Wenn Feedback als Bedrohung ankommt 
Montag, 12. März 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Wenn Mitarbeiter etwas vermasseln, muss der Chef eingreifen. Feedback soll eigentlich dabei helfen, den Job künftig besser zu machen. Viele Führungskräfte sind sich allerdings nicht bewusst, wie leicht der Schuss nach hinten gehen kann, wenn sie nicht den richtigen Ton und die richtige Perspektive treffen. Eine an der Harvard University gemachte Studie mit 300 Mitarbeitern eines Unternehmens zeigt: Umso negativer das Feedback des Chefs ist, umso eher bemühen sich Angestellte, neue Netzwerke in der Firma aufzubauen. Nur wenige Teilnehmer der Studie nahmen negative Rückmeldungen an und versuchten tatsächlich, ihre Leistung zu verbessern. Viele Mitarbeiter betrachteten hingegen schlechtes Feedback als Bedrohung ihres Selbstbildes. Die Nähe zu anderen Kollegen hilft dann, dieses Selbstbild aufrechtzuerhalten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Feedback nur dienlich ist, wenn es auch dieses Identitätsbedürfnis der Angestellten berücksichtigt. Es sollte sehr konkret sein, aus einer Ich-Perspektive gegeben werden und auch Vorschläge beinhalten, wie man die Dinge besser machen kann.
Was schlechtes Feedback bei Mitarbeitern auslöst, WiWo 1.3.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Was Arbeitnehmer wollen - in Ruhe nachdenken 
Freitag, 9. März 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Manchmal fördern Studien zur Arbeitszufriedenheit Überraschendes zutage. In einer Umfrage von Porsche Consulting mit rund 1.000 Büroangestellten aus dem Bundesgebiet wünschte sich die Hälfte der Teilnehmer, im Job jeden Tag mindestens eine Stunde Zeit zu haben, um nachzudenken und zu planen. Was sich anhört wie Zeitverschwendung, könnte durch die Hintertür durchaus positive Effekte haben. 93 Prozent der Untersuchungsteilnehmer gaben nämlich an, gerne im Job eigene Ideen einbringen zu wollen, wenn die Chefs sie denn ließen. 43 Prozent wünschen sich explizit mehr Mitsprache bei der Gestaltung ihrer Aufgaben. Fast scheint es, als wäre gute Führung nicht nur auf das Machen angewiesen, sondern mindestens genauso auch auf das Zulassen - von Eigeninitiative und Freiräumen.
Was wir uns am Arbeitsplatz wirklich wünschen, welt.de 26.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wie Achtsamkeit im Business wirkt 
Donnerstag, 8. März 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Die Wirtschaftswoche zeigt wieder einmal in einem Beitrag, wie in immer mehr Unternehmen die Achtsamkeitspraxis Einzug hält - und vor allem, welche Wirkungen sie im Job-Alltag haben kann. Christian Weiher etwa, Chemieingenieur bei BASF, meditiert, seitdem er im Rahmen eines Führungskräftetrainings Achtsamkeitsmethoden erlernt hat, täglich 10 Minuten. Und das macht für ihn einen Unterschied. "Es gibt einen winzigen Moment zwischen Reiz und Reaktion, den es zu bemerken und zu nutzen gilt. In diesem Moment habe ich die Wahl: Verfalle ich in alte Denk- und Handlungsmuster, oder ändere ich etwas?", erzählt er. Das mag unspektakulär klingen, kann im hektischen Business jedoch einen wesentlichen Unterschied machen. Wer nicht gleich aus der Haut fährt, wenn es mal brennt, provoziert weniger Konflikte. Und dieses Moment der Freiheit, das aufscheint, wenn man erkennt, man hat die Wahl, ist noch dazu im Berufsleben ein wesentlicher Motivationsfaktor.
Achtsamkeit kann Sie zu einer besseren Führungskraft machen, WiWo 18.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ausgeschlafen arbeitet es sich besser 
Montag, 5. März 2018 - Lebensart, Wissenschaft, Arbeit, Management
Nächtliche Sitzungsmarathons oder die abendliche Vorbereitung von Geschäftsterminen sind für viele Führungskräfte business as usual. Wer wenig schläft und dafür mehr arbeitet, gilt in der heutigen Zeit gerne als besonders leistungsbereit. Dieses Selbstbild der Wenigschläfer hält der Realität jedoch nur wenig stand. Die US-amerikanische Denkfabrik Rand Europe fand in ihrer Studie „Why Sleep Matters – The Economic Costs of Insufficient Sleep“ heraus, dass Schlafmangel in der deutschen Wirtschaft Kosten von bis zu 57 Milliarden Euro jährlich verursacht. Das sind 1,56 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Einbußen entstehen durch die finanziellen Folgen, die aufgrund gesundheitlicher Schäden durch Schlafmangel hervorgerufen werden, wie auch durch die reduzierte Konzentrationsfähigkeit von Arbeitnehmern, die zu wenig schlafen. Wer durchschnittlich weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, hat ein um 13 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko als Menschen, die jede Nacht zwischen sechs und neun Stunden ruhen. "Wer Erholung seiner Karriere zuliebe vernachlässigt, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Dauerhaft leistungsfähiger wird er so mit Sicherheit nicht. Die leistungsfähigsten Menschen sind die ausgeschlafenen", so Kneginja Richter, Leiterin der Schlafambulanz im Schlafmedizinischen Zentrum des Klinikums Nürnberg und Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg, in der Wirtschaftswoche.
"Die leistungsfähigsten Menschen sind die ausgeschlafenen", WiWo 13.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Oh Wunder, Führung funktioniert durch Zuwendung 
Freitag, 23. Februar 2018 - Studien, Arbeit, Management
Mitarbeiter, deren Führungskräfte ihnen Zuwendung zuteil werden lassen, sind deutlich motivierter als solche, um die sich keiner kümmert - das ist die Erkenntnis einer Forsa-Umfrage unter 90 Personalchefs aus Unternehmen ab 400 Mitarbeitern. Die Untersuchung betrachtete den Zusammenhang zwischen einer guten Fehlerkultur in den Unternehmen, Innovation und Engagement. Dabei wurde hohes Engagement unter anderem dadurch definiert, dass Führungskräfte auch Zeit finden für "menschenbezogene Führungsaufgaben". Eine Definition, die für sich schon tief blicken lässt. Gemeint waren in der Studie damit Coaching, Feedback und Mitarbeitermotivation. Nach Ansicht der Führungskräfte solcher Unternehmen, in denen dies gegeben war, haben die Mitarbeiter Karriereperspektiven und sehen einen Sinn in ihrer Arbeit, bei respektvollem Umgang miteinander und einer Innovations- und Lernkultur. Und das wiederum führe zu permanent hohem Engagement der Mitarbeiter aus eigenem Antrieb. Umgekehrt führen hohe Belastungen dazu, dass die Führungskräfte den Mitarbeitern weniger Aufmerksamkeit entgegenbringen und die Motivation sinkt. Schön, dass es eine Studie mehr gibt, die bestätigt, was der gesunde Menschenverstand ohnehin weiß.
Kümmert sich der Chef, sind die Mitarbeiter motiviert, WiWo 7.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Lieber eine schlechte Entscheidung als Ungewissheit 
Mittwoch, 14. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Mit dem Aushalten von Ungewissheit tun wir Menschen uns schwer. Im Business zu sagen "Ich weiß es nicht", gleicht einem Offenbarungseid. "Die meisten Menschen möchten Unsicherheit und Zweideutigkeit um fast jeden Preis vermeiden. Unfertiges und Vorläufiges ertragen wir alle nur äußerst widerwillig, denn sie stürzen uns in Zweifel und Konfusion. Das gilt im Privaten wie im öffentlichen, politischen Raum", so der Psychologe Heiko Ernst. Dabei zeigt sich im Leben - sei es in Firmen, der Politik oder den alltäglichen Privatangelegenheiten -, dass der Drang, die Dinge irgendwie festzunageln, auch wenn vieles ungewiss ist, meist zu suboptimalen Entscheidungen führt. Dann entledigen wir uns zwar der Unsicherheit, aber das macht noch keine gute Lösung. Das hat auch Auswirkungen auf unser kulturelles Umfeld. "Wir sind im Zustand wachsender Ungeduld anfälliger für Behauptungen, die unseren Vorurteilen entsprechen oder für das energisch vorgetragene Halbwissen anderer. Manchmal ist es einfach bequemer und beruhigender, eine Lüge zu akzeptieren als eine Unsicherheit. Die kognitiven Schleusen für Fake News aller Art sind also weit geöffnet", so Ernst. Dabei könnte die Fähigkeit, Nichtwissen und Widersprüche einfach einmal auszuhalten, ohne gleich entfliehen zu wollen, eine zentrale Kulturtechnik sein. "Zuzugeben, etwas noch nicht verstanden zu haben, bedeutet auch: offen, aufmerksam und lernbereit zu bleiben. Diese Offenheit ermöglicht es beispielsweise auch, die vielen unvermeidlichen Widersprüche im Leben auszuhalten", so Ernst. "Ich weiß es nicht" zu sagen, kann also auch sehr befreiend sein.
Zu Potte kommen - aber nicht übers Knie brechen, spektrum.de 2.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Das Revival der Selbsterkenntnis im Business 
Dienstag, 13. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
"Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung", weiß der Volksmund. Im Business scheint sie, gefördert von dem um sich greifenden Achtsamkeits-Hype, zu neuen Ehren zu gelangen. Die Wirtschaftswoche widmet einen umfassenden Beitrag dem Phänomen, dass sich in den Chef-Etagen immer mehr Manager mit "Self-Awareness" beschäftigen. Das Google-Programm "Search inside yourself" und große Achtsamkeitsprogramme für die Belegschaft bei SAP haben die Innenschau wieder salonfähig gemacht. Das hat eine gewisse Logik, denn nur wer sich selbst kennt, kann andere auch gut führen. Blinde Flecken der Führungskräfte können leicht zu blinden Flecken des gesamten Unternehmens werden. Und so bringen immer mehr Berater die meditative Innenschau in Coachingprozesse ein. Und immer mehr Führungskräfte fangen von sich aus an, ihr Innenleben tiefer zu erkunden. Die bewusste Selbstreflektion hilft Menschen dabei, ihre Lebenserfahrung zu durchschauen. Denn heute wissen wir, dass Erfahrung zwar in vielen Entscheidungsprozessen die Souveränität stützt, wir aber gleichermaßen auch zu Gefangenen unserer Erfahrungen werden können und unseren Blick verengen. Eine Studie von Korn Ferry mit knapp 7.000 Mitarbeitern zeigt: Je Selbst-Bewusster Arbeitnehmer sind, umso weniger blinde Flecken gibt es im Unternehmen - und umso höher fällt die Rendite aus.
Warum so viele Manager auf Self-Awareness setzen, WiWo 31.1.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Warum Resilienz-Trainings Standard werden sollten 
Freitag, 9. Februar 2018 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Die Studie ist schon ein wenig älter, aber interessant - die Bertelsmann Stiftung untersuchte mit weiteren Forschungspartnern, wie Führungskräfte die Resilienz ihrer Mitarbeiter verbessern können. Die Untersuchung mit rund 560 Teilnehmern zeigt, dass Mitarbeiter mit hoher psychischer Widerstandsfähigkeit ihre Arbeit mit großer Gewissenhaftigkeit erledigen, sich mit anderen Menschen besser verstehen, neugieriger sind und als emotional stabiler wahrgenommen werden. Vorgesetzte können zur Resilienz ihrer Mitarbeiter beitragen, indem sie ihnen Orientierung vermitteln und Kontrolle über ihre Arbeitsbereiche geben. Auch wie authentisch, ehrlich, vorbildlich und sinnvermittelnd ein Chef ist, trage zur Zufriedenheit und Gesundheit der Angestellten bei. "Folgt man den Ergebnissen der Studie, sollten Trainings, die die Resilienz steigern, bald zum Standardangebot des betrieblichen Gesundheitsmanagements in den Betrieben gehören. Davon können dann sowohl Mitarbeiter und Führungskräfte als auch Unternehmen profitieren", sagt Detlef Hollmann, Projekt-Manager der Bertelsmann Stiftung.
Studie der Bertelsmann Stiftung


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter