Arbeitgeber zaudern noch immer beim Home Office 
Dienstag, 23. Februar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Obwohl das Thema Home Office kaum einen Tag nicht in den Medien diskutiert wird, scheinen viele Arbeitgeber immer noch zu zaudern. In einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung gaben 39 Prozent der Befragten an, dass ihre Arbeit ganz oder in großen Teilen von Zuhause aus erledigt werden könnte. Ende Januar waren allerdings trotz der Verordnung der Bundesregierung lediglich 24 Prozent der Beschäftigten im Home Office aktiv. Im November waren es sogar nur 14 Prozent, im Dezember 17 Prozent. Der Druck der Bundesregierung hat also einiges bewegt, doch wäre wohl mehr möglich.
Jeder Vierte im Homeoffice, FAZ 16.2.21

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Feedback - oft gewünscht, selten gegeben 
Freitag, 19. Februar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Wenn es um die Feedbackkultur in Unternehmen geht, sind in Studien oft die Klagen groß, dass Führungskräfte hier viel zu sparsam sind. Eine Repräsentativstudie im Auftrag der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu legt nun nahe, dass die Beschäftigten, die sich beklagen, oft selbst nicht gerade redselig sind, wenn es um Feedback für die Führenden selbst geht. Nur knapp die Hälfte der Befragten beispielsweise spiegelt einer Führungskraft, wenn diese sich positiv verhalten hat. Und nicht einmal jeder Zehnte lässt das die Personalabteilung wissen. Kritik zu äußern, traut sich gar nur jeder Dritte. Es ist eine Sprachlosigkeit, die anscheinend alle Beteiligten der Feedbackkette gleichermaßen betrifft. Wer da wohl zuerst das Eis bricht?
Nur die Hälfte der Mitarbeiter gibt Feedback, wenn sie sich über den Chef freuen — und noch seltener, wenn sie sich ärgern, Business Insider 11.2.21

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Achtsamkeit hilft der Agilität 
Donnerstag, 18. Februar 2021 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Agilität ist in aller Munde, doch viele Firmen scheitern an ihr, weil sie versuchen, neue Verhaltensweisen eher formal umzusetzen und dabei vergessen, dass Mitarbeiter auch innere Wachstumsschritte machen müssen. Ein Berliner Start-up möchte diese Lücke schließen. Wevolve verbindet Methoden der Agilität mit Achtsamkeit, um dieses Wachstums zu ermöglichen. "Die Grundidee von Wevolve ist, dass Veränderung bei einem Selbst anfängt und von innen nach außen stattfindet", so Mitgründer Daniel Rieber. Statt klassischem Achtsamkeitstraining möchten die Wevolve-Berater mit ihren Kunden an der Entwicklung einer auf den Prinzipien von Achtsamkeit basierenden Unternehmenskultur arbeiten. Dabei kommen Methoden der Ko-Kreation und Design Thinking zum Einsatz. Nico Rönpagel, der viel über Achtsamkeit geforscht hat, begleitet die Kundenprojekte und untersucht ihren Impact, so dass die Firmen hinterher anhand der Forschungsergebnisse nachvollziehen können, was die Interventionen bewirken.
Zwei Gründer wollen mit Achtsamkeits-Coaching deinen Job leichter machen, Business Insider 8.2.21

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Mitarbeiter wünschen sich bei Führungskräften mehr Herz 
Dienstag, 16. Februar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Was eine gute Führungskraft auszeichnet, kann in den Augen von Mitarbeitern und Unternehmenschefs sehr unterschiedlich sein, wie eine Untersuchung der Boston Consulting Group mit 4.000 Befragten zeigt. Herz, Hand oder Hirn, was braucht ein guter Chef?, lautete die Frage - und die Antworten der unterschiedlichen Interessengruppen vielen diametral entgegengesetzt aus. Unter den Mitarbeitern erreichten die menschlichen Qualitäten mit 37 Prozent den Spitzenplatz, gefolgt von Tatkraft (20 Prozent) und Intellekt (14 Prozent). Die Unternehmen selbst legen jedoch eindeutig die Priorität auf den Kopf, und zwar mit stolzen 69 Prozent. Tatkraft kam an der Unternehmensspitze auf 44 Prozent und das Herz folgte erst an letzter Stelle mit 25 Prozent. Da wundert es kaum, dass eine Vielzahl von Studien immer wieder zum Ergebnis kommt, dass die Mitarbeiter an ihren Führungskräften vieles vermissen.
Mitarbeiter wünschen sich menschliche Chefs, zeit.de 6.2.21

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Wirksamer zu Zweit 
Freitag, 5. Februar 2021 - Arbeit, Management
In der IT-Welt wird es schon länger praktiziert, das Arbeiten in Zweier-Teams. Beim so genannten Pair Programming, teilen sich zwei Entwickler eine Aufgabe. So können sie sich ständig Feedback geben und falls einer im Team ausfällt, muss Ersatz nicht lange eingearbeitet werden. Außerdem entstehen durch unterschiedliche Erfahrungshintergründe der Beteiligten Synergien. "Es ist das Projektwissen, das jeder von uns hat — aber auch das gemeinsame Denken. Wir fordern uns gegenseitig heraus, besseren Code zu schreiben", beschreibt der Software-Entwickler Constantin Jaeck die Vorteile gegenüber Business Insider. In der Forschung werden Zweier-Teams noch kaum beleuchtet, doch einzelne Untersuchungen zeigen bereits, dass die Arbeit im Duo das Selbstvertrauen stärkt und wechselseitiges Lernen fördert. Wesentlicher Erfolgsfaktor für solche Duos ist eine gelingende Kommunikation. Die mag zwar auch etwas Zeit kosten, rechnet sich aber, wenn vier Augen mehr sehen als zwei und zwei Köpfe zu intelligenteren Lösungen kommen als einer. Das Programmierer-Modell könnte auch im konventionellen Management so manche neue Perspektive ermöglichen.
Effizienter, selbstbewusster, zufriedener: Warum Unternehmen mehr auf Zweier-Teams setzen sollten, Business Insider 27.1.21

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Dezentrales Arbeiten fragt Führende nach neuen Fähigkeiten 
Donnerstag, 4. Februar 2021 - Arbeit, Management
Wenn die Mitarbeiter ins Home Office ausschwärmen, stellt sich für viele Führungskräfte die Frage, wie sie in dieser Situation ihre Teams zusammenhalten und ein reibungsloses Arbeiten gewährleisten können. "Indirektes Führen verlangt wesentlich mehr Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin und Selbststeuerung auf Seiten der Mitarbeiter. Die Kernfrage ist dann, wie man dieses Verhalten fördern kann", so der Management-Coach Waldemar Pelz in einem Interview mit der FAZ. Ein wunder Punkt dabei - viele dieser Eigenschaften lassen sich nicht mal eben so entwickeln: "Dinge wie Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Selbstdisziplin sind im Wesentlichen Charaktereigenschaften, und die kann man im Gegensatz zu Kompetenzen nur schwer oder gar nicht erlernen oder verändern." Ein weiterer, "dass indirektes Führen nur dann funktioniert, wenn eine Vertrauensbasis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern vorhanden ist". Wenn Mitarbeiter nur noch über Videokonferenz erreichbar sind, zeigt sich, ob Führende schon vor der Pandemie einen guten Draht zu ihnen hatten - oder ob sie nun vor einer Quadratur des Kreises stehen. Pelz erinnert Führende daran, dass sie eine Fürsorgepflicht haben - die, wenn schon vor der Pandemie im Unternehmen keine Vertrauenskultur gegeben war, oft nicht einfach einzulösen ist. Wohlmeinende Anrufe, in denen Manager sich nach dem Befinden ihrer Mitarbeiter erkunden, werden dann leicht als Kontrolle erlebt. Da dezentrales Arbeiten auch in Zukunft eine hohe Bedeutung in der Arbeitswelt haben wird, rät Pelz Firmen dazu, ihre Führungskultur entsprechend auszubauen. Und das bedeutet nicht nur, sich dem Thema virtuelles Arbeiten gezielter zu widmen, sondern öfter auch die Frage zu thematisieren, was die Menschen im Unternehmen eigentlich in der Tiefe zusammenhält.
„Homeoffice geht nur mit Vertrauen“, FAZ 25.1.21

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Einsamkeit ist ein Politikum 
Donnerstag, 28. Januar 2021 - Lebensart, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die mit den Lockdowns verbundene Isolation der Menschen hat in den vergangenen Monaten bereits viele Psychologen auf den Plan gerufen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Noreena Hertz geht in ihrer Betrachtung von Einsamkeit und ihren Folgen noch weiter - für sie liegt auf der Hand, dass dies auch ein politisches Thema ist, das so noch viel zu selten wahrgenommen wird. So zeige sich in Studien in Ländern wie den USA, Frankreich oder auch den Niederlanden, dass Rechtspopulisten unter Menschen, die wenige soziale Kontakte haben, auf besonderen Zuspruch stoßen. In den Vereinigten Staaten bezeichnen sich drei von fünf Menschen als "allein", in Großbritannien kennen 60 Prozent der Menschen nicht die Namen ihrer Nachbarn. Was sich hier abzeichnet, scheint nicht weniger als eine Vereinsamung und menschliche Entfremdung im großen Stil zu sein. "Diese Einsamkeit stellt ein sehr kostspieliges Problem dar: Allein in den Vereinigten Staaten schätzt man die damit verbundenen physischen und psychischen Folgen auf sieben Milliarden Euro pro Jahr für die amerikanische Gesundheitsversorgung und zwei Milliarden für die britische. Andererseits ist die Einsamkeit aber auch nützlich, da sie die Menschen für erzählte Traditionen oder auch den Gemeinschaftssinn, die gerade die populistischen Bewegungen verkörpern, besonders empfänglich macht. Viele der Menschen, die ich interviewt habe, erzählten mir, dass ein Besuch bei einer Kundgebung von Donald Trump oder einem Festival der Lega zu den wenigen Momenten gehörte, in denen sie sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlten", so Hertz in einem Interview mit welt.de. Die Ökonomin weist auch darauf hin, wie das soziale Miteinander im Alltag zunehmen erodiert: "Diese Bürger, die in der realen Welt kaum noch mit anderen interagieren, empfinden die Auβenwelt als feindseliger und bedrohlicher als andere Personen Soziale Netzwerke und Internet, die auf der thematischen Zwanghaftigkeit ihrer Algorithmen beruhen, treiben die Positionen dieser Menschen noch mehr ins Extreme, vor allem deshalb, weil ihre 'Gemeinschaft' mit anderen nicht real ist, sondern nur online stattfindet." Nur über die durch die Pandemie hervorgerufene Einsamkeit zu klagen, greift also viel zu kurz. Und man kann nur hoffen, dass das Thema auch in Zukunft mehr Beachtung findet.
„Einsamkeit ist ein sehr kostspieliges Problem“, welt.de 19.1.21


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Pandemie verändert Risiko-Blick der Unternehmen 
Mittwoch, 27. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Die Pandemie verändert den Blick vieler Unternehmen auf die möglichen Risiken, denen sie ausgesetzt sind. So zeigt das aktuelle Risiko-Barometer der Allianz, für das mehr als 2.700 Experten aus 92 Ländern, darunter Geschäftsführer, Vorstände, Risikomanager und Versicherungsfachleute, dass mit dem Corona-Jahr die Pandemie-Gefahr mit all ihren gesundheitlichen Folgen im Risikoranking von Platz 17 im Vorjahr auf den 2. Platz nach oben geschossen ist. An Platz 1 stehen nun Betriebsunterbrechungen, die zur Zeit ja auch Pandemie-bedingt sind. Die Gefahr von Hackerangriffen, im letzten Jahr noch Spitzenreiter, rückte an die die dritte Stelle. Weitere Bedrohungsszenarien sind: Marktveränderungen, makroökonomische Entwicklungen und politische Gewalt. Der Klimawandel landete auf Platz 9 (nach Platz 7 im Vorjahr). Das Risiko-Barometer geht davon aus, dass vor allem klimatische Großereignisse auch in Zukunft die Firmen beschäftigten werden - und dass sie den Klimawandel, wenn die Pandemie durchgestanden ist, wieder stärker in den Blick nehmen werden.
Manager halten Pandemien für gefährlicher als den Klimawandel, spiegel.de 19.1.21

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