Geld ist im Job am wichtigsten 
Mittwoch, 13. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Die Wissenschaft kennt unzählige Parameter, die zur Jobzufriedenheit beitragen. Doch letztlich scheint es vielen Arbeitnehmern vor allem um eines zu gehen - das liebe Geld. Das legt eine Untersuchung des Softwaredienstleisters Wilke nahe, der für seinen Happiness Index 4.000 Angestellte aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragte. Auf der Prioritätenliste der Deutschen leistete das Gehalt den wesentlichsten Beitrag zu ihrer Jobzufriedenheit, gefolgt vom Gefühl, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Erst danach folgen flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit auf Home Office, die Unternehmenskultur und die Führungskultur. Nur ein Drittel der Befragten in Deutschland wechselte schon einmal in eine niedriger bezahlte Position, weil diese glücklicher machte. In den USA war das hingegen bei 58 Prozent der Fall, in Großbritannien bei 54 Prozent und in Frankreich bei 32 Prozent. In den höheren Führungsetagen allerdings nimmt die Neigung, Gehalt gegen Glück zu tauschen, wieder zu. Wichtig für Arbeitgeber: Glückliche Mitarbeiter lassen sich mit mehr Geld eher weniger locken. Nur 18 Prozent der Befragten, die mit ihrem Job glücklich waren, nannten das Gehalt als Quelle ihrer Zufriedenheit. Interessant auch die Wünsche nach weniger Arbeit. 17 Prozent der Deutschen würde lieber an vier Tagen länger arbeiten und dafür ein langes Wochenende haben. Zu Gehaltseinbußen für eine Vier-Tage-Woche sind allerdings nur zwei Prozent bereit.
Lieber Geld als Glück, Manager Magazin 1.3.19

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Egoismus in freundlichem Gewand 
Montag, 4. März 2019 - Studien, Arbeit, Management
Haben Sie manchmal das Gefühl, von Kolleg*innen ausgenutzt zu werden, obwohl diese eigentlich ganz umgängliche und oft auch zuvorkommende Menschen sind? Solche Erfahrungen sind nicht ungewöhnlich, wie eine Studie des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie zeigt, denn Egoismus kommt oft gut getarnt daher. Die Untersuchung stieß auf eine sehr raffinierte "Ausbeuter-Strategie". Die "freundlichen" Egoisten agierten in der Studie in sechs von zehn Fällen kooperativ - machten aber in den übrigen vier Fällen ihr eigenes Ding. Die von den Handlungen in reinem Eigeninteresse Betroffenen begehrten indes nicht auf, denn in 40 Prozent der Fälle hatten sie selbst ja Vorteile durch die Kooperation der Egoisten. In der Studie zeigt sich, dass vor allem hoher Wettbewerbsdruck diese passive Unterstützungsmentalität fördert. Denn wo es um viel geht, ist ein bisschen Kooperation für die Düpierten immer noch besser, als auch diese noch zu verlieren. In der Studie nutzte jeder Zweite diese Strategie, was durchaus zu denken gibt.
Nette Egoisten setzen sich am erfolgreichsten durch, WiWo 21.2.19

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Die verbindende Dimension von Arbeit 
Freitag, 1. März 2019 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Professorin für Politische Philosophie Lisa Herzog wirft einen in meinen Augen interessanten Blick auf einige sonst eher vernachlässigte Aspekte von Arbeit. Im Interview mit der Zeit versucht sie für die verbindende Dimension des menschlichen Zusammenwirkens in Arbeitskontexten zu sensibilisieren anstatt allein ihren instrumentellen Wert zu betrachten. "Aber Arbeit hat immer auch damit zu tun, dass wir in ihr bestimmte Formen von Gemeinschaft erleben. Arbeit kann uns die Gelegenheit geben, gemeinsam mit anderen Widerstände zu überwinden und Dinge zu schaffen. In einer modernen Gesellschaft ist die Arbeit sehr stark geteilt. Die einzelnen Tätigkeiten greifen ineinander und bedingen einander. Wir arbeiten also immer mit der Hilfe anderer und für andere. Dieser soziale Aspekt der Arbeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig beleuchtet worden", so Herzog. Die Wissenschaftlerin kritisiert, dass neben Nutzenerwägungen auch die Selbstverwirklichung in der Arbeitswelt eine sehr starke Rolle spiele, was immer wieder zu unangemessenem Personenkult und Gegeneinander statt miteinander führe. Und im Hinblick auf Arbeitsteilung werde meist nur die Effizienz betrachtet, nicht aber die Frage, wie alle Teile vernünftig auch ein Ganzes ergeben, dass sich als solches bewusst ist. "Die Arbeitsteilung legt nahe, die Dinge aus einer einseitigen und partiellen Perspektive zu betrachten. Der Blick für das große Ganze geht verloren", warnt Herzog.
"Wir übersehen die positiven Seiten der Arbeit", zeit.de 21.2.19

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Einfach nur ambitioniert oder schon neurotisch? 
Donnerstag, 28. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Mit dem Perfektionismus ist das so eine Sache. Die weniger perfekten Zeitgenossen sind leicht genervt von jenen, bei denen alles bis ins Detail stimmen muss. Dabei ist es manchmal einfach der hohe innere Anspruch, der Menschen dazu verleitet, besonders genau zu sein und die Dinge bis aufs i-Tüpfelchen wirklich gut machen zu wollen. Eine andere Gruppe mag von außen genauso wirken, sie hat es aber in sich, denn die neurotischen Perfektionisten handeln eher aus Angst - Angst davor, zu versagen, kritisiert zu werden oder schlecht dazustehen. Eine amerikanische Metastudie hat diese Unterschiede zutage gefördert - und sie gibt Anlass zur Sorge, denn es zeigt sich: Unabhängig vom Alter der Versuchspersonen ist eine Tendenz zu wachsendem neurotischen Perfektionismus zu erkennen. Vielleicht ist das ja der hilflose Versuch einer Antwort auf eine immer komplexer werdende Welt, in der immer weniger vom Einzelnen beherrschbar ist. In den Bereichen, auf die wir Einfluss haben, dann besonders perfektionistisch zu sein, gibt einem dann vielleicht wenigstens für einige Momente wieder das Gefühl, ein bisschen Kontrolle zu haben.
Besonders gewissenhaft oder ziemlich neurotisch? spektrum.de 20.2.19

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Wie der "Clown" Teams zusammenhält 
Mittwoch, 27. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Was hält Teams in ihrem Inneren zusammen? Und lässt Menschen selbst unter widrigen äußeren Bedingungen noch gut gemeinschaftlich handeln? Dieser Frage ist ein amerikanischer Anthropologe nachgegangen, um optimale Bedingungen für eine mögliche Marsmission der NASA zu eruieren. Es sind nicht die fachlichen Fähigkeiten, die Teams gut ihren Job erledigen lassen - wenngleich es unerlässlich scheint, dass die Person, die die höchste Führungsverantwortung trägt, diese Rolle auch ausfüllen und von den anderen in ihr anerkannt werden muss. Die Untersuchungen der Arbeitskontexte verschiedener Forschungsteams einer Antarktis-Station zeigen: Es ist vor allem der Humor, der Teams nicht auseinanderfallen lässt. Dabei müssen nicht alle gleich den Clown geben. Die Forschung zeigt allerdings, dass es die Menschen mit Humor sind, die über alle Arbeitsbereiche hinweg als Bindeglieder zwischen den Teammitglieder fungieren. Jeffrey Johnson beobachtete bei seinen Studien, dass in Teams oft die Neigung vorherrscht, dass Gleichgesinnte sich mit Gleichgesinnten umgeben. Er sagt: "Deshalb braucht es die Clowns und Geschichtenerzähler - sie schaffen es mit Humor, die Untergruppen zu einem großen Team zu vereinen."
Diesen Typ braucht jede Gruppe, spiegel.de 18.2.19

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Aufschieberitis im Management 
Dienstag, 26. Februar 2019 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Bei manchen Studien frage ich mich, welche Erkenntnisse sie jenseits der Vermittlung von Daten im Sinn haben. Gehirn&Geist etwa berichtet über die Forschung zweier russischer Psychologinnen, die den Hang zum Aufschieben und das Verhältnis zu Zeit bei Führungskräften untersucht haben. Dabei zeigte sich: Top-Manager schauen vor allem in die Zukunft, halten sich nicht lange mit Fehlschlägen auf und lassen sich weniger durch Nebensächliches oder Privates ablenken. Damit einher gehe eine geringere Neigung, Dinge aufzuschieben. Im mittleren Management hingegen sieht es anders aus. Im mittleren Management scheinen Führungskräfte dagegen stärker mit den Fehlern der Vergangenheit beschäftigt zu sein. Und ihre persönlichen Vorlieben können auch mal zur Ablenkung werden. Da bleibt leicht einmal was liegen. Womöglich sind diese unterschiedlichen Neigungen auch eine Folge der verschiedenen Arbeitsvoraussetzungen. Top-Leader sind meist genau dazu da, in die Zukunft zu schauen und das Ziel vorzugeben. Das Mittelmanagement hingegen ist stärker mit der realen Umsetzung beschäftigt - und spielen eben auch die Fehler der Vergangenheit eine Rolle. Das ist dann vielleicht kein Fatalismus, sondern auch der Versuch, aus dem, was nicht funktioniert hat, zu lernen, um es künftig besser zu machen. Und immer alles möglichst effizient und zack-zack abzuarbeiten, ist vielleicht auch nicht immer die beste Lösung. Wohl jeder macht immer wieder die Erfahrung, dass vieles sich auch von selbst erledigt.
Zeitmanagement in den Chefetagen, spektrum.de 20.2.19

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Arbeit - zwischen Unterdrückung und Freiheit 
Montag, 25. Februar 2019 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Arbeit ist für manche schlicht ein lästiges Übel, andere fühlen sich von ihren Arbeitsbedingungen vielleicht sogar erdrückt und von ihren Chefs unterdrückt. In einer Kultur, die (Arbeits-)Einkommen voraussetzt, um existieren zu können, spielt der Job auf jeden Fall eine immens große Rolle. Abhängigkeiten sind in solchen Systemen eine Art Naturgegebenheit". Und sie kann von jenen, die das Sagen haben, ausgenutzt werden. In den Augen der amerikanischen Sozialphilosophin Elizabeth Anderson gleichen viele Firmen Diktaturen, und das nicht nur aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen in bestimmten Betrieben, sondern weil man dem System im Ganzen kaum zu entrinnen vermag. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit betrachtet sie, wie die Idee freier Märkte, die einst auch individuelle Freiheiten mit sich brachte, sich heute in ihr Gegenteil verkehrt. "Für Adam Smith und andere Vordenker war der freie Markt ein Befreiungsprojekt, das sich gegen den Obrigkeitsstaat, Leibeigenschaft und das Monopol der Zünfte richtete. Die Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, wirtschaftlich selbstständig zu werden. Sein eigener Boss zu sein – das war das Versprechen des freien Marktes, nicht Lohnarbeit. ... Eine Gesellschaft selbstständiger Kleinunternehmer ist das Idealbild einer Gesellschaft von Gleichen. Niemand hat einem Boss zu gehorchen. Auf dem Markt begegnen sich alle auf Augenhöhe", erklärt sie in einem Interview mit der Zeit. Diese Augenhöhe vermissen heute, nicht nur in den USA, viele. Ein ganzes System umzukrempeln, bräuchte indes immense Kraft, denn: "Die Bewegungen für mehr Gleichheiten kommen sehr oft nur in kleinen Schüben, die schnell wieder verebben. Es braucht eine Graswurzelbewegung und deren Engagement aufrechtzuerhalten, kostet enorm viel Kraft und Mühe." Manchmal ist es schon ernüchternd, die Fehler im System zwar wahrzunehmen, aber gleichermaßen das Gefühl zu haben, unter dem Strich dann doch nichts verändern zu können...
"Die moderne Firma ist eine Diktatur", Zeit.de 14.2.19

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Unbewusste Diskriminierung 
Freitag, 22. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Gleichberechtigung ist in der Arbeitswelt ein großes Thema. Sei es der Versuch, den Frauenanteil im Management oder in Aufsichtsräten zu erhöhen, sei es die gerechtere Bezahlung beider Geschlechter. Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin wirft nun eine Blick auf die unbewusste Diskriminierung bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen. Die Forscher hatten Personalern fiktive Lebensläufe von Männern und Frauen vorgelegt für Berufe, die als eher frauen- oder männertypisch gelten. Dabei zeigte sich, dass die Bewerbungen von Frauen für von Männern dominierten Ausbildungsberufen von den Personalern durchweg um etwa eine Schulnote schlechter bewertet wurden als jene von Männern. Umgekehrt wurden Männer, die sich für frauentypische Berufe bewarben, fair bewertet. Man könnte durch aus von systematischer, unbewusster Diskriminierung sprechen. Die Studie zeigt, welchen kulturellen Wandel wir noch vor uns haben, wenn es uns wirklich ernst damit sein sollte, im Berufsleben irgendwann zu Gleichberechtigung zu kommen.
„Personaler bewerten Frauen im Schnitt eine Note schlechter“, WiWo 11.2.19

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