Man muss nicht perfekt sein 
Dienstag, 22. September 2009 - Arbeit
Wie wird man erfolgreich? Diese Frage stellte die Autorin Andrea Sixt zwölf Prominenten wie der Schwimmerin Franziska von Almsick oder dem Schauspieler Michael Mendl und fand Verblüffendes heraus. "Alle Gesprächspartner hatten eines gemeinsam: Sie lieben das, was sie tun. Und kein Weg führt kerzengerade zum Erfolg. Auch erfolgreiche Leute haben mal einen falschen Weg eingeschlagen. Sie haben sich ausprobiert, bis sie gefunden haben, was sie wirklich glücklich macht - und darin sind sie nun gut", sagt Sixt. Ein wichtiger Aspekt auf diesem Weg zur Selbstverwirklichung: Immer noch besser werden wollen und nicht aufzugeben, sondern, wenn man eine falsche Entscheidung getroffen hat, sich dies einzugestehen und sich zu ändern. Sixt betrachtet es als Fehler, Erfolg mit Geld gleichzusetzen. Wichtiger sei es, dem inneren Ruf zu folgen und dadurch einen positiven Beitrag für die Welt zu leisten. Auch warnt die Autorin vor übertriebenen Perfektionsansprüchen und davor, Fehler als Niederlagen zu betrachten. "Man muss nicht perfekt sein, um Erfolg zu haben", so ihre Erkenntnis.
"Viele machen sich den Druck, perfekt zu sein", SZ 15.9.2009

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Kooperation in einer Weltgemeinschaft 
Dienstag, 14. Juli 2009 - Arbeit
Im aktuellen Kundenmagazin des Arzneimittel- und Naturkosmetikherstellers Weleda geht Alnatura-Gründer Götz Rehn auf ein neues Verständnis von Weltwirtschaft als Weltgemeinschaft ein. So arbeitet Alnatura seit vielen Jahren mit Sekem zusammen, einer Kooperative in Ägypten, die sich dem biologisch-dynamischen Anbau verschrieben hat. Während Sekem vor 20 Jahren noch 80 Prozent der in Ägypten produzierten Kräutern exportierte, verbleiben heute rund 65 Prozent der Produkte im eigenen Land - und kurbeln auf diesem Wege die einheimische Wirtschaft an. Der Trend zu Biolebensmitteln ist in den Augen von Rehn auch mit einem Bewusstseinswandel verbunden: "Für viele Menschen sind ökologisch erzeugte Produkte eine wirkliche Erkenntnis. Das geht über eine bloße Verankerung im Wertesystem hinaus. Was sie da erkannt haben und verfolgen, ist für sie Realität und mit sehr viel Empathie verbunden." Der Anthroposoph kritisiert auch eine einseitige Ausrichtung der Gesellschaft auf hauptsächlich wirtschaftliche Fragen und mahnt an, sich wieder mehr mit dem großen Ganzen zu beschäftigen: "Das muss und wird die Zukunft sein: eine Wirtschaftsweise, die dem Menschen dient und ihn weder benutzt noch bestimmt. Hier gibt es ganz individuell unterschiedliche Ansätze für Unternehmen aller Branchen. Als problematisch sehe ich die vorherrschende Sichtweise, die das Wirtschaftsleben noch immer als wichtigstes Glied des sozialen Organismus hochstilisiert. Eigentlicher Mittelpunkt ist jedoch das Kulturleben, das die Entwicklung zum freien Menschen ermöglicht. Der Wirtschaft kommt in diesem Organismus die wichtige Aufgabe zu, genau diesen Prozess zu ermöglichen."
Weleda Magazin Sommer 2009




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Gute Arbeit ist Mangelware 
Donnerstag, 2. Juli 2009 - Arbeit
Nur zwölf Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben "gute Arbeit", so das ernüchternde Ergebnis des jährlich erhobenen Index des DGB. 55 Prozent der Angestellten haben mittelmäßige Arbeitsbedingungen, für 33 Prozent sind diese sogar schlecht. Auf der Skala des DGB stehen Indexwerte von 80 bis 100 für gute Arbeit, Werte zwischen 50 und 80 für Mittelmaß und Werte von 0 bis 50 für eine explizit schlechte Arbeitssituation. Der Durchschnittswert aller erhobenen Parameter lag in der Erhebung 2009 bei 58. Am zufriedensten sind die deutschen Arbeitnehmer mit dem Sinngehalt ihrer Arbeit (79), der Kollegialität am Arbeitsplatz (77) und der Gestaltung der emotionalen Anforderungen (71). Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten, Führungsqualität und die Betriebskultur rangieren dagegen im unteren Mittelfeld. Am schlechtesten beurteilen die Deutschen ihr Einkommen (40), gefolgt von Aufstiegsmöglichkeiten (47) und den beruflichen Zukunftsaussichten sowie der Arbeitsplatzsicherheit (48).
DGB Gute Arbeit 2009



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Burn-out kommt in den Unis an 
Dienstag, 16. Juni 2009 - Arbeit
Die Umstellung auf die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master fordert ihren Tribut. So leiden immer mehr Studenten unter totaler Überlastung. Die psychosozialen Beratungsstellen der Universitäten verbuchen eine steigende Nachfrage von Studenten, die mit den gewachsenen Belastungen nicht mehr zurecht kommen. Gab es 2004 noch 16.000 Hilfesuchende, waren es 2007 bereits über 21.000 und für 2008 wird eine weiter gestiegene Nachfrage gemeldet. Laut einer Sozialerhebung des Studentenwerks leiden bereits elf Prozent der Studierenden unter psychischen Erkrankungen. "Der Druck, der seit einiger Zeit in vielen Unternehmen entstanden ist und die Burnout-Quote hochgetrieben hat, scheint nun auch an der Uni angekommen zu sein", zitiert das Handelsblatt Steffen Laick von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young.
Bachelor braucht dringend Hilfe, HB 8.6.2009


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Burn-out verursacht Milliarden-Schäden 
Montag, 15. Juni 2009 - Arbeit
Burn-out ist dabei, zur Quasi-Volkskrankheit gestresster Arbeitnehmer zu werden. Laut einer Studie der AOK stiegen die Ausfälle durch psychische Erkrankungen zwischen 1995 und 2008 um 80 Prozent. Inzwischen gehen 9,3 Prozent aller Fehltage von Arbeitnehmern auf psychische Beschwerden zurück. Auf der Rangliste der Krankheitsbilder nehmen sie inzwischen Platz 4 ein. Doch nicht nur Fehltage sind die Folge ständiger Überlastung, denn immer mehr Arbeitnehmer scheiden aufgrund seelischer Störungen und Depressionen als Frührentner vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus. 2007 galt dies für jeden dritten Arbeitnehmer, der von der Frühverrentung Gebrauch machte. Laut Statistischem Bundesamt entstand durch Burn-out-Erkrankungen 2006 ein wirtschaftlicher Schaden von 26,7 Milliarden Euro.
Kollaps am Schreibtisch, SZ 8.6.2009


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Die Macht der Gefühle im Job 
Freitag, 12. Juni 2009 - Arbeit
Gefühle haben im Business nichts zu suchen – mit diesem durch Generationen von Wirtschaftswissenschaftlern vermittelten Bild eines Homo oeconomicus, der vorgeblich alleine rational handelt und sich nicht durch Emotionen beeinflussen lässt, ist die heutige Leistungs- und Informationsgesellschaft groß geworden, aber auch an ihre Grenzen gestoßen. Wenn aktuelle Studien untermauern, dass gerade die emotionale Komponente die Motivation und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern in besonderem Maße beeinflusst, wenn die Bewegungen von Börsenkursen sich nicht mehr alleine sachlich begründen lassen, wird offensichtlich, dass der Faktor Gefühl im Geschäftsleben anscheinend wider viele Erwartungen eine zentrale Rolle spielt. Das Symposium Spirit in Leadership, das vom Kuratorium Wirtschaft und Spiritualität der Willigis Jäger Stiftung West-östliche Weisheit Ende Mai im Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg ausgerichtet wurde, stand in diesem Jahr unter dem Leitthema „Emotionen in der Wirtschaft“ und ging der Frage auf den Grund, wie der Gefühlsebene im Business angemessener Rechnung getragen werden kann. Zahlreiche ExpertInnen aus Wirtschaft, Unternehmensberatung und Coaching vermittelten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema und illustrierten, wie Unternehmen und Mitarbeiter diese in ihre tägliche Arbeit einbeziehen können. „Emotionen spornen zum Handeln an“, sagt auch Prof. Dr. Sven Max Litzcke, Professor für Human Resource Management und Wirtschaftspsychologie an der Fachhochschule Hannover. Sie können jedoch auch lähmen, beispielsweise wenn Mitarbeiter in einer Stressspirale gefangen sind und das Gefühl haben, nicht mehr handlungsfähig zu sein. Ein grundlegendes Problem der Wirtschaft, so Litzcke: „Das System lebt von der Überausbeutung des Einzelnen.“ Gipfelt diese Beanspruchung in einer Überforderungshaltung und erleben Mitarbeiter die täglichen Aufgaben nur noch als Fremdbestimmung, verlieren die Stimuli im Arbeitsleben ihr Aktivierungspotenzial und schlagen ins Gegenteil um. Ein erlebter Kontrollverlust oder auch Versagensängste können die Oberhand gewinnen. „Meditation kann dabei helfen, sich nicht so sehr seinen Emotionen auszuliefern und sie zu relativieren. Sie kann als Prophylaxe dienen, weil sie unsere Bewertung von potenziellen Stresssituationen verändert“, sagt Litzcke. Doch häufig ist das Individuum mit Kompensationsstrategien wie diesen überfordert beziehungsweise die systemischen Einflüsse sind zu stark, als dass der Einzelne noch auf der persönlichen Ebene die im Arbeitsleben abhanden gekommene Balance wiederherstellen könnte. So weist Prof. Dr. Johannes Siegrist, Leiter des Instituts für Medizinische Soziologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, darauf hin, dass prekäre Arbeitsverhältnisse, aber auch stabile Beschäftigungssituationen mit hohen Belastungen große psychosoziale und gesundheitliche Risiken bergen. „Downsizing-Prozesse in Firmen erhöhen selbst für die Angestellten, die ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, das Mortalitätsrisiko um 40 Prozent“, so Siegrist. Die Forschungen legen auch nahe, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen und Herzerkrankungen, die nicht zuletzt auch Folge arbeitsbedingter Belastungen sind, weltweit die häufigste Ursache für einen frühen Tod sein werden. Eine Studie der Harvard Business School zeigt auch, dass Unternehmen davon profitieren, wenn sie diese Belastungen gezielt in den Griff bekommen. So zeichneten sich die von den Wissenschaftlern untersuchten erfolgreichen Firmen gerade dadurch aus, dass sie ihren Mitarbeitern eine hohe Arbeitsplatzsicherheit boten, dezentrale Entscheidungsprozesse und transparente Informationsstrukturen schafften und somit die der Mitarbeitergesundheit abträglichen Risikofaktoren minimierten.
Noch mal mit Gefühl, inspire-news 2.6.2009


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Ist Gesundheit im Job Privatsache? 
Mittwoch, 10. Juni 2009 - Arbeit
Das Magazin Forum Nachhaltig Wirtschaften hat einen Dialog zwischen Gesundheitsexperten angeregt und sie über die Frage, wie viel Verantwortung Unternehmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben, diskutieren lassen. "Gesundheitsmanagement ist klassisches Risikomanagement - es dient der Risikominimierung und der Ressourcenpflege. Wo technisches Kapital regelmäßig gewartet und inspiziert wird, liegt es in der unternehmerischen Verantwortung, auch in die Gesundheit der Beschäftigten zu investieren und dabei gleichermaßen deren Eigenverantwortung zu stärken. Diese Investition dient dem dauerhaften Erhalt von Leistungsfähigkeit und Mitarbeiterengagement und damit der Produktivität der Unternehmen", sagt Dr. med. Andreas Tautz, Chief Medical Officer von Deutsche Post World Net und Leiter des Konzerngesundheitsmanagements. Susanne Lexa, Referentin für Soziale Sicherung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), sieht dagegen eher die Mitarbeiter in der Verantwortung: "Eigenverantwortliches Handeln kann nicht durch Druck von außen ersetzt werden. Gesund zu bleiben und die Gesundheit zu stärken, ist ohne die eigene Mitwirkung, ohne eigenes Wollen kaum möglich. Nur in ihrem Einflussbereich können Unternehmen präventiv tätig werden und die Gesundheitskompetenz ihrer Mitarbeiter durch geeignete Angebote erhöhen. Die Betriebe können nicht allein der Gesundbrunnen der Gesellschaft sein. Gesundheitsvorsorge ist in erster Linie die Sache eines jeden Einzelnen." Prof. Dr. Bernhard Badura, Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld, hält einer solchen Privatisierung von Gesundheitsrisiken entgegen, dass oftmals gerade die Arbeits- und Organisationsstrukturen in Unternehmen krankmachende Auswirkungen haben, weshalb die Unternehmen hier in einer besonderen Verantwortung stünden: "Die Forschung belegt: Maßnahmen, die an den Arbeitsbedingungen, bei der Qualifikation der Beschäftigten sowie an der Qualität der Führung, der Unternehmenskultur und dem Betriebsklima ansetzen, zeigen deutlich nachhaltigere Wirkungen auf die Gesundheit als Gesundheitschecks oder Kurse zur Stressbewältigung. Psychische Belastungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft in besonderer Weise und schaden dadurch Beschäftigten und Unternehmen. Präsentismus, also psychisch bedingte Produktivitätsverluste, nicht Absentismus, also das krankheitsbedingte Fernbleiben, ist das Hauptgesundheitsproblem moderner Volkswirtschaften."
Forum Nachhaltig Wirtschaften, 15.5.2009

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Plädoyer für eine Demokratisierung der Wirtschaft 
Donnerstag, 28. Mai 2009 - Arbeit
Die taz lässt in einem Interview den an der FH Gelsenkirchen lehrenden Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup zu Wort kommen und spricht mit ihm über die Möglichkeiten einer Demokratisierung der Wirtschaft. Bontrup plädiert dafür, die "Produktionsfaktoren Arbeit, Naturgebrauch und Kapitel" rechtlich gleichzustellen anstatt sie wie bisher gegeneinander auszuspielen. Außerdem spricht sich der Ökonom für eine echte Partizipation aus, "damit die Menschen in den Unternehmen, die den Mehrwert schaffen, über die Erwirtschaftung und die Verwendung der Wertschöpfung wirklich gleichberechtigt mitentscheiden können". Auf die Frage der taz, ob man angesichts zunehmender Prekarisierung und mit Blick auf Millionen von Menschen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit keinen Zugang mehr zur unternehmerischen Sphäre habe, über mehr Mitbestimmung eine Wirtschaftsdemokratie schaffen könne, antwortet Bontrup: "Anders herum ist es richtig: Weil wir keine demokratisierte Wirtschaft haben, hat es das Kapital überhaupt vermocht, für eine gigantische Umverteilung von unten nach oben zu sorgen und dass durch eine Prekarisierung immer mehr Menschen an den Rand gedrängt werden. Hätten wir eine demokratisierte Wirtschaft, wäre das gar nicht möglich gewesen."
"Wir machen so weiter - unfassbar", taz 18.5.2009


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