Das Essen und die Lebenszufriedenheit 
Montag, 21. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
In einer Zeit, in der ungesunde Essgewohnheiten und die Neigung zu Übergewicht immer mehr zu einem gesellschaftlichen Thema werden, blüht auch die Erforschung unserer Essmotivationen. Eine neue Studie aus Singapur etwa zeigt: Menschen, die sich mit anderen vergleichen und sich dabei finanziell oder sozial als schlechter gestellt empfinden, neigen eher zu ungesunden Essgewohnheiten. In besagter Studie beispielsweise bedienten sie sich weit häufiger bei den zur Verfügung gestellten Snacks als jene, die mit ihrer Position zufrieden waren. Interessanterweise lässt sich dieser Frusteffekt auch umkehren. So wiesen die Wissenschaftler ihre Testpersonen an, über zwei Wochen in einem Tagebuch festzuhalten, was ihnen im Alltag Gutes widerfuhr und wofür sie dankbar waren. Die geistige Ausrichtung auf Positives hatte zur Folge, dass die Probanden im Testzeitraum weniger aßen. So einfach kann es bisweilen sein, das eigene Verhalten in eine gesündere Richtung zu lenken ...
Falsches Essen aus Unzufriedenheit, Psychologie heute 9.10.19

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Plädoyer für eine Lebenskunst 
Freitag, 18. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Gesund sein, sich ausgewogen ernähren, genügend schlafen, sich eben rundum wohlfühlen - für immer mehr Menschen gehört all das, bewusst gelebt, zu einem guten Leben dazu. Doch diese Verhaltensweisen werden für immer mehr auch zu einer Selbstoptimierungsstrategie, die das Leben vereinnahmt. Im Interview mit dem Focus plädiert die Philosophin Ariadne von Schirach deshalb für eine neue Lebenskunst. "Selbstoptimierung ist nicht an sich schlecht, im Gegenteil. Wir sind immer beides – Oberfläche und Innenwelt, Verstand und Gefühl – und müssen immer wieder zwischen diesen Widersprüchen vermitteln. Problematisch wird es, wenn die Balance kippt. Wenn der Wert des Menschen nur sein Marktwert ist, dann fällt all das weg, was sich eben nicht berechnen, nicht abbilden und nicht vergleichen lässt. Und das ist wirklich ein Problem, weil der Sinn, den wir unserem Leben geben und zugleich abgewinnen können, innen liegt", erklärt sie. Selbstoptimierung ist für sie eine Arbeit am Quantitativen, während die Lebenskunst nach Qualitativem strebe. Ihre Perspektive wirklicher Lebensqualität: "Wenn der Wert des Lebens nur noch aus seiner Verwertbarkeit besteht, dann geht das, was wir früher Charakter, Persönlichkeit und Tiefe nannten, verloren. Individualität lässt sich nicht durch Konsum herstellen, sondern entsteht durch einen bewussten Umgang mit dem eigenen Leben. Wenn es nur noch darum geht, mit anderen in Konkurrenz zu treten und dabei möglichst gut abzuschneiden, dann verlieren wir die Qualität unseres Lebens, also das, was uns persönlich daran angeht und dadurch auch seinen Sinn."
Philosophin zum Selbstoptimierungswahn: Hört endlich auf zu funktionieren! focus.de 11.10.19

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Das Glück von weniger Konsum 
Donnerstag, 17. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Konsum ist für viele Menschen Selbstbelohnung. Sich etwas zu gönnen, macht glücklich, so die Devise. Eine amerikanische Studie zeigt nun allerdings: Weniger Konsum macht erst recht glücklich. In der Untersuchung wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob das Konsumieren nachhaltiger, ökologischer Güter stärker auf das Wohlbefinden wirkt als wahlloser Konsum - und wie sich im Vergleich Konsumverzicht auswirkt. Für die sehr materiell eingestellten Personen unter den Probanden war "grüner" Konsum eine Alternative, ihre Konsumbedürfnisse weiterhin zu erfüllen - und Verzicht keine Option. Bei den Probanden, die sich in Konsumverzicht übten, stellte sich aber ein größeres Wohlbefinden, verbunden mit weniger Stress ein. Die Forscher deuten die Ergebnisse Studie so, dass Besitz eben immer auch Ballast bedeute und dieser verringere sich durch geringeren Konsum.
Weniger kaufen macht glücklicher, wissenschaft.de 9.10.19

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Lügen schaffen soziale Distanz 
Mittwoch, 16. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer lügt, weicht der Wirklichkeit aus, doch die Wahrheit auszublenden, hat noch mehr Folgen. Eine amerikanische Studie zu Sozialverhalten zeigt: Menschen, die die lügen, tun sich schwerer damit, die emotionale Befindlichkeit anderer Menschen einzuschätzen. In verschiedenen Experimenten hatten Probanden die Möglichkeit zu lügen. Anschließend sollten sie dann in einem Test aufgrund des Gesichtsausdrucks entscheiden, in welcher inneren Verfassung andere Menschen waren. Dabei zeigte sich: Menschen, die zuvor gelogen hatten, hatten hierbei deutliche Probleme. Die Wissenschaftler glauben, dass das Lügen zu einer sozialen Distanz führe, und die klingt nach, selbst in Kontexten, in denen Verbundenheit gefragt wäre.
Die Folgen des Lügens, spektrum.de 9.10.19

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Trotzköpfe machen Karriere 
Dienstag, 15. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Schreien, toben, wütend sein - für Kinder mit ihrem ungebremsten Elan ist das Verhalten, das ihre Eltern leicht in Sorge geraten lässt oder auch einfach nur nervt, nicht ungewöhnlich. Doch was wird aus solchen Trotzköpfen, wenn sie mal erwachsen sind? Die Bunte berichtete kürzlich über eine Studie, die Hoffnung macht. In einer Längsschnittuntersuchung wurde 59 Jahre später untersucht, was aus einer Probandengruppe trotziger Kinder geworden ist. Überraschende Erkenntnis: Je wütender als Kids, umso erfolgreicher waren die Personen als Erwachsene im Beruf. Die Psychologen deuten dies dahingehend, dass diese Charaktere später im Berufsleben mehr Engagement für die eigenen Interessen an den Tag legen. Ihre Eltern hätte sich also seinerzeit keine Sorgen machen brauchen. Aber vielleicht sollten wir uns Sorgen machen, dass ungezügeltes Verhalten anscheinend den beruflichen Aufstieg begünstigt. Das erklärt zumindest den ein oder anderen Wutausbruch in der Führungsetage. Gesund für Unternehmen muss das aber nicht sein.
Trotzige Kinder sind später erfolgreicher im Job, bunte.de 8.10.19

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Wie Innenschau beim Führen hilft 
Montag, 7. Oktober 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Immer noch verbinden viele Führungskräfte die Frage der Leadership vor allem mit dem Erlernen entsprechender Skills. Der Jesuit Michael Bordt, der Kurse für angehende Leader im Alter von 20 bis 30 Jahren anbietet, nimmt eher die subtilen Dimensionen des Führens ins Visier. Ganz selbstverständlich stehen in seinen Workshops Yoga und Meditation auf dem Programm, um wach und klar in den Tag zu starten. Und viele der Übungen, die er mit seinen Teilnehmenden macht, zielen vor allem darauf ab, dass diese sich selbst besser kennenlernen - ihre tiefsten Wünsche, Sehnsüchte und Motivationen ebenso wie ihre Schattenseiten. "Im Laufe der Woche wird den Menschen immer mehr klar, weil sie immer sensibler für sich selbst werden, dass sie spüren, was das Fundament ihres eigenen Lebens ist. Und ob die Vision ihres Lebens – wie es mal gut sein soll – tatsächlich auf dem Fundament beruht, oder auf irgendwelchen gesellschaftlichen Klischees oder moralischem Druck", so Bordt in einer Sendung des Deutschlandfunks. Solche Prozesse des Tiefergehens sind nicht immer leicht, denn sie bringen auch all die äußeren Anforderungen, unter denen man steht, ans Licht. "Wer sich wirklich auf die Meditation einlässt, auf sich selbst, ist sehr schnell damit konfrontiert: Wer bin ich eigentlich wirklich? Was ist eigentlich meine Sehnsucht? Und das steht dann oft in einer sehr großen Spannung zu dem, was ein Unternehmen von einem erwartet", so Bordt. In Firmen ist Führung oft auch eine große Anpassungsleistung, denn letztlich hat jedes Unternehmen seine eigene Agenda. Spannend wird es, wenn Führende hier auch die in solchen Seminaren gemachten Selbsterkenntnisse aktiv einbringen.
Mit Meditation zum Erfolg, Deutschlandfunk 1.10.19

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Mit Unsicherheit leben 
Dienstag, 1. Oktober 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Die Suche nach Sicherheit gehört wohl zu den Grunddilemmata des menschlichen Lebens. "Im Gegensatz zum Tier hat der Mensch die Freiheit, die Zukunft zu gestalten, und das bedeutet immer eine gewisse Unsicherheit. Das ist an sich überhaupt nichts Schlimmes, problematisch ist es nur, wenn die Unsicherheit zu groß wird", sagt der Wirtschaftsethiker Martin Booms in einem Interview mit der Zeit. In Zeiten, in denen man sich nicht sicher sein kann, seinen Arbeitsplatz auch noch in ein paar Jahren zu haben, in denen Mieten ständig steigen und die soziale Verunsicherung zunimmt und im Angesicht eines Klimawandels, dessen Folgen für unsere Lebensumstände wir uns noch gar nicht vorzustellen vermögen, wird das leicht zum Problem, weil wir uns von allen Seiten überfordert fühlen. Booms rät dazu, diese Volatilität der Lebensumstände nicht nur als Bedrohung aufzufassen, sondern auch Chancen darin zu erkennen. Doch sieht er auch, dass individuelle Anstrengungen allein hier nicht ausreichen, denn wenn die äußeren Lebensgrundlagen bröckeln, wird es existenziell. "Der Einzelne allein kann das nicht tragen. In Umbruchzeiten geht es deshalb darum, Menschen nicht allein zu lassen, sondern neue gesellschaftliche Modelle von Unterstützung und Teilhabe zu etablieren. Das wird aber nur gehen, wenn wir uns vorher gedanklich frei machen und nicht aus bloßer Angst vor der Veränderung erstarren", so der Ethiker. Für ihn liegt in Ideen wie dem Grundeinkommen eine Möglichkeit, Menschen genügend Freiraum zu geben, ohne akute Bedrohungsängste immer wieder ihren Weg zu finden unter den Vorzeichen der Veränderung.
"Erst seit wir etwas haben, haben wir auch etwas zu verlieren", zeit.de 13.9.19

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Wenn Halbwissen zur Sackgasse wird 
Montag, 30. September 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
In Zeiten, in denen man nahezu alles googeln kann, wird das Gehirn faul. Ich merke oft genug bei mir selbst, wie ich mir bisweilen Details nicht mehr so gerne merke wie zu Zeiten, als einmal vergessene Informationen noch viel schwieriger wiederzuerlangen waren. Eine solche Lässigkeit im Umgang mit potentiellem Wissen kann jedoch gravierende Nachteile haben. Eine amerikanische Studie untersuchte kürzlich in Tests mit rund 3.500 Schülern, wie essentiell das Kennen von Fachbegriffen ist, um größere Zusammenhänge zu verstehen. Dabei zeigte sich, dass wenn die Schüler weniger als 60 Prozent der Schlüsselbegriffe eines Textes verstanden, sich ihnen auch der Gesamtzusammenhang kaum erschloss. Vielleicht kann man sagen, je kleiner unsere Wissensbasis ist, umso enger werden dadurch auch unsere Möglichkeiten, die Welt zu verstehen. Das mag banal klingen. Doch man kann leicht selbst an sich beobachten, ob man dazu neigt, Wissen eher zu inhalieren und sich somit eine dauerhafte Verstehensgrundlage für größere Zusammenhänge zu schaffen, oder ob man geneigt ist zu denken: "Na ja, sollte ich das noch mal wissen müssen, kann ich's ja googeln."
Halbwissen bringt nichts, spektrum.de 26.8.19

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