Macht Achtsamkeit unproduktiv? 
Mittwoch, 13. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Business ist Achtsamkeit nicht zuletzt deshalb in aller Munde, weil man sich von ihr nicht nur mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden für die Mitarbeiter erhofft, sondern, gestützt durch deren wachsende Zufriedenheit auch eine bessere Arbeitsleistung. Manche Studien scheinen in der Tat zu belegen, dass Mitarbeiter, die meditieren, fokussierter sind und viele Aufgaben besser bewältigen. Eine Studie der Católica Lisbon School of Business & Economics und der Carlson School of Management, University of Minnesota, zeigt nun: Meditation kann der Motivation das Wasser abgraben. In der Untersuchung zeigte sich, dass Menschen, die Achtsamkeit praktizierten, weniger geneigt waren, Aufgaben anzugehen. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass Achtsamkeit einen Zustand der Akzeptanz fördere, während es, um anzupacken und Probleme zu lösen, durchaus eines gewissen Maßes an Unzufriedenheit erfordere, um den Hintern hochzubekommen.
Zu viel Meditation raubt die Motivation, SZ 3.6.18

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Angestellte legen sich ins Zeug 
Dienstag, 12. Juni 2018 - Studien, Arbeit
Jeder sechste Arbeitnehmer weltweit arbeitet deutlich engagierter, als es von ihm erwartet wird, so die Erkenntnisse einer Erhebung des Analysehauses CEB. Die Deutschen liegen dabei packen dabei minimal öfter als der internationale Durchschnitt stärker an, als es nötig wäre, in Ländern wie den USA, Australien, Kanada und der Schweiz ist der Hang zu besonderem Engagement noch ausgeprägter. 40 Prozent der Deutschen leisten immerhin etwas mehr, als von ihnen verlangt wird, 42 Prozent erfüllen schlicht die Norm. Lediglich zwei Prozent belegt die Studie mit dem Unwort "Underperformer".
Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten härter, Manager Magazin 24.5.18

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Der Unterschied zwischen Werten und Heuchelei 
Donnerstag, 7. Juni 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Wenn wir von Werten sprechen, dann geht es, wenn wir es ernst meinen, meist um die großen Haltungen im Leben, um Haltungen, die wir in unserer Kultur über Generationen entwickelt und aktiv gelebt aufrecht erhalten haben. Die Wertediskussion im Business hingegen kommt einem da leicht wie eine große Show vor. In einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung kritisiert der Organisationssoziologe Stefan Kühl, wie leichthändig Unternehmen versuchen, mit "integrer Unternehmenspolitik", "werteorientierter Führung" und "moralischer Haltung" jonglieren. "Das Bekenntnis zu Werten hat auf den ersten Blick eine gewisse Plausibilität. Der Vorteil von Werten ist, dass sie 'hohe Konsenschancen' haben. Abstrakt kann man sich schnell darauf einigen, dass Menschenrechte, Umweltschutz und Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit anzustreben sind. Das Problem ist jedoch, dass Werte im Gegensatz zu Programmen nur sehr unbestimmte Anhaltspunkte für Entscheidungen geben. Sie lassen weitgehend unklar, welche Entscheidung einer anderen vorgezogen werden muss", sagt er. Kühl weist darauf hin, dass Moral nicht wie eine "Trivialmaschine" funktioniere. Von der rechten Idee zur rechten Tat ist es, gerade im Berufsleben, oft ein weiter Weg. Ein Weg des Ringens und des Ausprobierens und des Lernens. Das ist in vielen Firmen gar nicht vorgesehen. Sie wollen vor allem eine weiße Weste zeigen - und bürden den Mitarbeitern auf, das Richtige zu tun, ohne es zwingend auch zum lebendigen Teil des täglichen Arbeitsmiteinanders zu machen.
Wenn Firmen Mitarbeiter erziehen, SZ 29.5.18

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Schlafmangel lässt sich bedingt ausgleichen 
Mittwoch, 6. Juni 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wenig zu schlafen, gehört mit zu den Grundlagen einer auf die Spitze getriebenen Leistungskultur. Mediziner warnen jedoch immer wieder vor den gesundheitlichen Auswirkungen, die dauerhafter Schlafmangel haben kann, denn er leistet verschiedenen Erkrankungen Vorschub und kann das Leben verkürzen. Von der nachlassenden geistigen Leistungsfähigkeit permanent Übermüdeter einmal ganz zu schweigen. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich der werktägliche Schlafmangel zumindest bedingt durch längeres Schlafen am Wochenende ausgleichen lässt. Eine Studie wertete dazu die Daten von 44.000 Menschen aus. Sie gingen von einer optimalen Schlafdauer von sieben Stunden aus. Unter 65-Jährige, die jede Nacht fünf Stunden oder weniger schliefen, zeigten demnach ein höheres Sterberisiko als die Ausgeschlafenen. Diese Folge konnte von jenen vermieden werden, die am Wochenende einfach länger schliefen. Auch zu langes Schlafen tut anscheinend nicht gut, denn die Langschläfer, die jede Nacht auf mehr als neun Stunden Schlaf kamen, waren ebenfalls von einem erhöhten Sterberisiko betroffen. Wochenend-Kompensationsschläfer seien allerdings gewarnt. "Der Schlaf kürzer als sechs Stunden geht schon nach einer Nacht aufs Gemüt", so Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité. Einen weiteren Kommentar von ihm finde ich eher unglücklich, denn er sagt auch, dass die gesunde Schlafdauer von sieben bis siebeneinhalb Stunden pro Nacht heute für viele Arbeitnehmer nicht realistisch sei. Das mag stimmen, aber im Kontext dieser Studie ist es auch eine Einladung, sich einfach kritiklos den äußeren Zwängen zu beugen anstatt mehr danach zu fragen, wie wir ein Leben können, in dem unsere menschlichen Basisbedürfnisse nicht zu kurz kommen.
Schlafmangel lässt sich am Wochenende ausgleichen, Zeit online 27.5.18

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Der Spagat zwischen Stress- und Komfortzone 
Dienstag, 5. Juni 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit
Das Vokabular der Leistungsgesellschaft hat die Komfortzone schon vor Jahren zum toten Winkel erklärt. Mehr etwas erreichen möchte im Leben, muss einfach raus aus der Kuschelecke, meinen die Dauerperformer. Womöglich hat diese Einstellung mit zum gegenwärtigen Stresshoch beigetragen. Sich auch mal zurückzulehnen, hat einfach einen schlechten Ruf. "Ständige Überforderung, sich also permanent außerhalb der eigenen Komfortzone zu bewegen, führt zu Erstarrung oder Panik. Wir brauchen Komfort als Überlebensgrundlage", warnt hingegen der Psychologe Nico Rose. Worum es letztlich geht, ist wohl die rechte Mischung. Immer nur im Wohlbefinden zu verharren, kann auch langweilig werden. Lernen und uns weiterentwickeln können wir uns am ehesten dann, wenn wir das schon Vertraute auch einmal hinter uns lassen. Das mag sich bisweilen unbehaglich anfühlen, oft sogar herausfordernd. Und doch trägt dieses die Fühler Ausstrecken mit dazu bei, dass die eigene Komfortzone sich erweitert. Daraus allerdings gleich einen neuen Leistungsethos zu zimmern, ist wahrscheinlich keine gute Idee, denn wenn aus Entwicklung dauerhafte Überforderung wird, gewinnen Panik oder schlicht Verweigerung die Oberhand.
Wer Risiken eingeht, vergrößert seine Komfortzone, WiWo 27.5.18

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Mangelnde Anerkennung treibt Arbeitnehmer in die Flucht 
Montag, 4. Juni 2018 - Studien, Arbeit, Management
Eine neue Repräsentativbefragung des Personaldienstleisters Manpower zeigt, wie wichtig den Arbeitnehmern die Höhe ihres Einkommens ist. Rund die Hälfte der Befragten gab in der Erhebung an, einen Jobwechsel in Erwägung zu ziehen. Der am meisten genannte Grund war mit 22 Prozent, durch einen Stellenwechsel das eigene Einkommen zu verbessern. 15 Prozent der Wechselwilligen waren auf dem Sprung, weil sie nicht das Gefühl haben, dass ihre Leistungen anerkannt werden. Auf Rang drei folgten Langeweile und ein schlechtes Arbeitsklima.
Jeder Zweite sieht sich nach einer neuen Stelle um, FAZ 25.5.18

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Weniger arbeiten - das wünschen sich viele 
Mittwoch, 30. Mai 2018 - Studien, Arbeit, Management
Weniger arbeiten, mehr Zeit für andere Dinge haben - das ist der Wunsch von immer mehr Beschäftigten. Einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge würden gerne 50 Prozent der männlichen und 40 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer ihre Wochenarbeitszeit um mindestens 2,5 Stunden reduzieren. Dies gilt insbesondere für Beschäftigte mit hohen Bildungsabschlüssen und größerer beruflicher Autonomie. Das Institut geht davon aus, dass gerade in diesen Berufsgruppen Angestellte oft ungewollt bei besonders hohen Wochenarbeitszeiten landen. Etwa 40 Prozent aller Beschäftigten sind mit ihrer Wochenarbeitszeit zufrieden. Im Durchschnitt möchten Männer gerne 37 Stunden pro Woche arbeiten, bei Frauen liegt dieser Wert bei 30 Stunden.
Viele Menschen würden Arbeitszeit gerne reduzieren, FAZ 22.5.18

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Der finanzielle Return der Achtsamkeit 
Montag, 28. Mai 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Ein Schlagzeile mit dem Begriff Achtsamkeit beim Wirtschaftsnachrichtendienst Reuters, das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Doch kürzlich schaffte es SAP mit seinem Achtsamkeitsprogramm, dass zwischen Aktienkursen und börsenrelevanten Nachrichten das Thema Meditation aufpoppte. Der Beitrag stellt die Grundzüge des SAP-Achtsamkeitsprogramm dar und gibt sich große Mühe, den finanziellen Impact, den es haben könnte, darzustellen. SAP selbst nennt hier keine genauen Zahlen, spricht jedoch von einem Return on Investment von 200 Prozent. Laut SAP bedeutet ein Prozent Zuwachs beim Mitarbeiter-Engagement einen Profit von 50 bis 60 Millionen Euro, ein Prozent Zuwachs bei der "Gesundheitskultur" des Unternehmens bringe 85 bis 95 Millionen Euro Gewinn. Ich schätze die Arbeit von Peter Bostelmann, der bei SAP inzwischen den Posten des Director Global Mindfulness bekleidet, sehr, denn er bemüht sich zumindest, die Instrumentalisierung von Meditation im Business nicht voranzutreiben. Doch wo damit begonnen wird, solche Rechenexempel zu vollziehen, ist Meditation dabei, ihre Unschuld zu verlieren.
At Germany's SAP, employee mindfulness leads to higher profits, Reuters 17.5.18

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