Digitales Meditieren boomt 
Mittwoch, 15. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Auf dem Nachrichtenportal des Netzwerks Ethik heute findet sich ein hervorragender Überblick über digitale Gesundheitsangebote, insbesondere zu Meditations-Apps. Ich blogge ja selbst auch immer mal wieder Details zu einzelnen Tools, aber Gerald Blomeyer hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet und stellt nicht nur diverse Achtsamkeits-Apps und ihre Geschichte vor, sondern auch Angebote der Krankenkassen. Wer also nach einem Einblick in diesen Markt sucht, wird hier bestens bedient.
Apps für Meditation boomen, Ethik heute 6.9.21

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Vor dem Weltuntergang noch mal richtig abzocken 
Freitag, 3. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart
Die Krisenszenarien der vergangenen Jahre haben bei jungen Menschen deutliche Spuren hinterlassen. Die Generation Z, die die heute 18- bis 25-Jährigen umfasst, steckte noch in den Kinderschuhen, als die globale Finanzkrise hereinbrach. Die Gefahren des Klimawandels und nun noch der Pandemie halten sie weiter in Atem. Auf die Beziehung zur Welt dieser jungen Menschen hat dies enormen Einfluss. Neben jenen, die sich, beispielsweise in der Klimabewegung, für einen positiven Wandel einsetzen, entsteht auch eine Gruppe, die sich fast schon gegenteilig engagiert. Der Marktforscher Oliver Spitzer spricht von den "Puppies of Wall Street" (in Anlehnung an den Film "Wolf of Wall Street"). Junge Menschen, die Experten in Finanzfragen sind, wilde Onlinespekulationen betreiben und versuchen, bevor es richtig kracht, noch einmal Kasse zu machen. Spitzer nennt das einen Fluchtreflex, der dazu führe, dass man sich vor allem um sich selbst kümmere. Ein Selbstbezug und Egoismus, der, sollte er auf breiterer Basis Schule machen, natürlich die Katastrophen, mit denen man rechnet, noch verstärken könnte.
Junge Apokalyptiker im Börsenrausch, WiWo.de 24.8.21

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Rückzug in die Komfortzone 
Donnerstag, 2. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
In den vergangenen zwei Jahren sind mehrere gute Studien erschienen, die zeigen, dass Achtsamkeit kein Allheilmittel ist. Neben der bereits bekannten Erkenntnis, dass Meditation sich beispielsweise nicht für Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen oder gar traumatischen Erfahrungen eignet, wenn sie nicht von kompetenten Therapeuten in ihren Übungen begleitet werden, zeigen diese Untersuchungen, dass es immer wieder auch Menschen gibt, bei denen Stille, Reizreduktion oder schlicht das tiefere In-sich-Hineinhorchen Unwohlsein auslösen. Das Online-Portal der Frauenzeitschrift Brigitte titelte etwa kürzlich über die "Gefahren des Achtsamkeits-Hypes" und sprach sogar von einer "Toxic Mindfulness". Nach der Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen geht der Artikel dazu über, den Lesenden lieber einige Wohlfühlübungen zu empfehlen, die ihnen im Hinblick auf eine Verbesserung ihres Alltags mehr bringen könnten als Achtsamkeit. Ich finde es interessant, welche unausgesprochenen Erwartungen in solchen Beiträgen mitschwingen. Seit Achtsamkeit in aller Munde ist, scheint sie immer mehr zu einem Weichspüler zu werden. Die Erfahrungen, die Übende machen, sollen möglichst kuschelig sein. Diese Erwartung verkennt allerdings, was Achtsamkeit und Meditation eigentlich bedeuten und wie sie wirken. Denn wer durch regelmäßiges Meditieren oder das Schulen der Aufmerksamkeit wacher wird für das, was ist, bekommt natürlich auf einmal auch vieles mit von dem, was bisher vielleicht lieber ausgeblendet wurde. Das können beunruhigende Dinge in der Außenwelt sein, aber auch Erkenntnisse über sich selbst, die einem vielleicht erst einmal weniger behagen. Gerade in diesen tieferen Einsichten liegt jedoch das wirkliche und wirksame Potential von Achtsamkeit, denn nur das, was man als nicht dienlich erkennt, kann man auch verändern. Und das sind oft nicht die naheliegenden Dinge, die wir ohnehin schon im Blick haben. Ich würde mir mehr Mut wünschen, dazu einzuladen, hier tiefer zu gehen.
Die Gefahren des Achtsamkeitshypes, über die niemand spricht, brigitte.de 20.8.21

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Leistung stiftet kaum Sinn 
Mittwoch, 1. September 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit
Was die Sinnforscherin Tatjana Schnell in ihren Studien herausgefunden hat, sollte Arbeitgeber, die auf eine besondere Leistungskultur pochen, zum Aufhorchen bringen. Und könnte Beschäftigten, die, obwohl sie erfolgreich sind im Job, unter einer Sinnkrise leiden, so manches erklären. Schnell hat nämlich in verschiedenen Studien belegt, dass Leistung "kein super Sinngeber" ist. Im Interview mit Psychologie heute erklärt sie auch, warum: "Vermutlich weil Leistung relativ external erlebt wird, also jemand anders definiert, was eine gute Leistung ist. Oft liegt der Leistung auch ein sozialer Vergleich zugrunde, und soziale Vergleiche tun uns ohnehin nicht gut." Am stärksten tragen laut ihren Forschungen Generativität, Fürsorge, Religiosität, Harmonie und Entwicklung zur Sinngebung bei. Hört sich vielleicht ein bisschen altbacken an, doch ist mit all diesen Faktoren anscheinend eine Tiefendimension unseres Daseins angesprochen. Sinn entsteht anscheinend nicht an der glatten Oberfläche.
„Plötzlich bin ich ein Teil von etwas Großem“, Psychologie heute 10.8.21

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Coaching-App als Stress-Helfer 
Montag, 30. August 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Die Erfinder der App Pocketcoach möchten Menschen Helfen, bevor Stress ihnen psychische Probleme beschert. Dafür verbindet der digitale Helfer Meditation, Atemübungen und Dialoge mit einem Chat-Bot. In der in Zusammenarbeit mit Therapeuten entwickelten Chatfunktion können die User ihren Problemen auf den Grund gehen. Und die App bietet ein Repertoire von etwa 400 Übungseinheiten, mit denen dann gezielt an den Ursachen der individuellen Herausforderungen gearbeitet werden kann. So bekommen die Anwender genau die Hilfe, die sie gerade benötigen, lautet das Versprechen.
Ihre App soll euch vor Stress schützen – und die Krankenkasse zahlt, Businessinsider 28.7.21

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Das eigene Leben bewusster gestalten 
Freitag, 27. August 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Viele Menschen hoffen, dass wir die Pandemie bald überwunden haben und damit ein Zurück zur gewohnten Normalität verbunden sein wird. Der Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt beobachtet aber auch, wie sich bei manchen ein grundlegender Einstellungswandel vollzogen hat. Im Interview mit dem Manager Magazin erklärt er: "Wir beobachten tatsächlich einen neuen Trend: JOMO – Joy of missing out. Corona hat bei einigen den Reset-Knopf gedrückt. Sie wollen das Leben wieder mehr genießen und 'müssen' nicht mehr überall dabei sein. Der Grundsatz 'Eine Sache zu einer Zeit' erlebt eine Renaissance. Also entweder Freunde treffen oder ins Restaurant gehen, Fernsehen oder telefonieren, und das auch gern mal länger als zwei Stunden am Stück." Im momentanen Übergang zeigt sich allerdings auch, wie fragil diese innere Neujustierung ist. "Wäre das Angebot wieder bei 100 Prozent dessen, was vor Corona möglich war, würden wahrscheinlich drei von vier Bürgern wieder so agieren wie vorher. ... Aber die Entscheidung, wie sie ihre knappe Zeit einsetzen, treffen viele eben deutlich bewusster", so Reinhardt. Wäre doch toll, wenn wir dieser Bewusstheit mehr Aufmerksamkeit schenken und sie nicht einfach aufgeben, wenn die Verführungen im Außen wieder so sind, wie sie einmal waren ...
"Corona hat bei einigen den Reset-Knopf gedrückt", Manager Magazin 26.7.21

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Wie Musik uns Kraft gibt 
Freitag, 27. August 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Musik kann uns durch die Tiefen des Lebens tragen, wie eine Studie des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik mit 5.000 Menschen aus sechs Ländern auf drei Kontinenten zeigt. Die Untersuchung während des ersten Lockdowns zeigt: "Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, Musik zur Bewältigung emotionaler und sozialer Stressfaktoren zu verwenden." Menschen, die stark durch negative Emotionen belastet waren, fanden im Musikhören Hilfe, mit Depressionen, Angst und Stress besser umzugehen. Für Menschen mit eher positiver Grundstimmung wurde die Musik zum Ersatz für soziale Interaktionen - wenn sie den Klängen lauschten, hatten sie eher das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören. Selber Musik zu machen, könne in den Augen der Forscher ein gutes Mittel zur Selbstreflexion sein.
Musik hilft durch Krisenzeiten, spektrum.de 26.7.21

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Was ist schon normal? 
Mittwoch, 25. August 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Was wir als normal empfinden, ist uns häufig unbewusst und tritt erst in die Wahrnehmung, wenn das Unerwartete unsere Wege kreuzt. Gerade die Pandemie mit ihren teils dramatischen Veränderungen unserer Alltagswelt hat uns dies deutlich vor Augen geführt. Die divergierenden Reaktionen auf verschiedenste Maßnahmen im Umgang mit der Pandemie haben dabei deutlich werden lassen, welch unterschiedliche Ansprüche im Hinblick auf Normalität es gibt. "Ist es normal, dass wir unsere Freiheiten, unsere individuelle Maximierung von Lust einschränken zugunsten einer Allgemeinheit? Ist das legitim, durchsetzbar, erwartbar? Oder ist es nicht normal?", fragt etwa die Soziologin Villa Braslavsky im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Für sie ist eine Lehre aus der Pandemie, "dass zu unserer Normalität, gesellschaftlich wie individuell, immer eine eigene Verwundbarkeit gehört, eine physische, biologische, wie eine gesellschaftliche Verwundbarkeit". Was aber bedeutet es, diese Verwundbarkeit anzuerkennen? Die Illusion von Normalität ist ja immer auch ein Selbstschutz, weil sie uns eine Vorstellung gibt, wie die Dinge sein sollten. Im Prinzip bricht hier die Vorstellung eines kontinuierlichen Halts im Leben in sich zusammen. Können wir uns längerfristig als Kultur darauf einstellen, das das ständig sich Verändernde die eigentliche Normalität sein könnte? Und wie könnten wir uns in dieser prozesshaften Volatilität dennoch verankern? Die Pandemie hat große existenzielle Fragen aufgeworfen, die, auch wenn sie einmal überwunden sein sollte, immer noch von Belang sind. Villa Braslavsky ist etwas skeptisch im Hinblick auf ein solches Umdenken, denn sie beobachtet, "dass sich für sehr viele Menschen das 'Zurück zur Normalität' mit einer gewissen Sorglosigkeit verbindet, dass es sich verbindet mit der magisch anmutenden Idee: Es wird wieder alles, wie es nie war."
„Unsere Vorstellung von Normalität ist ideologisch verzerrt“, Deutschlandfunk Kultur 25.7.21

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