Gehalt - eigentlich zu wenig, aber doch irgendwie o.k. 
Mittwoch, 26. Juli 2017 - Studien, Arbeit
Die Erfahrung vieler Arbeitnehmer - man verdient eigentlich nicht schlecht, doch es könnte mehr sein. Ein Grund für starke Unzufriedenheit scheint das indes nicht zu sein, wie eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY unter 1.400 deutschen Angestellten zeigt. 56 Prozent der Befragten empfinden sich als unterbezahlt. 43 Prozent finden, ihr Gehalt ist gerecht. Und sogar ein Prozent gibt zu, eigentlich zu viel zu verdienen. Insgesamt gaben 76 Prozent an, dass die Gehaltslandschaft in Deutschland ungerecht sei. Gleichzeitig finden aber 71 Prozent, dass es im eigenen Unternehmen "absolut" oder "überwiegend" fair zugeht bei der Bezahlung. Mehr als 80 Prozent fühlen sich so auch ihrem Arbeitgeber loyal verbunden, ein Drittel sogar sehr. Der Wunsch, besser Karriere zu machen, ist in den vergangenen zwei Jahren abgeebbt. Wünschten sich das zuvor noch 58 Prozent der Männer, sind es heute nur noch 38 Prozent. Bei den Frauen sanken die Karriereambitionen von 49 auf 31 Prozent.
Jeder Zweite fühlt sich unterbezahlt, FAZ 16.7.17

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Superproduktiv im Home Office? 
Dienstag, 25. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Morgens nicht im Stau stehen, kein nerviges Mithören der Telefonate von Kollegen, flexible Mittagspause - die Vorteile der Arbeit im Home Office erscheinen aus Sicht von Arbeitnehmern verlockend. Für Unternehmen sind sie es auch. Nicholas Bloom von der Stanford Graduate School of Business hat mit einer neuen Studien wieder mal harte Fakten geliefert, warum sich das Arbeiten von zu Hause aus für Arbeitgeber lohnt. Untersucht wurde, wie sich das Home Office auf die Mitarbeiter von Chinas größtem Reisebüro mit 20.000 Mitarbeitern auswirkt. Dabei zeigte sich: Die Heimarbeiter waren um 13 Prozent produktiver als ihre Kollegen im Büro. Zudem verbesserte sich die Stimmungslage der Heimarbeiter um 50 Prozent. Bloom führt die Produktivitätssteigerungen darauf zurück, dass die Heimarbeiter wirklich ihren vollen Arbeitstag arbeiteten, statt aufgrund von Staus zu spät zu kommen, in der Kaffeeküche zu plaudern oder durch ihre Kollegen gestört zu werden. Man könnte auch sagen: Im Vergleich zu den üblichen Büro-Arbeitsbedingungen verdichten sich schlicht die Arbeitsprozesse. Die kleinen Plauschs zwischen Tür und Angel, die eine soziale Dimension haben und auch die so wichtigen Pausen im Arbeitsalltag mit sich bringen, entfallen zum Beispiel schlicht. Rechnerisch mag das Home Office also viele Vorteile haben. Die Frage ist, ob die gute Stimmung anhält, wenn man Monat für Monat allein stumpf vor sich hin werkelt.
Work from home people earn more, quit less, and are happier than their office-bound counterparts, qz.com 12.7.17

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Das Glück der Großzügigkeit 
Freitag, 21. Juli 2017 - Psychologie, Studien
Geben ist seliger denn Nehmen, das steht schon in der Bibel. Und lässt sich heute auch durch neurowissenschaftliche Befunde belegen. Eine Studie der Universität Lübeck zeigt, dass Geschenke an andere glücklicher machen, als wenn man sich selbst etwas Gutes tut. Im Vorfeld der eigentlichen Studie wurde den 50 Probanden versprochen, dass sie über vier Wochen lang jede Woche 25 Schweizer Franken bekämen. Die Hälfte der Studienteilnehmer sollte sich überlegen, wem sie damit etwas Gutes tun wolle. Die andere Hälfte sollte sich überlegen, was sie für sich mit dem Geld tun wollten. Vier Wochen später fand das eigentliche Experiment statt. Die Probanden erhielten 30 Franken und sollten sich überlegen, welchen Anteil davon sie jemand anderem zukommen lassen wollten. Dabei zeigte sich, dass die Probanden, die im ersten Teil der Studie sich auf Großzügigkeit verpflichtet hatten, bereitwilliger mehr gaben als jene, die sich zuvor mit einer Gabe für sich selbst beschäftigt hatten. Und sie fühlten sich dabei auch glücklicher. Die Bilder des Magnetresonanztomographen zeigten, dass bei den Spendablen die Gehirnareale, in denen altruistische Reaktionen ablaufen, stärker aktiviert wurden und darüber hinaus weitere Hirnregionen. "Unser Studie liefert damit verhaltenstechnische und neurologische Belege, die den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glück unterstützen", so die Folgerung der Forscher.
Großzügigkeit macht glücklich, wissenschaft.de 11.7.17

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Lieber Freizeit statt mehr Geld 
Mittwoch, 19. Juli 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Studien zeigen immer wieder, dass eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern gerne mehr Freizeit hätte und dabei auch auf finanzielle Vorteile verzichten würde. Eine Umfrage der Deutschen Bahn unter den rund 128.000 in Deutschland tariflich Beschäftigen zeigt nun ein ähnliches Bild. Die Belegschaft konnte wählen, ob sie eine Gehaltserhöhung wünscht, sechs Tage mehr Urlaub pro Jahr oder eine verkürzte Wochenarbeitszeit. 56 Prozent entschieden sich für den zusätzlichen Urlaub, eine kleine Minderheit für die Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Der große Rest bevorzugte die Gehaltserhöhung - dies waren vor allem ältere Beschäftige, die zum Teil damit spekulieren, es sich so leisten zu können, früher in Rente zu gehen. Die große Resonanz auf die Option, ab 2018 weniger zu arbeiten, erklärt sich die Bahn mit den hohen Belastungen, denen die Belegschaft bereits ausgesetzt sei.
Nicht mal Geld ist den Bahnern so wichtig wie Urlaub, Welt online 11.7.17

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Die Achtsamkeits-Hürde bei Männern 
Montag, 17. Juli 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Unzählige Studien belegen, dass Achtsamkeit das Wohlbefinden erhöht. Doch die meisten Untersuchungen werfen keinen Blick darauf, ob diese positiven Wirkungen bei verschiedenen Zielgruppen möglicherweise unterschiedlich ausfallen. Willoughby Britton von der Brown University warf nun einen genaueren Blick darauf, ob das Meditieren für Frauen und Männer vielleicht einen Unterschied macht. Die Ergebnisse ihrer Studie stimmen nachdenklich. An der Untersuchung waren 41 männliche und 36 weibliche Studierende beteiligt, die an der Universität einen 12-wöchigen Achtsamkeitskurs absolvierten. Insgesamt meditierten die Beteiligten so durchschnittlich mehr als 40 Stunden. Die Wissenschaftler maßen die Stimmung ihrer Probanden vor Beginn des Kurses und danach. Dabei zeigte sich, dass die Stimmung der Frauen sich in den drei Monaten deutlich verbessert hatte, die der Männer hingegen war etwas schlechter geworden. Erste Vermutungen der Forscher gehen davon aus, dass dieser überraschende Unterschied daran liegt, dass Frauen und Männer unterschiedlich mit Stress umgehen. Frauen neigen eher zum Grübeln, so dass das mit dem Meditieren verbundene innere Loslassen einen Wohltat sein kann. Männer hingegen seien es gewohnt, dem Stress innerlich auszuweichen und sich abzulenken. So könnte es sein, dass die Konfrontation mit ihrem Innenleben, die sich beim Meditieren einstellt, erst einmal zu einer Verschlechterung ihres Befindens führens, schlicht weil sie es nicht gewohnt sind, sich mit dieser Dimension auseinanderzusetzen. Inwiefern diese Zusammenhänge so zutreffen, müssen allerdings erst weitere Studien eruieren. Doch ist es spannend zu sehen, wie nach einer langen Phase der einhelligen Euphorie nun ein Differenzierungsprozess in der Meditationsforschung einzusetzen scheint.
Mindfulness meditation helps women but not men, first study suggests, The Telegraph 20.4.17


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Flache Hierarchien sind gut für Innovationen 
Donnerstag, 13. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Bürokratie kann viele gute Ideen im Keim ersticken. So zeigt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Kienbaum zusammen mit der Jobbörse StepStone, dass der Innovationsgrad von Unternehmen größer ist, je flacher die internen Hierarchien sind. Für die Studie wurden 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt. 61 Prozent der Firmen, die mit geringen Hierarchien organisiert sind, sind in den Augen ihrer Mitarbeiter besonders gut darin, neue Ideen zu entwickeln. Dagegen wird nur jedes dritte Unternehmen, das stark hierarchisch organisiert ist, von den Beschäftigen als innovativ angesehen. 74 Prozent der befragten Fachkräfte und 68 Prozent der Führungskräfte gaben an, in einem (zum Teil stark) hierarchisch geprägten Unternehmen zu arbeiten. 18 Prozent der Fachkräfte arbeiten in dem Gefühl, dass Verbesserungsvorschläge in der eigenen Firma nicht wirklich willkommen sind.
Je flacher die Hierarchien, desto innovativer das Unternehmen, WiWo 3.7.17

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Wer keine Hoffnung hat, greift lieber an 
Mittwoch, 12. Juli 2017 - Psychologie, Studien
Angriff ist die beste Verteidigung, weiß der Volksmund. Fünf Studien des Stanford-Psychologen Nir Halevy mit insgesamt 1.300 Teilnehmern legen nun nahe, dass diese präventive Aggression nicht unbedingt eine Folge von Ängsten sein muss, sondern oftmals eher der Hoffnungslosigkeit geschuldet ist. Der Wissenschaftler konfrontierte die Probanden mit verschiedenen Situationen und fragte danach, wie sie reagieren würden. Andere sollten ein Computerspiel spielen, bei dem es verschiedene Szenarien der Wahrscheinlichkeit gab, selbst angegriffen zu werden. Bei allen Studiensettings wurde deutlich, dass die Neigung, selbst prophylaktisch andere anzugreifen wuchs, sobald die Probanden ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit hegten.
Vorbeugende Angriffe, psychologie heute, 30.6.17

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Change scheitert oft an Überforderung 
Dienstag, 11. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Eine hohe Quote des Scheiterns bei Change-Projekten hat sich in der Wirtschaft längst als Normalfall eingebürgert. Die Unternehmensberatung Mutaree ging nun in einer Befragung von 156 Führungskräften und 111 Fachkräften verschiedener Branchen den Ursachen nach. Das Fazit der Untersuchung: Alle am Change Beteiligten sind zumeist hoffnungslos überfordert. Veränderungsprozesse lassen die Arbeitsbelastung von Mitarbeitern der Erhebung zufolge um etwa 20 Prozent steigen, die der Führungskräfte sogar um 30 bis 50 Prozent. 86 Prozent der Manager beklagen eine hohe Arbeitsverdichtung, 76 Prozent leiden unter Zeitdruck und 75 Prozent müssen aufgrund von Change-Projekten Überstunden machen. Dabei empfinden 50 Prozent Unsicherheit durch fehlende Orientierung, 49 Prozent beklagen mangelnde Einflussmöglichkeiten und 40 Prozent fühlen sich einfach nur frustriert. Die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte sieht hier auch keine absehbare Besserung - sie fürchtet, dass der Druck beibehalten wird.
Führungskräfte sind völlig überfordert, WiWo 30.6.17

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