Buddhistischer Lifestyle in der Leistungsgesellschaft 
Freitag, 28. Juli 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
In einem neuen Report zur "Generation Global" nimmt das Zukunftsinstitut unter die Lupe, wie im Zuge der Globalisierung im Westen sich eine immer stärkere Affinität zum Buddhismus zeigt. Dabei geht es nicht um Religion, sondern um Lifestyle. "Der Buddhismus erfährt eine Globalisierung – als individuelle spirituelle Erfahrung, als gemeinschaftsbildendes Ritual und als religionsübergreifende Weltanschauung darüber, wie Leben und Wirtschaften in Zukunft aussehen kann", heißt es im Report. Und dabei gehe es nicht nur um esoterische Selbstverwirklichung: "Die buddhistische Lehre hat eine globale popkulturelle Wirkung entfaltet und dringt mittlerweile bis in die internationale Wirtschaft vor." Mit den spirituellen Perspektiven und kulturellen Aspekten buddhistischer Länder hat das westliche Interesse allerdings kaum etwas gemein. "Der Buddhismus verbreitet sich global also nicht als Religionsform, sondern als Weltanschauung und spirituelle Lebensphilosophie, die sich problemlos in andere religiös geprägte Weltbilder integrieren lässt. Vor allem für die westlichen Länder wird der Buddhismus mit den extrahierten Grundgedanken von Achtsamkeit und Gelassenheit zum gedanklichen Stellvertreter der Vision eines achtsameren Lebens und Wirtschaftens – als positives Gegenbild zur leistungs- und steigerungsorientierten Optimierungsgesellschaft."
Global Culture: Buddhismus, zukunftsinstitut.de

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Gehalt - eigentlich zu wenig, aber doch irgendwie o.k. 
Mittwoch, 26. Juli 2017 - Studien, Arbeit
Die Erfahrung vieler Arbeitnehmer - man verdient eigentlich nicht schlecht, doch es könnte mehr sein. Ein Grund für starke Unzufriedenheit scheint das indes nicht zu sein, wie eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY unter 1.400 deutschen Angestellten zeigt. 56 Prozent der Befragten empfinden sich als unterbezahlt. 43 Prozent finden, ihr Gehalt ist gerecht. Und sogar ein Prozent gibt zu, eigentlich zu viel zu verdienen. Insgesamt gaben 76 Prozent an, dass die Gehaltslandschaft in Deutschland ungerecht sei. Gleichzeitig finden aber 71 Prozent, dass es im eigenen Unternehmen "absolut" oder "überwiegend" fair zugeht bei der Bezahlung. Mehr als 80 Prozent fühlen sich so auch ihrem Arbeitgeber loyal verbunden, ein Drittel sogar sehr. Der Wunsch, besser Karriere zu machen, ist in den vergangenen zwei Jahren abgeebbt. Wünschten sich das zuvor noch 58 Prozent der Männer, sind es heute nur noch 38 Prozent. Bei den Frauen sanken die Karriereambitionen von 49 auf 31 Prozent.
Jeder Zweite fühlt sich unterbezahlt, FAZ 16.7.17

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Superproduktiv im Home Office? 
Dienstag, 25. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Morgens nicht im Stau stehen, kein nerviges Mithören der Telefonate von Kollegen, flexible Mittagspause - die Vorteile der Arbeit im Home Office erscheinen aus Sicht von Arbeitnehmern verlockend. Für Unternehmen sind sie es auch. Nicholas Bloom von der Stanford Graduate School of Business hat mit einer neuen Studien wieder mal harte Fakten geliefert, warum sich das Arbeiten von zu Hause aus für Arbeitgeber lohnt. Untersucht wurde, wie sich das Home Office auf die Mitarbeiter von Chinas größtem Reisebüro mit 20.000 Mitarbeitern auswirkt. Dabei zeigte sich: Die Heimarbeiter waren um 13 Prozent produktiver als ihre Kollegen im Büro. Zudem verbesserte sich die Stimmungslage der Heimarbeiter um 50 Prozent. Bloom führt die Produktivitätssteigerungen darauf zurück, dass die Heimarbeiter wirklich ihren vollen Arbeitstag arbeiteten, statt aufgrund von Staus zu spät zu kommen, in der Kaffeeküche zu plaudern oder durch ihre Kollegen gestört zu werden. Man könnte auch sagen: Im Vergleich zu den üblichen Büro-Arbeitsbedingungen verdichten sich schlicht die Arbeitsprozesse. Die kleinen Plauschs zwischen Tür und Angel, die eine soziale Dimension haben und auch die so wichtigen Pausen im Arbeitsalltag mit sich bringen, entfallen zum Beispiel schlicht. Rechnerisch mag das Home Office also viele Vorteile haben. Die Frage ist, ob die gute Stimmung anhält, wenn man Monat für Monat allein stumpf vor sich hin werkelt.
Work from home people earn more, quit less, and are happier than their office-bound counterparts, qz.com 12.7.17

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Grundeinkommen: Das Schlimmste verhindern 
Montag, 24. Juli 2017 - Bewusstsein, Arbeit
In wirtschaftlichen und politischen Diskussionen klingt immer wieder an, welche drastischen Veränderungen der Arbeitswelt uns durch die Digitalisierung bevorstehen. Wir ahnen, dass sich hier etwas zusammenbraut, dessen Ausmaße wir uns nicht wirklich vorstellen können. Und wir gehen in Deckung. "Wir haben kein utopisches Potenzial mehr. Wir glauben nicht, dass wir die Gesellschaft von uns aus nennenswert verändern können. Wir haben einen Angststillstand", so der Philosoph Richard David Precht in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger. Für ihn liegt eine Möglichkeit, das Schlimmste in diesem bahnbrechenden Wandlungsprozess zu verhindern, darin, durch die Einführung eines Grundeinkommens eine neue Fluidität zwischen Erwerbstätigkeit und anderen Lebensformen zu ermöglichen. "Es gibt einen enormen Produktivitätsfortschritt durch die Digitalisierung, und viele Nebenkosten fallen weg. Die spannende Frage ist, wie speisen wir das so in den Kreislauf ein, dass alle Menschen vernünftig leben können. Das ist eine Verteilungsfrage. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der das Wechselverhältnis, mal berufstätig zu sein und mal nicht, gesellschaftlich völlig akzeptiert ist und für jeden, der gerade nicht arbeitet, auch die Chance besteht, wieder reinkommen zu können und nicht generell abgehängt zu sein", so Precht.
"Ich will das Grundeinkommen, um das Schlimmste zu verhindern", KSTA 10.6.17

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Lieber Freizeit statt mehr Geld 
Mittwoch, 19. Juli 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit
Studien zeigen immer wieder, dass eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern gerne mehr Freizeit hätte und dabei auch auf finanzielle Vorteile verzichten würde. Eine Umfrage der Deutschen Bahn unter den rund 128.000 in Deutschland tariflich Beschäftigen zeigt nun ein ähnliches Bild. Die Belegschaft konnte wählen, ob sie eine Gehaltserhöhung wünscht, sechs Tage mehr Urlaub pro Jahr oder eine verkürzte Wochenarbeitszeit. 56 Prozent entschieden sich für den zusätzlichen Urlaub, eine kleine Minderheit für die Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Der große Rest bevorzugte die Gehaltserhöhung - dies waren vor allem ältere Beschäftige, die zum Teil damit spekulieren, es sich so leisten zu können, früher in Rente zu gehen. Die große Resonanz auf die Option, ab 2018 weniger zu arbeiten, erklärt sich die Bahn mit den hohen Belastungen, denen die Belegschaft bereits ausgesetzt sei.
Nicht mal Geld ist den Bahnern so wichtig wie Urlaub, Welt online 11.7.17

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Offline-Rechte verbindlich regeln 
Dienstag, 18. Juli 2017 - Psychologie, Arbeit, Management
Nach Feierabend noch schnell mal ein paar berufliche E-Mails beantworten oder eine wichtige Anfrage vom Chef am Handy entgegennehmen - das gehört für eine Mehrheit der Berufstätigen längst zum Alltag. Und viele leiden darunter, weil der Job immer unberechenbarer das Privatleben okkupiert. Das gängige Arbeitsrecht bietet das wenig Schutz - zwar definiert es, dass Arbeitnehmer nach Feierabend nicht erreichbar sein müssen und regelt die ihnen gesetzlich zustehenden Ruhezeiten. Doch in der täglichen Praxis wird rund um die Uhr gemailt, telefoniert oder mit Whatsapp-Nachrichten gedrängelt, was das Zeug hält. Viele Arbeitnehmer trauen sich nicht, auf ihre Rechte zu pochen, aus Angst, dass darüber die eigene Karriere den Bach hinunter geht. Gregor Thüsing, Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit an der Universität Bonn, fordert deshalb, dass Unternehmen die Frage der Erreichbarkeit mit ihren Mitarbeitern verbindlich regeln müssten. "Es geht darum, zu erarbeiten, welche geringfügigen Störungen der Freizeit wir hinnehmen wollen, was also zulässig sein kann und was eben eine Zumutung ist. Es müssen Hürden her, damit man einen Ausgleich zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen schafft", so seine Ansicht. Ihm geht es nicht darum, einfach neue Verbote zu schaffen. Wichtiger ist ihm, eine öffentliche Diskussion darüber anzustoßen, wer wann und warum nach Feierabend gestört werden sollte - und wann dies besser unterbleibt. Das nehme den Druck vom Einzelnen, der so immer wieder selbst entscheiden müsse, wie er mit der impliziten Praxis der ständigen Erreichbarkeit umgehe.
"Ein Recht auf Offline!", Zeit online 8.7.17

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Flache Hierarchien sind gut für Innovationen 
Donnerstag, 13. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Bürokratie kann viele gute Ideen im Keim ersticken. So zeigt eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Kienbaum zusammen mit der Jobbörse StepStone, dass der Innovationsgrad von Unternehmen größer ist, je flacher die internen Hierarchien sind. Für die Studie wurden 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt. 61 Prozent der Firmen, die mit geringen Hierarchien organisiert sind, sind in den Augen ihrer Mitarbeiter besonders gut darin, neue Ideen zu entwickeln. Dagegen wird nur jedes dritte Unternehmen, das stark hierarchisch organisiert ist, von den Beschäftigen als innovativ angesehen. 74 Prozent der befragten Fachkräfte und 68 Prozent der Führungskräfte gaben an, in einem (zum Teil stark) hierarchisch geprägten Unternehmen zu arbeiten. 18 Prozent der Fachkräfte arbeiten in dem Gefühl, dass Verbesserungsvorschläge in der eigenen Firma nicht wirklich willkommen sind.
Je flacher die Hierarchien, desto innovativer das Unternehmen, WiWo 3.7.17

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Change scheitert oft an Überforderung 
Dienstag, 11. Juli 2017 - Studien, Arbeit, Management
Eine hohe Quote des Scheiterns bei Change-Projekten hat sich in der Wirtschaft längst als Normalfall eingebürgert. Die Unternehmensberatung Mutaree ging nun in einer Befragung von 156 Führungskräften und 111 Fachkräften verschiedener Branchen den Ursachen nach. Das Fazit der Untersuchung: Alle am Change Beteiligten sind zumeist hoffnungslos überfordert. Veränderungsprozesse lassen die Arbeitsbelastung von Mitarbeitern der Erhebung zufolge um etwa 20 Prozent steigen, die der Führungskräfte sogar um 30 bis 50 Prozent. 86 Prozent der Manager beklagen eine hohe Arbeitsverdichtung, 76 Prozent leiden unter Zeitdruck und 75 Prozent müssen aufgrund von Change-Projekten Überstunden machen. Dabei empfinden 50 Prozent Unsicherheit durch fehlende Orientierung, 49 Prozent beklagen mangelnde Einflussmöglichkeiten und 40 Prozent fühlen sich einfach nur frustriert. Die Hälfte der befragten Fach- und Führungskräfte sieht hier auch keine absehbare Besserung - sie fürchtet, dass der Druck beibehalten wird.
Führungskräfte sind völlig überfordert, WiWo 30.6.17

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