Arbeit ohne Sinn wird zum Produktivitätskiller 
Freitag, 6. Oktober 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wer arbeitet, erhofft sich, mit seiner Tätigkeit einen positiven Unterschied zu machen, Spuren zu hinterlassen. Stellt sich indes hinaus, dass das eigene Bemühen umsonst ist, ist das ein Motivationskiller, und dieser Frust hat Auswirkungen auf die künftige Produktivität von Menschen. Forscher am Leibnitz Institut für Wirtschaftsforschung in Halle untersuchten die Haltungen von 140 Mitarbeitern, die in einer Forschungseinrichtung an einem Projekt gearbeitet hatten, das eingestellt worden war. Die Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Einer sagte man, dass ihre Aufgabe bedeutungsvoll war. Eine andere erhielt die Botschaft, dass ihr Einsatz größtenteils vergeblich gewesen sei. Der dritten Gruppe wurde vermittelt, dass ihr Engagement in einem neuen Kontext noch Wirkung entfalten würde. Alle drei Gruppen sollten schließlich Fragebögen beantworten, wobei sie für einen Teil der Fragen eine Aufwandsentschädigung erhielten, während weitere Fragen freiwillig und ohne Vergütung beantwortet werden sollten. Die Probanden der Gruppen, die mit einem Kommentar in die Studie geschickt wurden, der ihre Arbeit sinnvoll erscheinen ließ, zeigten dabei ein wesentlich höheres Engagement bei der Beantwortung der freiwilligen Fragen. "Ein Unternehmen sollte kurzfristige Verluste in Kauf nehmen und eine neue Verwendungsmöglichkeit für die bereits erledigte Arbeit suchen. Diese Verluste dürften niedriger ausfallen als die Kos­ten, die auf lange Sicht durch demotivierte Angestellte entstehen", so die Schlussfolgerung der Studie.
Bloß nicht für den Papierkorb arbeiten! faz.net 26.9.17

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Durchhaltevermögen inspiriert 
Montag, 2. Oktober 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wenn Menschen die Ärmel hochkrempeln und trotz Unannehmlichkeiten oder Gegenwind an einer Sache dranbleiben, kann das eine besondere Inspirationskraft freisetzen. Eine MIT-Studie mit Kindern im Alter von 13 bis 18 Monaten zeigt nun, dass diese Vorbildkraft schon bei den Kleinsten zu wirken scheint. In der Untersuchung sahen die Kinder dabei zu, wie Erwachsene eine bestimmte Aufgabe lösten. In einem Szenario bemühten sich die Erwachsenen dabei mehrfach, bis sie zum Ziel gelangten, in einem anderen gaben sie schnell auf und ließen die Aufgabe ungelöst. Anschließend sollten die Kinder selbst ein Problem lösen. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die zuvor das fortgesetzte Bemühen eines Erwachsenen beobachtet hatten, selbst ein wesentlich größeres Durchhaltevermögen an den Tag legten als die Kinder, die gesehen hatten, wie die Versuchspersonen aufgaben. Die Inspiration, länger am Ball zu bleiben, stellte sich vor allem dann ein, wenn die erwachsenen Versuchspersonen, während sie ihre Aufgabe lösten, mit den Kindern in Kontakt waren und mit ihnen sprachen. Inspiration scheint also einerseits von Vorbildern zu leben, aber auch von der persönlichen Beziehung zu diesen.
Kinder schauen sich Hartnäckigkeit von Erwachsenen ab, spektrum.de 21.9.17

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Flexibilität fördert Innovation 
Freitag, 29. September 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Viele Unternehmen tun sich noch schwer damit, ihren MitarbeiterInnen eine freiere Gestaltung ihrer Arbeitszeiten und -abläufe zuzugestehen. Unter anderem, weil sie die damit verbundenen Umstände im Hinblick auf die Arbeitsorganisation gerne vermeiden möchten. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass diese Flexibilisierung auch Vorteile mit sich bringt, denn sie kann innovative Kräfte freisetzen. "Der Mehrwert für das Unternehmen ist, dass die Produktivität steigt, die Krankenrate sinkt und dass die Mitarbeiter ganz andere Ideen entwickeln können, als in einem starren Regelkorsett. Sie werden also innovativer", sagt Jutta Rump, Professorin für Organisationsentwicklung an der Hochschule Ludwigshafen. Es mag nicht einfach sein, Wünsche der Mitarbeiter und die Belange des Unternehmens in Passung zu bringen. Prozesse des Aushandelns und des aufeinander Eingehens gehören dazu. "Das ist ein Aushandlungsprozess, den Sie mit Ihren Mitarbeitern führen müssen. Das erfordert viel Transparenz und Kompromissbereitschaft, aber ich kenne niemanden, der in einem solchen Fall keine Lösung findet. Ich bin überzeugt, dass es in jedem Beruf Möglichkeiten gibt, den Wünschen seiner Mitarbeiter entgegenzukommen", erklärt Rump. Bei aller Mühe sollte man nicht vergessen, dass alleine solche Gespräche zu führen schon tiefere Beziehungen stiftet und gleichermaßen Verbindungen wie Verbindlichkeiten schafft. Zweifler sollten vielleicht auch darüber nachdenken, was die Folge ist, wenn sie Chancen wie diese nicht ergreifen. "Ein Unternehmer kann sich natürlich auch die Opportunitätskosten ansehen, also: Was passiert, wenn Sie Ihren Mitarbeitern keine flexiblen Modelle ermöglichen? Dann steigen Fluktuation und Krankenstand und die Produktivität sinkt", berichtet Rump aus Erfahrung.
"Sie werden fürs Ergebnis bezahlt, nicht für Anwesenheit", WiWo 20.9.17

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Firmen setzen mehr auf Effizienz als auf Innovation 
Freitag, 22. September 2017 - Studien, Arbeit, Management
Innovation gilt als einer der großen Erfolgsfaktoren im Business, doch viele Firmen fokussieren sich vor allem auf ihre Effizienz. Das ist das Ergebnis einer Studie mit 14.317 Personen, darunter etwa die Hälfte Fachkräfte, rund 40 Prozent Führungskräfte und weitere Mitarbeiter, die von der Unternehmensberatung Kienbaum gemeinsam mit dem Jobportal Stepstone durchgeführt wurde. 60 Prozent der großen und 54 Prozent der kleinen Unternehmen konzentrieren sich vor allem darauf, ihr Business möglichst effizient zu bewerkstelligen. Lediglich 13 Prozent der großen und 16 Prozent der kleinen Firmen setzen hingegen vor allem auf Innovation. Führungskräfte und Mitarbeiter sind sich dessen auch zum Teil bewusst, überschätzen allerdings häufig den Innovationsgrad der eigenen Firma. 48 Prozent der Führenden und 58 Prozent der Fachkräfte halten ihr Unternehmen nämlich nicht für innovativ. Auch um die Jobzufriedenheit könnte es besser stehen. Nur 16 Prozent der Befragten sind sehr zufrieden mit ihrem Job, 38 Prozent eher zufrieden. 31 Prozent der Mitarbeiter sind eher unzufrieden, 15 Prozent sogar sehr.
Kienbaum-Studie

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Die stille Revolution im Business 
Montag, 11. September 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Der Stern hat ein großes Feature der Achtsamkeitsinitiative bei SAP gewidmet. Der Bericht gibt nicht nur spannende Einblicke, wie der Konzern Meditation etabliert, sondern zeigt auch, was sich für die Mitarbeiter verändert. Schon 6.000 der 87.000 Angestellten haben an dem Programm teilgenommen. Nicht nur die Zahl der Fehltage ist dadurch deutlich gesunken. Bei einer Erhebung zeigte sich: Vier Wochen nach einem Kurs ist bei den Teilnehmenden der Durchschnittswert für ihr Wohlbefinden um 6,5 Prozentpunkte gestiegen. Bei der Fokussierung ist gar ein Zuwachs von 10 Prozentpunkten zu verzeichnen, die Kreativität stieg um 7,4 Prozentpunkte. Dabei nimmt das persönliche Stressempfinden um fünf bis sechs Punkte ab. Eine zweite Befragung ein halbes Jahr später zeigt, dass diese Effekte sich über die Zeit sogar vertiefen.
Warum Weltkonzern SAP Manager und Mitarbeiter das Meditieren lehrt, stern.de 26.8.17

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Achtsamkeit als Feigenblatt? 
Freitag, 8. September 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
In einem Beitrag für das Zukunftsinstitut kritisiert André Reichel, Professor für Critical Management & Sustainable Development an der Karlshochschule International University in Karlsruhe, wie Unternehmen den Achtsamkeitstrend ausnutzen. "Im Management wird Achtsamkeit in einer seltsamen Verdrehung als Methode zur Produktivitäts- und Effizienzsteigerung bei hoher Arbeitsbelastung angewendet, die den praktizierenden Mitarbeitern kleine Fluchten im Arbeitsalltag ermöglicht, sich auf sich selbst zu besinnen, das 'große Ganze' zu sehen und neue Kraft, Motivation und Sinnhaftigkeit ("sensemaking") zu finden. Diese Appropriation einer Weisheitslehre in einem westlich-kapitalistisch-technologischen Sinne, als Mittel zum Zweck der besseren Unternehmenszielverfolgung, kann nur schief gehen", so Reichel. Er behauptet, dass, in seinen Augen nicht unerwartet, die gefühlte Belastung und Burn-out in "achtsamen" Unternehmen sogar zunehme. Reichel plädiert dafür, dass Achtsamkeit, wenn Firmen sich schon damit schmücken möchten, ein umfassenderes Engagement brauche: "Achtsamkeit bedeutet, als Unternehmen einen aktiven Beitrag zur Leidensminderung zu leisten und das schließt die radikale Veränderung der eigenen Aktivitäten, Produkte und Unternehmenszwecke mit ein, ja erzwingt diese Veränderungen sogar. Achtsamkeit ergibt nur dann einen Sinn und kann nur dann Sinn stiften, wenn es einen Change Prozess begleitet und gestaltet. Wenn sich ein Unternehmen auf eine Reise des radikalen Wandels begeben und seine eigenen Zwecke denen von Mitarbeitern und Gesellschaft unterwerfen will, dann ist Achtsamkeit das Gebot der Stunde. Für alles andere gilt: Never mind the Buddhists!"
Der Achtsamkeitsschwindel, zukunftsinstitut.de

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Die meisten sind mit ihrem Job zufrieden 
Dienstag, 29. August 2017 - Studien, Arbeit, Management
In Studien zeigen sich immer wieder viele Kritikpunkte, die Angestellte im Hinblick auf ihre Arbeitssituation äußern. In der Gesamtbetrachtung scheinen die meisten jedoch sehr zufrieden mit ihren Jobs zu sein. Das Kölner Institut der Wirtschaft untersuchte die Daten von knapp 44.000 Erwerbstätigen aus 35 europäischen Ländern. Dabei zeigt sich, dass im Schnitt neun von zehn Beschäftigten über Ihre Arbeit nichts zu klagen haben. In Deutschland sind 88 Prozent der Angestellten - besser ist die Lage nur in Österreich (93 Prozent), den Niederlanden (92 Prozent) und Estland (90,6 Prozent). Die größte Unzufriedenheit zeigt sich in Frankreich, wo allerdings immerhin 79,9 Prozent mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Wesentliche Treiber für die Jobzufriedenheit sind laut der Untersuchung Wertschätzung und Anerkennung, worunter die Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten und Lob fallen. Auch ein gutes soziales Klima spiele eine große Rolle. Zeitdruck, sehr lange Arbeitszeiten und häufige Unterbrechungen sind hingegen Gift für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Ihre negativen Wirkungen könnten allerdings gemindert werden, beispielsweise wenn Mitarbeiter zugleich größere Handlungsspielräume haben.
So zufrieden sind die Deutschen in ihrem Job, welt.de 21.8.17

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Digitale Jobs sprengen das soziale System 
Freitag, 18. August 2017 - Arbeit, Management
In einem Beitrag in der Zeit wirft Steven Hill, Autor des Buches "Die Start-up-Illusion: Wie die Internet-Ökonomie unseren Sozialstaat ruiniert", einen kritischen Blick darauf, wie sich die Lebens- und Arbeitswelten durch die Digitalisierung und die damit verbundenen neuen Arbeitsformen verändern - und dabei sind, zu erodieren. Ob Klickarbeiter oder smarter Freelancer im Co-Working Space, Fakt ist, dass das klassische Normalarbeitsverhältnis mit sozialer Absicherung und der Beteiligung der Arbeitgeber an der Finanzierung von Sozial- und Rentenversicherung in einer Rückzugsbewegung scheint. Studien gehen davon aus, dass bereits zwischen 2,3 und 4,6 Prozent der Deutschen Geld durch Aufträge über Online-Plattformen verdienen, einer Studie des Bundesarbeitsministeriums zufolge sind es 3,1 Prozent. Das scheint nicht viel. McKinsey zufolge könnten diese Zahlen bereits doppelt so hoch liegen, weil längst nicht alle Online-Arbeiter erfasst werden. Für Unternehmen ist es einfacher und kostengünstiger, einzelne Aufträge an Freelancer zu vergeben. Die frei Arbeitenden schätzen vielleicht ihre Unabhängigkeit, rutschen aber auch zusehends an die Ränder des Sozialsystems, denn wer typische Klick-Jobs macht, muss für die Kranken- und Rentenversicherung komplett selbst aufkommen (was bei Geringverdienern zu Belastungen führen kann, die bis zu knapp der Hälfte ihres Einkommens aufzehren. Noch ist das alles keine Katastrophe, aber es braut sich etwas zusammen.
Gefährlich flexibel, Zeit.de 2.8.17

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