Finanziell geht's noch gut, aber die Angst lauert schon 
Mittwoch, 13. Januar 2021 - Studien, Arbeit
Finanziell scheint es den Deutschen trotz der Pandemie und ihren Auswirkungen noch recht gut zu gehen, doch Zukunftsängste zeigen sich bereits am Horizont, wie eine Umfrage zur Verbraucherstimmung der Beratungsgesellschaft EY zeigt. 34 Prozent der Befragten meinen, dass es ihnen im Hinblick aufs Geld noch gut geht, das sind 10 Prozentpunkte mehr als während der Finanzkrise. Und nur 7 Prozent empfinden ihre finanzielle Lage als schlecht, während es 2008 21 Prozent waren. Doch diese Momentaufnahme mag trügen, denn gleichzeitig wächst die Sorge vieler Deutschen, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr sicher ist. Das glauben nämlich nur noch 35 Prozent, während es zu Zeiten der Finanzkrise 49 Prozent waren. 13 Prozent hingegen haben bereits Unsicherheitsgefühle.
Die neue deutsche Angst ums Geld, welt.de 2.1.21

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Glück ist auch eine Frage der Kultur 
Donnerstag, 17. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glück ist ein universelles Phänomen, doch wie es sich einstellt, ist von Kultur zu Kultur sehr verschieden. Westliche Glückstext beispielsweise beziehen sich im Kontext des in diesen Kulturen vorherrschenden Individualismus vor allem auf persönliche Glücksfaktoren, während in östlichen Kulturen Glück eher in gemeinschaftlichen Beziehungen entsteht. Wissenschaftler haben in 63 kulturell sehr unterschiedlichen Ländern mit mehr als 15.000 Testpersonen einen amerikanischen und einen japanischen Glückstext im Hinblick auf seine Aussagekraft für verschiedene Kulturen geprüft. Dabei zeigte sich zuverlässig der beschriebene Ost-West-Unterschied und die aus den jeweiligen Regionen stammenden Tests maßen hier das Glück der Befragten am zuverlässigsten. Darüber hinaus stießen die Wissenschaftler allerdings auf eine weitere Besonderheit: Denn beide Tests erwiesen sich für Länder in Afrika und im Mittleren Osten als recht unzuverlässig, was nahe legt, dass in diesen Kulturen noch andere Faktoren maßgeblich sind für Glück. Möchte man wissen, ob ein Mensch aus einer anderen Kultur glücklich ist, sollte man ihn also immer auch fragen, was ihn eigentlich glücklich macht.
Glück ist kulturabhängig, wissenschaft.de 9.12.20

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Den Tatsachen ins Auge sehen 
Dienstag, 15. Dezember 2020 - Psychologie, Studien
Umfragen zeigen in den letzten Tagen sehr deutlich, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung die Salami-Taktik und Zögerlichkeit der Politik im Hinblick auf eine mögliche weitere Verschärfung des Lockdowns kritisiert. Sie wollen sich nicht weiter der Illusion hingegen, dass Weihnachten zumindest ansatzweise so wie immer werden könnte, sondern wünschen sich Klartext. Dieser Eindruck wird auch durch eine bevölkerungsweite Befragung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Charité-Universitätsmedizin in Berlin unterstützt. Sie zeigt, dass die Bevölkerung durchaus mit Unsicherheiten umgehen kann und sich wünscht, dementsprechend informiert zu werden. In einer repräsentativen Online-Umfrage wurden dazu über 2.000 Deutsche befragt. Den Befragten wurden in der Studie vier verschiedene Pandemie-Szenarien vorgelegt, in manchen wurde dabei auf große wissenschaftlichen Unsicherheiten im Hinblick auf den tatsächlichen Verlauf des Pandemie-Geschehens hingewiesen, andere waren mit eindeutigeren Erwartungen formuliert. Gefragt danach, welche Variante sie am geeignetsten empfinden, um die Bevölkerung über den Verlauf der Pandemie zu informieren, wählten 32 Prozent das Format, das die wissenschaftliche Unsicherheit am deutlichsten darstellte. 54 Prozent bevorzugten die beiden Varianten, die ebenfalls auf den Unsicherheitsfaktor verwiesen - im Hinblick auf die gegebenen Zahlen oder indem die Unsicherheit verbal im Bericht erwähnt wurde. Lediglich 21 Prozent glaubten, dass der Bericht, der alle Unsicherheiten unerwähnt ließ, geeignet sei, die Bevölkerung zum Mittragen der notwendigen Maßnahmen zu animieren. Auffallend war laut der Wissenschaftler auch, dass gerade jene Menschen, die die gegenwärtigen Maßnahmen als sehr kritisch betrachten, diese eher mitzutragen geneigt sind, wenn Politik und Experten die bestehenden Unsicherheiten transparent machen.
Keine falsche Sicherheit, Max-Planck-Gesellschaft 10.12.20

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Digital arbeiten zwischen mehr Freiheit und wachsender Kontrolle 
Freitag, 11. Dezember 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Digitalisierung ermöglicht es vielen Arbeitenden, freier ihre Tätigkeiten auszuführen, weil sie an beliebigen Orten tätig werden können oder nicht auf die Arbeitszeit im Büro angewiesen sind. In Unternehmen zeigt sich allerdings ein sehr unterschiedlicher Umgang mit diesen Möglichkeiten. In manchen Firmen haben die Mitarbeiter viele Freiheiten, andere hingegen reagieren mit größerer Kontrolle. Der Personaldienstleister Hays befragte 1.000 Wissensarbeiter, wie sie ihren Arbeitsalltag diesbezüglich erleben. 41 Prozent gaben an, dass die neuen Möglichkeiten der Eigenverantwortung der Beteiligten zugute kommen. Immerhin 30 Prozent sehen hingegen eine Stärkung der Hierarchien. 38 Prozent finden, die Digitalisierung habe die Vertrauenskultur im Unternehmen gefördert, 30 Prozent dagegen erleben, dass Anreiz- und Kontrollsysteme stärker ausgebaut werden. 34 Prozent finden im eigenen Unternehmen einen Ausbau der Selbstorganisation, aber 38 Prozent erleben auch eine Straffung von Prozessen, Regeln und Vorgaben.
Leibeigene der Technik, spiegel.de 26.11.20

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Alltägliche Bewegungen sind gut für die Psyche 
Donnerstag, 10. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Sportliche Aktivitäten wirken sich, das zeigen viele Studien, sehr günstig auf unser Wohlbefinden aus. Nun zeigt eine neue Untersuchung, dass auch alltägliche Bewegungen wie das Treppensteigen oder zum Einkaufen gehen ähnlich förderlich sein können. Die Wissenschaftler statteten in einer ersten Versuchsrunde Probanden mit Bewegungssensoren aus und befragten sie via App mehrmals täglich, wie wach und energiegeladen sie sich fühlen. Mit einer weiteren Gruppe wurden zusätzlich Hirnscans durchgeführt. Dabei wurde deutlich, dass für das Zusammenspiel von alltäglicher Bewegung und Wohlbefinden der Anteriore Cinguläre Cortex von Bedeutung ist. Menschen, die in dieser Region wenig graue Substanz aufweisen, neigen eher zu psychischen Problemen. Diese Personengruppen fühlen sich weniger energiegeladen, wenn sie körperlich inaktiv sind, verspüren aber, wenn sie sich bewegen, einen deutlich höheren Energieschub als jene, die mehr graue Substanz in der Hirnregion aufweisen.
Dem „Glückseffekt“ von Alltagsbewegung auf der Spur, wissenschaft.de 26.11.20

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Aus spirituellen Motiven zu verzeihen, ist gesund 
Mittwoch, 9. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Eine neue Harvard-Studie zeigt: Wer anderen aus spirituellen Motiven heraus vergibt, lebt gesünder. Die Wissenschaftler hatten die Daten einer Längsschnitt-Gesundheitsstudie ausgewertet, bei der rund 55.000 Krankenschwestern befragt worden waren, zu ihrer Gesundheit wie auch darüber, wie oft sie anderen Menschen schon aus spirituellen oder religiösen Gründen verziehen hätten. Bei weiteren Datenerhebungen fünf und sieben Jahre später wurde dann deutlich, dass jene, die aus diesen Gründen oft anderen verzeihen konnten, eine bessere Gesundheit hatten. Sie zeigten weniger Symptome von Depression oder Ängstlichkeit, waren häufiger glücklich und konsumierten weniger Alkohol. Die gesundheitliche Wirkung des Verzeihens ist in der Psychologie schon länger bekannt. Aber sie nutzen zu wollen, kann auch zweischneidig sein, denn wer sich nicht nach Verzeihen fühlt, gerät dann leichter unter Druck. Die spirituelle beziehungsweise religiöse Motivation der Befragten aus der Studie hat ihnen das Verzeihen womöglich erleichtert, denn diese grundsätzliche Öffnung für etwas Größeres, das über einen selbst hinaus geht, könnte dazu beitragen, weniger von den eigenen Gefühlen abhängig zu sein.
Verzeihen ist gut für die Psyche, spektrum.de 25.11.20

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Wir-Gefühl macht Stress noch ansteckender 
Dienstag, 8. Dezember 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Die psychologische Forschung zeigt: Es lässt uns nicht unberührt, wenn andere leiden, und ihre Gefühle übertragen sich auf uns, wenn wir Zeugen ihres Ringens werden. Eine neue deutsche Studie zeigt nun: Beim Stress ist das genauso - er überträgt sich auch auf unbeteiligte Beobachter. Und je enger deren Beziehung zu den Betroffenen ist, umso stärker empfinden sie ebenfalls Stress. Die Wissenschaftler hatten ihre Versuchspersonen in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Bei manchen dieser Gruppen wurde vor Versuchsbeginn gezielt das Wir-Gefühl gestärkt, beispielsweise indem alle Beteiligten immer als Gruppe angesprochen wurden und sie sich überlegen sollten, was sie mit ihren Mitstreitern verbindet. In anderen Gruppen hingegen forcierten die Wissenschaftler das Ich-Gefühl der Beteiligten durch eine individuelle Ansprache, indem die Gruppenmitglieder getrennt voneinander Sitzplätze zugewiesen kamen und noch dazu darüber nachdenken sollten, was sie als Individuum auszeichnet. Anschließend wurde ein Mitglied jeder Gruppe verschiedenen Stresssituationen ausgesetzt wie einem fordernden Bewerbungsgespräch oder dem Lösen komplexer Rechenaufgaben, während die anderen Gruppenmitglieder als Beobachter zugegen waren. In den von allen Probanden genommenen Cortisol-Tests zeigte sich: Alle Beobachter wiesen erhöhte Werte des Stresshormons auf, doch bei jenen, die einer Gruppe mit gefördertem Wir-Gefühl angehörten, waren diese Werte deutlich höher. Erkenntnisse wie diese dürften insbesondere für das Arbeitsleben sehr relevant sein, denn gerade hier gibt es viele Stressfaktoren, die sich in Gruppen verbreiten können. Und es zeigt sich durch die Studie, dass selbst gute Teams diesen Stress dann weniger kompensieren, sondern sich viel mehr anstecken.
Ansteckendem Stress auf der Spur, wissenschaft.de 18.11.2020

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Im Home Office stellen gebildete Männer die Mehrheit 
Freitag, 4. Dezember 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Eine Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung GfK mit 2.000 befragten Arbeitnehmern aus Deutschland, Frankreich und Groß-Britannien gibt Aufschluss darüber, wie sich die Arbeit im Home Office in den letzten Monaten gestaltet hat. So arbeiteten in Deutschland im Lock-down 41 Prozent der Befragten von Zuhause, danach sank dieser Anteil auf 20 Prozent. Im Home Office überwiegen mit 61 Prozent die Männer, 59 Prozent mit hohem Bildungsabschluss, was zeigt, dass diese Option vor allem den privilegierteren Schreibtisch-Jobs zugute kommt. 66 Prozent der Befragten schätzen an der Arbeit von Zuhause vor allem die Zeitersparniss, 51 Prozent mögen es, dass sie so auch leichter zwischen beruflichen und privaten Erfordernissen switchen können. 44 Prozent merken außerdem an, dass so die Umweltbelastungen gesenkt würden. 35 Prozent sehen es allerdings auch kritisch, wie im Home Office die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen.
Männer mit hohem Bildungsgrad arbeiten häufig im Homeoffice, FAZ 17.11.20

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