Immer mehr Fachkräfte auf der Flucht 
Freitag, 20. Juni 2008 - Studien
Die Unzufriedenheit vieler Fach- und Führungskräfte mit ihren Arbeitsbedingungen führt zu einer steigenden Fluktuationsbereitschaft. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung zeigt: Zwei Drittel der Arbeitnehmer mit anspruchsvollen Beschäftigungen erwägen, in den kommenden zwei Jahren ihren Arbeitgeber zu wechseln - weil sie sich wachsendem Leistungsdruck ausgesetzt sehen oder Tätigkeiten ausüben, die ihren Ansprüchen nicht gerecht werden. Nur 37 Prozent der 1.650 befragten Fach- und Führungskräfte wollen versuchen, bei ihrem jetzigen Arbeitgeber eine bessere Position zu finden. Vor allem größere Unternehmen schneiden laut Aussagen der Forscher bei den Angestellten schlechter ab.
"Sieben von zehn Fachkräften wollen Arbeitgeber wechseln", WiWo 12.6.2008


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Integratives Qualitätsbewusstsein führt zum Erfolg 
Donnerstag, 19. Juni 2008 - Success Stories
Das Bio-Seehotel Zeulenroda zeigt, wie geschicktes Management ein Unternehmen, dessen Rahmenbedingungen nicht die besten sind, zum Erfolg führen kann. Im Thüringer Vogtland gelegen, verfügt das Hotel zwar über eine landschaftlich reizvolle Lage, doch spielt sich der Tourismus-Boom anderenorts ab. Dennoch gelang es Geschäftsführer Stephan Bode, das Bio-Seehotel zu einem Shootingstar zu machen. Zum zweiten Mal in Folge erhielt das Hotel gerade den 1. Platz beim Grand Prix der "Ausgewählten Tagungshotels zum Wohlfühlen". Sein Geheimnis: Integratives Qualitätsbewusstsein (IQB). Diese Perspektive setzt sich die Schaffung besonderer Qualität zum Ziel und berücksichtigt dabei die Potenziale aller Führungskräfte und Mitarbeiter und setzt auf Wertschätzung im Umgang miteinander. Es geht um die Entwicklung eines Bewusstseins für das große Ganze. Neben diesen menschlichen Werten setzt das Hotel auf Bio-Kost und schadstofffreie Naturmaterialien. Im vergangenen Jahr wurde das Hotel für diesen integrativen Ansatz auch mit dem internationalen "Spirit at Work Award" ausgezeichnet.
"Bio-Seehotel Zeulenroda mit IQB zum Erfolg geführt", CSR-News 12.6.2008


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30 Prozent der Deutschen identifizieren sich mit Lohas 
Mittwoch, 18. Juni 2008 - Studien
Der Begriff Lohas (Lifestyles of Health and Sustainability) geistert seit rund zwei Jahren durch die Medien. Gemeint sind damit Konsumstile, die sich vor allem an ökologischen, ethischen und gesundheitlichen Aspekten orientieren. Eine Grundlagenstudie von AC Nielsen in Zusammenarbeit mit dem Lohas-Blog KarmaKonsum zeigt nun, dass in Deutschland rund 30 Prozent der Bevölkerung diesen Lebensstil bereits pflegen. AC Nielsen befragte für die Studie 15.000 haushaltsführende Personen aus dem Nielsen Haushaltspanel. Wichtige Faktoren, von denen die neue Konsumentenschicht überzeugt sind, sind Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung, gesunde Ernährung, Hedonismus, Innovationen und Trends. Der Erhebung zufolge zählen 15,4 Prozent der Konsumenten zu den "reifen Lohas", 12,9 Prozent zu den "Community Lohas". Die "reifen Lohas" zeichnen sich laut Nielsen durch einen besonders starken Technikglauben aus, wollen Ressourcen schonen und haben einen starken Anreiz zu gesunder Ernährung. Im Vergleich zu den "Community Lohas" sind sie die ältere Zielgruppe. Die "Community Lohas" wiederum werden durch ein besonders hohes Aktivitätspotenzial gekennzeichnet. Sie treiben gerne Gemeinschaftssport, sind Mitglied politischer Vereine, pflegen den Austausch mit Gleichgesinnten und besitzen eine hohe Zahlungsbereitschaft. Während für die "Community Lohas" der Genuss eine große Rolle spielt, zeigt sich bei den "reifen Lohas" eine deutlich höhere Affinität zur Werteebene des Themas Konsum.
Pressemitteilung AC Nielsen


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Unternehmen leben künftig von Kollaboration 
Dienstag, 17. Juni 2008 - Management
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung arbeitet in einem Beitrag, angelehnt an das gleichnamige Buch von Internet-Guru Don Tapscott, die wichtigsten Prinzipien der Wikinomics heraus. Unter Wikinomics versteht Tapscott den wirtschaftlichen und organisatorischen Wandel, der mit der verstärkten Nutzung von Technologien und Prinzipien des Internets einher geht. Dieser Wandel führt zu neuen Innovationskulturen. Zu den Vorreitern gehören beispielsweise Procter & Gamble, die aus der Not - einer nachlassenden Innovationsfähigkeit im eigenen Hause - eine Tugend machten und mit dem Programm "Connect & Develop" inzwischen erfolgreich die Innovationskompetenz externer Experten einbeziehen. Rund die Hälfte aller Neuschöpfungen erfolgt bei P&G inzwischen durch Input von außen. Um Innovationskulturen wie diese aufzubauen, muss das Thema Führung neu gedacht werden, denn Unternehmen können sich nicht mehr wie bisher als Festung verstehen, sondern sind darauf angewiesen, äußere Impulse zu integrieren. Tapscott rät deshalb dazu, gängige Web 2.0-Technologien wie Wikis oder Social Networks verstärkt zu nutzen, um die dort herrschende Kultur des Austauschs besser kennenzulernen.
"Business-Webs ersetzen Unternehmen", FAZ 9.6.2008


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Ist sozialstaatliche Umverteilung egozentrisch? 
Montag, 16. Juni 2008 - Arbeit
Vorige Woche warf der ordnungspolitisch orientierte Philosoph Wolfgang Kersting, Direktor des Philosophischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in der FAZ eine interessante Frage auf, nämlich ob das sozialstaatliche Umverteilungssystem nicht auf seine Weise dieselben egozentrischen Mechanismen in Kraft setzen, die von Marktkritikern immer dem freien Markt vorgeworfen werden. "Aber die irren sich beträchtlich, die im Sozialstaat eine Höhle erblicken, in der die Moral in der kalten Jahreszeit des Kapitalismus überwintert. Der Sozialstaat ist kein Ort ethischer Exzellenz, er erzieht nicht zur Moral. Seine Anreizsysteme begünstigen den Egoismus nicht minder als der Markt. Die Menschen betreiben ihre Versorgungskarrieren im Sozialstaat mit der gleichen egozentrischen Konzentration wie ihre Erfolgskarrieren auf dem Markt, nur müssen sie nicht das disziplinierende Selbstverantwortlichkeitspensum ableisten, das der Markt jedem abverlangt", schreibt Kersting. Auch wenn der Sozialstaat natürlich seine Existenzberechtigung darin findet, den wirklich Schwachen unter die Arme zu greifen, stellt sich meiner Meinung nach berechtigterweise die Frage, ob staatlicher Interventionismus nicht in der Tat Eigeninitiative lähmt und die BürgerInnen geradezu in eine passive Versorgungshaltung dirigiert. Veränderungswillen und Mut jedenfalls werden wenig gefördert im gegenwärtigen System. Die, die einfach etwas bewegen wollen, erhalten wenig Unterstützung. Man kann sich natürlich fragen, ob sie sie überhaupt benötigen, denn, das zeigt die Praxis auch: Wer sich einem Ziel wirklich verpflichtet fühlt, wird es so oder so anstreben.
"Sozialstaatliche Freiheitsgefährdung", FAZ 7.6.2008



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Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie 
Freitag, 13. Juni 2008 - Success Stories
In der öffentlichen CSR-Diskussion wird Unternehmen immer wieder vorgeworfen, dass sie das Thema soziale Verantwortung nicht wirklich in der Unternehmensstrategie verankern. Dass es auch anders geht, illustriert Dr. h.c. August Oetker im Gespräch mit dem Magazin Visavis. "Unsere Strategie ist niemals bloß auf die Erzielung kurzfristiger Erfolge, sondern immer auf den dauerhaften Bestand ausgerichtet. Wir haben ein Ziel – die geschaffenen Werte in allen Bereichen langfristig zu sichern und zu erweitern. Daraus leiten wir unsere Verantwortung ab. Wir kommunizieren CSR nicht mit Leitlinien oder Regeln, sondern nachhaltiges Handeln ist bei uns seit Langem ungeschriebene, aber kontinuierlich gelebte Praxis", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Dr. Oetker GmbH. Dazu gehört für Oetker, gesetzliche Umweltbestimmungen nur als Mindeststandard zu verstehen und die in deutschen Unternehmensbereichen erreichten Standards auch auf ausländische Schwestergesellschaften zu übertragen. Umweltschutzmaßnahmen beziehen sich dabei auf den gesamten Produktlebenszyklus von der Entwicklung bis zur Entsorgung. "Um akzeptiert zu werden, ist mehr notwendig, als bloß Gesetze einzuhalten. Vielmehr sieht man unternehmerische Tätigkeiten und Produkte verstärkt in einem Gesamtzusammenhang, in dem die Schaffung ökonomischer Werte danach beurteilt wird, ob sie dauerhaft und zugleich mit dem ökologischen und sozialen Gefüge vereinbar sind", so Oetker.
"Langfristige Ziele im Blick", Visavis 3.6.2008



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Kühler Rationalismus als Management-Schwäche 
Donnerstag, 12. Juni 2008 - Management
Das Manager Magazin beklagt in einem Beitrag die recht einseitige Ausrichtung von Führungskräften. Ein Professionalisierungsschub im Management habe dazu geführt, dass viele Manager sich recht einseitig auf Analyse und Restrukturierung fokussieren. Dieser typisch angelsächsische, kühl-analytische Managementstil führt häufig dazu, dass Unternehmen allein mit einem mechanischen Ansatz betrachtet werden, so dass die Dynamik des sozialen Systems Unternehmen außer Acht gelassen werde. Das Magazin beruft sich unter anderem auf eine Studie der Personalberater von Heidruck & Struggles: "Zwar sind die Deutschen hervorragende Analytiker, und auch in der Umsetzung zeigen sie die stoische Unbeirrbarkeit eine Biathleten beim Scheibenschießen. Doch der Managertypus des Lerners, der flexibel ist, offen für Neues, der Marktentwicklungen und soziale Trends erkennt - ausgerechnet der ist unter deutschen Managern unterdurchschnittlich repräsentiert." Dieses Manko wird auch in immer mehr Unternehmen erkannt. "Die Instrumentengläubigkeit fördert die Illusion, es gäbe Patentrezepte", zitiert das Magazin den Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger. "Ein Manager muss in oft paradoxen Situationen widersprüchliche Interessen bedienen. Mit abgegrabbelten Lösungsreflexen kommt man da nicht weit", äußerte Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität Friedrichshafen, gegenüber dem Manager Magazin. Vor allem die auf Fallstudien fokussierte MBA-Ausbildung, auch als "Management by Analysis" verspottet, festigt jedoch genau diese Tendenz, da es hier wenig um operative Umsetzung oder gar die Auseinandersetzung mit echten Menschen gehe.
"Die Manager-Klone", Manager Magazin 7.5.2008


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Deutsche CEOs rotieren 
Mittwoch, 11. Juni 2008 - Studien
Der Chefsessel wird vor allem in deutschen Unternehmen leicht zum Schleudersitz. Das zeigt eine Studie von Booz & Company, in der die Fluktuation unter den CEOs in 2.500 der weltweit größten börsennotierten Konzerne und 300 der größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum untersucht wurde. In den letzten zehn Jahren mussten in Europa 37 Prozent aller CEOs ihren Sessel räumen (USA: 27 Prozent). In Deutschland verloren allein im vergangenen Jahr 19,7 Prozent der CEOs ihren Posten (Europa: 17,6 Prozent). Der weltweite Schnitt lag bei 13,8 Prozent. Besonders groß ist die Rotation in der Telekombranche (40 Prozent der CEOs wechselten hier), in der Industrie (32 Prozent) und der IT (28 Prozent).
"Deutsche Chefs auf Schleudersitzen", FTD 27.5.2008


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