Drei Workshops zu integraler Theorie und Praxis in Berlin 
Freitag, 21. September 2007 - Veranstaltungen
Das ISBerlin bietet von Oktober bis Dezember 2007 eine dreiteilige Workshop-Reihe zur integralen Theorie und Praxis von Ken Wilber an, die sich für Einsteiger anbietet, die nach einem weitreichenden Überblick über die Ansätze des amerikanischen Philosophen suchen. Auf der Agenda der jeweils dreitägigen Workshops stehen das AQAL-Framework als integrale Basis sowie integrale Spiritualität und integrale Lebenspraxis. Für die Buchung aller drei Veranstaltungen gibt es einen Rabatt.
Integrale Seminare ISBerlin

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Weniger geht! Führungskräfte in Teilzeit 
Donnerstag, 20. September 2007 - Management
Eine Studie der Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff zeigt: immer mehr Führungskräfte wünschen sich, ihre verantwortungsvollen Aufgaben in Teilzeit erledigen zu können. Zwar sank der Anteil der Männer, die ihre Arbeitszeit gerne reduzieren würden, von 1998 bis 2003 von 29 auf 23 Prozent (wofür nicht zuletzt der größere Gruppen- und Selbstdarstellungsdruck unter männlichen Führungskräften verantwortlich gemacht wird), der Anteil bei den Frauen hingegen stieg von 39 auf 45 Prozent. Die Motivation der Geschlechter für die Reduzierung der Arbeitszeit ist dabei sehr geschlechtstypisch: Während bei den Frauen als Gründe vor allem mehr Zeit für Familie und Hausarbeit im Vordergrund stehen, kreisen auch bei immerhin 42 Prozent der Männer die Gedanken um Hausarbeit, aber satte 75 Prozent wollen die gewonnene Zeit hauptsächlich für persönliche Interessen wie Reisen, Wellness, Sport, aber auch Weiterbildung nutzen. Dass Teilzeit in den oberen Führungsetagen längst kein totales Tabu mehr ist, zeigt die Wirtschaftswoche mit einem Beitrag, in dem sie fünf Führungsfrauen, u.a. von Bahlsen, IBM und McKinsey vorstellt, die - alle aus familiären Gründen - ihre Arbeitszeit reduzierten. Die Konzentration auf Frauen liegt dabei in der Natur des gegenwärtigen Entwicklungsstandes: Immerhin elf Prozent der Führungskräfte in Deutschland arbeiten bereits in Teilzeit - 14 Prozent der weiblichen Chefs, aber nur zwei Prozent der männlichen. Der Beitrag zeigt deutlich: Wenn funktionierende Arrangements getroffen werden, ist die Abwesenheit der Chefinnen kein Problem. Wirtschaftswissenschaftlerin Désirée Ladwig von der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität weist beispielsweise darauf hin, dass Führungskräfte ohnehin rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit in Gremien oder auf Reisen verbringen und diese Abwesenheit das Tagesgeschäft nicht negativ tangiere. Da Teilzeit-Chef mehr delegieren und informieren müssen, hat die Reduktion der Arbeitszeit nebenbei auch positive Folgen, denn Mitarbeiter können selbstständiger arbeiten und der Wissenstransfer im Unternehmen wächst. Bei allen positiven Randbedingungen zeigt sich jedoch auch, dass vor allem die Frauen die beim Management im Job gesparte Zeit im Familienmanagement reinvestieren - von mehr Privatleben im ganz persönlichen Sinn und mehr Freiheiten also nicht wirklich die Rede sein kann.

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Im HR-Management hat menscheln wenig Chancen 
Mittwoch, 19. September 2007 - Studien
Das neue Barometer 2007 zum Thema Human Ressources Management von Capgemini Consulting lässt viel Raum für Ernüchterung. Wer bisher glaubte, HR-Arbeit diene nicht zuletzt dazu, die menschlichen Ressourcen möglichst menschenfreundlich zu nutzen, wird von den HR-Experten eines Besseren belehrt. Die nüchterne Bestandsaufnahme der Consultants: "Die HR-Administration ist inzwischen lediglich noch eine Routine, die, selbst wenn der „Gegenstand“ die Mitarbeiter sind, völlig emotionslos nach ökonomischen Prinzipien betrieben werden kann. ... Die Personalentwicklung mag vielleicht ursprünglich dem Gedanken eines Mehrwertes für die Mitarbeiter entsprungen sein. Inzwischen wird jedoch – wenig emotional und Business Case-basiert – nach dem Mehrwert von Entwicklungsmaßnahmen für das Unternehmen selbst gefragt. Die Frage lautet nicht mehr: 'Was ist schön für unsere Mitarbeiter?', sondern: 'Welche Kompetenzen brauchen wir in den Märkten von morgen?'" Dieser "neue Realismus" ist zwar unternehmerisch durchaus verständlich, die damit verbundene Funktionalisierung des HR-Managements dürfte jedoch längerfristig die Entfaltungsmöglichkeiten von Mitarbeitern weiter einschränken.
HR-Barometer 2007

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Integrale Theorie und Politk - neue Ausgabe von "integral informiert" 
Dienstag, 18. September 2007 - Medien
In der September-Ausgabe des kostenpflichtigen Online-Journals "integral informiert" stellt die Redaktion Zusammenhänge zwischen integraler Theorie und Politik her. Das Heft beinhaltet eine Einführung in integrale Politik von Colin Bigelow, einen Beitrag über das Thema Austauschbeziehungen und Unterdrückung, Artikel zu Themen wie Demokratie und Weltföderation sowie zu Terrorismus. Online ist eine kostenlose Leseprobe verfügbar, die eine Kurzzusammenfassung der politischen Ansätze in Wilbers Werken bietet.
September-Ausgabe "integral informiert"

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Kirche zeichnet menschenfreundliche Arbeitgeber aus 
Montag, 17. September 2007 - Success Stories
Die Evangelischen Kirchen Deutschland zeichnen seit 1999 mit ihrem Qualitätssiegel ArbeitPlus Arbeitgeber aus, die sich in besonderer Weise bemühen, Arbeit menschenfreundlicher zu gestalten. In dem kostenpflichtigen Zertifizierungsverfahren, für das sich die Firmen selbst bewerben können, werden verschiedene Bewertungskritierien auf Basis eines wissenschafltichen Gutachtens des unabhängigen Instituts für Wirtschafts- und Sozialethik der Universität Marburg geprüft und bewertet. Zu den Kriterien gehören Lebenschancen (z.B. Arbeitsplatzsicherheit), Beteiligungschancen (Weiterbildung, Gesundheitsmanagement, Umgang mit Beschäftigungsrisiken), Entfaltungsmöglichkeiten (Familienförderung, flexible Arbeitszeitmodelle) und Sozialkultur (Führungskultur, materielle Mitarbeiterbeteiligung, Corporate Citizenship). Das Siegel ArbeitPlus 2007 erhielten die Deutsche Kreditbank AG, die DEVK Versicherungen, die Ethicon GmbH, die Flughafen München GmbH, die Fraport AG, MCM Klosterfrau, die Stahlwerk Thüringen GmbH und die Start Zeitarbeit NRW GmbH. Somit wurden nur acht der zwölf in diesem Jahr beteiligten Firmen zertifiziert. Für die vier nicht ausgezeichneten bedeutet das Benchmarking die Chance, ihre Schwächen bis zur nächsten Runde zu kompensieren.
Initiative ArbeitPlus

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Wirtschaftliche Entwicklung im Spiegel der Literatur 
Freitag, 14. September 2007 - Arbeit
Wie sich wirtschaftliche Entwicklungen in der Literatur widerspiegeln können, zeigte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in ihrer letzten Ausgabe. In einem Interview mit Autor Martin Walser beschreibt dieser, wie für ihn Geld schlicht Mittel zum Zweck ist, nämlich dem, ihm den Raum zum Schreiben zu verschaffen - eine Perspektive der Unabhängigkeit, die aus Walser Sicht auch heute nichts an Wichtigkeit eingebüßt hat. Walser als aufmerksamer Beobachter der wirtschaftlichen Dynamik der letzten Jahrzehnte äußert sich kritisch über die marktwirtschaftlichen Entwicklungen. Seine Ansicht: "Das hächste Ziel der menschlichen Existenz bleibt Unabhängigkeit. Daran würde ich jede Gesellschaft messen." In seinen Romanen beschreibt er, wie kleine Menschen nach dem großen Glück oder wenigstens nach ein wenig wirtschaftlicher Freiheit streben und widmet sich auch deren Innenleben, beispielsweise wenn der Fahrer Xaver Zürn im Roman "Seelenarbeit" sich seiner Abhängigkeiten von seinem Arbeitgeber bewusst wird, die sein Selbstbewusstsein erheblich tangieren. Die Figuren in Walsers Romanen lesen sich wie eine Entwicklungsgeschichte des Arbeitsmarktes. Im Roman "Das Schwanenhaus" von 1980 veranschaulicht er anhand des Immobilienmaklers Gottlieb Zürn den gewachsenen Wohlstand des Landes und das Geschäft mit Lebensträumen. 2001 widmet sich Walser mit "Der Lebenslauf der Liebe" dem Spekulanten, der hofft, durch gewagte Geschäfte sein Schicksal ins Grandiose zu steigern und dabei körperlich und ökonomisch ruiniert zurück bleibt. In dem 2006 erschienenen Roman "Angstblüte" kommt Walser noch einmal deutlich auf den Zusammenhang zwischen Geld und Freiheit zurück, denn hier wird Geld zur einzigen Möglichkeit, um so etwas wie Freiheit zu empfinden: Man muss es haben und vermehren. Der Roman vollzieht den Wandel vom Kleinbürger zum Chef, der Geldvermehrung als Kunstform betreibt. Nüchtern betrachtet sind Walsers Figuren ein nüchterner Spiegel gesellschaftlich-wirtschaftlicher Entwicklungen und invidivueller Träume. Eine Vision davon, wie Wirtschaft auch anders sein könnte, entwickelt er indes nicht. Der inzwischen 80-Jährige sieht heute viele seiner früheren, teils sehr kapitalismuskritischen Anmerkungen eher zurückhaltend und deutlich milder und richtet seine Kritik eher gegen den Staat: "Der Staat nimmt den Arbeitenden das Geld einfach weg. Das ist unmöglich. Was den Kapitalismus angeht, möchte ich mir den Mund zunähen, wenn ich mir heute anschaue, was ich da geschrieben und gesagt habe." Altersweisheit oder Resignation? Auf jeden Fall viele Ansatzpunkte, um selbst die Gedanken schweifen zu lassen.
"Reichtum macht unabhängig. Aber auch hässlich", FAS 9.9.2007

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Creative Work - Ideen für eine neue Arbeitswelt 
Donnerstag, 13. September 2007 - Arbeit
Heute ein wenig "Werbung" in eigener Sache: Das anthroposophische Magazin info3 widmet seine September-Ausgabe dem Thema Ideenwirtschaft. In einem Beitrag zum Thema “Creative Work” beleuchte ich darin die Chancen und Möglichkeiten einer neuen Arbeitswelt, die mehr Kreativität und Selbstentfaltung verspricht, aber auch neue Herausforderungen mit sich bringt. In dem Beitrag kommen Matthias Horx und Imke Keicher zu Wort, die ihre Studie "Creative Work" vorstellen, und der Anthroposoph und Gründer der Drogeriemarktkette dm Götz Werner erklärt, warum es für den Menschen wichtig ist, sich in seiner Arbeit schöpferisch verwirklichen zu können. “Der Gedanke, dass Arbeit künftig nicht mehr der puren Notwendigkeit entspringt, sondern sich quasi spielerisch entfaltet, ist sicherlich für einige Arbeitende eine Vision, die sie nur allzu gerne in die Tat umsetzen würden, für andere hingegen mag er noch eher verwegen klingen. Das Zukunftsinstitut zeigt mit seiner Studie, dass in der Arbeitswelt wesentlich mehr ‘drin’ ist, als wir gegenwärtig daraus machen. Doch um die noch ungenutzten Potenziale zu verwirklichen, müssen wir auch Freiheit wagen”, so ein Zitat aus dem Artikel. Die Redaktion von info3 hat mir freundlicherweise erlaubt, den Artikel als kostenlosen PDF-Download hier bereitzustellen. Weitere Themen des Specials Ideenwirtschaft in info3: Ein Portrait der Firma Voelkel, die mit ihren hochwertigen Bio-Säften ehrliche Qualität liefern möchte und als Familienunternehmen schon in der vierten Generation erfolgreich am Markt ist, sowie ein Interview mit Peter Blom von der niederländischen Triodos-Bank, die bereits 1980 gegründet wurde und mit ihren grün-ethischen Geldanlagen nun auch in Deutschland präsent ist. Interessierte haben die Möglichkeit, die September-Ausgabe von info3 im Rahmen eines kostenlosen Probeabos, das drei Ausgaben umfasst, zu bestellen.

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Wandel von unten erweist sich als sehr nachhaltig 
Mittwoch, 12. September 2007 - Success Stories
Nachhaltiger Wandel nimmt häufig nicht von den Großkonzernen seinen Ausgang, sondern manifestiert sich besonders nachdrücklich in kleineren Unternehmen oder Initiativen. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung portraitierte beispielsweise in ihrer Ausgabe vom 9. September 2007 die EWS Elektrizitätswerke Schönau, denen es nicht nur gelang,das 2.500-Seelen-Städtchen Schönau im Schwarzwald vom Atomstrom unabhängig zu machen, sondern die inzwischen im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes ihre Kundenzahl bereits auf mehr als 56.000 gesteigert haben und damit sehr profitabel operieren. Der Impuls zur Gründung des Ökostromanbieters ging seinerzeit von einer Bürgerinitiative aus, die sich nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl gründete und unter dem Schock der möglichen Gefahren von Atomenergie nach neuen Wegen der Stromversorgung suchte. Den Anfang des heute mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro erfolgreichen Unternehmens markierte die Eigeninitiative der Schönauer Bürger, die nach zähem Ringen das Stromnetz ihres Ortes kauften, um es für Strom, der durch Solaranlagen, Wasserkraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gewonnen wird. Das Beispiel zeigt, dass auch Initiativen, die im Kleinen beginnen, am Markt schließlich etwas bewegen können. In diesem Jahr konnten die Schönauer Elektrizitätswerke bereits mehr als 20.000 neue Kunden mehr gegenüber dem Vorjahr gewinnen - Tendenz steigend.
Elektrizitätswerke Schönau

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