Der Wille zu wirklicher Veränderung 
Dienstag, 19. März 2013 - Management
Das neue Buch von Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, von manchen als feministisches Manifest betrachtet, von anderen eher als Backlash für die Sache der Frauen, wirft grundsätzliche Fragen in Sachen Führungskultur auf. In einer Buchvorstellung stellt das Handelsblatt wichtige Argumente der Top-Managerin zusammen, darunter Altbekanntes wie die Tatsache, dass es häufig die Frauen selbst seien, die in Deckung gingen, wenn es darum gehe, Verantwortung zu übernehmen und Macht zu nutzen. Sandbergs Appell: "Es ist längst überfällig, mehr Frauen zu ermutigen, das Mögliche zu erträumen und mehr Menschen zu ermutigen, Frauen in der Arbeitswelt und zu Hause zu unterstützen.“ Gerade der Begriff des Möglichen könnte hier vielleicht einen Ausweg aus der üblichen Entweder-Oder-Debatte weisen, denn ein Punkt, warum Frauen in den heutigen Karrieresystemen den Gang bis an die Spitze scheuen, liegt ja darin, dass sie schlicht die Art des Spiels und die damit verbundenen Regeln vielfach ablehnen. Sandbergs Vorpreschen einfach dahingehend zu interpretieren, dass Frauen schlicht das Gleiche tun sollten wie Männer, greift zu kurz - auch wenn Sandberg selbst bei Facebook im Zweifel auch eine konventionelle Management-Rolle bekleidet. Aber was wäre, wenn Frauen ihre Vision vom Möglichen wirklich ernst nähmen? Wenn sie anträten, um das komplette Spiel zu verändern? Es wird Zeit zu erkennen, dass Wirtschaft nur so ist, wie sie ist, weil wir sie dazu gemacht haben. Aber wir könnten auch anders - jederzeit!
Frauen, fahrt die Ellenbogen aus! HB 11.3.13


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Funktionelle Dummheit und Narzissmus nähren die Krise 
Dienstag, 12. März 2013 - Management
Das Manager Magazin geht in einem Artikel der Frage nach, welche Wechselwirkungen zwischen der globalen Krise und den Unternehmenskulturen bestehen. So gehen die Professoren Andre Spicer (Cass Business School der City University London) und Mats Alvesson (Lund University) von einer weit verbreiteten Kultur "funktioneller Dummheit" aus, die darauf beruhe, dass vor allem hochkarätige Mitarbeiter ausschließlich zu einem funktionellen Handeln im Sinne ihres Unternehmens angehalten würden und nicht dazu, die Dinge, die sie tun, auch zu hinterfragen. Eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers zur Analyse von Wirtschaftskriminalität sieht im Typus des narzisstischen, egozentrierten oder frustrierten "Visionärs" eine große Gefahrenquelle. Diese erfolgsorientierten, selbstbewussten Menschen mit hoher Intelligenz und sehr guter Bildung neigten dazu, sich über Regeln und Gesetze hinwegzusetzen, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Ein wunder Punkt bei der zunehmenden Bemühung um Compliance ist laut Artikel die Tatsache, dass immer mehr Firmen zwar entsprechende Richtlinien erarbeiten und den Mitarbeitern als verbindlich vorhalten, aber letztlich die Unternehmenskultur immer noch auf den alten Werten, die zur Krise geführt haben, beruhe, nämlich möglichst viel für das eigene Unternehmen am Markt herauszuschlagen.
Krisengrund: Dumm und dümmer, Manager Magazin 27.2.13


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Motivation hat einen sozialen Kontext 
Montag, 4. Februar 2013 - Management
Boni, Gehaltserhöhung, mehr Freiräume - was sind die wirklichen Motivationsanker für Arbeitende? Der Motivationsforscher Lutz von Rosenstiel erklärt in einem Interview auf Spiegel online, wie kontextabhängig die Wirkung von Anreizen ist. Wo ein höheres Gehalt vor allem für diejenigen, die nicht so viel verdienen, ein Motivationsfaktor sein kann, sehnen sich Vielverdiener vielleicht eher nach Freiräumen. Während manche Menschen dem Sinngehalt ihrer Arbeit den höchsten Stellenwert beimessen, können in Ländern wie China schon zwei bis drei Prozent mehr Lohn für Arbeitnehmer ein Grund sein, den Arbeitgeber zu wechseln. Anreize wie Diensthandy, Dienstwagen oder vergleichbare Vergünstigungen bewirken laut von Rosenstiel zwar kurzzeitig eine Motivationssteigerung, werden aber im Alltag schnell zur Selbstverständlichkeit (und fallen dann nicht mehr als Anreiz ins Gewicht). Umgekehrt können undurchschaubare Rahmenbedingungen, nach denen diese Goodies vergeben werden, den Rest der Belegschaft sogar demotivieren. Auch interner Wettbewerb ist ein zweifelhafter Versuch, die Motivation zu fördern. Den Einzelnen kann er zwar zu Höchstleistungen anstacheln, doch befeuert er auch Konkurrenzverhalten, was dann durch die Hintertür dem Gesamtergebnis in Unternehmen wieder schaden kann. Letztlich kommt es laut von Rosenstiel vor allem darauf an, dass Chefs die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter kennen, um sinnvolle Motivationsanreize zu setzen - und auch darauf, immer die Wirkung einzelner Maßnahmen im Gesamtkontext des Unternehmens abzuschätzen.
"Gift für die Motivation", Spiegel online 25.1.13


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Die Machtfalle - hemmungslos und wenig emphatisch 
Dienstag, 22. Januar 2013 - Management
In einem Interview mit der SZ erklärt die Organisationspsychologin Myriam Bechtoldt, welche Kollateralschäden unreflektierte Macht nach sich ziehen kann. "Die Forschung zeigt, dass Führungskräfte eigentlich eher positiv bewertete Persönlichkeitsmerkmale aufweisen: Sie sind extrovertiert, gewissenhaft, offen für neue Ideen und emotional stabil. Aber die Forschung zeigt auch, dass Personen ihr Verhalten ändern, wenn sie sich mächtig fühlen. Es ist oft weniger die Persönlichkeit als die Situation, die das Verhalten bestimmt. Sobald Menschen über Macht verfügen, werden sie viel impulsiver und denken viel weniger über ihr Handeln nach", so Bechtoldt. Das führe dazu, dass Menschen in Machtpositionen an das Verhalten Anderer höhere Maßstäbe anlegen als an ihr eigenes, eher Risiken eingehen und sich weniger Gedanken darüber machen, wie ihr Verhalten bei anderen Menschen ankommt. Wissenschaftliche Versuche hätten beispielsweise bestätigt, dass Menschen in machtvolleren Positionen weniger Anteil am Leid anderer nehmen, also weniger emphatisch reagieren, so die Psychologin.
Was Macht aus Menschen macht, SZ 6.1.13


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GLS Bank gewinnt Nachhaltigkeitspreis 
Freitag, 11. Januar 2013 - Management
Die GLS Bank wurde Ende 2012 mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. An dem Wettbewerb, der seit 2008 von der Initiative der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, Wirtschaftsvereinigungen, kommunalen Spitzenverbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen vergeben wird, beteiligten sich im vergangenen Jahr 670 Firmen. Die GLS gehört bereits seit ihrer Gründung vor knapp 40 Jahren zu den Vorreitern im nachhaltigen Banking, und seit Beginn der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erfährt das Finanzinstitut eine besonders starke Kundennachfrage. „In unserem unternehmerischen Handeln steht der Sinn stets vor dem Gewinn. Dieses Verständnis spiegelt sich in der Beratung unserer Mitglieder und Kunden, unserer Mitarbeiterpolitik sowie der Zusammenarbeit mit externen Anspruchsgruppen wider“, so Vorstandssprecher Thomas Jorberg.
Pressemitteilung der GLS


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Vorstoß für nachhaltigeres Wirtschaften 
Dienstag, 11. Dezember 2012 - Management
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat als Dialogangebot an die Wirtschaft zehn Eckpunkte zur Diskussion gestellt, die dabei helfen sollen, dass die deutsche Wirtschaft sich noch konsequenter mit der Nachhaltigkeitsthematik auseinandersetzt. So wünscht sich der Rat, dass künftig mehr Unternehmen eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung einführen und den Deutschen Nachhaltigkeitskodex anwenden. An die Politik ergeht die Aufforderung, die Fiskalpolitik stärker an Nachhaltigkeitskriterien zu orientieren und die Energiewende durch einen multisektoralen Ansatz zu forcieren. Die zehn formulierten Eckpunkte sollen zunächst eine Diskussion auf breiter Basis initiieren. Die Ergebnisse sollen dann von internationalen Experten bewertet und bis Ende 2013 in Form eines Peer Review veröffentlicht werden.
Nachhaltigkeitsrat fordert von Politik und Unternehmen größere Fortschritte beim nachhaltigen Wirtschaften, Nachhaltigkeitsrat 21.11.12


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Firmen wollen die Welt verändern 
Dienstag, 4. Dezember 2012 - Management
Im Rahmen des Summit of Newthinking in Berlin wurde die neue Initiative „Change-the-World Company“ vorgestellt. Unter der Überschrift “Open Business” präsentierten Katrin Faensen, the-virus.org, und Thomas Eisinger, Level 8, die Initiative, welche auf dem Amsterdamer Manifesto of Change basiert. Dieses wurde am 17. September 2011 von mehr als 500 Unternehmern aus aller Welt im Beisein von Kofi Annan und Muhammed Yunus unterzeichnet. Mit der Zeichnung des Wertekanons verpflichteten sich die Unternehmer, allesamt Mitglieder der Entrepreneurs Organization (EO), “Business” auf eine neue Art zu betreiben. Zu den zentralen Werten gehören: Leidenschaft, Integrität, Respekt, Balance, Authentizität, Leadership, Freude, Vertrauen, Großzügigkeit, Mut, Ehrbarkeit, Transparenz und Empathie. Um der Initiative zu mehr Power, Reichweite, Resonanz und Wirksamkeit zu verhelfen, wird nun ein Open Source Projekt gestartet. Das Ziel: kollaborativ Kriterien für „Change-the-World Companies“ zu entwickeln, die Sinn machen, den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel fördern und allen Beteiligten „Purpose, Potential and Power“ vermitteln. Aus diesen kann ein Qualitätssiegel entstehen, das nicht käuflich ist und neutral allen Unternehme(r)n zur Verfügung steht, die die crowdgesourcten Kriterien erfüllen.
Change the World Company


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Manager zwischen Angst und innerer Balance 
Montag, 3. Dezember 2012 - Management
In einem spannenden Video-Interview auf innovativ.in spricht der PR-Berater, Management-Coach und Zen-Lehrer Paul J. Kohtes über die Ängste von Managern, die Frage, warum das Streben nach einer Karriere zu einer Droge werden kann, und zeigt Wege auf, wie Führungskräfte ihre Ängste nicht nur bewusst wahrnehmen, sondern auch konstruktiv mit ihnen umgehen können. Letztlich geht es um mehr Selbstbestimmung und damit Freiheit, darum, bei allen Herausforderungen, die das Arbeitsleben mit sich bringt, die eigene Identität nicht aus dem Auge zu verlieren, sondern sie bewusst zu gestalten. Das zweiteilige Interview ist mit 50 Minuten sehr lang, aber das Anhören lohnt sich!
Interview Paul J. Kohtes, innovativ.in 26.11.12


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