Buddhistischer Lifestyle in der Leistungsgesellschaft 
Freitag, 28. Juli 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
In einem neuen Report zur "Generation Global" nimmt das Zukunftsinstitut unter die Lupe, wie im Zuge der Globalisierung im Westen sich eine immer stärkere Affinität zum Buddhismus zeigt. Dabei geht es nicht um Religion, sondern um Lifestyle. "Der Buddhismus erfährt eine Globalisierung – als individuelle spirituelle Erfahrung, als gemeinschaftsbildendes Ritual und als religionsübergreifende Weltanschauung darüber, wie Leben und Wirtschaften in Zukunft aussehen kann", heißt es im Report. Und dabei gehe es nicht nur um esoterische Selbstverwirklichung: "Die buddhistische Lehre hat eine globale popkulturelle Wirkung entfaltet und dringt mittlerweile bis in die internationale Wirtschaft vor." Mit den spirituellen Perspektiven und kulturellen Aspekten buddhistischer Länder hat das westliche Interesse allerdings kaum etwas gemein. "Der Buddhismus verbreitet sich global also nicht als Religionsform, sondern als Weltanschauung und spirituelle Lebensphilosophie, die sich problemlos in andere religiös geprägte Weltbilder integrieren lässt. Vor allem für die westlichen Länder wird der Buddhismus mit den extrahierten Grundgedanken von Achtsamkeit und Gelassenheit zum gedanklichen Stellvertreter der Vision eines achtsameren Lebens und Wirtschaftens – als positives Gegenbild zur leistungs- und steigerungsorientierten Optimierungsgesellschaft."
Global Culture: Buddhismus, zukunftsinstitut.de

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Agilität ist eine Haltung, kein Tool 
Donnerstag, 27. Juli 2017 - Bewusstsein, Management
Die Zukunft der Führung ist agil - das suggerieren zumindest unzählige Fachartikel, die über die neuen Agilitätsmethoden und -instrumente berichten. In einem Beitrag für das Manager Magazin nimmt Andreas Seitz, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Be in touch in Köln, den Agilitäts-Hype nun aufs Korn. "Wirkliche Agilität braucht mehr als nur die Ankündigung ihrer selbst - vor allem die radikale Bereitschaft von Menschen mit Führungsverantwortung selbst agil zu werden. Und Zeit sich auf einen Prozess einzulassen, statt sich hastig selbst den Agilitätsstempel aufzudrücken. Wer diesen Bewusstseinswandel wirklich hinbekommt, kann auf pseudoinnovative Begrifflichkeiten locker verzichten", so Seitz. Für ihn hat Agilität viel zu tun mit der Veränderung von Haltungen, aus denen sich dann im Arbeitsalltag die gewünschte Schnelligkeit und Flexibilität ergibt: "Wahre Agile ist vor allem eins: Der Wunsch nach einer lebendigen, pulsierenden Zusammenarbeit, die uns zu Schnellbooten macht statt zu trägen Tankern. Aber: An den Grundvoraussetzungen, die Unternehmen zu dauerhaft überlebensfähigen Organismen machen, kommen wir nicht vorbei. Das bedeutet zum Beispiel, eigene Machtansprüche zu überwinden und im Interesse der Allgemeinheit zu handeln. Andere in Entscheidungen einzubeziehen, statt par ordre du mufti zu regieren. Sinn zu stiften, wo Tätigkeiten sinnlos wirken oder das große Ganze nicht verstanden wird. Fremde Perspektiven zu nutzen, wenn sie zielführend sind - selbst wenn sie vom Praktikanten kommen." Methoden wie Scrum oder Design Thinking könnten in solchen Umgebungen einen wichtigen Beitrag leisten, aber eben nicht als Selbstzweck, der schon irgendwie alles richtet.
Stoppt den Agilitätswahn! Manager Magazin 16.7.17

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Grundeinkommen: Das Schlimmste verhindern 
Montag, 24. Juli 2017 - Bewusstsein, Arbeit
In wirtschaftlichen und politischen Diskussionen klingt immer wieder an, welche drastischen Veränderungen der Arbeitswelt uns durch die Digitalisierung bevorstehen. Wir ahnen, dass sich hier etwas zusammenbraut, dessen Ausmaße wir uns nicht wirklich vorstellen können. Und wir gehen in Deckung. "Wir haben kein utopisches Potenzial mehr. Wir glauben nicht, dass wir die Gesellschaft von uns aus nennenswert verändern können. Wir haben einen Angststillstand", so der Philosoph Richard David Precht in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger. Für ihn liegt eine Möglichkeit, das Schlimmste in diesem bahnbrechenden Wandlungsprozess zu verhindern, darin, durch die Einführung eines Grundeinkommens eine neue Fluidität zwischen Erwerbstätigkeit und anderen Lebensformen zu ermöglichen. "Es gibt einen enormen Produktivitätsfortschritt durch die Digitalisierung, und viele Nebenkosten fallen weg. Die spannende Frage ist, wie speisen wir das so in den Kreislauf ein, dass alle Menschen vernünftig leben können. Das ist eine Verteilungsfrage. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der das Wechselverhältnis, mal berufstätig zu sein und mal nicht, gesellschaftlich völlig akzeptiert ist und für jeden, der gerade nicht arbeitet, auch die Chance besteht, wieder reinkommen zu können und nicht generell abgehängt zu sein", so Precht.
"Ich will das Grundeinkommen, um das Schlimmste zu verhindern", KSTA 10.6.17

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Neue Ausgabe von evolve zum Thema "Mensch & Maschine" 
Donnerstag, 20. Juli 2017 - Bewusstsein, Medien
Digitalisierung wird im Business vor allem unter pragmatisch-funktionalistischen Gesichtspunkten diskutiert. Das große Schlagwort heißt dann "Industrie 4.0" und eine vordergründige Frage ist, wie man es schafft, dass Mitarbeiter sich möglichst reibungslos an den digitalen Wandel in Unternehmen anpassen. Mit der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur, die heute erscheint, gehen wir bewusst einen ganz anderen Weg. Unter dem Titel "Mensch & Maschine - Big Data und die Zukunft der Menschlichkeit" fragen wir danach, was die Digitalisierung mit unserem Bewusstsein und damit einhergehend mit unserem Menschsein macht. Sind wir vielleicht, wie manche Transhumanisten glauben, nur biologische Algorithmen? Oder liegt in unserem Dasein etwas Einzigartiges, dessen wir uns noch viel stärker bewusst werden sollten, um es nicht nur zu bewahren, sondern aus uns selbst heraus weiterzuentwickeln? So kontrovers das Thema, so unterschiedlich sind auch die Beiträge in dieser Ausgabe. In einem spannenden Dialog bringen beispielsweise Stefan Lorenz Sorgner, Deutschland wichtigster Transhumanist, und der Tiefenökologe Geseko von Lüpke, zwei auf den ersten Blick unvereinbare Perspektiven ins Gespräch. Weitere Beiträge widmen sich der Frage, wo die zentralen Unterschiede zwischen Mensch und Maschine liegen, beleuchten die politische und gesellschaftliche Dimension des technologischen Wandels und zeigen, welche Rolle die spirituelle Sphäre des Menschseins unter den Vorzeichen der Digitalisierung spielt. Ich selbst habe in meinem Artikel einmal einen Blick darauf geworfen, wie die neuen Audio-Technologien der Binauralen Beats, die vorgeben, auch Meditationsanfängern tiefe meditative Erfahrungen zu ermöglichen, sich im Einsatz bewähren und ob sie nicht womöglich auch unser Bewusstsein auf ganz eigene Weise okkupieren. Diese Ausgabe von evolve ist im besten Sinne herausfordernd, denn sie stellt Fragen, die wir nur allzu gerne vermeiden. Und sie gibt Impulse, wie wir unsere digitale Zukunft gestalten können, ohne dabei das, was uns als Menschen auszeichnet, aufs Spiel zu setzen.

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Achtsamkeits-Hürde bei Männern 
Montag, 17. Juli 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Unzählige Studien belegen, dass Achtsamkeit das Wohlbefinden erhöht. Doch die meisten Untersuchungen werfen keinen Blick darauf, ob diese positiven Wirkungen bei verschiedenen Zielgruppen möglicherweise unterschiedlich ausfallen. Willoughby Britton von der Brown University warf nun einen genaueren Blick darauf, ob das Meditieren für Frauen und Männer vielleicht einen Unterschied macht. Die Ergebnisse ihrer Studie stimmen nachdenklich. An der Untersuchung waren 41 männliche und 36 weibliche Studierende beteiligt, die an der Universität einen 12-wöchigen Achtsamkeitskurs absolvierten. Insgesamt meditierten die Beteiligten so durchschnittlich mehr als 40 Stunden. Die Wissenschaftler maßen die Stimmung ihrer Probanden vor Beginn des Kurses und danach. Dabei zeigte sich, dass die Stimmung der Frauen sich in den drei Monaten deutlich verbessert hatte, die der Männer hingegen war etwas schlechter geworden. Erste Vermutungen der Forscher gehen davon aus, dass dieser überraschende Unterschied daran liegt, dass Frauen und Männer unterschiedlich mit Stress umgehen. Frauen neigen eher zum Grübeln, so dass das mit dem Meditieren verbundene innere Loslassen einen Wohltat sein kann. Männer hingegen seien es gewohnt, dem Stress innerlich auszuweichen und sich abzulenken. So könnte es sein, dass die Konfrontation mit ihrem Innenleben, die sich beim Meditieren einstellt, erst einmal zu einer Verschlechterung ihres Befindens führens, schlicht weil sie es nicht gewohnt sind, sich mit dieser Dimension auseinanderzusetzen. Inwiefern diese Zusammenhänge so zutreffen, müssen allerdings erst weitere Studien eruieren. Doch ist es spannend zu sehen, wie nach einer langen Phase der einhelligen Euphorie nun ein Differenzierungsprozess in der Meditationsforschung einzusetzen scheint.
Mindfulness meditation helps women but not men, first study suggests, The Telegraph 20.4.17


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Achtsamkeit im Business rechnet sich 
Freitag, 7. Juli 2017 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Der Achtsamkeits-Trend im Business hat längst in den großen Konzernen Fuß gefasst. Zu den Vorreitern gehört auch SAP. Peter Bostelmann, Director of SAP Global Mindfulness Practice, begann in den USA und inzwischen auch in Deutschland ein firmeninternes Achtsamkeitsprogramm aufzubauen, das die bei Google entwickelten Methoden "Search Inside Yourself" nutzt. 4.500 der 75.000 SAP-Mitarbeiter haben bereits an Kursen teilgenommen, 5.500 Kandidaten stehen auf der Warteliste. Für SAP lohnt sich das Engagement augenscheinlich. Eine interne Studie zeigt laut Bostelmann, dass die in Mindfulness geschulten Mitarbeiter seltener krank sind, engagierter, fokussierter und kreativer arbeiten und besser mit ihren Chefs zurechtkommen. "Die Rendite liegt bei 200 Prozent", so Bostelmann gegenüber der SZ. In seiner Arbeit wird er von 24 Trainern und 50 Botschaftern im Unternehmen unterstützt. Und längst fragen ihn auch Konzerne wie Thyssen-Krupp, Siemens und die Deutsche Telekom um Rat. Fünf der 30 Dax-Unternehmen haben ihn bereits angesprochen.
Ausatmen, SZ 27.6.17

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wie sich Persönlichkeit verändert 
Dienstag, 13. Juni 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Charakterzüge betrachten wir gemeinhin als etwas sehr persönliches. Und gleichzeitig folgt diese Persönlichkeit auch immer den größeren Strömen von Kultur und Zeit. Eine Studie, für die die Daten von 420.000 Wehrpflichtigen aus Finnland ausgewertet wurde, zeigt, dass sich Charaktermerkmale in den letzten Jahrzehnten sukzessive verändert haben. Die Verhaltensforscher der Universität Helsinki kommen zu dem Schluss, dass sich vor allem positive Züge verstärkt haben, unter anderem solche, die dem beruflichen Erfolg dienen. In dem Vergleich, der die Jahre 1962 bis 1976 umfasst, sind die durchschnittlichen Werte für Selbstsicherheit, Bedächtigkeit und Geselligkeit gestiegen. Diese Entwicklung deckt sich mit Erkenntnissen im Hinblick auf die Intelligenz-Entwicklung. Hier zeigt sich der so genannte Flynn-Effekt - mit jeder Generation wächst der Intelligenzquotient um 5 bis 25 Punkte. Auch wenn nicht klar ist, welchen detaillierten gesellschaftlichen Entwicklungen diese Veränderungen geschuldet sind, eine Entwicklung zum Besseren scheinen sie zu belegen.
Immer mehr dufte Typen unter uns, SZ 7.6.17


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Aus Trägheit das Glück verpasst 
Dienstag, 6. Juni 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Was macht uns wirklich glücklich? Die meisten Menschen haben durchaus eine Vorstellung davon, welches die Glücksbringer im Leben sind. Das entspannte Abhängen auf der Couch gehört eher nicht dazu. Dinge, die uns etwas Anstrengung abverlangen, hingegen schon. Eine amerikanische Studie mit 300 Probanden zeigt, dass vielen bewusst ist, dass es Aktivitäten sind, die uns herausfordern, Einsatz verlangen und kontinuierliches Engagement, die unsere Lebensfreude steigern. Die Untersuchungsteilnehmer sollten aus einer Liste mit 36 Aktivitäten, darunter Meditation, anderen Menschen zu helfen, im Internet surfen oder Nichtstun, diejenigen bewerten, die am ehesten glücklich machen. Dabei zeigte sich, dass in ihren Augen die eher passiven Beschäftigungen weniger Glücksmomente bescheren. Befragt, womit sie ihre Freizeit verbringen, gaben sie indes an, sich eher mit anstrengungslosen Zeitvertreiben zu beschäftigen. Die Forscher deuten die Ergebnisse so, dass viele einfach nicht den ersten Schritt hin zur glücklich machenden Aktivität schaffen und so letztlich ihr eigenes Glück schmälern.
Zu faul fürs Glück? Psychologie heute 19.5.17

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter