Tiefere Beziehung zur Arbeit entscheidet über Stress 
Freitag, 27. Juli 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
In Anbetracht einer Flut von Stress-Studien und zunehmender psychischer Erkrankungen stellen immer mehr Experten die Frage, ob es nicht besser wäre, Arbeitszeiten zu verkürzen. Andere Studien weisen indes darauf hin, dass es oft gar nicht die Menge der Arbeitsstunden ist, die Angestellte in die Knie zwingt, sondern die tiefere Beziehung, die sie zu ihrer Arbeit haben. Eine kanadisch-amerikanische Studie, die die Befindlichkeit von mehr als 700 Arbeitenden untersuchte, beispielsweise kommt zu dem Schluss, dass es jenen im Job am Schlechtesten geht, die ihn eigentlich gar nicht mögen. Betrachtet wurden für die Studie gesundheitliche Faktoren, die geleistete Arbeitszeit sowie die innere Beziehung, die Menschen zu dem, was sie tun, haben. Wer sich gefühlsmäßig im Job nicht wohl fühlt, profitiert demnach auch nicht davon, wenn er seine Arbeitszeit reduziert. Umgekehrt stemmen jene, die das, was sie machen, lieben, auch ein hohes Arbeitspensum ohne psychische oder körperliche Einbußen.
Stress ist Ansichtssache, WiWo 11.7.18

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Management bedeutet für viele dauernde Meetings 
Montag, 23. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Von Führungskräften erwartet man Überblick, strategische Fähigkeiten und die Neigung, Dinge anzustoßen. Doch wie gestaltet sich das im Führungsalltag. Eine amerikanische Studie, für die 26 Top-Manager, darunter immerhin zwei Frauen, ihre Tagesabläufe protokollierten, zeigt - Führung ist vor allem ein Quasselclub. "Im Schnitt kam jeder Unternehmenslenker in der Studie auf 37 Meetings pro Woche. Anders ausgedrückt: Er verbrachte 72 Prozent seiner Arbeitszeit in Konferenzen. Und jedes dritte Meeting, an dem der CEO teilnahm, dauerte mehr als eine Stunde", schreibt die Wirtschaftswoche. Man kann natürlich sagen, ja, der menschliche Kontakt, der in Meetings möglich ist, ist wichtig, um zu führen. Aber wer regelmäßig an Meetings teilnimmt, weiß auch aus leidvoller Erfahrung, dass die wertvolle Zeit von Führungskräften hier nicht immer gut eingesetzt ist. Laut Studie entfielen weitere 24 Prozent der kostbaren Führungszeit auf das Beantworten von E-Mails und anderen elektronischen Nachrichten. Man braucht kein Rechengenie zu sein, um zu sehen, dass dann noch genau 4 (!) Prozent Zeit für andere Tätigkeiten übrig bleiben. Wo bleibt da die Zeit zum Nachdenken, Reflektieren, Pläne schmieden?
CEOs verbringen drei Viertel ihrer Zeit mit Meetings, WiWo 9.7.18

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Ist Leerlauf zwangsläufig Zeitverschwendung? 
Donnerstag, 19. Juli 2018 - Bewusstsein, Studien, Arbeit, Management
Eine Studie im Harvard Business Manager lässt wieder einmal interessante Blicke auf typisches Management-Denken zu. Der Erhebung zufolge haben 78 Prozent der Angestellten in qualifizierten Berufen mindestens einmal pro Woche bei der Arbeit Phasen des Leerlaufs. Bei 22 Prozent ist dies sogar täglich der Fall. "Für Manager ist das ein Problem, nicht nur weil sie ihre Mitarbeiter zeitweilig fürs Nichtstun bezahlen. Denn um Leerlauf zu vermeiden, arbeiten diese langsamer, als sie könnten", so die Einschätzung im HBM-Beitrag. Dahinter steht die Idee, dass Arbeiten heute anscheinend bedeutet, bis zur letzten Minute durchgetaktet zu sein. Der Artikel rät Führungskräften (ohne ins Detail zu gehen), entsprechende Normen zu setzen, wie in solchen Zeiten des Unbeschäftigtseins zu verfahren sei. Vielleicht sind solche Moment ja mehr als nur eine willkommene Atempause? Wenn ich Leerlauf habe, freue ich mich, mal wieder ein wenig Zeit zu finden, fachliche Infos zu recherchieren. Oder ich gönne mir einen Espresso und eine kleine Pause - und danach nur noch frischer wieder ans Werk zu gehen. Oder ich lasse die Gedanken schweifen und mir kommt die eine oder andere neue Idee ... Es ist erstaunlich, welche Gestalten das Denken an "Produktivität nach Vorschrift" heute schon angenommen hat. Freiräume bedeuten meiner Erfahrung nach auch Raum für Kreativität - die lässt sich nicht auf Knopfdruck machen. Sie entsteht vor allem dann, wenn unser Geist gerade mal nicht bis zum Anschlag belegt ist und irgendwelchen Aufgaben nachhechelt.
Was tun, wenn es grad nichts zu tun gibt? HBM Juli 2018

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Großraumbüros untergraben persönliche Kommunikation 
Dienstag, 17. Juli 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Im Großraumbüro sind die Wege kurz, was der Kommunikation zwischen den Mitarbeitern eigentlich zugute kommen sollte. So zumindest das Denken vieler Unternehmen. Eine Harvard-Studie bringt nun das Gegenteil ans Licht. Untersucht wurde das Verhalten von Mitarbeitern in zwei Unternehmen, die ihre Strukturen von Kleinbüros auf Großraum umgestellt hatten. In der Betrachtung der Kommunikation in den zwei Wochen vor und nach der Umstellung wurde deutlich: Sobald die Mitarbeiter im Großraumbüro arbeiteten, reduzierten sich ihre persönlichen Gespräche um 70 Prozent. Dafür nahm die Nutzung elektronischer Kommunikation via E-Mail oder Messenger um 20 bis 50 Prozent zu. Die persönliche Gesprächszeit fiel von 5,8 Stunden pro Tag auf 1,7 Stunden. Dafür wurden 56 Prozent mehr E-Mails und 67 Prozent mehr elektronische Sofortnachrichten verschickt, die zudem länger wurden als vor dem Umzug. Die Wissenschaftler deuten diese Verhaltensänderungen damit, dass Menschen in Großraumbüros neue Wege suchen, um ein bisschen Privatheit zu haben. Das sich Einigeln und unpersönliche Kommunizieren scheint hier dann eine der wenigen Rückzugsmöglichkeiten zu sein.
Großraumbüros lassen Mitarbeiter verstummen, spiegel.de 10.7.18

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Arbeitsleben verschleißt viele vor der Zeit 
Montag, 16. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse stimmt nachdenklich. Bereits jeder zweite Versicherte scheidet heute bereits vor Erreichen des offiziellen Rentenalters aus dem Erwerbsleben aus. Jedes siebte Ausscheiden ist dabei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder einer Schwerbehinderung geschuldet. Besonders betroffen sind, das wundert kaum, Menschen, die in körperlich anstrengenden Berufen arbeiten. Aber weitere Zahlen deuten an, dass es auch immer mehr Menschen gibt, die einfach den frühestmöglichen Ausstieg aus dem Berufsleben wählen, weil sie womöglich schlicht "genug" davon haben. Ein Drittel jener, die früher in Rente gehen, hat zwar genügend Berufsjahre zusammen, nimmt aber bewusst Abschläge in Kauf, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Die Techniker Krankenkasse warnt, dass es wenig bringe, das Renteneintrittsalter immer weiter heraufzusetzen, wenn die Beschäftigten dennoch früher ausscheiden.
Mehr als jeder Zweite geht zu früh in Rente, WiWo 4.7.18

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Wenig Entwicklungschancen bremsen Elan von Arbeitnehmern 
Donnerstag, 12. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Lust auf Leistung ist ein Thema, das Unternehmen immer wieder beschäftigt, denn wenn Mitarbeiter nur Dienst nach Vorschrift machen, lässt sich wenig bewegen. Was aber sind die Faktoren, die diesem Elan dienen? Im "Talent Monitor" des Analysehauses CEB, now Gartner zeigt sich, dass gegenwärtig nur 12,6 Prozent der der deutschen Arbeitnehmer über das erwartete Maß hinaus Einsatzbereitschaft zeigen, ein Rückgang um vier Prozentpunkte, so dass Deutschland hier engagementmäßig nun unter dem weltweiten Durchschnitt von 15,2 Prozent liegt. Die Treue gegenüber dem Arbeitgeber ist noch vergleichsweise hoch - 35,9 Prozent der Angestellten wollen bei ihrer Firma bleiben (weltweiter Durchschnitt 32,4 Prozent). Allerdings war diese Verbundenheit bei der letzten Erhebung noch bei 40,5 Prozent der Befragten gegeben. Ein Grund für das bröckelnde Engagement könnte sein, dass nur 27,4 Prozent der Beschäftigten mit ihren persönlichen Entwicklungsperspektiven am Arbeitsplatz zufrieden sind. 46,2 Prozent schätzen die Stabilität in ihren Unternehmen, doch scheint diese nicht als Motivationskraft zu wirken.
Der Elan deutscher Arbeitnehmer sinkt, Manager Magazin 3.7.18

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Deutschland bei Einkommensgerechtigkeit recht gut 
Mittwoch, 11. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Wie gerecht Einkommen sind, ist eine Frage, die nicht nur Mitarbeiter immer wieder beschäftigt, sondern auch zentral ist für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine neue deutsch-amerikanische Untersuchung hat nun anhand neuester Theorien zur Einkommensgerechtigkeit diese Frage beleuchtet. Sie brachten die Auswirkungen unterschiedlicher Startbedingungen im Berufsleben (Bildungsabschluss und Berufe der Eltern, Migration) sowie Armut zusammen und beleuchteten, inwieweit diese Faktoren in verschiedenen Ländern einer gerechten Einkommensverteilung im Wege stehen. In einigen europäischen Ländern herrscht vergleichsweise Gerechtigkeit. So sind in den Niederlanden lediglich 7 Prozent der Einkommensungleichheit auf Unfairness in diesen Bereichen zurückzuführen, in Finnland 9,3 Prozent, in Frankreich 9,7 Prozent, in Großbritannien 11,3 Prozent und in Deutschland 11,6 Prozent. In Ländern wie Griechenland, Spanien, Litauen, Rumänien und Italien sind es deutlich schlechter aus - hier ist ein Viertel bis ein Drittel der Einkommensungleichheit unfairen Rahmenbedingungen geschuldet.
Mehr Fairness für Deutschland, welt.de 3.7.18

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Mehrarbeit summiert sich bei Chefs auf Jahre 
Montag, 9. Juli 2018 - Studien, Arbeit, Management
Vor allem in gehobenen Positionen gehören Überstunden meist dazu. Für die Chefs können die sich im Laufe eines Berufslebens ganz schön summieren. Eine Analyse von 226.452 Daten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch die Hamburger Vergütungsanalysten von Compensation Partner zeigt: Führungskräfte leisten im Laufe ihrer Karriere 15.430 Stunden Mehrarbeit - was in etwa zwei Jahren entspricht. Fachkräfte kommen mit 6562 Überstunden besser weg. Jeder dritte Beschäftigte arbeitet bis zu fünf Stunden in der Woche über das vertraglich geschuldete Maß hinaus. Bei 13 Prozent sind es zwischen sechs und zehn Überstunden pro Woche. Ein minimaler Teil, 0,03 Prozent der Beschäftigten, schuften sogar mehr als 30 Stunden mehr, als ihre Normalarbeitszeit es vorsieht.
Chefs häufen zwei Jahre an Überstunden an, WiWo 26.6.18

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