mitfühlens geht. Zwei Drittel der weiblichen Jugendlichen bringen die Fähigkeit zu starkem Mitgefühl mit, aber nur ein Viertel der Jungen. Die Wissenschaftler sehen durchaus Grund zur Sorge, weil hier der Keim für eine wachsende Entsolidarisierung gelegt werden könnte.
Generation Rücksichtslos? Deutschlandfunk Kultur 25.6.19

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Dem eigenen Denken zuschauen 
Montag, 1. Juli 2019 - Bewusstsein, Lebensart
Achtsamkeit macht wacher, nicht nur, wenn es darum geht, im Job vielleicht ein bisschen besser zu sein. Auf Business Insider schreibt die Autorin Laura Lewandowski darüber, welche Erfahrungen sie beim Meditieren macht. Eine davon - wacher werden für die eigene Gedankenwelt. "Dinge, die ich denke, denke ich nicht einfach nur noch so. Ich begreife, welche Sätze in meinem Kopf entstehen. Was ich mir oft unbewusst einrede, was mich runterzieht, womit ich mich selbst klein mache", beschreibt sie, was ihr so durch den Kopf geht, wenn sie mal richtig still wird. Wie ihr dürfte es vielen gehen, die vielleicht gar nicht bemerken, wie sich ihre Sensitivität erweitert. Denn oft sind wir so darauf gepolt, vor allem nach Effekten zu suchen, die wir erwarten. Bin ich kreativer? Kommen mir coole Ideen? Kann ich mich besser konzentrieren? Lewandowski schreibt auch über diese Effekte. Aber sich selbst beim Denken zusehen - das ist doch wirklich was.
Meine Produktivität hat sich radikal gesteigert, als ich etwas Wichtiges über Meditation verstanden habe, Business Insider Deutschland 20.6.19

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Wie spirituell sollte Bildung sein? 
Freitag, 28. Juni 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Der Achtsamkeits-Trend hat Meditation auf breiter Basis von ihren spirituellen Wurzeln entkoppelt. Für viele Menschen, die heute Achtsamkeit praktizieren, um sich zu entspannen und gesünder zu sein, ist Meditieren eine Methode ähnlich wie Sport. Man macht sie, aber denkt nicht weiter darüber nach. Ein Projekt der University of Applied Sciences Frankfurt (UAS) zu "Persönlichkeit – Reflexion – Gesellschaft" sieht das anders. Mit dem Kongress "Meditation und die Zukunft der Bildung", der am 25. Oktober 2019 in der UAS stattfinden wird, möchte die Bildungsinstitution den spirituellen Kontext von Meditation und seine Bedeutung für die menschliche Entwicklung in Bildungskontexten näher betrachten. Der Kongress stellt Fragen wie: Sind Wissenschaft und Spiritualität Gegensätze oder sich ergänzende, komplementäre Erkenntnisweisen? Kann die Perspektive von Meditation und Spiritualität so rational sein wie die von Wissenschaft? Sind Fakten und Werte unterschiedliche Welten? Welches Menschenbild haben wir? Kann sich der Mensch selbst verändern? Brauchen wir für Schule, Studium und Beruf ein neues Persönlichkeitsprofil, um mit den Anforderungen komplexer Systeme besser und gelassener umgehen zu können? Ist die Evolution unseres Bewusstseins denkbar und notwendig für die Gesellschaft der Zukunft? Ich finde es spannend, wie hier existenzielle Perspektiven angedacht werden. Aus der bisherigen Meditationsforschung wissen wir, welche Wirkungen Achtsamkeit auf einer eher funktionalen Ebene hat. Vielleicht ist nun die Zeit reif dafür, tiefer zu gehen und auch zu fragen, wie Meditation unser Menschsein in der Tiefe öffnen und verändern kann.
Kongressankündigung

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Richtiges Feedback bringt die Firma in Schwung 
Donnerstag, 27. Juni 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Feedback geben reduziert sich für viele Führungskräfte oft auf das alljährliche Mitarbeitergespräch. Ein Fehler, findet Feedback-Expertin Nora Heer, denn: "Es gibt drei Dinge, die Menschen mehr als alles andere motiviert: Die Identifikation mit einer Aufgabe oder mit dem Unternehmen, die Anerkennung von Kolleginnen oder Führungskräften und die Selbstwirksamkeit. Das bedeutet, dass wir merken möchten, dass unser Tun eine Auswirkung auf unser direktes Umfeld hat, also auf das Unternehmen oder auch auf die Kolleginnen. Feedback ist der zentrale Hebel für Anerkennung und Wertschätzung der eigenen Arbeit und ist damit ein wichtiger Treiber für Zufriedenheit." Führungskräfte sollten aufpassen, in Mitarbeitergesprächen den rechten Ton zu finden, denn kommt Kritik falsch rüber, kann sie Mitarbeiter oft langfristig frustrieren und demotivieren. Für Herr gilt - Kritik in der Sache ist notwendig, wenn etwas schief läuft, aber sie braucht den Resonanzraum der Wertschätzung der Person. In der deutschen Feedbackkultur stehe Loben nicht unbedingt an erster Stelle. Hierzulande sei der Optimierungsgedanke sehr stark. Das von ihr gegründete Unternehmen Loopline bietet Softwarelösungen an, die Unternehmen bei der Entwicklung einer Feedbackkultur unterstützen. Das System erlaubt es, innerhalb des Unternehmens auf breiter Basis Feedbacks einzuholen, um so ein differenziertes Bild der Mitarbeiter und ihrer Leistungen zu gewinnen. Für die Mitarbeitenden gibt es außerdem eine Art Stimmungsbarometer-Tool, in dem sie anonym auf Fragen zur Unternehmenskultur antworten können. So entsteht ein größerer Resonanzraum, der weit mehr Aspekte in die Wahrnehmung bringt als ein simples Gespräch zwischen Chef und Mitarbeiter.
"Gutes Feedback ist eine Frage von Führung", zeit.de 20.6.19

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Zwei Stunden Grün pro Woche tun der Seele gut 
Dienstag, 25. Juni 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
In der Natur zu sein, wirkt wie Balsam auf die menschliche Seele und tut der Gesundheit gut. Im Rahmen einer Gesundheitsstudie mit 20.000 Teilnehmenden in England konnten Wissenschaftler nun klassifizieren, wie viel Naturerfahrung dabei das höchste Wohlgefühl auslöst. Es ist egal, ob man immer mal wieder in den Park geht oder am Wochenende einen längeren Ausflug aufs Land macht. In der Datenauswertung zeigt sich, dass Menschen, die jede Woche 120 Minuten in grüner Umgebung verbringen, in der Studie die besten Werte im Hinblick auf Gesundheit und Wohlbefinden aufwiesen. Dabei ist es gleich, ob diese Zeit in kleinen Einheiten oder am Stück draußen verbracht wird. Auch stellten die Forscher fest, dass mehr als diese zwei Stunden diese positiven Werte nicht weiter verbessern. Zwei Stunden, das ist selbst in einem sehr beschäftigten Alltag nicht viel. Es lohnt sich also, zwischendurch immer mal wieder rauszugehen.
Zwei Stunden Natur pro Woche sind optimal, wissenschaft.de 14.6.19

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