Kurzarbeit schafft nicht nur finanzielle Sorgen 
Montag, 22. Februar 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit
Etwa acht Prozent der deutschen Arbeitnehmer erhalten gegenwärtig Kurzarbeitergeld, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Und diesen vorübergehenden Schutz vor Arbeitslosigkeit wissen viele auch zu schätzen. Dennoch haben viele bereits finanzielle Sorgen - und die Angst vor der beruflichen Zukunft wächst. 48 Prozent der Kurzarbeiter berichten bereits von einer angespannten Finanzlage. Das sind nahezu viermal so viele wie unter jenen, die noch normal arbeiten können - und kaum weniger als unter Menschen ganz ohne Arbeit. Doch nicht nur fehlendes Geld beunruhigt die Betroffenen. 44 Prozent von ihnen sind zudem in Sorge, ob kurz oder lang den Job doch noch zu verlieren. Unter den Beschäftigten ohne Kurzarbeit befürchtet dies nur jeder Zehnte.
Mehr als die Hälfte der Kurzarbeiter hat Existenzsorgen, spiegel.de 5.2.21

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Psychopharmaka werden von jungen Menschen leicht missbraucht 
Montag, 15. Februar 2021 - Lebensart, Psychologie, Studien
Die Opiodkrise der USA ist schon schlimm genug, doch zeigt eine neue Studie nun auch, wie junge Menschen auf besorgniserregende Weise mit Psychopharmaka umgehen. Die Wissenschaftler werteten dafür Daten aus dem National Survey of Drug Use and Health Sampling von 110.000 jungen Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren aus. Gut ein Drittel der Befragten gab an, im Vorjahr ein verschriebenes psychoaktives Medikament eingenommen zu haben, was mir schon als eine recht hohe Verbreitung dieser Substanzen erscheint. Ein knappes Drittel dieser jungen Menschen räumte außerdem ein, die Mittel nicht wie gedacht verwendet zu haben, sie also missbraucht zu haben, um sich beispielsweise aufzuputschen. Das Missbrauchspotential wächst mit dem Alter - unter den bis zu 17-Jährigen räumte jeder Vierte die unsachgemäße Medikamenteneinname ein, bei den 18- bis 25-Jährigen waren es gut 40 Prozent. Werden hier die Grundlagen für spätere Abhängigkeitserkrankungen gelegt?
Einer von drei US-Jugendlichen missbraucht Medikamente, spektrum.de 2.2.21

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Grün ist gut fürs Gemüt 
Dienstag, 9. Februar 2021 - Lebensart, Psychologie
Grünpflanzen in der Wohnung scheinen auf subtile Weise das menschliche Wohlbefinden selbst in besonders herausfordernden Zeiten zu stärken. Wissenschaftler aus Italien hatten im vergangenen Jahr zwischen März und Juni weltweit 4.200 Menschen aus 46 Ländern befragt, wie sie durch die jeweiligen Lockdowns gekommen waren. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die keine oder kaum Pflanzen in der eigenen Wohnung um sich hatten, schlechter zurechtkamen als jene, die sich mit viel Grün umgaben. Die Pflanzenlosen klagten häufiger über negative Emotionen und erlebten weniger gute Gefühle als jene, die mit vielen Pflanzen leben. Die Erforschung von Trends wie Waldbaden zeigt schon seit einiger Zeit, dass die Natur dem menschlichen Gemüt gut tut. Gut zu wissen, dass selbst Zimmerpflanzen, wenn sie in ausreichender Zahl vorhanden sind, hier einen Beitrag leisten können.
Mit Pflanzen besser durch die Pandemie, spektrum.de 26.1.21


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Anspruchsdenken verleitet zu Ignoranz 
Montag, 1. Februar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer glaubt, selbst etwas besseres verdient zu haben als andere, scheint eher dazu zu neigen, die Auswirkungen der Pandemie zu verharmlosen oder zu ignorieren. Dies liegt eine neue psychologische Studie nahe, in der untersucht wurde, wie persönliches Anspruchsdenken und die Reaktionen auf die Krise zusammenhängen. In drei Erhebungen wurden die Beteiligten nach Parametern des Anspruchsdenkens und entsprechenden Persönlichkeitsmerkmalen befragt und sollten Auskunft geben über verschiedene Einschätzungen zur Pandemie. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass Menschen mit hohem Anspruchsdenken stärker dazu neigen, die Krise zu verharmlosen, für sich selbst und andere eher geringere Risiken zu sehen und das Krankheitsrisiko insgesamt zu unterschätzen.
Coronapandemie Leichtsinnige Anspruchsdenker, Psychologie heute 7.1.21

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Mehr Geld macht glücklicher als gedacht 
Freitag, 29. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Geld macht glücklich, aber ab einem bestimmten Betrag (etwa 75.000 Dollar bzw. 62.000 Euro, die einem Haushalt jährlich zur Verfügung stehen) wächst das Glücksgefühl nicht mehr - so bisher die einhelligen Befunde der Forschung. Eine neue Studie aus den USA, die ein verfeinertes Instrumentarium zur Messung verwendete, kommt hingegen zu einem anderen Schluss. Ihr zufolge nimmt die allgemeine Lebenszufriedenheit weiter zu und mit ihr auch das tägliche emotionale Wohlbefinden. Die neue Studie befragte ihre 33.000 Probanden, von denen rund 1,7 Millionen Einzeldaten ausgewertet wurden, in regelmäßigen Intervallen per App, wie sie sich fühlen. In den üblichen Studienszenarien hingegen erfolgt diese Einschätzung ausschließlich retrospektiv. Außerdem maßen die Wissenschaftler das Wohlbefinden mit einer breiten Skala, anstatt wie sonst häufig üblich nur zwischen gutem und schlechtem Befinden zu unterscheiden. Dabei wurde deutlich, dass Glück und Zufriedenheit sich bis weit über die 80.000 Dollar-Marke hinaus immer noch verbessern. Man muss also wohl sagen, dass mehr Geld glücklicher macht, als bisher angenommen.
Macht noch mehr Geld noch glücklicher? spektrum.de 20.1.21

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Einsamkeit ist ein Politikum 
Donnerstag, 28. Januar 2021 - Lebensart, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die mit den Lockdowns verbundene Isolation der Menschen hat in den vergangenen Monaten bereits viele Psychologen auf den Plan gerufen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Noreena Hertz geht in ihrer Betrachtung von Einsamkeit und ihren Folgen noch weiter - für sie liegt auf der Hand, dass dies auch ein politisches Thema ist, das so noch viel zu selten wahrgenommen wird. So zeige sich in Studien in Ländern wie den USA, Frankreich oder auch den Niederlanden, dass Rechtspopulisten unter Menschen, die wenige soziale Kontakte haben, auf besonderen Zuspruch stoßen. In den Vereinigten Staaten bezeichnen sich drei von fünf Menschen als "allein", in Großbritannien kennen 60 Prozent der Menschen nicht die Namen ihrer Nachbarn. Was sich hier abzeichnet, scheint nicht weniger als eine Vereinsamung und menschliche Entfremdung im großen Stil zu sein. "Diese Einsamkeit stellt ein sehr kostspieliges Problem dar: Allein in den Vereinigten Staaten schätzt man die damit verbundenen physischen und psychischen Folgen auf sieben Milliarden Euro pro Jahr für die amerikanische Gesundheitsversorgung und zwei Milliarden für die britische. Andererseits ist die Einsamkeit aber auch nützlich, da sie die Menschen für erzählte Traditionen oder auch den Gemeinschaftssinn, die gerade die populistischen Bewegungen verkörpern, besonders empfänglich macht. Viele der Menschen, die ich interviewt habe, erzählten mir, dass ein Besuch bei einer Kundgebung von Donald Trump oder einem Festival der Lega zu den wenigen Momenten gehörte, in denen sie sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlten", so Hertz in einem Interview mit welt.de. Die Ökonomin weist auch darauf hin, wie das soziale Miteinander im Alltag zunehmen erodiert: "Diese Bürger, die in der realen Welt kaum noch mit anderen interagieren, empfinden die Auβenwelt als feindseliger und bedrohlicher als andere Personen Soziale Netzwerke und Internet, die auf der thematischen Zwanghaftigkeit ihrer Algorithmen beruhen, treiben die Positionen dieser Menschen noch mehr ins Extreme, vor allem deshalb, weil ihre 'Gemeinschaft' mit anderen nicht real ist, sondern nur online stattfindet." Nur über die durch die Pandemie hervorgerufene Einsamkeit zu klagen, greift also viel zu kurz. Und man kann nur hoffen, dass das Thema auch in Zukunft mehr Beachtung findet.
„Einsamkeit ist ein sehr kostspieliges Problem“, welt.de 19.1.21


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Krise verändert Blick auf Arbeitslosigkeit 
Montag, 25. Januar 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Seinen Job zu verlieren, ist hierzulande immer noch mit einem Stigma behaftet. Eine Umfrage des Netzwerkes LinkedIn unter rund 2.000 Menschen, die arbeitslos sind - 500 davon durch die Pandemie -, zeigt, wie die Entlassungen aufgrund der aktuellen Krise das Bild, das Menschen von Arbeitslosen haben, zu wandeln scheint. 82 Prozent der Befragten bestätigten zwar das Stigma des Jobverlusts, doch glauben auch 70 Prozent, dass krisenbedingte Entlassungen sich weniger auf den Ruf einer Person auswirken. 53 Prozent der nun Arbeit Suchenden glauben nun, die Situation von Arbeitslosen besser zu verstehen. 28 Prozent räumten ein, vor dem eigenen Jobverlust auf Menschen ohne Arbeit herabgeschaut zu haben. Und 24 Prozent hielten Arbeitslose zuvor schlicht für faul, 17 Prozent unterstellten ihnen geringere Fähigkeiten und 21 Prozent eine schlechtere Qualifikation. Je ein Drittel der Befragten äußerte, dass die neue Situation in ihnen Ängste auslöse beziehungsweise dass ihre Entlassung sie deprimiere.
Coronakrise verringert Vorurteile gegenüber Arbeitslosen – zumindest ein bisschen, WiWo 15.12.20

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Zuversicht macht produktiver 
Mittwoch, 20. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Wer sucht nicht nach der Glücksformel, die das eigene Leben schöner macht und einen selbst dabei noch leistungsfähiger sein lässt? Zu schön, um wahr zu sein? Wenn es nach Harvard-Professor Shawn Achor geht, lässt sich das ganz leicht erreichen. Er behauptet, dass unser Gehirn um 31 Prozent (wie er wohl auf genau diese Zahl kommt?) produktiver arbeitet, wenn wir in einem optimistischen Zustand sind. Doch unsere innere Beziehung zu Glück und Erfolg ist oft so gestaltet, dass wir zu diesem Optimismus erst gar nicht finden. "Jedes Mal, wenn das Gehirn einen Erfolg verbucht, wird die Latte danach höher gehängt: Du hast gute Noten bekommen, jetzt musst du bessere Noten bekommen. Du hast deine Verkaufsziele erreicht, jetzt werden sie erhöht. Wenn Glück auf der anderen Seite von Erfolg steht, wird das Gehirn nie dorthin gelangen. Wir als Gesellschaft haben Glück über unseren geistigen Horizont hinausgeschoben, weil wir glauben, dass wir erfolgreich sein müssen, um glücklich zu sein. Unser Gehirn arbeitet jedoch genau anders herum", erklärt Achor. Seine Glücksformel versucht, diese Mechanismen zu umgehen. Er rät dazu, sich über 21 Tage jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar ist. Diese Wachheit für das Positive im Leben und die Dankbarkeit dafür erleichtere es, einen zuversichtlichen Grundzustand zu entwickeln. Und das macht, ja, glücklicher und erfolgreicher.
Harvard-Professor: Ein Denkfehler hindert viele Menschen daran, erfolgreich zu sein, focus.de 10.1.21

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