Psyche macht schon bei den Jüngsten schlapp 
Freitag, 14. Februar 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wir scheinen immer mehr zu einer Depressionsgesellschaft zu werden. Die von der DAK in ihrem Kinder- und Jugendreport 2019 vorgelegten Zahlen sind besorgniserregend, denn selbst unter Schulkindern stellen psychische Probleme schon ein ernsthaftes Problem dar - etwa jedes vierte Kind leidet bereits darunter. Laut DAK haben die Klinikeinweisungen aufgrund von Depressionen unter Kindern zwischen 2016 und 2017 um fünf Prozent zugenommen. Zwei Prozent der Kinder leiden unter einer diagnostizierten Depression, ebenso viele unter einer Angststörung. Die DAK hat verschiedene Präventionsprogramme aufgelegt, um in Zusammenarbeit mit Schulen den Jugendlichen mehr Hilfen anbieten zu können. Vielleicht sollte aber auch verstärkt die Frage gestellt werden, wie wir all die äußeren gesellschaftlichen wie auch sozialen Umstände so verbessern können, dass Kinder erst gar nicht in diese Spirale der psychischen Erkrankung hineingeraten. Laut DAK liegt die Rehospitalisierungsquote gegenwärtig bei 24 Prozent, was die Krankenkasse als alarmierend bezeichnet.
Kinder- und Jugendreport 2019 der DAK

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Arbeitsverdichtung wird für viele zum Problem 
Mittwoch, 12. Februar 2020 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Die Arbeitsverdichtung in den Unternehmen scheint immer mehr um sich zu greifen. Laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat sich 2018 in 81 Prozent der Firmen die Arbeit für die Beschäftigten weiter verdichtet. Drei Viertel der Befragten nehmen höhere Leistungserwartungen wahr und mehr Multitasking. 71 Prozent finden, ihre Aufgaben werden immer komplexer. 65 Prozent fühlen sich gestresst, weil sie immer mehr Projekte gleichzeitig zu bewältigen haben. Das Institut sieht diese Entwicklungen nicht unbedingt dem technologischen Wandel geschuldet, der die Menschen womöglich herausfordert. Oft seien schlicht die betrieblichen Rahmenbedingungen ungünstig für die Beschäftigten. Von diesen fürchten bereits 77 Prozent gesundheitliche Probleme aufgrund der hohen Belastung. 68 Prozent glauben, dass sich in ihrem Unternehmen das Betriebsklima bereits verschlechtert habe. Und 47 Prozent rechnen damit, dass die Qualität der Arbeit unter der Überbeanspruchung leiden wird.
Die Arbeitstage werden dichter und dichter, FAZ 4.2.20

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Der richtige Beat macht das Training leichter 
Freitag, 7. Februar 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wer beim Sport Musik hört, tut sich leichter mit dem Training, weil das Work-out als weniger anstrengend wahrgenommen wird, so die Erkenntnisse einer neuen Studie. Sowohl beim Kraft- als auch beim Ausdauertraining hat sich Musik mit hohem Tempo bewährt. Der Effekt ließ sich auch bei der Herzfrequenz der Probanden beobachten. Trainingsmuffel sollten sich also ihren Lieblings-Soundtrack schnappen und gleich mal eine Runde laufen oder Gewichte stemmen.
Hilft Musik tatsächlich beim Training?, wissenschaft.de 2.2.20

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Ursachen psychischer Stressbelastungen 
Mittwoch, 5. Februar 2020 - Lebensart, Psychologie, Arbeit
Beim Arbeiten gesund zu bleiben, fällt immer mehr Arbeitnehmenden schwer. Ein Grund sind die wachsenden Herausforderungen im Job, die auf die Psyche schlagen. Gegenüber dem Deutschlandfunk macht der Psychiater und Internist Joachim Bauer vor allem drei wesentliche Gründe für die wachsende Zahl von Stresserkrankungen aus. Die Balance zwischen Anerkennung und Verausgabung sei nicht leicht aufrechtzuerhalten und mangelnde Wertschätzung im Beruf kann dann leicht aufs Gemüt schlagen. Bauers Erfahrung zufolge fühlt sich bereits die Hälfte der Arbeitenden permanent gehetzt. Und die ständige Erreichbarkeit sei ein zusätzliches Moment, das die Stressbelastung erhöhe.
Psychiater: „Arbeitsatmosphäre spielt eine große Rolle“, Deutschlandfunk 2.2.20

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Psychische Erkrankungen weiter im Steigen 
Dienstag, 4. Februar 2020 - Psychologie, Studien
Laut Technikerkrankenkasse nehmen die Fehltage der Versicherten aufgrund psychischer Erkrankungen weiterhin zu. Dem jüngsten Gesundheitsreport 2020 zufolge, den die Krankenkasse erstellt hat, stellen diese Beschwerden nun die häufigste Krankheitsursache dar, noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten. Sie sind für 19 Prozent aller Fehlzeiten von Arbeitnehmenden verantwortlich. Insgesamt gingen die Fehlzeiten minimal zurück, was der Tatsache geschuldet ist, dass die Erkältungswelle 2019 weniger ausgeprägt war als jene der Vorjahre.
Mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen, FAZ 31.1.20

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Wir glauben den Medien mehr als der Politik 
Donnerstag, 30. Januar 2020 - Psychologie, Studien
Um unser Vertrauen in das Leben und die Welt ist es nicht sonderlich gut bestellt.Das Edelman Trust Barometer 2020 zeigt: Am ehesten vertrauen wir Deutschen den Medien (49%), gefolgt von der Wirtschaft (48%), der Regierung (45%) und den NGOs (43%). Ist schon ernüchternd zu sehen, wie wenig wir der Politik noch zutrauen. Die internationale Untersuchung zeigt auch: Deutschland ist das drittpessimistischste Land nach Japan und Frankreich - nur 23% der Deutschen blicken optimistisch in ihre finanzielle Zukunft. Sogar nur 12% glauben, dass das aktuelle System ihnen zugute kommt und 55% finden, der Kapitalismus in seiner heutigen Form schade mehr als er helfe. Auch die Vertrauenskluft zwischen dem, was Edelman die informierte Öffentlichkeit nennt (Menschen mit Hochschulabschluss, hohem Medienkonsum und hohem Haushaltseinkommen" und der breiten Öffentlichkeit steigt.
Edelman Trust Barometer 2020

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Das Geschäft mit dem (mangelnden) Schlaf 
Donnerstag, 23. Januar 2020 - Lebensart, Psychologie, Arbeit
Fehlender Schlaf wird für viele immer mehr zum Problem. Und das nicht nur, weil sie zu viel arbeiten oder vielleicht abends zu lange am Computer daddeln. Denn immer mehr Menschen können einfach nicht mehr richtig schlafen (wozu die beiden genannten Gründe natürlich auch beitragen können). Schlafmittel, Schlaftracker, gute Matratzen - der Weltmarkt für Schlafhilfen beläuft sich auf einen Jahresumsatz von rund 63 Milliarden Euro. Das sagt viel. Der wunde Punkt: Wer unbedingt schlafen möchte, schafft dies erst recht nicht. Schlafmediziner fordern deshalb auch eine neue Schlafkultur. In einer Gesellschaft, in der jede*r stets und ständig beschäftigt ist, fällt das Abschalten einfach grundsätzlich schwer. Und kulturelle gelten jene, die mehr Schlaf brauchen oder wollen, gerne gleich als Minderleister. Manchen hilft zum Einschlafen Fernsehen. In den Augen von Schlafforschern ist das, zumindest wenn kein Actionfilm läuft, ein "wenig stimulierendes Ereignis". Das dumme an dieser Methode ist nur: Läuft der Fernseher weiter, wird der Schlaf nicht sonderlich erholsam sein.
„Wir wollen Patienten zu ihrer eigenen Schlaftablette machen“, WiWo 14.1.20

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Wie viel oder wenig Arbeit funktioniert und tut gut? 
Mittwoch, 22. Januar 2020 - Psychologie, Arbeit, Management
Die in der letzten Zeit immer öfter hochpoppenden Diskussionen über deutliche Reduzierungen der Arbeitszeit beflügeln manche Angestellte und lassen vielen Arbeitgebern eher die Haare zu Berge stehen. Aus der Arbeitspsychologie ist natürlich bekannt, dass kein Mensch acht Stunden am Tag hochkonzentriert durcharbeiten kann. Deshalb sind Arbeitspsychologen auch eher aufgeschlossen, wenn es darum geht, über eine Komprimierung von Arbeit nachzudenken - mehr erledigen in kürzerer Zeit und dafür längere freie Phasen. Dem menschlichen Organismus scheint das näher zu kommen als eine ausgedehnte Präsenzphase, durch die man sich mehr oder weniger durchschleppt. Gleichzeitig bergen solche Vorstöße auch Gefahren. Denn wenn das hochgetaktete Arbeiten nicht auf kürzere Phasen beschränkt ist, vergrößert sich die Gefahr von Erschöpfung. Innovative Firmen, die mit neuen Arbeitszeitmodellen experimentieren, nehmen sich zum Teil ein Beispiel an der Softwareentwicklung, wo Großprojekte systematisch auf kleinere Aufgabenpakete heruntergebrochen werden. Organisieren sich Firmen als Ganzes so, ist es gar nicht so schwer, auch Mitarbeiter, die ganz unterschiedliche Zeitvolumina arbeiten, in Teams zu integrieren. Insbesondere Arbeitgeber aus Branchen, in denen heute eher ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften herrscht, schreien indes auf, weil sie durch Arbeitszeitverkürzungen ja noch mehr Mitarbeiter, die sie bereits jetzt nicht finden können, bräuchten. Das zeugt jedoch, beispielsweise in Pflegeberufen, auch von einer Scheuklappenmentalität. Denn diesen Branchen ist auch nicht gedient, wenn die Mitarbeiter ständig über ihre Grenzen gehen und dann hinschmeißen. Insgesamt zeigen die aktuellen Diskussionen, dass Wandel ein sehr langsamer Prozess ist. Und ein sehr gewöhnungsbedürftiger. Aber je mehr Diskussionen es gibt, umso mehr wird sich vielleicht auch verändern.
Vier Tage arbeiten bei gleichem Gehalt – und die Firma profitiert auch, welt.de 13.1.20

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