Kann Corona uns zeigen, was Lebendigkeit ist? 
Montag, 25. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Die Corona-Pandemie kommt uns vor allem in Form von Beschränkungen entgegen. Unser Alltag, so wie wir ihn bisher kannten, ist auf einmal in der bisherigen Form nicht mehr lebbar. Diese Situation erfahren wir meist vor allem als einen Verlust. Der Biologe und Philosoph Andreas Weber richtet allerdings den Blick auch darauf, was sich durch die gegenwärtige Situation vielleicht öffnen könnte - in unserer Wahrnehmung wie auch in unserer Beziehung zum Leben und seiner Lebendigkeit. "In der Corona-Pandemie begreifen wir, dass die Welt eine Allmende ist, die wir alle gemeinsam hervorbringen. Wir teilen unsere Leben miteinander. Menschen schränken ihre Kontakte ein und nehmen Entbehrungen in Kauf, um die Gemeinschaft zu schützen. Gegenseitigkeit – Fürsorge für die anderen – ist die Erfahrung, dass ich zu anderen in einer Beziehung des Teilens und des Teilhabens stehe, und dass letztlich dadurch die Gemeinschaft des Lebendigen intakt gehalten wird. Erst wenn wir verstehen, dass der Prozess, durch den wir am Leben teilhaben, also unser individueller Stoffwechsel mit der belebten Erde, eine Gemeinschaft ernährt, die wir mit anderen Wesen teilen, können wir davon loskommen, andere - menschliche und nicht-menschliche Wesen – als Objekte zu behandeln, mit denen wir allein unter der Maßgabe der Effizienz umgehen", sagt Weber. Seit unser gesellschaftliches Leben langsam wieder hochfährt, weckt das natürlich das Bedürfnis, möglichst schnell wieder zurück zu den alten Gewohnheiten zu kommen. Aber vielleicht können wir auch innehalten, tiefer spüren und wahrnehmen, was diese Gemeinschaftlichkeit, die Weber hier anspricht, für uns in Zukunft bedeuten könnte. Lebendige Beziehungen in einer lebendigen Welt können sich jenseits von Vereinnahmung oder Konsum entfalten. Sie sind eine Einladung, gelebt zu werden. Und wir fangen gerade erst an, eine Ahnung davon zu bekommen, wie wir sie gestalten könnten.
Leben stiften in pandemischen Zeiten, Heinrich Böll Stiftung 11.5.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Warum Führungskräfte bedingungslos lieben sollten 
Mittwoch, 20. Mai 2020 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Mit dem Achtsamkeits-Trend sind nicht nur populäre Verflachungen von Meditation verbunden. Die neue Offenheit in Unternehmen gegenüber der Bewusstseinsdimension fördert auch immer Programm zutage, die auf Tiefe setzen. Der Mediziner Ramaswami Balasubramaniam verbindet in seinen Trainings für Führungskräfte Spiritualität und Neurowissenschaft, ganz ohne Bypass. Einer seiner Tipps für Führungskräfte: "Üben Sie, bedingungslos zu lieben. Heutzutage ist alles eine Transaktion. Können wir eine oder zwei Stunden die Woche damit verbringen, anderen einen Dienst zu erweisen, ohne etwas zu erwarten - nicht mal Anerkennung? Emotionale Gesundheit bedeutet, Mitgefühl mit sich und anderen zu lernen." Meditation und Yoga sind für ihn selbstverständlicher Teil seiner Schulungen, aber er macht auch die Erfahrung, dass Führungskräfte viele konkrete Hilfestellungen brauchen, um sich in der Tiefe weiterzuentwickeln. "Sehr oft fehlt es den Personen an Vertrauen in ihre eigenen Kompetenzen. Gleichzeitig könne sie ihre Inkompetenzen nicht akzeptieren. Es herrscht eine große Angst vorm Scheitern. Ich versuche ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, sich selbst anzunehmen. Ihnen zu versichern: Es ist okay zu scheitern, es ist okay verletzbar zu sein. Die beste Art mit Unsicherheit umzugehen ist, sie anzunehmen. Wenn ich eingestehe, was ich nicht weiß, öffne ich mich neuen Möglichkeiten. Das bedeutet auch, zu erkennen: Ich muss nicht für jedes Problem eine Lösung haben. Es gibt mir die Freiheit, die eigentliche Ursache zu finden. Ich kann dann andere mobilisieren, die helfen könnten", so Balasubramaniam.
Erleuchtete Spitze, spiegel.de 6.5.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Überschaubare Lebensziele 
Montag, 18. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Was wir im Leben erreichen möchten, empfinden wir wohl für gewöhnlich als zutiefst persönliche Angelegenheit. Die Wissenschaft zeigt uns jedoch, dass unsere Ziele alles andere als individuell sind. In einer amerikanischen Studie legten die Wissenschaftler einer Gruppe von 1.000 Proband*innen eine Liste mit gut 1.000 Begriffen vor, die sie einem Lexikon entnommen hatten, und baten die Teilnehmenden zu bewerten, wie sehr die unterschiedlichen Aspekte für sie ein Ziel darstellen. Die folgende statistische Analyse zeigte schließlich, dass sich die als wesentlich erachteten Aspekte in lediglich vier größere Lebensthemen gliedern. Da gibt es Menschen, denen es vor allem wichtig ist, wichtig zu sein. Sie sehnen sich nach Macht, Wohlstand, Erfolg oder Popularität. Dann gibt es jene, für die Verbundenheit zentral ist - sie setzen vor allem auf Menschlichkeit, Empathie und soziale Aspekte. Für wieder andere ist besonders wichtig, Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Sie waren erkennbar an jenen Aspekten, die sie bewusst zu vermeiden suchen in ihrem Leben wie Ärger, Stress, Ablehnung oder Isolation. Die vierte Gruppe schließlich fühlte sich vor allem verpflichtet, Hergebrachtes zu bewahren, also Traditionen zu pflegen, Pflichtgefühl zu haben oder auch Unverfälschtheit wertzuschätzen. Welchen diesen übergeordneten Lebenszielen wir uns zuwenden, hängt natürlich mit unserer Persönlichkeit zusammen. Die aber scheint, was Diversität angeht, durchaus überschaubar zu sein.
Wo es uns hinzieht, Psychologie heute 8.5.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Mental fit mit Mindshine 
Freitag, 15. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Das Feintuning des eigenen Selbst hat Hochkonjunktur und immer mehr Meditations-Apps versprechen hier Abhilfe. Mit Mindshine gibt es ein neues Tool, das es nicht bei Achtsamkeit & Co. belässt, sondern komplexere Trainingsprogramme für Geist und Seele anbietet. Die Kurse zu Stressbewältigung, Energiesteigerung oder Dankbarkeit kombinieren Atemübungen, Lerneinheiten und psychologische Tipps, um ein ganzheitliches Erlebnis zu ermöglichen. Gut an dem Ansatz ist sicherlich, dass die einzelnen Trainingseinheiten die Übenden über mehrere Wochen begleiten, so dass sich hier tiefere Lerneffekte einstellen können.
Mindshine: Mentale Fitness mit 10 Minuten täglich versprochen, Macwelt 29.4.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Achtsamkeit kommt der Unvoreingenommenheit zugute 
Donnerstag, 14. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Meditation wirkt befreiend, diese Erfahrung machen viele Menschen, die beginnen, sich mit Achtsamkeit zu beschäftigen. Und eine neue Studie gibt ihnen recht. Wissenschaftler untersuchten, ob Achtsamkeit im Hinblick auf die Deutung sozialer Situationen einen Unterschied macht. Den Probanden wurden Situationsbeschreibungen vorgelesen, die im Hinblick auf die Intention der Handelnden mehrdeutig waren, beispielsweise: In der Bahn schnappt ihnen jemand den letzten Sitzplatz weg. War das böswillige Absicht oder nur Unaufmerksamkeit? Eine Probandengruppe sollte sich beim Hören der Statements schlicht auf den Moment fokussieren und die eigenen Gedanken ziehen lassen. Eine andere Gruppe wurde angehalten, sich in das Szenario zu vertiefen. Die dritte Gruppe erhielt keine Anweisungen. Diejenigen, die die eigenen Gedanken loslassen sollten, bewerteten die Absichten der Handelnden deutlich neutraler als jene, die sich in die Situation tiefer einfühlten. Die gedankliche Beschäftigung scheint dazu zu führen, leichter anderen eine schlechte Absicht zu unterstellen.
Je achtsamer, desto weniger feindselig, Psychologie heute 3.4.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Corona stresst und macht depressiv 
Mittwoch, 13. Mai 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Erste Studien sind bereits dabei, die psychosozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu untersuchen und kommen zu nicht sonderlich überraschenden Erkenntnissen. Die Universität Basel etwa fand in einer Befragung, an der rund 10.000 Schweizer*innen teilnahmen, heraus, dass die Hälfte der Antwortenden sich durch die veränderten Lebensbedingungen deutlich gestresster fühlt als in der Vor-Corona-Zeit. Gründe sind die großen Veränderungen bei Arbeit und Beruf, das eingeschränkte Sozialleben und bei vielen auch die Herausforderungen der Kinderbetreuung. 57 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen depressive Symptome verstärkt hätten. Gleichzeitig habe sich die Häufigkeit schwerer depressiver Symptome von 3,4 Prozent vor dem Lockdown auf 9,1 Prozent erhöht. Ein Viertel der Befragten hingegen berichtete, dass der Stress im eigenen Leben durch das Zurückfahren des gesellschaftlichen Lebens abgenommen habe. Die Wissenschaftler identifizierten auch Handlungsstrategien, die der Stressspirale entgegenwirken. Sportliche Betätigungen wie Joggen oder Spazierengehen oder die Zuwendung zu Hobbies oder neuen Projekten können hilfreich sein.
Jeder Zweite fühlt sich im Corona-Lockdown gestresster, Deutsches Gesundheitsportal 4.5.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Corona trotzen und sich selbst und die Wirtschaft retten 
Dienstag, 12. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Meditation hat in Corona-Zeiten Hochkonjunktur. Ein bisschen zur Ruhe kommen bei all dem Chaos und vielleicht noch Inspirationen tanken für das gerade marode Business? Der Podcast "Make it Mindful" geht in zwei Folgen im Dialog mit dem Zen-Lehrer Paul Kohtes den Fragen nach, wie wir uns in Krisenzeiten selbst retten können und wie wir die Wirtschaft retten können. Einfach mal zurücklehnen, zuhören und den Ideen erlauben, aus mehr innerer Tiefe aufzusteigen ...
Make it Mindful Podcasts 8.5.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Genügend Schlaf braucht einen guten Plan 
Montag, 11. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Jeder weiß es, und doch halten sich die wenigsten dran - genügend Schlaf ist das, was uns wirklich fit hält. In Zeiten von Corona, wo übliche Alltagsrhythmen vielfach durchbrochen sind, fällt es vielen noch schwerer, die Erholung in der Nacht nicht zu kurz kommen zu lassen. Eine amerikanische Studie zeigt nun, wie sich der innere Schweinehund am besten überwinden lässt. Die Wissenschaftler testeten mit 300 Proband*innen die besten Strategien. Dabei zeigte sich - wer seine Absicht sehr konkret fasst und auch Pläne entwickelt, um die eigenen Ausweichmanöver zu überlisten, ist am Erfolgreichsten. So hielten sich am ehesten die Probanden an ihre angestrebte Schlafenszeit, die zuvor reflektierten, was sie sonst davon abhält, ihren eigentlichen Plan in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus entwickelten sie eine gezielte Strategie, um in solchen Moment nicht doch von ihren Gewohnheiten eingeholt zu werden. Die Teilnehmenden der Studie, die nach dieser Methode vorgingen, bekamen im Schnitt gut eine halbe Stunde mehr Schlaf als diejenigen, die Übungen zum positiven Denken absolviert hatten oder einfach Tipps für eine bessere Schlafhygiene erhielten. Es zeigte sich allerdings auch: Die angestrebte Schlafenszeit hielten auch die erfolgreichsten Proband*innen nicht wirklich ein, sondern sie schliefen eine Stunde weniger als erhofft. Aber mit der beschriebenen Methode könnte man sich ja auch dieser Diskrepanz weiter annehmen.
Ich will noch nicht ins Bett!, Psychologie heute 3.4.20

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter