Diversity ist gut für Innovationen und den Profit 
Freitag, 9. Oktober 2020 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit, Management
Diversity rockt, könnte man sagen, wenn man sich die verschiedenen Studien ansieht, die erforschen, was die Leistungsfähigkeit von heterogenen Arbeitnehmerschaften von der eher uniformer Belegschaften unterscheidet. Laut McKinsey beispielsweise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlicher Profitabilität um 25 Prozent, wenn ein Unternehmen eher divers aufgestellt ist. Und die Boston Consulting Group hat festgestellt, dass in Unternehmen mit diversen Team 45 Prozent des Umsatzes durch Innovationen reinkommen, während es in Firmen, in denen hauptsächlich weiße, männliche Teams arbeiten, lediglich 26 Prozent sind. Auch in Krisenzeiten bewährt sich Diversität, denn divers besetzte Führungsteam wirtschaften nachhaltiger und führen besser, so eine Untersuchung des Karriereportals Stepstone.
Vielfältige Teams machen Unternehmen profitabler, WiWo 1.10.20

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Unser Lebensstil kostet Menschenleben 
Freitag, 18. September 2020 - Lebensart, Studien, Wissenschaft
Der Klimawandel wird nicht nur unsere Lebensumstände in deutlichem Maße verändern, sondern - beispielsweise durch Dürre- oder Unwetterkatastrophen - auch mehr und mehr Menschenleben kosten. Es sind Zusammenhänge, die wir gerne ausblenden. Das erklärt vielleicht auch, warum wir schon heute recht unempfindlich sind, wenn es darum geht, die gegenwärtigen Auswirkungen unseres Lebensstils und seine Folgen anzuerkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Eine Untersuchung der Europäischen Umweltagentur etwa zeigt, dass 2012 jeder achte Tod in der EU im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung steht. Insgesamt waren das in besagtem Jahr 630.000 Todesfälle. Zu den größten Risiken gehören die Luftverschmutzung und die Belastung mit Chemikalien. Diese Umweltverschmutzung wird vor allem mit Krebserkrankungen sowie Erkrankungen des Herzkreislaufsystems und der Atemwege in Verbindung gebracht. In Rumänien soll jeder fünfte Todesfall auf Umweltverschmutzung zurückgehen. In den am besten aufgestellten Ländern Dänemark und Schweden ist es immer noch jeder zehnte. Während wir im Kontext der aktuellen Pandemien nahezu alles tun, um Gesundheitsrisiken möglichst zu vermeiden, scheinen wir im Hinblick auf die Auswirkungen der Umweltbelastungen auf menschliche Leben noch viel Nachholbedarf zu haben.
Jeder achte Todesfall in Verbindung mit Umweltverschmutzung, zeit.de 8.9.20

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Die Krise als Navigator nutzen 
Mittwoch, 9. September 2020 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit, Management
"Wir müssen die Wirtschaft von der Krise her neu denken", fordert der Wirtschaftswissenschaftler Lars Hochmann in einem Beitrag für Capital. Und er kritisiert, wie sich sein Fach über lange Jahre in der Bequemlichkeit alter Begrifflichkeiten eingerichtet hat. Sein Anliegen: Wirtschaft nicht mehr als ein System zu sehen, das eben so ist, wie es ist. Die Ursache der Krise "liegen weder in der Verantwortung einzelner Menschen noch lassen sie sich auflösen in einer gesellschaftlichen Totalität. Sie sind das Ergebnis einer sozialen Praxis, die sich weitestgehend unbesehen entlang von individuellen wie geteilten Gewohnheiten und Gepflogenheiten fortführt. Ökonomie gestaltet diese Kulturen, sie prägt, wie wir kommunizieren, uns kleiden, ernähren und miteinander umgehen. Der Glaube, Wirtschaft sei ein fremder Stern, auf dem es nur um den eigenen Vorteil und den rollenden Rubel geht, war immer schon ein Irrtum. Sie erscheint nur so, wenn sie aus diesem Blickwinkel betrachtet wird. Wir können ihn aber verändern, wir können andere Begriffe verwenden, andere Fragen stellen, andere Perspektiven einbeziehen, andere Ziele verfolgen – und kämen zu einem ganz anderen Bild", so Hochmann. Seine Forderung: Wir sollten im Hinblick auf die Gestaltung von Wirtschaft reflexiver werden, Begriffe und Gegebenheiten überdenken und so neu formulieren, dass sie konstruktive Entwicklungen ermöglichen. Die Werturteile und Standpunkte, die hinter diesen Gegebenheiten stehen, sollten transparenter gemacht werden. Weiter seien Teilhabe und Mitwirkung von auße essenziell für den Wandel, denn das Wissen der Vielen führe leichter zu neuen Lösungen.
Wir müssen Wirtschaft grundlegend neu denken, Capital 25.8.20

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Übermächtige Gedanken 
Dienstag, 25. August 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft
Wir bewegen sie den ganzen Tag - und doch empfinden wir sie oft als lästig. Die Rede ist von unseren Gedanken. Der Psychologe Andreas Mayer zeigt in einem Forschungsüberblick, dass viele Menschen ihre Gedanken als etwas wahrnehmen, dass von außen in sie sie eindringt, ohne dass sie sich dessen erwehren könnten. Das führe zu einem Gefühl von Kontrollverlust, weil viele Betroffene kaum eine Möglichkeit sehen, diese geistigen Geschehnisse einfach sein zu lassen. Im Gegenteil: Sie fühlen sich gedrängt, sich mit dem, was in ihrem Geiste vorgeht, ständig auseinanderzusetzen. Die Psychologie hat dieses Phänomen bisher vor allem mit psychischen Dysfunktionalitäten in Zusammenhang gebracht, doch scheinen auch viele augenscheinlich gesunde Menschen unter diesem Phänomen zu leiden. Vielleicht rückt es auch erst in der heutigen Zeit so sehr in unsere Aufmerksamkeit, weil wir mit so vielen Einflüssen konfrontiert sind, dass in unserem Kopf eigentlich ständig etwas los ist. Womöglich stoßen Meditation und Achtsamkeit heute auch deshalb auf ein solch großes Interesse, weil immer mehr Menschen spüren, dass sie diesen Gedankenimpulsen eben nicht hilflos ausgeliefert sind, ja dass es eine Stille gibt, die man spüren kann, selbst wenn es im Geiste noch rumort.
Gedanken, die in unseren Kopf eindringen, Psychologie heute 7.8.20

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Meditation: Einfach nur wacher oder mehr selbstbezogen? 
Montag, 24. August 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Wissenschaft
Wir leben in einer Zeit, in der Meditation auch dafür gelobt wird, dem teils krankhaften Individualismus und den damit verbundenen Egomotivationen entgegenzuwirken. Meditation macht wacher, aber nicht zwingend auch für die eigenen Unzulänglichkeiten. Im Gegenteil: Wer sich durch Achtsamkeitsübungen gestärkt fühlt, kann damit auch leicht sein Ego stärken. Die WiWo geht in einem Artikel genau diesem Phänomen nach. Eine niederländische Studie etwa zeigt, dass Achtsamkeit unerwünschterweise auch Selbstüberschätzung fördern kann. Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt eine deutsche Yoga-Studie. Auch hier führte die entspannende Wirkung der Übungen nicht zwingend auch zu einer Entspannung des Ego. Es scheint, als würde unser Persönlichkeitssystem alle Erfahrungen, die wir machen, zunächst einmal durch die uns gewohnten Muster interpretieren. In Kulturen mit überstarkem Ich-Gefühl liegt es da nur nahe, dass das Ich, wie es ist, sich alle positiven Erfahrungen einverleibt. Ich finde es spannend, dass in der letzten Zeit immer mehr Studien zu diesen Phänomenen gemacht werden. Ihre Ergebnisse deuten in meiner Wahrnehmung nicht auf eine Schwäche der Meditation selbst, sondern eher auf die Engpässe der Kontexte, in denen hierzulande praktiziert wird. In den klösterlichen Kulturen, aus denen diese Übungen stammen, war die Überwindung des Selbst immer ein zentrales Anliegen. Doch heutzutage wird Achtsamkeit häufig mit Blick auf persönliches Wohlbefinden gelehrt und dies oft in leicht verdaulichen Kursen. Wer schon einmal ein längeres Retreat gemacht und über mehrere Tage jeweils viele Stunden in Stille gesessen hat, ahnt den Unterschied. In solchen Settings geraten die altbewährten dermaßen unter Druck, dass so manches von unserem Selbstbild schlicht nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, man könnte auch sagen, es kollabiert. Für Menschen, die sich ein starkes Ich wünschen, erscheint dies vielleicht zunächst wie ein völlig unerwünschter Effekt. Erfahrungsgemäß ist allerdings das Gegenteil der Fall. Denn gerade die Schwächen, denen man in der Meditation wirklich begegnet, ungeschminkt wahrzunehmen und zu erfahren, dass man irgendwie immer noch "da" ist, kann eine wirkliche Befreiung sein.
Achtsame Egomanen, WiWo 25.7.20

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Für eine Ökonomie mit Zukunft 
Freitag, 24. Juli 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Das Netzwerk Economists for Future, eine weltweite Initiative von Ökonomen und Change-Aktivisten, fordert in einem Aufruf: „Ökonomische Bildung reformieren“. Ziel der Initiative ist es, Themen wie Ungleichheit, Biodiversität und Klima stärker in der Wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung zu etablieren. "Allein in Deutschland lernen über 600.000 Studierende Semester für Semester hochgradig abstrakte, einseitige und weltanschaulich problematische Vorstellungen über Ökonomie", so Lukas Bäuerle, Sprecher von Economists for Future, gegenüber der taz. Der Aufruf wird noch deutlicher: "Was hier über Wirtschaft beigebracht wird, hat keinerlei Bezüge zu realen ökonomischen Prozessen oder Erfahrungen." Die im Fach verbreiteten abstrakten Denkmethoden verhinderten, dass Studierende Wirtschaft wirklich verstehen lernten.
Eine andere Ökonomik nach Corona, taz 16.7.20

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Genügend Schlaf sollte sein 
Freitag, 10. Juli 2020 - Lebensart, Wissenschaft
In einer Leistungskultur gehört es zum guten Ton, möglichst wenig Zeit zu verplempern und rund um die Uhr produktiv zu sein. Viele, die da mithalten möchten, versuchen dann, am Schlaf zu sparen. Doch das kann auf Dauer gefährlich werden. Nicht nur, dass man sich müde nicht besonders wohl fühlt - auch Fehler oder sogar Unfälle nehmen zu, wenn man nicht ausgeschlafen ist. Wer viel Adrenalin produziere, könne durchaus einige Wochen oder sogar Monate mit einem Schlafdefizit durchhalten, erklärt Ingo Fietze, Oberarzt für Innere Medizin und Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité, in einem Interview mit Business Insider. Doch empfehlenswert ist das nicht. "Fakt ist: Ein Schlafdefizit lässt sich nicht überspielen. Wie eine nicht bezahlte Schuld wird es auf Dauer immer größer", so Fietze. Zwischen sieben und acht Stunden pro Nacht sind etwa das Pensum, das man brauche, um gesund zu bleiben.
„Lasst eure Mitarbeiter im Büro einschlafen!“: Schlafmediziner erklärt, warum Schlafmangel unproduktiv macht, Business Insider 2.7.20

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Wirtschaft lebt vom Gemeinsinn 
Donnerstag, 9. Juli 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
In der Pandemie hat sich nicht nur gezeigt, wie verletzlich viele unserer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen und Systeme sind, sondern auch, wie sehr sich durch Spontanität und Hilfsbereitschaft vieles bewirken und verbessern lässt. Für Silja Graupe, Professorin für Ökonomie an der Cusanus Hochschule ist das ein Indiz dafür, dass der Gemeinsinn eine wesentliche Rolle spielt für unsere Wirtschaft, was aber in der Ökonomie selten berücksichtigt werde. "Das Problem ist, dass der Gemeinsinn improvisierend ist, spontan, und von alleine keine Strukturen schaffen kann, um sich selber zu erhalten. Wir können ja nicht unbegrenzt weiter improvisieren, sondern müssen irgendwann zum Routinehandeln zurückkehren bzw. neues schaffen. Unsere heutigen Routinen aber schaden dem Gemeinsinn und begraben ihn unter Effizienz, Steuerungsideen, Diskursen von Sachzwängen und Stereotypen", so Graupe in einem Interview mit dem Freitag. Sie erhofft sich die Entfaltung eines "sinnstiftenden Erkennens, wodurch Zukunftsvisionen entwickelt und alte Routinen einer Prüfung unterzogen werden. Der Gemeinsinn muss hier mit Imagination zusammenkommen: Vorstellungen darüber, wie ein gutes Leben zukünftig aussehen soll. Wir müssen imaginieren können, was es noch gar nicht gibt, und dann Strukturen für dessen Realisation gestalten. So können wir alte Muster brechen und neue kreative Normalitäten entstehen lassen." In ihren Augen ist die ökonomische Zweckrationalität, die viele unserer Systeme bestimmt, ein verkrustetes Oberflächenphänomen, darunter jedoch liege "die Fülle aller noch unerkannten gesellschaftlichen und natürlichen Möglichkeiten". Graupe hofft: "Der Gemeinsinn schafft daraus die ersten sinnstiftenden Bilder und Praktiken und kann so grundlegenden Sinn- und Wertewandel initiieren; Imagination und praktische Urteilskraft schaffen daraus wiederum neue Strukturen."
„Viele wollen sich einmischen“, Der Freitag 24/2020

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