Bei der Arbeit sind fast alle happy 
Freitag, 16. Juni 2017 - Studien, Arbeit, Management
Die jährlichen Gallup-Studien beklagen immer wieder große Jobunzufriedenheit und wenig Engagement. Eine neue Studie der Unternehmensberatung EY zeichnet hingegen ein anderes Bild. 94 Prozent der Angestellten zeigten sich hier mit ihrem Job zufrieden - 68 Prozent sogar "uneingeschränkt", 26 Prozent immerhin "eher". 88 Prozent der Befragten sind bei ihrer Arbeit motiviert oder sogar hochmotiviert. Wichtiger Motivationsfaktor ist für 58 Prozent ein gutes Verhältnis zu den Kollegen und zum direkten Chef. Weitere Motivationsfaktoren sind eine spannende Tätigkeit (42 Prozent), ein hohes Gehalt (29 Prozent), günstige Arbeitszeiten (29 Prozent) und flexible Arbeitszeitmodelle (27 Prozent). Interessant auch: Karrierechancen spielen in dieser Studie nur für 11 Prozent eine besondere Rolle (während die hier vorgestern vorgestellte Studie im Kern vom Gegenteil ausgeht).
Die deutsche Wirtschaft, eine Wohlfühloase, Die Welt 8.6.17

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Eigentlich zufrieden, aber kaum Karrierechancen 
Mittwoch, 14. Juni 2017 - Studien, Arbeit, Management
Mitarbeiter denken nicht über Jobwechsel nach, weil sie grundsätzlich unzufrieden mit ihrer Arbeit wären, eher vermissen sie Karrierechancen. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Mercer, für die weltweit 5.400 Angestellte, 1.700 Personalverantwortliche und 400 Führungskräfte befragt wurden, zeigt: 22 Prozent sind auf der Suche nach einem neuen Job, weil sie Aufstiegsmöglichkeiten und Karriereförderung vermissen. Die Personalverantwortlichen scheinen dies schwer nachvollziehen zu können, denn 71 Prozent glauben, ihre Karriereförderung funktioniere. Ein Faktor für Unzufriedenheit ist, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht die gewünschte Flexibilität ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte, dass ihr direkter Vorgesetzter wie auch die Kollegen flexibles Arbeiten unterstützten, jeder vierte Mitarbeiter bemühte sich jedoch in der Vergangenheit vergeblich um die Umsetzung solcher flexiblen Arbeitsbedingungen.
Auf der Suche nach dem Karriere-Sprungbrett, FAZ 7.6.17

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Für die Jungen ist Arbeit nicht mehr alles 
Montag, 12. Juni 2017 - Lebensart, Arbeit, Management
Über das veränderte Verhältnis der Generation junger Arbeitnehmer zur Arbeit wird viel geschrieben. Gerade hat die Wirtschaftswoche wieder einen Blick auf das Karriereverständnis dieser Altersgruppe geworfen. Spannende Aufgaben, die Möglichkeit etwas zu bewegen, das ist der GenY wichtig. Doch ihre Work-Life-Balance ist es ebenso. Und so zeichnet sich ein verhaltener Trend ab - immer mehr Unternehmen beginnen damit, auch hochkarätige Jobs mit verkürzten Arbeitszeiten anzubieten. Eine klassische Karriere ist damit zwar nicht drin, den in Anwaltskanzleien werden nach wie vor nur jene Partner, die bereit sind, rund um die Uhr zu schuften. Aber womöglich sind dies erste Schritte, die die Arbeitswelt grundlegend verändern. Die Anwaltskanzlei Linklaters etwa bietet ihren Mitarbeitern inzwischen verschiedene Karrierepfade, darunter auch solche mit garantierten Arbeitszeiten und reduzierter Stundenzahl. Wie verrückt die Arbeitswelt tickt, wird bei solchen Arrangements auch offenbar. So leistet eine Anwältin bei CMS Hasche Sigle mit einer 80-Prozent-Stelle immer noch 45 Wochenstunden. Viele Firmen würden sich gerne in Richtung Flexibilität bewegen, haben aber auch die Sorge, dass dann im eigenen Unternehmen eine Klassengesellschaft entsteht. Die Sorge ist nicht unberechtigt. Aber womöglich tragen die auf diese Weise immer sichtbarer werdenden unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer auch dazu bei, dass sie das Verständnis der Berufswelt langfristig zu verändern beginnt. Dass es in manchen Branchen unumgänglich scheint, 70-80 Stunden pro Woche zu arbeiten, ist schließlich kein Naturphänomen wie Blitz und Donner, das sich nicht vermeiden lässt. Nein, es ist Teil einer Kultur, die menschengemacht ist.
Karriere machen - aber bitte in Teilzeit, WiWo 1.6.17

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Beim Pokern sich selbst erkennen 
Freitag, 26. Mai 2017 - Psychologie, Management
Vielen Top-Managern wird gerne nachgesagt, dass es um ihre Sensibilität für ihre Mitmenschen und ihr Gespür für ihr eigenes Verhalten nicht zum besten bestellt ist. Der Coach und leidenschaftliche Poker-Spieler Stephan Kahlhamer findet, dass die Chefs gerade beim Pokerspiel ihre Selbsterkenntnis verbessern könnten, um so auch im Business zu einem angemessenen Verhalten zu finden. "Beim Pokern ist man ständig in einer Extremsituation, die dazu führt, dass der Charakter sich sehr deutlich zeigt. Ungeduldige werden noch rastloser, Ängstliche noch defensiver, dominante Menschen besonders pushy. Diese Typisierungen sind ein wichtiges Thema in meinen Workshops für Manager. Wenn ich etwas über das Spielerprofil sage, fühlen sich die Leute nicht als Person angegriffen und wir können offen darüber reden", so der Coach. Für ihn ist dabei die moralische Dimension, die sich öffnet, wesentlich: "Spitzenspieler haben meist extrem hohe moralische Werte. Auch mir hat Poker moralisch viel gebracht. Denn beim Pokern hat man viel Zeit - man beobachtet, trifft alle zwei Minuten Entscheidungen, beobachtet wieder. Am Tisch entwickelt man daraus dann böse Manöver. Das heißt aber auch: Ich kenne das Negativ so gut, dass ich es im zivilen Leben leicht in etwas Positives umwandeln kann. Poker lehrt Verantwortung und vor allem einen Mix aus Mut und Demut, aus Aggressivität und Zurückhaltung, großen und kleinen Einsätzen, Aktivität und Passivität. Es gibt immer ein Zuviel und ein Zuwenig. Wer das verinnerlicht, kann frei, aber verantwortungsbewusst entscheiden. Die meisten Leute gehen aber einen Weg, den sie einmal gefunden haben, und gehen ihn immer wieder. Sie beschränken sich selbst." Warum also nicht einmal bei einer Runde Kartenspiel dem eigenen Selbst ein bisschen näher kommen?
"Poker lehrt Mut und Demut", Karrierespiegel 15.5.17

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Sensibilität für ethische Verstöße wächst 
Mittwoch, 24. Mai 2017 - Studien, Arbeit, Management
Die wiederkehrenden Schlagzeilen über Top-Manager, die aufgrund von Verfehlungen ihre Posten verlieren, hinterlassen bisweilen den Eindruck, dass in der Wirtschaft immer mehr eine Wildwest-Mentalität um sich greift. Eine andere Schlussfolgerung könnte allerdings auch sein, dass die ethischen Maßstäbe sich immer deutlicher ausformulieren und heute Verstöße, die einst schlicht ignoriert wurden, zum Thema gemacht werden. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Strategy& zeigt: Im vergangenen Jahr mussten 18 Vorstandschefs der weltweit größten 2.500 börsennotierten Unternehmen zurücktreten. Im Zeitraum von 2007 bis 2011 waren es insgesamt noch 52 Chefwechsel (3,9 Prozent), die auf diese Weise zustande kamen, von 2012 bis 2016 schon 82 (5,3 Prozent). Gründe waren Betruf, Bestechung, Insiderhandel, entstandene Umweltkatastrophen, gefälschte Lebensläufe oder auch sexuelle Indiskretionen. Die Studie deutet das Ergebnis dahingehend, dass die Sensibilität der Unternehmen und der Öffentlichkeit in den letzten 15 Jahren im Hinblick auf solches Fehlverhalten deutlich gewachsen sei, so dass viele Taten, die vor Jahren noch einfach so durchgingen, heute Konsequenzen haben.
Sind Chefs heute unmoralischer als früher? FAZ 15.5.17

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Haltung zeigen - das geht! 
Mittwoch, 17. Mai 2017 - Arbeit, Management, Success Stories
Eiscreme kann sehr politisch zumindest, zumindest bei Ben & Jerry's, der amerikanischen Eismarke, die das Süße seit der Unternehmensgründung Ende der 1970er Jahre mit dem Politischen verbindet. "Seit der Gründung des Unternehmens 1978, und ich war damals dabei, wurzelt unser Handeln in den Menschenrechten. Die Welt braucht nicht noch einen weiteren Eiscreme-Hersteller, aber sie braucht Unternehmen, die eine Haltung haben und ihre Stimme einbringen. Andere Unternehmen tun dies auch, aber häufig hinter verschlossenen Türen, sie lobbyieren und versuchen so ihre Agenda durchzudrücken. Doch das sollte öffentlich geschehen", erzählt Jeff Furman, Mitglied des Board of Directors. So setzt sich Ben & Jerry's seit 30 Jahren für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ein - unter anderem, weil das Unternehmen bei der Versicherung der Mitarbeiter auf bestehende Ungleichbehandlungen stieß und diese überwinden wollte. Den Mitarbeitern zahlt die Firma das Doppelte des Mindestlohnes. "Wenn ein Unternehmen Gewinne erzielt, sollte es den Mitarbeitern genug Lohn zahlen, sodass sie von 40 Stunden Arbeit in der Woche leben können. Wir kalkulieren jedes Jahr die Kosten für Wohnen, Essen, Kleidung, soziale Aktivitäten und Kommunikation aufs Neue. Das liegt in unserer Verantwortung als Unternehmen. Aus der Wirtschaft hört man leider sonst eher andere Töne, dass möglichst niedrige Löhne wichtig sind, um wettbewerbsfähig zu sein", so Furman.
"Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir Trump gewählt haben", Zeit online 5.5.17

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Jung-Manager wünschen sich mehr Transparenz 
Dienstag, 9. Mai 2017 - Studien, Management
Offenheit steht beim Führungsnachwuchs noch im Kurs. Eine Befragung unter 1.000 Nachwuchs-Managern, durchgeführt von der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung und dem Symposium der Universität St. Gallen, zeigt: 77 Prozent der Befragten glauben, Unternehmen, die das Firmenwissen intern transparent machen, seien langfristig erfolgreicher. 85 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Mitarbeiter stets informiert sein sollten, wie es um das Unternehmen gerade steht. 78 Prozent finden es hilfreich, wenn Meeting-Ergebnisse nicht nur den am Treffen Beteiligten, sondern allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Der Führungsnachwuchs ist dabei bereit, selbst transparent zu handeln - 75 Prozent der Befragten signalisierten die Bereitschaft, organisationsintern über die Leistung ihres Teams zu informieren. Auch im Hinblick auf eine Fehlerkultur zeigt sich Offenheit - 65 Prozent der Befragten finden es hilfreich, Fehler von Teams transparenter zu machen, damit andere daraus lernen können.
Unternehmen, macht Schluss mit Geheimnissen! WiWo 2.5.17

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Frauen führen besser 
Montag, 8. Mai 2017 - Studien, Management
Eine neue norwegische Studie dürfte neuen Zündstoff für die Gender-Debatte in den Führungsetagen liefern. Die Wissenschaftler der Norwegian Business School befragten 2.900 Führungskräfte, darunter 900 weibliche, im Hinblick darauf, inwieweit sie über gängige Fähigkeiten guter Führung verfügen. Gute Führung ist dabei laut der Studie verbunden mit der Fähigkeit, Stress auszuhalten, Initiative zu ergreifen, Innovationen zu fördern, andere zu unterstützen und Ziele effektiv zu erreichen. In vier von fünf Kategorien waren dabei die Frauen den Männern überlegen, was die Forscher zur Folgerung veranlasst, dass Frauen bessere Chefs sind. Einzig wenn es um das Stressempfinden geht, schnitten die Frauen schlechter ab. Sie machen sich häufiger Sorgen und bezahlen dafür mit einer schlechteren emotionalen Befindlichkeit als die Männer.
Darum sind Frauen die besseren Chefs, Karriere Spiegel 2.5.17

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