Lügen wir weniger von Angesicht zu Angesicht? 
Montag, 19. November 2018 - Lebensart, Psychologie, Studien
Vom Blick auf Zahlen versprechen wir uns meist, dass diese Daten mehr Klarheit ins Leben bringen. Manche wissenschaftliche Studien wecken allerdings, zumindest in mir, Zweifel, dass dem wirklich so ist. "Gehirn&Geist" berichtete kürzlich über eine finnische Studie, derzufolge Menschen nach einem kurzen Augenkontakt mit ihrem Gegenüber seltener lügen. Der Augenkontakt reduziere die Lügenwahrscheinlichkeit um 8,5 Prozent. Ich bin keine Statistikerin, aber manchmal hilft auch die Nutzung des Alltagsverstands. In dem Versuch wurden 50 Studenten einbezogen. Sie hatten 60 Gelegenheiten zum Lügen und konnten Punkte sammeln, wenn sie dies taten, aber auch Punkte verlieren, wenn sie erwischt wurden. In der Hälfte der Fälle sah ihr Versuchsgegenüber sie zuvor an, in der anderen Hälfte blickte es weg. Gelogen wurde von den Probanden 11 Mal nach Augenkontakt und 12 Mal, wenn das Gegenüber zur Seite geschaut hatte. "Gehirn&Geist" spricht davon, dass der Augenkontakt einen "signifikanten Unterschied" ausgemacht habe, die besagten 8,5 Prozent. Vielleicht übersehe ich hier ja etwas, aber ein Unterschied von "1" in einem solche überschaubaren Setting mag einen errechenbaren Wert produzieren, aber hat dieser Wert in einem solchen Kontext auch wirklich die ihm zugeschriebene Bedeutung?
Blickkontakt macht ehrlicher, spektrum.de 12.11.18

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Nicht wirklich gerecht 
Freitag, 16. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Wie gerecht geht es in Deutschland zu? Eine Repräsentativbefragung zeigt: Nur 15 Prozent der Deutschen finden, dass es im Land in den letzten zehn Jahren gerechter geworden ist, 39 Prozent hingegen glauben, die Lage habe sich hin zu mehr Ungerechtigkeit verschoben. In den Augen von 42 Prozent hat sich nichts verändert. 59 Prozent empfinden den Zugang zu Bildung als gerecht, 56 Prozent die Gerichtsbarkeit. Generationengerechtigkeit sehen hingegen nur noch 34 Prozent als gegeben - genau so wenige sagen dies im Hinblick auf die Entlohnung hierzulande. Sogar 51 Prozent bemängeln eine Geschlechterungerechtigkeit.
So gerecht finden die Deutschen ihr Land, welt.de 8.11.18

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Pendeln schlägt auf die Psyche 
Donnerstag, 15. November 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit
Macht berufliches Pendeln krank? Dieser Frage ging die Technikerkrankenkasse mit einer Untersuchung nach. Dabei zeigt sich: Auf den ersten Blick scheint die lange Anfahrt zum Job keine Auswirkungen zu haben - Pendler waren sogar etwas seltener krank als Arbeitnehmer mit kurzer Arbeitsanfahrt. Ein Blick auf die Daten in der Tiefe zeigt allerdings: Pendler sind elf Prozent häufiger von psychisch bedingten Krankschreibungen betroffen. Eine andere Studie der Technikerkrankenkasse zeigt, dass rund ein Drittel der Bevölkerung sich vom Straßenverkehr gestresst fühlt.
Pendler sind nicht öfter krank - aber genervt, FAZ 6.11.18

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Der Faktor Mensch bei der Auswertung von Daten 
Mittwoch, 14. November 2018 - Bewusstsein, Studien, Wissenschaft
Statistik ist für viele Menschen ein Inbegriff der Objektivierung. Wo uns Daten über Sachverhalte zur Verfügung stehen, müssen wir nicht mehr mutmaßen. Aber ist das wirklich so? Eine britische Studie zeigt nun, welchen Einfluss der Faktor Mensch auf die Auswertung von Daten hat. 29 interdisziplinäre Teams sollten anhand der gleichen Datensätze analysieren, ob dunkelhäutige Fußballspieler häufiger die rote Karte gezeigt bekommen als hellhäutige. Vor der Datenanalyse wurden die Mitglieder der Forscherteams mit einer Umfrage auf mögliche Voreingenommenheiten getestet. Bei den folgenden Analysen kamen zwei Drittel der Teams zu dem Schluss, dass ein Zusammenhang zwischen Hautfarbe und der Häufigkeit der roten Karte bestehe, ein Drittel fand hingegen keine Zusammenhänge. Die signifikanten Unterschiede in den Ergebnissen der Forscher sind laut Studie darauf zurückzuführen, dass jeweils unterschiedliche Methoden für die Datenanalyse verwendet wurden. In einer Zeit, in der immer mehr Bereiche unseres Alltags durch statistische und algorithmische Prozesse beeinflusst werden, wirken solche Erkenntnisse mehr als beunruhigend.
Gleiche Daten, anderes Ergebnis, spektrum.de 5.11.18

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App, damit der Schädel nicht mehr brummt 
Montag, 12. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Regelmäßiger Kopfschmerz scheint für Studierende zu einer Dauerbelastung zu werden. Das legt zumindest eine Untersuchung der Barmer Ersatzkasse nahe, für die knapp 2.200 Datensätze ausgewertet wurde. Demzufolge leiden nahezu 75 Prozent aller Studentinnen und 57 Prozent der Studenten immer wieder unter Kopfschmerz. Jeder Dritte Betroffene fühlt sich dadurch schwer beeinträchtigt, nimmt man jene hinzu, die sich mäßig beeinträchtigt fühlen, sind das schon 900.000 Studierende. Die Barmer Ersatzkasse bietet vor diesem Hintergrund nun eine App an, mit der die Nutzer den Ursachen ihrer Kopfschmerzen auf den Grund gehen können.
Diese App hilft gegen Kopfschmerz, FAZ 1.11.18

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Wie fokussiert sind wir eigentlich wirklich? 
Mittwoch, 7. November 2018 - Bewusstsein, Studien
Konzentriert einen Text lesen, an etwas arbeiten oder nachdenken - wir glauben oft, ein gutes Gespür dafür zu haben, wann wir wirklich aufmerksam sind. Aber womöglich irren wir uns hier. Eine neue neurowissenschaftliche Studie zeigt, dass selbst in den Phasen, in denen wir uns als besonders fokussiert erleben, unsere Aufmerksamkeit immer wieder unbewusst abschweift. Unser Wahrnehmungssystem nimmt dann auch Umgebungsreize auf, scannt gewissermaßen unser Umfeld. "Wir Menschen glauben ja, dass wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen Punkt richten, dass das sozusagen ein Willensakt ist. Wenn ich im Büro sitze, dann kann ich entscheiden, ob ich auf den Computerbildschirm vor mir oder auf mein Smartphone gucke. Was wir in dieser Studie aber sehen, ist das genaue Gegenteil: Unserer Aufmerksamkeit liegen automatische Prozesse zugrunde. Natürlich richten wir erst einmal die Aufmerksamkeit irgendwohin. Doch was dann abläuft, liegt jenseits unserer Wahrnehmung. Es passiert unbewusst", erklärt die Neurowissenschaftlerin Sabine Kastner, die an der Studie beteiligt war. Ihre Forschung zeigt, "dass diese subjektive Vorstellung davon, wie wir Aufmerksamkeit wahrnehmen, eine große Illusion ist". Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Abschweifen eine evolutionär wichtige Funktion hat, denn es ermöglichte es unseren Urahnen, die in früheren Zeiten ständig gegebenen Gefahren für ihr Leben gleichermaßen wahrzunehmen wie sich auf konkrete Aufgaben zu konzentrieren. Welche Bedeutung dieser unbewusste Automatismus für unser heutiges Dasein haben könnte, darüber rätselt die Forschung noch.
"Unsere Vorstellung von Aufmerksamkeit ist eine große Illusion", zeit.de 16.10.18

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Größter Stressfaktor sind zu viele Aufgaben und zu wenig Zeit 
Freitag, 2. November 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Für Stress im Job gibt es viele Gründe. Für einen Großteil der Arbeitnehmer ist es vor allem die systematische Überforderung, die zu psychischem und körperlichem Stress bei der Arbeit fühlt. 58,1 Prozent der 1.889 Befragten einer Arbeitsmarktstudie des Jobportals Orizon gaben an, dass sie zu viele Aufgaben bewältigen müssten und im Unternehmen zu wenig Personal eingesetzt werde. Für rund ein Drittel führen Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen oder auch Lärm zu stress. Die geforderte Erreichbarkeit über die Kernarbeitszeit hinaus setzt jeden Fünften innerlich unter Druck, genau so viele fühlen sich durch lange Fahrtzeiten belastet.
Arbeitsmarktstudie 2018

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Mehrarbeit ist heute normal 
Donnerstag, 1. November 2018 - Studien, Arbeit
Überstunden sind kaum noch eine Ausnahmeerscheinung und sie treffen nicht nur Manager in Top-Positionen regelmäßig. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeigt: Im Schnitt machen Arbeitnehmer in Deutschland pro Woche vier Überstunden. In der Pflege, im Schutz- und Sicherheitsgewerbe kommen Vollzeitkräfte sogar auf fast fünf Überstunden, Fahrer von Liefer- und Lastwagen sogar auf 7,2 Stunden. Ein Drittel der Befragten gab an, den Eindruck zu haben, dass ihre Arbeit in der vorgesehenen Regelarbeitszeit überhaupt nicht zu schaffen zu sei. Bei anderen sind es vorübergehende betriebliche Gründe, die Mehrarbeit erfordern, wieder andere arbeiten bewusst mehr, um mehr zu verdienen.
Angestellte machen im Schnitt vier Überstunden pro Woche, spiegel.de 26.10.18

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