Wann ist ein Lächeln konstruktiv? 
Montag, 16. April 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
Ein Lächeln kann uns motivieren - doch es kann, wenn es uns mit einer für uns nicht stimmigen Intention erreicht, sogar verunsichern. Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison haben untersucht, wie verschiedene Arten des Lächelns wirken. Sie unterschieden ein Belohnungs-Lächeln, das uns sagt, wir haben etwas gut gemacht. Ein kooperatives Lächeln, das Verbundenheit wie auch Mitgefühl ausdrücken kann. Und ein Dominanz-Lächeln, durch das die Person, die lächelt, vor allem ihren eigenen Status unterstreicht. In einem Test sollten die Probanden eine Präsentation halten. Anschließend bekamen sie per Video von einer Person ein nonverbales Lächel-Feedback. Sie wussten nicht, auf welche Art ihr Gegenüber lächelte, doch die Unterschiede der Lächel-Varianten zeigten bei ihnen Wirkung, die durch die Messung ihrer Stressmarker beobachtet wurde. Probanden, die ein Dominanz-Lächeln gezeigt bekamen, entwickelten deutlich mehr Stress und hatten höhere Cortisol-Werte als jene, die mit einem kooperativen Lächeln bedacht wurden. Am entspanntesten zeigten sich jene Probanden, die ein Belohnungs-Lächeln erhielten. Die Studie zeigt, wie empfindsam wir für die Intentionen, die hinter einem Lächeln stecken können, sind. Sollten Sie sich also einmal unwohl fühlen, wenn Sie im Job ein seltsames oder gar falsch wirkendes Lächeln zu sehen bekommen, wissen Sie nun, woran das liegen könnte.
Nicht jedes Lächeln wirkt positiv, wissenschaft.de 2.3.18

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Die Selbstbezüglichkeitsfalle des Achtsamkeits-Trends 
Dienstag, 10. April 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Das Zeit-Magazin nimmt in einem Beitrag den gegenwärtigen Achtsamkeits-Trend aufs Korn. Zwar ist der Artikel in teils sehr zynisch-überheblichem Tonfall verfasst, doch trifft er einen wunden Punkt der scheinbar immer mehr um sich greifenden Neigung zur Selbsterforschung und -verbesserung. Meditations-Lehrer, die im Kontext einer spirituellen Tradition der Weltreligionen Achtsamkeit praktizieren, warnen schon länger davor, dass in einer modernen Kultur des extremen Individualismus Meditation womöglich unter kontraproduktiven Vorzeichen geübt wird. Viele Menschen möchten einfach weniger gestresst sein und sich ein bisschen besser fühlen. Das ist legitim und wünschenswert. Doch wer sich aus diesem Ichbezug heraus versucht, etwas Gutes zu tun, übersieht dabei leicht etwas Wesentliches. In den großen spirituellen Traditionen liegt die Befreiung von den Bedrängnissen des Alltags gerade darin, zunächst einmal dieses Ich durchlässiger werden zu lassen, diesen oft unsere gesamte Wahrnehmung umfassenden Selbstbezug loszulassen. Wer in einem Moment des inneren Aufbrechens diese Grenze des Ichs schon einmal durchbrochen hat, mag ahnen, wie anders unser Dasein in der Welt sein kann verglichen mit unserer ganz alltäglichen Selbstwahrnehmung. Ist uns dieser mögliche Unterschied indes nicht bewusst, kann das Streben nach Achtsamkeit zu einer Manie werden, die uns nur noch stärker um uns selbst kreisen lässt. Wie das aussieht, beschreibt der Zeit-Artikel auf die Spitze getrieben (und in gewisser Weise aus eben dieser Perspektive heraus). Dankenswerterweise endet der Beitrag allerdings mit dem Hinweis auf die mögliche Tiefendimension, zu der wir in unserem Menschsein durch praktizierte Achtsamkeit wieder Zugang erreichen können. In der Metta-Meditation beispielsweise belässt man es nicht dabei, sich selbst innerlich ein gutes Leben zu wünschen. Man dehnt diesen Wunsch im Zuge der Praxis aus auf einem Nahestehende, auf Menschen, die mang nicht mag, bis hin zu allen Lebewesen. "Dass das tatsächlich wirkt, hat eine Langzeitstudie des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften erwiesen: Die Metta-Meditation kann, so die Ergebnisse, die Aktivität von Gehirnregionen verstärken, die mit positiven Emotionen und Zugehörigkeitsgefühlen assoziiert sind. Aber eben nur dann, wenn man die Ebene des Ichs verlässt und sich ins Wir hineinbegibt", so die Schlussfolgerung des Artikels.
Und, wie fühlst du dich dabei? Zeit Magazin 30.3.18

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Wie Technologie uns vom Leben trennt 
Montag, 9. April 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft
Der tödliche Unfall, der durch ein selbstfahrendes Uber-Fahrzeug verursacht wurde, konfrontiert uns einmal mehr mit der Frage, was im Zusammenspiel von Mensch und Maschine heute möglich ist - und was nicht. Eine zentrale Denkweise bei computergesteuerten Autos ist, dass der Mensch als Beifahrer in Notsituationen unmittelbar eingreifen kann und soll. Eine kluge Idee, die jedoch nicht unbedingt mit dem vereinbar ist, was wir als Menschen sind und wie wir selbst "funktionieren". "Unsere Wahrnehmung und Informationsverarbeitung ändert sich, sobald wir vom aktiv Handelnden – also etwa dem Autofahrer – zum Überwachenden werden. Wenn ich selber fahre, kann ich zum Beispiel viel schneller eine Notbremsung durchführen, als wenn ich nur zugeschaut habe und darauf reagiere, wenn das Auto mich auf ein Problem hinweist. In dem Moment muss kognitiv erst mein Programm für aktives Autofahren wieder aktiviert werden. Das dauert länger als die berühmte Schrecksekunde", erklärt etwa der Psychologe Klaus Bengler in einem Interview mit der Zeit. Bei etwas dabei zu sein, bedeutet eben noch lange nicht, wirklich involviert und mit einer Situation verbunden zu sein. Über diese innere Distanz zum Leben, die nicht nur eine emotionale Reaktion ist, sondern auch von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns abhängt, wird noch viel zu wenig nachgedacht. "Es ist ganz normal, dass die Konzentration bei Monotonie nachlässt und das Durchhaltevermögen sinkt, wenn man sich ständig, ohne spürbaren Nutzen, auf die Überwachung konzentrieren soll. Das heißt: Automation macht uns in der Tendenz unaufmerksam", so Bengler. Es scheint in unserer Natur zu liegen, nur dann voll da zu sein, wenn wir mit einer Situation wirklich verbunden sind. Auf einen Computer hat die Monotonie von Überwachungsaufgaben keinen Einfluss, er ist genau für solche "Tätigkeiten" gemacht. Wir Menschen scheinen den Zugang zur viel größeren Breitbandigkeit unserer Fähigkeiten nur dann wirklich zu haben, wenn wir uns in diesen Fähigkeiten auch gefragt fühlen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Möglichkeiten selbstfahrender Autos. Wir sollten uns im Umgang mit jeglicher Technologie immer wieder fragen, ob sie uns tatsächlich hilft oder nicht vielleicht gar bestimmter Fähigkeiten beraubt. Nur weil soziale Netzwerke, die Nutzung von Systemen zur Hausautomation oder der automatische Bestellbutton von Amazon gewöhnlich keine Fragen auf Leben und Tod mit sich bringen, bedeutet das nicht, dass wir es uns leisten sollten, diese zentrale Frage zu ignorieren.
"Automation macht uns unaufmerksam", zeit.de 24.3.18

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Chefinnen haben vieles mit Männern gemein 
Donnerstag, 22. März 2018 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Frauen, die es im Job bis an die Spitze schaffen, haben mehr mit Männern gemein als mit ihren Geschlechtsgenossinnen, so die Erkenntnisse einer Studie aus Belgien. Dafür wurden die Persönlichkeitseigenschaften von rund 600 Führungskräften, ein Viertel davon Frauen, und von 52.000 Angestellten beiderlei Geschlechts näher betrachtet, insbesondere Merkmale wie Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, Neurotizismus sowie Professionalität. Zwischen den angestellten Männern und Frauen zeigten sich dabei Unterschiede. Die weiblichen Angestellten waren insgesamt etwas verträglicher als die männlichen, neigten etwas mehr zu Kooperation, waren aber auch emotional instabiler und weniger extravertiert - alles Dispositionen, die schon in mehreren Studien belegt wurden. Die männlichen und weiblichen Chefs waren sich hingegen viel ähnlicher. Beide zeigten mehr Extrovertiertheit und emotionale Stabilität als die Angestellten und waren weniger hilfsbereit. Damit bestätigt die Studie, dass Führung heute immer noch eher männlich definiert ist und erfolgreiche Frauen tendenziell männliche Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften zeigen. Ob diese Eigenschaften auch per se Kennzeichen guter Führung sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.
Weibliche Führungskräfte ticken eher wie Männer, spektrum.de 7.3.18

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Wie wir womöglich Fake-News antreiben 
Mittwoch, 21. März 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Fake-News und vor allem ihre manchmal geradezu explosionsartige Verbreitung stellen ein immer größer werdendes Problem in den sozialen Medien dar. Eine amerikanische Studie legt nun nahe, dass unsere Psyche und unser eigener Umgang mit Nachrichten einen wesentlichen Einfluss auf das Phänomen hat. Die Wissenschaftler analysierten die Entwicklung von 126.000 Geschichten, die von mehr als drei Millionen Menschen in der Zeit von 2006 bis 2017 getwittert wurden. Gerne glauben wir, dass falsche Nachrichten vor allem von besonders bekannten und gut vernetzten Menschen weit gestreut werden. Die Studie zeigt jedoch, dass sich unwahre Daten eher über weniger vernetzte Menschen verbreiten. Während wahre Meldungen oft nur 1.000 User erreichten, waren es bei den unwahren zwischen 1.000 und 100.000 Menschen, die sie lasen und weiterleiteten. Falsches verbreitete sich zudem sechs Mal schneller als Wahres. Bei der Analyse der emotionalen Dimension von Falschnachrichten - die untersuchten News wurden dabei auf entsprechende Schlüsselwörter hin betrachtet - zeigte sich: Die treibende Kraft für die stärkere und schnellere Verbreitung von Fake-News scheinen ihr Neuigkeitswert und ihr Überraschungsfaktor zu sein. Das ernüchternde Urteil der Studienautoren: „Die Neigung von Menschen, falsche Meldungen eher zu retweeten als wahre ist es demnach, was die Ausbreitung von Fake-News antreibt.“ Also, erst nachdenken, dann weiterleiten ...
Twitter: Fake-News sind erfolgreicher, wissenschaft.de 8.3.18


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Psychische Ansteckungsgefahr? 
Dienstag, 20. März 2018 - Psychologie, Wissenschaft
In Psychologie und Hirnforschung mehren sich die Indizien dafür, dass psychische Traumata nicht alleine durch eigenes Erleben hervorgerufen werden, sondern sich auch im Kontakt mit Traumatisierten "vermitteln" könnten. Verschiedene Studien, beispielsweise mit Psychologen, die Traumapatienten behandeln, Helfern von Krisenereignissen oder auch Angehörigen von Traumatisierten zeigen, dass zwischen zehn und 20 Prozent derjenigen, die in Kontakt mit Traumata anderer Menschen kommen, selbst Belastungsstörungen an den Tag zeigen. Die Wissenschaft nennt das "Sekundäre Traumatisierung". Ein Artikel auf Spektrum.de beleuchtet die Details. Mir kommt in diesem Kontext noch eine ganz andere Frage, die sich mehr auf die Verbreitung alltäglicherer psychosozialer Wahrnehmungen richtet. Ich möchte damit keinesfalls den Trauma-Kontext des angesprochenen Fachartikels banalisieren. Ich habe bisweilen den Eindruck, dass auch gefühlte Bedrohungslagen, die sich als gesellschaftliche Phänomene artikulieren und noch nicht einmal sehr breite Teile der Bevölkerung betreffen, auch in Nicht-Betroffenen gewissermaßen "einnisten". Angst vor Arbeitslosigkeit oder Armut, sozialem Abstieg oder ähnliches zum Beispiel. Betrachtet man die Statistiken, sind von solchen Lebenslagen nur überschaubare Bevölkerungsgruppen betroffen. Und doch hat man in sozialen Netzwerken und bisweilen auch den Mainstream-Medien das Gefühl, dass die gefühlte Betroffenheit, damit meine ich nicht nur die Dimension des Mitfühlens, sondern wirklich unterschwelliges, direkteres Betroffensein, deutlich größer ist. Die mediale Allgegenwärtigkeit scheint hier die Grenze zwischen uns und anderen immer durchlässiger werden zu lassen.
Können Traumata ansteckend wirken?, spektrum.de 5.3.18

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Was wir essen, zeigt, wie wir drauf sind 
Donnerstag, 15. März 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Vegetarier ticken politisch anders als Fleischesser, so das Ergebnis zweier psychologischer Studien der Universität Mainz. Die Wissenschaftler führten zwei Repräsentativerhebungen mit jeweils 5.000 Probanden durch. Einmal stand die rein vegetarische Ernährung im Fokus (drei Prozent der Befragten), das andere Mal wurde diese Definition weiter gefasst und man ordnete auch Menschen zu, die vorwiegend vegetarisch leben und gelegentlich Fleisch essen (sechs Prozent der Befragten). In beiden Erhebungen zeigte sich, dass Menschen, die den Konsum tierischer Produkte ablehnen und sie zumindest nur bewusst oder mäßig verzehren, sich in ihrem Mindset von den Fleischessern unterscheiden. Sie sind offener für neue Erfahrungen, weniger konservativ als der Rest der Bevölkerung und auch politisch interessierter. Diese Haltungen manifestieren sich vor allem in einem bestimmten Kreis der Gesellschaft - bei jüngeren Menschen mit höherem Bildungsabschluss. Frauen sind hier drei Mal so häufig präsent wie Männer.
Vegetarier ticken anders, Psychologie heute 2.3.18

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Lass' mich nicht hängen - die neue Unverbindlichkeit 
Mittwoch, 14. März 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Sich verabreden, obwohl man weiß, dass man das Date später platzen lassen wird? In Zeiten der sozialen Medien fällt es leicht, sich eine Hintertür offenzuhalten. Tun sich kurzfristig bessere Optionen auf oder man hat schlicht keine Lust, reicht eine kurze Whatsapp und man ist aus dem Schneider - und das ganz ohne lästige direkte persönliche Konfrontation. Die zwischenmenschliche Distanz, die Nachrichten über soziale Netzwerke erlauben, erleichtert es, unverbindlich zu sein. Die New York Times sprach im letzten Sommer sogar von einem „Golden Age of Bailing” ("Don't bail on me" lässt sich mit "Lass' mich nicht hängen" übersetzen). Wissenschaftler wundert es kaum, dass dieser Trend sich vor allem in den USA sehr stark zeigt, ist die amerikanische Kultur doch eher eine konfliktscheue. Die neue Bailing-Kultur fördert soziale Unsicherheiten, denn letztlich weiß man kaum noch, ob eine Zusage wirklich zählt. Wer wert auf Verbindlichkeit legt, sagt deshalb inzwischen bei Verabredungen gleich dazu: „Lass' mich nicht hängen!“
„Don’t bail on me“: Die große Angst, sitzengelassen zu werden, Zeit online 2.3.18

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