Finanziell geht's noch gut, aber die Angst lauert schon 
Mittwoch, 13. Januar 2021 - Studien, Arbeit
Finanziell scheint es den Deutschen trotz der Pandemie und ihren Auswirkungen noch recht gut zu gehen, doch Zukunftsängste zeigen sich bereits am Horizont, wie eine Umfrage zur Verbraucherstimmung der Beratungsgesellschaft EY zeigt. 34 Prozent der Befragten meinen, dass es ihnen im Hinblick aufs Geld noch gut geht, das sind 10 Prozentpunkte mehr als während der Finanzkrise. Und nur 7 Prozent empfinden ihre finanzielle Lage als schlecht, während es 2008 21 Prozent waren. Doch diese Momentaufnahme mag trügen, denn gleichzeitig wächst die Sorge vieler Deutschen, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr sicher ist. Das glauben nämlich nur noch 35 Prozent, während es zu Zeiten der Finanzkrise 49 Prozent waren. 13 Prozent hingegen haben bereits Unsicherheitsgefühle.
Die neue deutsche Angst ums Geld, welt.de 2.1.21

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Teamgeist und kreative Spannung 
Mittwoch, 16. Dezember 2020 - Psychologie, Arbeit, Management
Viele Unternehmen beschäftigen sich in den letzten Monaten besonders mit der Frage, wie sie die Zusammenarbeit ihrer Teams stärken können, denn durch das verteilte Arbeiten im Home Office brechen viele etablierte Strukturen weg. Und Selbstorganisation stellt sich, vor allem in bisher hierarchisch aufgestellten Firmen, nicht von selbst ein. Der Soziologe Armin Nassehi geht davon aus, dass Kleingruppen mit bis zu sieben Personen sich bestens selbst organisieren können, doch darüber hinaus brauche es Teamleiter, die das gemeinsame Ziel im Blick behalten und Teilaufgaben auch an die richtigen Teammitglieder delegieren. "Vor allem sollte er die Konflikte moderieren, die im Wettbewerb um die beste Idee zu persönlichen Konkurrenzen werden können. Der Erfolg eines Teams orientiert sich nicht in erster Linie an der Zufriedenheit seiner Mitglieder, sondern immer am Ergebnis ihrer Kooperation", so Nassehi im Interview mit dem Spiegel. In seinen Augen kann kreative Spannung die Arbeit von Teams beflügeln, während ungelöste Konflikte den Spirit lähmen. Hier gehe es nicht um direktives Führen, sondern darum, eine gute Kommunikation zu fördern. Was im Endeffekt gelungene Teamarbeit auszeichnet? "Ein Ergebnis, das keiner vorausgesehen hat und das besser ist als das erwartete Resultat. Die gestellten Aufgaben werden gemeinsam einfacher und schneller gelöst."
»Kleine Ensembles spielen besser ohne Dirigent«, spiegel.de 9.12.20

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Brücken bauen für mehr Kooperation 
Montag, 14. Dezember 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Pandemie hat viele Fragen aufgeworfen, in welcher Beziehung Wissenschaft und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zueinander stehen. Für Maja Göpel, Wissenschaftliche Direktorin des Hamburger Thinktanks The New Institute, zeigt sich seit einigen Monaten immer mehr, dass diese verschiedenen Akteure verstärkt darüber nachdenken, "welche Kooperationen es zwischen Unternehmen und Gesellschaft und Politik braucht, damit nachhaltiges Wirtschaften zu einer neuen Normalität werden kann". Im Interview mit dem Harvard Business Manager gibt sie sich zuversichtlich: "Das ist für mich ein starkes Statement zum "Wir", weil wir damit aus dieser ewigen Schleife der Schuldzuweisungen herauskommen: Immer hieß es, es sei wahlweise der Markt, der Verbraucher, der Staat oder der Produzent, der uns am Wandel hindert. Stattdessen können wir nun gemeinsam überlegen, welche Strukturen es sind, die wir verändern sollten, sodass wir in unserer Rolle als Konsument, Produzent oder als Verwaltung dazu beitragen können, ein System zukunftsfähig zu machen." Sie betrachtet die gegenwärtige Krise nicht per se als Chance, sondern verweist deutlich darauf, dass es die durch sie womöglich wachsende Bereitschaft zu mehr Kooperation ist, die einen Wandel zum Besseren ermöglichen könnte: "Krisen durchbrechen Routinen und Pfadabhängigkeiten. Damit entsteht eine Chance, dass sich das System nach einer Krise in eine andere Konfiguration verändert, um sich in einer neuen Form wieder zu stabilisieren. Durch Zusammenarbeit bekommen wir solche strukturellen Veränderungen schneller und besser hin." Krisen helfen immer, HBM 30.11.20

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Digital arbeiten zwischen mehr Freiheit und wachsender Kontrolle 
Freitag, 11. Dezember 2020 - Studien, Arbeit, Management
Die Digitalisierung ermöglicht es vielen Arbeitenden, freier ihre Tätigkeiten auszuführen, weil sie an beliebigen Orten tätig werden können oder nicht auf die Arbeitszeit im Büro angewiesen sind. In Unternehmen zeigt sich allerdings ein sehr unterschiedlicher Umgang mit diesen Möglichkeiten. In manchen Firmen haben die Mitarbeiter viele Freiheiten, andere hingegen reagieren mit größerer Kontrolle. Der Personaldienstleister Hays befragte 1.000 Wissensarbeiter, wie sie ihren Arbeitsalltag diesbezüglich erleben. 41 Prozent gaben an, dass die neuen Möglichkeiten der Eigenverantwortung der Beteiligten zugute kommen. Immerhin 30 Prozent sehen hingegen eine Stärkung der Hierarchien. 38 Prozent finden, die Digitalisierung habe die Vertrauenskultur im Unternehmen gefördert, 30 Prozent dagegen erleben, dass Anreiz- und Kontrollsysteme stärker ausgebaut werden. 34 Prozent finden im eigenen Unternehmen einen Ausbau der Selbstorganisation, aber 38 Prozent erleben auch eine Straffung von Prozessen, Regeln und Vorgaben.
Leibeigene der Technik, spiegel.de 26.11.20

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Im Home Office stellen gebildete Männer die Mehrheit 
Freitag, 4. Dezember 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Eine Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung GfK mit 2.000 befragten Arbeitnehmern aus Deutschland, Frankreich und Groß-Britannien gibt Aufschluss darüber, wie sich die Arbeit im Home Office in den letzten Monaten gestaltet hat. So arbeiteten in Deutschland im Lock-down 41 Prozent der Befragten von Zuhause, danach sank dieser Anteil auf 20 Prozent. Im Home Office überwiegen mit 61 Prozent die Männer, 59 Prozent mit hohem Bildungsabschluss, was zeigt, dass diese Option vor allem den privilegierteren Schreibtisch-Jobs zugute kommt. 66 Prozent der Befragten schätzen an der Arbeit von Zuhause vor allem die Zeitersparniss, 51 Prozent mögen es, dass sie so auch leichter zwischen beruflichen und privaten Erfordernissen switchen können. 44 Prozent merken außerdem an, dass so die Umweltbelastungen gesenkt würden. 35 Prozent sehen es allerdings auch kritisch, wie im Home Office die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen.
Männer mit hohem Bildungsgrad arbeiten häufig im Homeoffice, FAZ 17.11.20

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Wie Achtsamkeit im Job hilft 
Dienstag, 1. Dezember 2020 - Studien, Arbeit, Management
Viele Unternehmen beschäftigen sich inzwischen mit Achtsamkeit, weil sie sich erhoffen, dass ihre Mitarbeiter durch diese Praxis widerstandsfähiger werden und besser mit den Anforderungen ihrer Arbeit zurecht kommen. Eine Studie von Awaris, einem Beratungsunternehmen, das Achtsamkeits-Programme für Firmen anbietet, und der Boston Consulting Group, bringt die möglichen Effekte solcher Trainings in Zahlen. In einem zehnwöchigen Programm verbesserte sich beispielsweise das Wohlbefinden der Teilnehmen deutlich wahrnehmbar - im Emotionalen um zehn Prozent, sozial um 18 Prozent und psychologisch um 15 Prozent. Gleichzeitig sank der gefühlte Stresslevel der Übenden um 25 Prozent, während ihr Selbstmitgefühl sich um 16 Prozent verbesserte. Die Fähigkeit, bewusst zu handeln, verbesserte sich bei den am Training Teilnehmenden um zehn Prozent. Und ihr Vermögen, nicht reaktiv zu agieren, verbesserte sich um zwölf Prozent. Auch der Feinsinn der Beteiligten profitierte von dem Programm. Ihre Qualitäten der Präsenz wuchsen - um fünf Prozent im Hinblick auf die Fähigkeit, ihre emotionale Befindlichkeit zu beschreiben und um neun Prozent, was das nicht automatische Bewerten von Impulsen angeht. Ich muss zugeben, ich hadere mit solchen Messungen immer ein wenig. Sie mögen auf wissenschaftlich fundierten Fragebögen beruhen, aber ich frage mich, was solche Werte wirklich über Verbesserungen in der Lebens- und Arbeitsqualität aussagen. Was ändert sich für einen Menschen, wenn es ihm statistisch gesehen "zehn Prozent besser geht"? Andererseits ebnen solche Untersuchungen natürlich der Achtsamkeit den Weg in die Unternehmenswelt, die nun mal auf Messbarkeit fixiert ist. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir damit langfristig dem Thema Achtsamkeit wirklich einen Gefallen tun. Denn so wird eine Praxis, die ja nicht unwesentlich auf dem Loslassen auch dieser Zahlenwelten beruht, mit genau diesen irgendwie infiziert.
Balancing Well-Being and Performance in the Virtual Workplace, Boston Consulting Group 30.10.20


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Den Chef mal schnell auswürfeln 
Freitag, 27. November 2020 - Studien, Arbeit, Management
Führungspositionen per Zufallsprinzip zu bestimmen, war zu Zeiten der Gilden ein probates Mittel, um eine Machtkonzentration in einflussreichen Familien zu vermeiden. Eine neue Studie zeigt: Dieses Modell könnte auch in der heutigen Zeit hilfreich sein, um Schwachstellen üblicher Besetzungsverfahren zu vermeiden. Wissenschaftler der ETH Zürich testeten mit rund 850 Proband*innen, welche Effekte es hat, wenn Menschen eine Position unter verschiedenen Umständen erhalten. In einer Variante wurde die Person zum Chef ernannt, die von 30 Wissensfragen die meisten richtig beantwortete. In einer weiteren wurde der Chef per Los bestimmt. Und in der dritten Variante wurden beide Verfahren kombiniert - das Los entschied zwischen den drei Personen, die die meisten Fragen korrekt beantwortet hatten. Alle Teilnehmenden waren im Kontext der Wissensfragen außerdem befragt worden, wie hoch sie ihre diesbezügliche Kompetenz einschätzen. Im darauf folgenden Studienteil zeigte sich: Diejenigen, die sich in ihrem Wissen überschätzten und aufgrund ihres guten Abschneidens bei den Fragen in die Chefposition kamen, nutzen die ihnen verliehene Macht mehr aus als jene, die zwar auch eine gewisse Selbstüberschätzung an den Tag legten, aber per Zufall zu ihrer Chefposition kamen. Besetzungsverfahren, die ohnehin schon vorhandene Ego-Faktoren begünstigen, scheinen also, zumindest wenn man sich gerechte und umgängliche Chefs wünscht, eher kontraproduktiv zu sein.
Beförderung per Zufall: Wir würfeln einen Chef, WiWo 16.11.20

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Achtsamkeits-App hilft Berufstätigen 
Dienstag, 24. November 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Von manchen wird das Meditieren unterstützt von Apps gelobt, weil es vielen Menschen erleichtert, eine Achtsamkeits-Praxis in ihren Alltag zu integrieren, andere sehen den Technik-Einsatz eher kritisch. Eine kleine Studie zur Wirkung der Meditations-App 7Mind (an deren Entwicklung ich selbst in der Anfangsphase mitgearbeitet habe) zeigt nun: Berufstätige profitieren von der Instant-Meditation für zwischendurch. 7Mind bietet Achtsamkeitskurse zu verschiedenen Themen, bei denen die Übenden jeweils 7 Meditationen à 7 Minuten pro Thema bekommen, die sie beispielsweise über eine Woche hinweg üben können. Im Test nutzten knapp 150 Berufstätige die App über zwei Wochen. Die Wirkung der Meditationen wurde mit den Daten einer Erhebung zur Befindlichkeit der Studienteilnehmer vor Beginn der Untersuchung und danach untersucht sowie mit den Daten einer Wartegruppe, die die App erst im Anschluss nutzten. Dabei zeigten sich bei den Meditierenden im Vergleich zur Wartegruppe mittlere Effektstärken im Hinblick auf Achtsamkeit und emotionale Erschöpfung und kleine Effektstärken bei Arbeitsengagement, Arbeitszufriedenheit, emotionaler Intelligenz, Selbstwirksamkeit sowie Innovation und Kreativität. Die Untersuchung zeigt: Selbst recht gering dosierte Bemühungen, die eigene Achtsamkeit zu trainieren, können schon zeitnah positive Wirkungen zeitigen. Die Studienautor*innen weisen allerdings auch darauf hin, dass diese Effekte auch in Langzeitstudien näher beleuchtet werden sollten.
Burnout-Prävention und mobile Achtsamkeit: Evaluation eines appbasierten Gesundheitstrainings bei Berufstätigen

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