Pausen machen produktiver 
Montag, 20. Juli 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Es ist immer wieder dasselbe - vor allem, wenn wir glauben, besonders viel zu tun zu haben, verkneifen wir uns oftmals eine Pause, in der Hoffnung, dann schneller alles Nötige erledigt zu haben. Doch das ist ein Trugschluss, denn die Forschung zeigt immer wieder: Wer zu lange durcharbeitet, ohne mal zu verschnaufen, wird nicht nur müde, sondern auch deutlich unproduktiver. Pausen hingegen sind keine verlorene Zeit, sondern können zum Performance-Booster werden. Und doch hat die Unsitte des Durcharbeitens bei vielen Methode. In einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) mit 17.000 Befragten gaben ganze 26 Prozent an, die gesetzlich vorgesehenen Arbeitspausen (30 Minuten bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden, 45 Minuten bei neun Stunden) ausfallen zu lassen, weil zu viel zu tun ist. Arbeitspsychologen raten sogar zu mehr Pausen - fünf Minuten pro Stunde oder bei längerwierigen Tätigkeiten alle zwei Stunden zehn Minuten. Solche Kurzpausen sind wie ein Reset für Körper und Geist und Studien belegen, dass nach einer kleinen Pause die Arbeit leichter und schneller von der Hand geht.
Mach mal Pause!, spektrum.de 13.7.20

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Stereotype sitzen verdammt tief 
Donnerstag, 16. Juli 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Männer eher für klug zu halten und Frauen stattdessen im Kreis der Familie zu sehen - selbst wenn viele Menschen, fragt man sie nach solchen Vorteilen, meinen, sie sehen das nicht so, in Wahrheit sitzen diese Stereotype tiefer, als wir denken. Eine Harvard-Studie machte mit 3.600 Proband*innen aus 80 Ländern so genannte Implizite Assoziationstest, bei denen sie Bilder und Begriffe sortieren sollten. Eine schnelle Reaktionszeit deutet dabei darauf hin, dass die Beziehung von Bild und Text der Versuchsperson sehr nahe ist. In dem Experiment offenbarte sich, dass besonders schnelle Reaktionen beispielsweise bei der Kombination des Bildes eines Mannes mit Begriffen wie stark oder brillant kamen oder auch bei Frauenbildern und dem Begriff Familie. Und dieser Zusammenhang zeigte sich in allen Altersgruppen, Geschlechtern und Kulturen ... Es scheint also, dass wir noch viel vor uns haben, wenn wir solche Stereotype überwinden möchten.
Männer halten wir eher für genial als Frauen, spektrum.de 6.7.20

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Glück weckt ein Gefühl von Gesundheit 
Montag, 13. Juli 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glücklich lebt es sich leichter - und gesünder, wie eine neue Langzeitstudie zeigt. Psychologen teilten 155 Probanden in drei Gruppen ein - eine absolvierte ein dreimonatiges Glücks-Training mit einer wöchentlichen Sitzung von einer Stunde, eine machte ein Online-Training und eine diente als Kontrollgruppe. Zu den Übungen der Trainings gehörten Meditation oder Tagebuch-Notizen über Dinge, für die man dankbar ist. Die Trainingsteilnehmer entwickelten während des Programms mehr Lebenszufriedenheit und ihre negativen Gefühle nahmen ab, während die Befindlichkeit in der Kontrollgruppe sich kaum veränderte. Aus der Glücksbefindlichkeit der Teilnehmenden wiederum ließen sich Schlüsse über ihre Gesundheit ableiten. Nach zehn Wochen des Übens sank die Zahl der Tage, an denen sich die Studienteilnehmer krank fühlten, auf ein Drittel im Vergleich zu den Wartegruppen-Probanden - und dieser Effekt hielt auch nach Ende des Trainings noch an. Wichtig allerdings ist - objektive Gesundheitsparameter wie Blutdruck oder Übergewicht der Studienteilnehmer veränderten sich durch das Training nicht. Doch gefühlte Gesundheit dürfte für viele auch schon einen großen Wert haben. Auch interessant: Das Erleben von Sinnhaftigkeit hatte keinen Einfluss auf die gefühlte Gesundheit.
Glück macht gesund, spektrum.de 2.7.20

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Glück weckt ein Gefühl von Gesundheit 
Montag, 13. Juli 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glücklich lebt es sich leichter - und gesünder, wie eine neue Langzeitstudie zeigt. Psychologen teilten 155 Probanden in drei Gruppen ein - eine absolvierte ein dreimonatiges Glücks-Training mit einer wöchentlichen Sitzung von einer Stunde, eine machte ein Online-Training und eine diente als Kontrollgruppe. Zu den Übungen der Trainings gehörten Meditation oder Tagebuch-Notizen über Dinge, für die man dankbar ist. Die Trainingsteilnehmer entwickelten während des Programms mehr Lebenszufriedenheit und ihre negativen Gefühle nahmen ab, während die Befindlichkeit in der Kontrollgruppe sich kaum veränderte. Aus der Glücksbefindlichkeit der Teilnehmenden wiederum ließen sich Schlüsse über ihre Gesundheit ableiten. Nach zehn Wochen des Übens sank die Zahl der Tage, an denen sich die Studienteilnehmer krank fühlten, auf ein Drittel im Vergleich zu den Wartegruppen-Probanden - und dieser Effekt hielt auch nach Ende des Trainings noch an. Wichtig allerdings ist - objektive Gesundheitsparameter wie Blutdruck oder Übergewicht der Studienteilnehmer veränderten sich durch das Training nicht. Doch gefühlte Gesundheit dürfte für viele auch schon einen großen Wert haben. Auch interessant: Das Erleben von Sinnhaftigkeit hatte keinen Einfluss auf die gefühlte Gesundheit.
Glück macht gesund, spektrum.de 2.7.20

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Stress erst gar nicht entstehen lassen 
Dienstag, 7. Juli 2020 - Psychologie, Arbeit, Management
Unter Pandemie-Bedingungen hat sich unser Arbeitsleben innerhalb kürzester Zeit umgekrempelt. Viele Menschen empfinden es als entspannter, von zuhause aus arbeiten zu können, weil ihnen das Freiräume bei der Gestaltung ihrer Tätigkeiten gibt. Und weil das Arbeiten beispielsweise in Großraumbüros oft aufgrund der Umgebungsbedingungen schon einen gewissen Stresspegel setzt. Die Frage ist, ob positive Erfahrungen wie diese auch nach der Rückkehr in die Büros Spuren hinterlassen oder zu Änderungen führen. Die Zeit hat mit der Psychologin Amelie Wiedemann darüber gesprochen, welche Stressquellen Arbeitenden vor allem zu schaffen machen und wie Unternehmen Abhilfe leisten könnten. Wiedemann versucht dafür zu sensibilisieren, wie sehr körperlicher und geistiger Stress miteinander verbunden sind. Was die Ergonomie von Arbeitsplätzen angeht, sind die meisten Unternehmen gut aufgestellt - übersehen aber vielleicht, dass der beste Bürostuhl nichts nutzt, wenn Arbeitnehmende aufgrund geistiger Belastungen mit körperlichen Symptomen reagieren. "Körperliche und psychische Leiden kann man gar nicht getrennt betrachten. Der Körper wirkt auf die Psyche und andersherum. Wenn ich zu stark gestresst bin, verkrampfe ich, ziehe meine Schultern nach oben. Das kann zu Kopf- oder Rückenschmerzen führen. Oft kümmert sich der Arbeitgeber nur um den Rücken – und weniger um die Psyche", so Wiedemann. Ihrer Erfahrung stammen viele Faktoren, die Stress verursachen, vor allem aus dem Bereich der Arbeitsorganisation. Wer beim Arbeiten häufig unterbrochen werde oder regelmäßig mit unerwarteten Zusatzaufgaben konfrontiert wird, gerate beispielsweise leichter unter Druck. Aber auch respektloses Verhalten oder zu hohe Anforderungen begünstigen Stress. Wiedemann betrachtet es kritisch, dass viele Unternehmen, wenn sie sich um Stressprobleme kümmern, vor allem auf Verhaltensprävention setzen. Doch Yoga-Kurse und Meditation im Unternehmen bewirken wenig, wenn gleichzeitig die Arbeitsprozesse selbst immer neue Stressoren erzeugen. "Sinnvoller ist es, dafür zu sorgen, dass Stress gar nicht erst aufkommt. Zum Beispiel, indem man Unterbrechungen und unnötige Dokumentationen abschafft oder einander besser abstimmt und so Doppelarbeit vermeidet. Besonders erfolgreich ist die Stressbekämpfung übrigens, wenn Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Tag gut strukturieren, regelmäßig Pausen machen, sich gesund ernähren und rechtzeitig nach Hause gehen", so Wiedemann.
Wenn der Rücken schmerzt, liegt das nicht nur am falschen Stuhl, zeit.de 30.6.20


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Was unser Charakter über unser Umweltbewusstsein aussagt 
Montag, 6. Juli 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Die Klimakrise hält uns tagtäglich vor Augen, wie sehr unser Bewusstsein für die Umwelt gefragt ist. Ob wir diesen Ruf auch hören und ihm folgen, hängt nicht unwesentlich von einigen unserer Charakterzüge ab. Eine Übersichtsstudie der Universität Edinburgh, für die insgesamt 38 Studien zu Umweltbewusstsein, an denen 44.000 Proband*innen beteiligt waren, ausgewertet wurden, liefert nun Antworten. Die Forscher verglichen das in den Untersuchungen dargestellte Verhalten im Hinblick auf die Umwelt mit ebenfalls erhobenen Charaktereigenschaften der Teilnehmenden. Dabei zeigte sich: Besonders umweltbewusste Menschen zeichnen sich aus durch Eigenschaften wie Offenheit, Experimentierfreude, Fantasie und Wissbegier. Auch Ehrlichkeit und Bescheidenheit gehören der Auswertung zufolge zu den Merkmalen, die auf besonderes Umweltbewusstsein schließen lassen sowie die Fähigkeit, gängige Normen und Werte zu hinterfragen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass es bei der Förderung von mehr Umweltbewusstsein helfen könnte, gezielt Kampagnen zu entwickeln für Menschen, denen diese Offenheit und Experimentierfreude fehlt, beispielsweise indem man auf deren eher konservative Werte setzt und diese anspricht.
Wer sich besonders umweltbewusst verhält, spektrum.de 15.6.20

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Wenn die Gegenwart zum diffusen Brei wird 
Mittwoch, 1. Juli 2020 - Lebensart, Psychologie
Wir alle machen wohl in den letzten Wochen die Erfahrung, dass unser Leben, obwohl es zumindest in den eigenen vier Wänden abläuft wie immer, irgendwie diffuser wird. "Geräusche klingen aber nur gedämpft ins eigene Leben herüber. Und der Blick auf das, was draußen geschieht, ist verschwommen", beschreibt es der Psychiater Jan Kalbitzer in einem Gastbeitrag für die Zeit. Er spricht von einer "Zwischenzeit", die wir gerade erleben. Die Zukunft, die uns sonst ein Antreiber ist und damit Zielkoordinaten an die Hand gibt, rutscht uns irgendwie zwischen den Fingern durch, weil planen gerade bei vielem wenig Sinn macht. Und so sitzen wir im Heute fest. "Vielleicht fühlt sich diese Gegenwart auch deshalb so unangenehm zäh und hektisch zugleich an, weil sie geprägt ist von einem Widerspruch zwischen dem Wissen, dass die Komplexität der Welt immer weiter zunimmt – der alltägliche Bewegungsradius jedoch noch immer eingeschränkt ist", vermutet Kalbitzer. Sein Rat an alle, die gerade hadern - sich auf all die zwiespältigen Gefühle einlassen und sie durchleben: "Vielleicht sollte es deshalb eben nicht darum gehen, den gegenwärtigen Zustand gleich wieder einzuordnen und zu reflektieren. Sondern darum, die Sorge und die Verunsicherung zuzulassen, die diese Zwischenzeit mit sich bringt. Weil Gegenwart nur dann, wenn man nicht gezwungenermaßen in ihr stecken bleibt, sondern sich ihr bewusst zuwendet, zu einer lehrreichen Erfahrung werden kann."
Irgendwie anstrengend, das Leben im Hier und Jetzt, zeit.de 22.6.20

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Mehr geschlafen, aber trotzdem nicht wirklich wach 
Montag, 29. Juni 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Die Pandemie verändert unsere Schlafgewohnten. Das zeigt eine Studie aus der Schweiz, für die mehr als 400 Menschen befragt wurden. Insgesamt 75 Prozent der Befragten gaben an, im Zuge des Lockdowns länger als vor der Krise zu schlafen. Die Untersuchten verlängerten ihre Schlafdauer um bis zu 50 Minuten. Einer der Gründe dürfte sein, dass viele durch die Arbeit im Home Office die Anfahrt ins Büro sparen und deshalb morgens ein bisschen länger liegen bleiben können. Allerdings fühlen sich viele Menschen trotz erhöhtem Schlafpensum nicht ausgeruhter und oder schlafen sogar schlechter als gewöhnlich. Der Grund: Die mit der Krise verbundenen Sorgen.
Länger, aber schlechter geschlafen, spektrum.de 12.6.20

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