Unmut erhöht Ausfälle wegen Krankheit 
Montag, 26. September 2016 - Studien
Sind die Mitarbeiter zufrieden, ist das Unternehmen gesund - so könnte man den aktuellen Fehlzeitenreport der Krankenkasse AOK deuten. "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit", sagte Helmut Schröder, einer der Herausgeber des Fehlzeitenreports, gegenüber der SZ. Angestellte, die ihr Arbeitsumfeld als eher schlecht einstufen, beklagen doppelt so häufig im Zusammenhang mit dem Job körperliche und psychische Probleme als zufriedene Mitarbeiter. Jeder Dritte, der das Arbeitsklima bemängelt, hat im vergangenen Jahr mehr als zwei Wochen aufgrund von Krankheit im Job gefehlt. Äußerer Druck durch das Arbeitsklima scheint auch dazu zu führen, dass Mitarbeiter öfter krank arbeiten gehen - jedenfalls taten dies unter den zufriedenen Mitarbeitern nur 12 Prozent, unter denen mit eher schlechtem Arbeitsklima 17 Prozent.
Wer im Job unzufrieden ist, wird häufiger krank, SZ 12.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Für die Mitte wird es immer enger 
Freitag, 23. September 2016 - Studien
Das Gefühl der Einkommensmitte, immer mehr abgehängt zu werden, hat gute Gründe. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass in den letzten Jahren sowohl die niedrigen Einkommen als auch die hohen Einkommen moderat stiegen. Die Lohnspreizung selbst hat also nicht zugenommen, doch nähern sich die Geringverdiener der Mittelschicht an, während die Besserverdiener sich weiter nach oben absetzen. Effekte durch den Mindestlohn sind dabei noch nicht erfasst. Auch die Bedeutung von Kapital spielt eine große Rolle. 2014 lag der Anteil der Arbeitnehmer am Volkseinkommen bei 69,1 Prozent. Kurz nach Ausbruch der Finanzkrise waren es 65 Prozent, in den 1970er Jahren noch mehr als 70 Prozent. Laut Bundesbank besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung 59,8 Prozent des gesamten Vermögens - das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als 2010.
Die Lohnverlierer sitzen in der Mitte der Gesellschaft, Die Welt 15.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mehr Arbeit, öfter am Wochenende 
Donnerstag, 22. September 2016 - Studien
In den letzten 20 Jahren ist die Arbeitszeit in Deutschland etwas gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt arbeiten Menschen mit Vollzeitbeschäftigung heute im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche - eine halbe Stunde mehr als 1996. Auch Teilzeitbeschäftigte müssen etwas länger ran - 19,3 Stunden pro Woche. Bei den Freiberuflern ist die Wochenarbeitszeit hingegen um sechs auf 48,9 Stunden pro Woche gesunken. Woran dieser Rückgang liegt, sagt der Beitrag nicht. Die Arbeit verlagert sich außerdem immer mehr ins Wochenende. 2015 mussten 26,5 Prozent der Erwerbstätigen ständig oder regelmäßig an Samstagen oder Sonntagen arbeiten, 1996 waren es noch 23,5 Prozent.
Arbeitszeit steigt um eine halbe Stunde, Karrierespiegel 15.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Mensch will's einfach herausfinden 
Dienstag, 20. September 2016 - Studien
Neugier scheint zutiefst in uns verwurzelt zu sein. Wir probieren Dinge aus, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass wir uns damit kalkulierten Risiken aussetzen. In einer amerikanischen Studie wurden Probanden in ein Wartezimmer gebeten. Auf dem Tisch hatten sie verschiedene Kugelschreiber zur Auswahl. Grüne waren ungefährlich, beim Betätigen der roten erwartete den Benutzer ein Stromschlag, bei gelben war es eine Überraschung, ob der Stift einen Schlag auslöst oder nicht. Im Test zeigte sich, dass die Kugelschreiber, von denen nicht klar war, wie sie auf die Benutzung reagieren, bei den Probanden auf die größte Resonanz stießen. Es ging ihnen also nicht, wie in anderen bereits durchgeführten Experimenten, darum, sich einfach durch Stromschläge die Langeweile des Wartens abwechslungsreicher zu gestalten. Vielmehr wollten viele der Probanden einfach immer wieder herausfinden, wie ein Kugelschreiber reagiert. Die Neugier scheint also größer als die Sorge vor einem erwartbaren Schmerz.
Der Fluch der Neugier, Zeit online 12.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ziele auch ohne Verbissenheit erreichen 
Freitag, 16. September 2016 - Studien
Wer etwas erreichen möchte, muss sich permanent anstrengen, glauben wir gerne. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Rita Coelho do Vale von der Katholischen Universität in Lissabon untersuchte, ob es nicht auch entspannter geht. Dazu verglichen die Wissenschaftler 36 Probanden, die abnehmen wollten. Die eine Gruppe hielt sich strikt über zwei Wochen täglich an ihre Diät, die Vergleichsgruppe durfte an einem Tag in der Woche schlemmen. Die Erfolge waren in beiden Gruppen ähnlich. Die sporadischen Schlemmer berichteten allerdings, dass sie die Diät mit Auszeit als angenehmer empfanden. Gerade bei größeren Vorhaben, sei es nun das Abnehmen einiger Kilos oder ein großes Businessprojekt, könnte die relaxtere Variante von Vorteil sein, denn wer ist schon gerne über längere Zeiträume so extrem festgelegt und verplant, dass für die schönen Seiten des Lebens kein Raum mehr ist? Irgendwann scheitert erfahrungsgemäß die größte Selbstdisziplin daran, dass wir nicht eindimensional sind.
Diät? Morgen wieder! Psychologie heute 8.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Sorgen der Digitalisierung 
Mittwoch, 14. September 2016 - Studien
Die Industrie 4.0 ist in aller Munde. Vor allem der deutschen Wirtschaft wird dabei oft vorgeworfen, den Trend zur Digitalisierung immer noch zu verschlafen. Das hat vielleicht gute Gründe, denn die Studie "Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit", für die die im Bereich Gesundheitsmanagement tätige Ias-Gruppe 280 Beschäftigte befragte, zeigt, welche Sorgen viele Arbeitnehmer mit dem digitalen Wandel verbinden. Nahezu 90 Prozent der mittelständischen Betriebe fühlen sich von der wachsenden Digitalisierung betroffen und gehen davon aus, dass deren Bedeutung auch in den nächsten zehn Jahren anhalten wird. Ebenso viele rechnen damit, dass sich durch die Digitalisierung die Leistungsfähigkeit ihres Unternehmens erhöhen wird. Doch was ist mit den Menschen? Zwei Drittel der Befragten rechnet mit positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit, im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass ein Drittel hier Zweifel hegt. Unter den Mitarbeitern glauben 45 Prozent, unter den Führungskräften sogar 55 Prozent, dass der Digital-Trend mit höheren mentalen Belastungen verbunden ist. Die Digitalisierung und ihre Auswirkungen, IT-Business 7.9.16

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Das gefühlte Unbehagen im Sozialstaat wächst 
Montag, 12. September 2016 - Studien
In der Bevölkerung scheint sich immer mehr das Gefühl zu verstärken, vom Absturz nur wenige unglückliche Entwicklungen entfernt zu sein. Nicht nur die Politik tut sich mit dieser Entwicklung schwer. Auch manche Medien versuchen das real gefühlte Unbehagen mit Fakten wegzudiskutieren. Die Welt beispielsweise führt in einem Artikel an, dass zwischen 2009 und 2013 die Bruttoerwerbseinkommen der unteren zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten um 6,6 Prozent gestiegen seien, währen die reichsten zehn Prozent ihre Einkommen im selben Zeitraum um 2,8 Prozent gesteigert haben. Die Schere gehe also nicht weiter auseinander. Auch ein Zahlenvergleich mit den USA soll zeigen, dass in Deutschland doch alles zum Besten stehe. In beiden Ländern zählt laut Welt ein Drittel der Bevölkerung zur Gruppe der Einkommensschwächeren. Der Einkommensmitte seien in Deutschland allerdings 27 Prozent zuzurechnen, in den USA nur 23 Prozent. Bei der oberen Mitte herrscht fast Gleichstand - 20 Prozent in Deutschland und 19 Prozent in den USA gehören ihr an. Die Kluft zu den Reichen ist in Deutschland kleiner - hier sind es elf Prozent, in den USA 16 Prozent. Die Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation hat jedoch nicht unbedingt etwas mit Statistik zu tun. Und: So viel besser als in Amerika ist die Einkommenslage hier ja gar nicht. Der Versuch des Welt-Artikels, mit Zahlen eine heile Welt zu zaubern, deutet auf das eigentliche Problem. Vielen Menschen geht es in Deutschland heute tatsächlich gut. Doch erleben sie im Alltag auch, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Jobverlust, eine Krankheit oder schlicht das nahende Rentenalter - all diese gefühlten Bedrohungen des eigenen Lebensstandards sind nun einmal real. Und viele Bürger erkennen nicht, dass die Politik etwas unternähme, um diese existenziellen Sicherheiten zu verbessern. Statistische Kniffe sorgen da kaum für eine bessere Wahrnehmung, solange die Fakten darum herum sich nicht verbessern.
Den Deutschen geht es besser, als sie sich fühlen, Die Welt 5.9.16


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Meditation bewirkt mehr als ein Urlaub 
Freitag, 9. September 2016 - Studien
Eine Woche Meditation ist wirksamer als eine Woche Urlaub, so die Erkenntnis einer amerikanischen Studie. Die Wissenschaftler untersuchten dafür 94 gesunde Frauen im Alter von 30-60 Jahren. Alle verbrachten eine Woche in einem Resort in Kalifornieren, wobei die Hälfte von ihnen schlicht Urlaub machte, während die andere Hälfte an einem Meditationsretreat teilnahm. Bei den Urlauberinnen zeigte sich ein starker und sofortiger Einfluss auf die molekularen Netzwerke, die mit Stress und dem Immunsystem assoziiert sind. Außerdem verbesserte sich kurzfristig ihr Wohlbefinden, gemessen am Vitalitätsgefühl und geringerer Stressbelastung. In der Gruppe der Meditierenden wurden in den molekularen Netzwerken auch antivirale Aktivitäten gemessen. Darüber hinaus zeigte sich, dass die Meditierenden auch in der Nachbetrachtung weniger Symptome im Hinblick auf Stress und Depression zeigten als die Urlauber. Die Wissenschaftler betonen, dass nicht nur die psychische Wirkung der Meditation bedeutsam sei, sondern auch die physiologischen Effekte bemerkenswert sind.
Systems biology research study reveals benefits of vacation, meditation, Science Daily 30.8.16


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter