Jeder Fünfte fühlt sich motiviert geführt 
Dienstag, 11. September 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wann ist eine Meldung eine wirkliche Nachricht? Spiegel.de etwa titelte kürzlich: "Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt". Die Information war frisch, sie stammt aus dem neuesten Engagement-Index, denn Gallup jedes Jahr veröffentlicht. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind indes fast immer die gleichen. Etwa 14 Prozent der Beschäftigten fahren allenfalls Dienst nach Vorschrift und sind nicht wirklich bei der Sache. Am anderen Ende der Skala zeigen sich 15 Prozent hochmotiviert. Und der Rest bewegt sich irgendwo dazwischen. Vielleicht sollten wir anfangen zu erkennen, dass das, was Studien uns als höchste Motivation verkaufen, auch ein Wunschgebilde der wohl meisten Arbeitgeber darstellt. Der Befindlichkeit der Arbeitnehmerschaft scheint es jedenfalls nicht zu entsprechen. Man könnte auch sagen: Wie schön, dass jeder siebte Arbeitnehmer sich so über die Maßen im Job reinkniet. Und wie schön, dass etwas weniger Menschen wenig Lust auf Arbeit haben. Die Gallup-Studie legt immer wieder mit Zusatzfragen nahe, wie sehr es die Unternehmen in der Hand haben, das Klima zu verbessern. Laut Studie findet nur jeder fünfte Befragte, dass er sich in seinem Unternehmen auch ausprobieren könne und Fehler toleriert würden. Jeder Fünfte sagt: "Die Führung, die ich bei der Arbeit erlebe, motiviert mich, hervorragende Arbeit zu leisten." Allerdings scheint sich das nicht 1:1 in Höchstleistung zu übersetzen, denn, haben Sie mitgerechnet? - Gallup misst nur 15 Prozent Super-Power-Arbeitnehmer. Studien wie diese suggerieren, dass Firmen nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen und schon läuft der Laden. So einfach scheint es indes nicht zu sein …
Mehr als fünf Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt, Spiegel.de 29.8.18

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Zwischen Wut und Selbstüberschätzung 
Montag, 10. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Wut ist nicht nur eine Reaktion, die sich bei Angst oder auch Frustration einstellt, sie kann auch auf eine gehörige Portion Narzissmus hinweisen und durch die damit verbundene Selbstüberschätzung ausgelöst werden. In einer Studie mit knapp 530 Studierenden zeigte sich, dass Menschen, bei denen Tests eine Neigung zu narzisstischen Charakterzügen und Wut offenbart hatten, ihre Intelligenz für überdurchschnittlich hoch hielten - und sich dabei gehörig überschätzten. (Sie hatten auch einen klassischen Intelligenztest durchlaufen, so dass entsprechende Werte vorlagen.) Die Forscher fragen sich nun, ob die Wut möglicherweise über Bande eine Folge dieser Selbstüberschätzung ist. Ihre These, die sie in künftigen Studien prüfen wollen: Vielleicht tritt die Diskrepanz zwischen überhöhter Selbstwahrnehmung und tatsächlicher Leistung in die Wahrnehmung und führt dann zur Wut.
Sind Choleriker besonders intelligent?, wissenschaft.de 24.8.18

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Die Isolation der Unausgeschlafenen 
Donnerstag, 6. September 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Zu wenig Schlaf macht einsam. Diese Schlussfolgerung legt eine neue Studie der Universität in Berkeley nahe. In einer Teiluntersuchung mit 140 Probanden zeigte sich, dass schon eine Nacht mit deutlichem Schlafdefizit ausreichte, dass die Versuchspersonen das Gefühl hatten, isoliert zu sein und niemanden zum Reden zu haben. In einem weiteren Versuch sollten die Probanden nach einer durchwachten Nacht und nach einer Nacht, in der sie ausreichend geschlafen hatten, angeben, wie nahe ihnen andere Personen kommen dürfen. Die Unausgeschlafenen hielten dabei eine um 15 Prozent größere Distanz aufrecht als die Ausgeschlafenen. Der Schlafmangel scheint zudem eine Art von Ansteckungsgefahr mit sich zu bringen. Menschen, denen Videos von müden Menschen gezeigt worden waren, fühlten sich selbst plötzlich einsamer.
Gestörte Nachtruhe macht einsam, spektrum.de 15.8.18

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Karriere-Ambitionen der jungen Generation lassen nach 
Mittwoch, 5. September 2018 - Studien, Arbeit
Lust auf Karriere? Viele Studierende beantworten diese Frage längst nicht mehr mit einem klaren Ja. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer der Ernst & Young Unternehmensberatung (EY) mit 2.000 Studenten zeigt: Für eine Mehrheit steht der Erfolg im Job nicht unbedingt an erster Stelle ihrer Erwartungen ans Leben. Für immerhin 41 Prozent hat die Karriere in ihrem Leben eine sehr hohe Bedeutung - bei der letzten EY-Untersuchung zwei Jahre zuvor traf dies noch auf 57 Prozent zu. 70 Prozent der Befragten messe hingegen der Familie einen besonders hohen Stellenwert zu. Sich mehr nach den persönlichen Vorlieben auszurichten als auf möglichst gute Verdienstchancen zu schielen, ist vor allem für Kultur- und Geisteswissenschaftler ein Thema. Sie wählen ihr Studienfach hauptsächlich aus Neigung. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern sagt hingegen eine Mehrheit, dass die guten Einkommenschancen für sie wichtiger seien als ihr persönliches Interesse am Studienfach.
Immer weniger Studenten streben eine Karriere an, WiWo 16.8.18

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Erwarteter Stress stresst genauso wie erlebter 
Dienstag, 4. September 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Stress macht uns nicht nur fertig, wenn wir ihn tatsächlich haben. Eine neue Studie von Verhaltensforschern aus Heidelberg und den USA zeigt: Selbst wenn wir nur erwarten, in eine stressauslösende Situation zu geraten, zieht uns das runter und vermiest unsere Stimmung. Auch wenn der erwartete Stress sich dann vielleicht gar nicht einstellt - unserem Körper-Geist-System ist das gleich, wir fühlen uns gestresst. Die Wissenschaftler führen diese innere Reaktion darauf zurück, dass schon die Erwartung von Stress bei vielen Menschen Grübeleien auslöst. Und das bringt das emotionale Wohlbefinden aus der Balance.
Die Erwartung von Stress stresst, Psychologie heute 11.7.18

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Wer sich reinkniet, macht eher Karriere 
Donnerstag, 30. August 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wer länger arbeitet, macht eher Karriere, so die Erkenntnis einer Erhebung des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit. Aufstieg und Beförderungen scheinen demnach in engem Zusammenhang zu stehen mit dem zeitlichen Investment in den Job. Eine Studie aus Dänemark kommt zu ähnlichen Schlüssen. In zwei Langzeitstudien wurden hier die Daten von 170.000 Dänen ausgewertet. Hier zeigte sich, dass die Aufsteiger in Top-Positionen pro Woche 15 Prozent mehr arbeiteten als jene, die nicht befördert wurden. Diese Zusammenhänge wurden allerdings nur für Menschen untersucht, die im Unternehmen, in dem sie bereits arbeiten, aufstiegen.
Wer länger arbeitet, macht schneller Karriere, WiWo 24.7.18

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Werden wir zur depressiven Gesellschaft? 
Mittwoch, 29. August 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Der Gesundheitsreport 2018 der Techniker Krankenkassen lässt aufmerken. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Verschreibungen von Antidepressiva verdoppelt. Seit 2007 erhöhte sich die Zahl der verschriebenenTagesdosen an Medikamenten gegen Depressionen von 6,8 auf 13,5. Frauen sind dabei deutlich stärker betroffen als Männer. Ihnen wurden 16,9 Tagesdosen verschrieben, Männern lediglich 10,6. Die Fehlzeiten weisen in die gleiche Richtung. Heruntergerechnet auf Durchschnittswerte fehlten Frauen im vergangenen Jahr 3,42 Tage aufgrund psychischer Beschwerden, Männer 2,11 Tage. In der Fachwelt wird viel darüber diskutiert, dass Anstiege wie dieser auch damit zu tun haben, dass heute mehr Menschen aufgrund psychischer Probleme zum Arzt gehen und dann natürlich auch entsprechend behandelt werden. Das wirft vielleicht auch die Frage auf, wie wir kulturell mehr Erfahrungsräume schaffen können, in denen wir konstruktiv mit seelischen Überforderungen umgehen können. Die medizinische Seite des Phänomens jedenfalls deutet darauf, dass sich hier etwas in unserem Menschsein zu verschieben scheint. Sind wir nicht mehr robust genug für die Anforderungen, die wir uns auferlegen? Oder sollten wir einfach mehr darüber nachdenken, wie wir das Leben so gestalten können, dass es unser Menschsein nicht bedrängt sondern fördert? Was sich hier zeigt, ist mehr als ein medizinisches Problem. Es ist eine große gesellschaftliche Frage, die sich hier auftut.
Antidepressiva auf dem Vormarsch, Ärzteblatt 26.7.18

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Nachwuchs setzt im Job vor allem auf Sicherheit 
Dienstag, 28. August 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Unsichere Zeiten lassen viele Menschen gezielt nach Sicherheiten greifen. Das betrifft auch immer mehr die junge Generation. Die "Studentenstudie 2018" des Beratungsunternehmens EY etwa zeigt, dass immer mehr junge Leute bei der Suche nach einem Arbeitgeber vor allem nach einem möglichst sicheren Arbeitsverhältnis streben. Befragt wurden 2.000 Studierende von 27 Universitäten. Schon mehr als 40 Prozent betrachten Jobs im öffentlichen Dienst als besonders attraktiv. Vor zwei Jahren waren es noch 32 Prozent. Auch Kultureinrichtungen (22 Prozent) und die Wissenschaft (20 Prozent) werden von den Studierenden als mögliche Arbeitgeber hoch geschätzt. Die Skandale in der Autoindustrie haben Spuren hinterlassen. Vor zwei Jahren betrachteten noch 22 Prozent der Studierenden die Branche als attraktives Berufsfeld für sich, heute sind es nur noch acht Prozent.
Studenten ist sicherer Arbeitsplatz wichtiger als Geld, WiWo 24.7.18

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